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Full text of "Das Chronikon des Konrad Pellikan"

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Das Chronikon 
des Konrad 
Pellikan 



Bernhard 
Riggenbach 



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of tbe 

TUniverstt? of HCUsconetn 



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Das Chronikon 



DES 



KO'NRAD PELLIKAN 



ZUR VIERTEN * SaKULARFEIEI^ 



DER 



Universitat Tubingen 



HERAUSGEGEBEN 

DURCH 

BERNHARD RIGGENBACH 

phil. Dr., theol. lie, Pfarrer. 



BASEL 

Bahnmaier's Verlag 

(C. Detloff) 

1877 



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Memoria neque indignum neque inutile. 

S. 157. 



Druck von J. Huber's Buchdruckerei in Frauenfeld 



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158912 

NOV 1 1911 

•T3^ 



JER 



EHRW0RDIGEN ALMA MATER 



Eberhardo-Carolina 



f 



ALS TESTGRUSS 



GEWIDMET 



VON 



IHREN DANKBAREN SOHNEN 



IN DER 



SCHWEIZ 



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VORWORT. 



V on dem ersten Schweizer, der in Tubingen im Jahre 1477 
studirt hat, heisst es in der Matrikel «nondum dedit», er habe 
seine Gebuhren noch nicht bezahlt. Ich kann es fuglich den 
Mathematikern vomFach uberlassen, auszurechnen, zu welch' un- 
geheurer Summe diese Schuld in 400 Jahren angewachsen. Vom 
Abzahlen ist ja ohnehin nicht die Rede; nicht Abrechnung will 
die «alma mater » an ihrem Ehrentage mit den Sohnen halten, aber 
billig darf sie verlangen, dass Jeder auf s Neue es anerkenne, wie 
viel er selbst, und wie viel das geistige Leben seines Stammes von 
Alters her ihr zu verdanken habe. Einen solchen Dankesgruss 
soil die vorliegende Schrift der Tubinger Hochschule aus der 
Schweiz bringen. Wir bieten in ihr die bisher noch nicht ver- 
offentlichte Selbstbiographie Konrad Pellikan's, erlautert und er- 
ganzt aus ungedruckten und gedruckten Quellen: ein Denkmal 
mithin aus einer Zeit, wo Schwaben und die Schweiz in be- 
sonders lebendigem und segensreichem Verkehr mit einander 
stunden. 

Pellikan selbst (geb. 1478, f 1556) hat zu Ende des XV. Jahr- 
hunderts wahrend eines mehrjahrigen Aufenthaltcs in Tubingen, 
eng befreundet mit den hervorragendsten Lehrern der jungen 
Universitat, den Grund zu seinen linguistischen Studien gelegt; 
spater hat er zu zwei Malen in Basel und schliesslich wahrend 



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VI 

dreier Jahrzehnte in Zurich als hochgeschatzter Lehrer gewirkt 
und ist mithin wohl der Erste gewesen, der Tubingische Wissen- 
schaft fur die Schweiz in hervorragender Weise fruchtbar gemacht 
hat. Der beste Beweis fur die Anerkennung, welche die Zeit- 
genossen seinen hohen personlichen Eigenschaften und seinen 
bedeutenden wissenschaftlichen Leistungen zollten, ist der Urn- 
stand, dass Tubingen im Jahre 1535 sich sehr anstrengte, ihn fur 
einen theologischen Lehrstuhl zu gewinnen. Allein Pellikan war 
zu sehr mit der schweizerischen Reformation verwachsen, als dass 
er sich in seinen vorgetiickten Jahren noch hatte losreissen konnen. 
Immerhin bleibt seine Person fur Tubingen von Interesse und 
durfen wir hoffen, dass unser Festgruss der «alma mater » nicht 
ganz unwerth sei. Was der Herausgeber an Arbeit auf die Schrift 
verwendet hat, mochte er gerne als ein geringes Zeichen seiner 
personlichen Dankbarkeit fur vieles von Tubingen Empfangene 
angesehen wissen. 

Arisdorf, am 24. Juni, 

dem Geburtstag des schwab. Reformators 
Johannes Brenz. 

Bernhard Riggenbach. 



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EINLEITUNG. 



A. LITTERARISCHES. 

/. Die Handschrift und ihre gegetiwdrtige Verbffentlichung. 

Die Handschrift, welche hier zum ersten Mai vollstandig zum 
Abdruck gelangt, befindet sich auf der ZUrcher Stadtbibliothek und 
ist mir von der AufsichtsbehOrde derselben mit groster Bereit- 
willigkeit zur VerfUgung gestellt worden. Es ist ein mit der Signatur 
A. 138 versehener, in Pergament gebundener massiger Quartband. 
Die engbeschriebenen Blatter sind von Pellikan selbst am untern 
Rand mit den Nummern 1 bis 76 bezeichnet, und oben an der ersten 
Seite steht derTitel: Chronicon C. P. R. ad filium et nepotes 1544. 
Die SchriftzUge sind in dem Hauptbestandtheil der Chronik, wenn 
auch nicht gerade sehr deutlich, so doch sauber; auf den letzten 
Blattern dagegen tragen sie — wie Ubrigens auch der Inhalt — den 
Charakter flllchtig hingeworfener Tagebuchbemerkungen an sich. 
Pellikan hatte namlich den Bericht Uber seine Erlebnisse bis 1545 
in den Jahren 1543 und 1544 mehr oder weniger aus einem Guss 
niedergeschrieben, den Schluss dagegen hat er mit zitternder Greisen- 
hand Jahr fur Jahr nachgetragen. Das letzte Ereigniss, das er be- 
richtet, f&llt in den Herbst 1555. Die kurze Notiz Uber seinen Tod 
und Uber die Wiederbesetzung seiner Professur ist von der namlichen 



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VIII 

Hand wie die in dritter Person von ihm redenden Marginalien der 
ersten Blatter (bei uns S. i — 13), wahrscheinlich von der Hand seines 
Sohnes Samuel. Dieser und seine beiden Sonne Konrad und Leon- 
hard standen im Ztlrcher Kirchendienste. Nach der Angabe Leus 
(helvet. Lexikon: Artikel Pellikan, XIV, 423 ff.) ist das Geschlecht 
schon im Jahre 1692 ausgestorben. Im vorigen Jahrhundert kam das 
Chronikon in den Besitz des feingebildeten Landvogtes J. J. Zoller, 
der es durch den damaligen franzosischen Pfarrer Gesner von Zurich 
kopiren liess und es dann sammt der Abschrift der Stadtbibliothek 
schenkte. Da die ursprlinglich etwas mangelhafte, aber gut lesbare 
Kopie (F. 146) durch Herrn Prof. Dr. Salomon Vogelin, Vater, vor 
20 Jahren bei der nachher zu erwahnenden Veranlassung auf das 
Allergenaueste nach dem Original verbessert worden ist, so habe ich 
nur in zweifelhaften Fallen die Handschrift Pellikans selbst zu Rathe 
ziehen mllssen. • 

Es fragte sich bloss, ob ich bei meinor Arbeit so wie Vogelin 
bei der seinigen verfahren, d. h. die Orthographie und Interpunktion 
des Originals getreu wiedergeben sollte. In diesem Falle ware es 
mir prinzipiell nothwendig erschienen, auch die AbkUrzungen Pellikans 
beizubehalten , und so entschloss ich mich, den Bedllrfnissen der 
heutigen Leser mtfglichst entgegenzukommen und sowohl in die sehr 
inconsequente Schreibweise als auch in das Labyrinth der Satzzeichen 
einige Ordnung zu bringen ; selbst auf die Gefahr tlin, bei derjenigen 
Richtung in Ungnade zu fallen, welche den Werth eines Historikers 
fast ausschliesslich nach der diplomatischen Cfenauigkeit der von 
ihm mitgetheilten AktenstUcke zu bemessen pflegt. Immerhin glaube 
ich versichern zu dllrfen, dass meine Arbeit, wenn auch nicht buch- 
st&blich, so doch wortlich genau ist. Absichtlich habe ich bei den 
Eigennamen die Orthographie des Originals beibehalten, ausgenommen 
die Auflosung der Endung e in ae bei Ortsnamen. In Betreff des 
Styls, den Leu a. a. O. in einer mehr fllr seine eigene als fllr Pellikans 
Latinitat charakteristischen Weise „saubere lateinische Redensart" 
nennt, habe ich Fehler weder corrigirt noch mit einem pedantischen 
sic! zu schulmeistern gewagt. Wer solche sic! liebt, kann ja sein 



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IX 

Exemplar nachtraglich selbst damit verzieren und auch alle Missgriffe 
des Herausgebers so anzeichnen. 

Kritische Leser werden mir vor Allem da und dort Verstosse 
gegen die vorhin genannten Grundsatze nachweisen konnen, aber sie 
werden auch so billig sein, dieselben mit der Erwagung zu ent- 
schuldigen, dass das Vorliegende als Gelegenheitsschrift zu bestimmtem 
T-ermin fertig gestellt werden musste. Diesem Umstande ist auch die 
Grosse des Druckfehlerverzeichnisses sowie die Unvollstandigkeit 
und Ungleichm&ssigkeit der Anmerkungen zuzuschreiben. Es ist mir 
namlich erst durch die Veroffentlichung Geigers in den Theologischen 
Jahrbttchen 1876, S. 202 ff. : „Wie Konrad Pellikan hebraisch lernte" 
(s. unten S. 14, Anm. 1) der Gedanke nahegelegt worden, die schon 
mehrfach von den Historikern der Reformationszeit gewllnschte 
Herausgabe der Pellikan'schen Selbstbiographie auf das Tttbinger 
Jubilaum zu veranstalten. Ware die Universitat Tubingen nur ein 
Jahr jUnger, so hatte ich das gedruckte und ungedruckte Material 
liber Pellikan und liber die in seinem Chronikon vorkommenden 
Personen und Ereignisse natUrlich weit erschopfender benutzen konnen. 
So musste ich mich damit begnugen, zu geben, was ich eben wah- 
rend der kurzen Zeit in Erfahrung bringen konnte. Dass der auf- 
merksame Blick der Sachverstandigen auch ausserhalb des Pellikan'- 
schen Textes verhaltnissmassig viel Interessantes flnden wird, ist vor- 
zUglich der selbstlosen LiebenswUrdigkeit des genannten Herrn Prof. 
Vdgelin zu verdanken, der nicht mltde wurde, aus den reichen Fund- 
gruben ZUrichs fUr meinen Zweck zu schOpfen. Unter dem mir von 
ihm zugewiesenen Material war mir besonders eine Sammlung von 
50 der wichtigsten Briefe von und an Pellikan sehr ntltzlich und 
bequem. Dieselbfc stammt von Salomon Hess, dem Biographen des 
Erasmus, welcher sie sammt einem ziemlich verwftsserten Auszug aus 
Pellikans Chronikon s. Z. herauszugeben beabsichtigte. Das Manuskript 
benndet sich im fcesitz der Stadtbibliothek in Zurich und tragt die Sig- 
natur G. 337. Die wichtigeren Briefe, die es en thai t, habe ich. ehe 
ich Stellen daraus abdruckte, in der so Uberaus sch&tzbaren Simler'- 
schen Sammlung nachgeschlagen. In Basel haben mich die Herren 



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X 

Erziehungsrath Dr. Sieber und Staatssohreiber Dr. Gdttisheim bei 
meinen beztiglichen Arbeiten auf der offentlichen Bibliothek und im 
Staatsarchiv mit ausgezeichnetem Wohlwollen unterstlltzt. 

Die litterarischen Hilfsmittel, soweit sie nicht in dem folgenden 
Abschnitt dieser Einleitung erwahnt sind, habe ich jeweilen gewissen- 
haft citirt. Von besonderem Werth sind mir die Easier Chroniken 
(I. 1872) gewesen und zwar nicht sowohl wegen des Textes als 
wegen der reichhaltigen und zuverlassigen Anmerkungen des Herrn 
Prof. Dr. Wilhelm Vischer. Eine Wohlthat, welche dieses inuster- 
giltige Buch dem Forscher bietet, habe ich bei vielen andern Werken 
schmerzlich vermisst: ein alphabetisches Personenregister. Nattirlich 
habe ich nicht versaumt, der vorliegenden Schrift ein solches bei- 
zugeben, urn ihre Benutzung als Quelle fur die Kirchen-, Kultur- 
und Litteraturgeschichte des Humanismus und der Reformation und 
somit auch etwaige Erganzungen Seitens der Fachgenossen moglichst 
zu erleichtern. Eine derartige fortbauende BenUtzung meiner Arbeit 
erwarte ich um so freudiger, als ich es mir vorbehalte, gelegentlich 
eine anschauliche Biographie Pellikans zu schreiben. 



2. Bisherige Biographieen Pellikans und Beniit^tingen seines 
Chronikons. 

Die alteste Biographie Pellikans, die wir besitzen, ist der Artikel 
Conradus Pellicanus in der Bibliotheca universalis sive catalogus 
omnium scriptorum, autore Conrado Gesnero Tigurino, doctore 
medico. Frosch. 1545, fo. 183 b— 185 a. Eine Menge von Ausdrlicken, 
welche im Chronikon wiederkehren, leisten den Beweis, dass dieser 
Artikel der Hauptsache nach von Pellikan selbst geschrieben, und 
von Gesner bloss der anerkennende Schluss hinzugefUgt worden ist. 
Vielleicht ist gerade bei Gelegenheit dieser Skizze, die Pellikan fUr 
die werthvolle Gallerie seines Freundes zu liefern veranlasst wurde, 



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XI 

der Gedanke an eine ausfllhrliche Darstellung seines Lebens in ihm 
entstanden. 

Vom Chronikon durchaus unabhangig und schon darum ftir uns 
besonders schatzbar ist ein anderes Lebensbild Pellikans. Johannes 
Fabricius 1 ) namlich, der seine Studien in Zurich gemacht hatte und 
eine Zeit lang Pellikans Hausgenosse gewesen war, hatte als prae- 
positus studiosorum bei der zu Pellikans Ehren veranstalteten aka- 
demischen Feier eine Gedachtnissrede gehalten. Er dachte damals 
nicht daran, dieselbe zu verdffentlichen, kam auch schon im Jahre 
nach Pellikans Tod von Zurich weg und wurde Pfarrer in Chur. Als 
ihm nun dort im Jahre 1562 die Lobrede des Josias Simler auf 
Martyr (s. Schmidt: Peter Martyr Vermigli S. 290) zu Gesichte kam, 
da fllhlte er es wie eine Schuld, dass er seine Rede auf Pellikan 
zurUckbehalten, und er machte sie sofort im Jahre 1563 mit einer 
Vorrede an Pellikans Enkel Konrad druckfertig. Aus der Publikation 
wurde aber wiederum nichts. Fabricius starb am 6. Sept. 1566 und 
hinterliess das Manuscript seinem Freunde Tobias Eglinus. Dieser 
starb jedoch im n£mlichen Jahr, und nun kam dessen Sohn, der 
durch seine wechselvollen Schicksale bekannte Raphael Eglinus 
Iconius (vgl. Heppe in Herzogs Realencykl. XIX, 456 f.) in den 
Besitz der Handschrift. Allein auch dieser fand erst im Jahre 1608 
als Doctor und Professor der Theologie in Marburg die nothige 
Musse, um im Anschluss an seine genealogia Dn. n. Jesu Christi die 
Rede des Fabricius herauszugeben. Er widmete sie Pellikans anderem 
Enkel, Leonhard, Pfarrer in Kappel. Diese historica Johannis Fabricii 
Montani oratio, qua et vita reverendi in Christo patris Conradi 
Pellicani et brevis temporis illius res continentur, Marpurgi e typo- 



l ) Vgl. fiber ihn, ausscr der im Register angegebenen Stelle des Chroni- 
kons, das Lexikon von Leu VII, 5 und Pestalo^i: Leo Judii S. 92. * Er war 
Leo Judas Schwestersohn, geburtig aus dem von Pellikans Heimat Ruffech 
bloss 6 Stunden entfernten Bergheim im Elsass und wird daher auch Mon- 
tanus genannt. 



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xn * • 

graphia Guolgangi Kezelii MDCVIII, in 4 , E 3 hat als seltenes 
Stuck wieder abgedruckt J. J. Ulrich in seinen Miscell. Tignr. Ill, 
413 — 439. Da Fabricius glaubwtlrdig erklart, Alles, was- er aus 
Pellikans Leben mittheile, beruhe auf dessen eigener mehrmaliger 
Erzahlung, so ist seine Rede als eine sehr erwttnschte Erganzung 
des Chronikons von uns mehrfach benutzt worden. 

Wahrend dieses Lebensbild Pellikans in dem Pulte des Eglinus, 
wie er selbst gesteht: diutius delituit, war im Jahre 1582 bei Frosch- 
auer in Zurich eine neue Atfflage der Pellikan'schen Kommentare 
erschienen und mit ihr als wltrdigste Einleitung ein guter Auszug 
aus dem Chronikon von der Hand des verdienstvollen Antistes 
Ludwig LaVater (f 1586), des SchUlers unpl Freundes von Pellikan. 
Die Arbeit Lavaters wurde, freilich mit bloss beilaufiger Nennung 
des Vesfassers, weitern Kreiseft zugangjich gemacht von Melchior 
Adam in seinen vitae Germanorum Theologorum. Heidelb. 1620, 
p. 262—299, und auf Adam haben sich dann die Historiker bis auf 
die neueste Zeit gestutzt. 

Mittlerweile war von dem Fortsetzer der J. G. MullerVhen 
„Bekenntnisse merkwUrdiger Manner von sich selbst" im VI. Band 
1810, S. 1 — 186 der grcJssere Theil des Chronikons in ziemlich guter 
deutscher Uebersetzung erschienen, und hatte Salomon Vogelin fUr 
das ZUrcher histariscjie Taschenbuch von 1858 (S. 139 — 204) die 
von der Jugendbildung , von den Reisen und dem hauslichen Leben 
Pellikans berichtenden StUcke trefflich Ubersetzt, es dabei aber 
deutlich ausgesprochen , dass „eine Veroffentlichung des ganzen 
Werkes in der Ursprache fUr die Geschichte der Gelehrtenbildung 
sowie fUr die Reformationsgeschichte wUnschbar" ware. Von Salomon 
Vogelin sind auch die Mittheilungen Uber Pellikan in dem Neujahrs- 
blatt der ZUrcher Stadtbibliothek 187 1. Das Original des dort als 
Titelblatt "stehenden Bildes Pellikans ist nach den AusfUhrungen des 
Kunsthistorikers S. Vogelin, Sohn, Neujahrsblatt der Stadtbibliothek 
1875, S. 4 f., ein Werk, wenn nicht von Holbein selbst, so doch aus 
dessen Atelier. 

Unter den eigentlichen biographischen Arbeiten Uber Pellikan, 



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XIII 

wie sie in verschiedenen Sammelwerken (Athenae rauricae, Ruchat, 
Nice'ron, L. Meister, helvetische Kirchengeschfchte von Hottinger, 
helvetisches Lexikon von Leu u. A.) sich findett, sind von eigent- 
lichem Werth bloss der kurze Artikel „Pellikan tt von Hagenbach in 
Herzogs" Realencyklopadie XI und die gediegene Arbeit von Escher 
bei BTsch und Gruber III, XV. 



B. BIOGRAPHISCHES. 

/. Der Hebraist. 

In Thomas Murners Kirchendieb- und Ketzerkalender steht bemi 
20. Brachmonat: „Pellicanus ein observantischer abtriniger ketzer 
und ein apostata in dry en sprachen." Als ein besonfleres Merkmal 
Pellikans gait mithin auch dem entschiedensten Gegner die urn- 
fassende Spraahgelehrsamkeit und zwar namentlich seine Kenntniss 
der Sprache des alten Testamentes, deren Erlernung zu jener Zeit 
mit den grOsten Schwierigkeiten verbunden war. 9thon das Studium 
4es neuen Testamentes in der Grundsprache war in Pellikans Jugend- 
zeit sehr erschwert. L^dwig Lavater erzahlt a& a. <X, er habe seinen 
greisen Lehrer mehr als einmal sagen horen, in seiner Jugend habe 
man in ganz Deutschland kein griechisches Testament auftreiben 
kdnnen, auch wenn man es hatte mit Gold aufwagen wollen., und 
jetzt besitze jeder SchUler sein eigenes Exemplar. Ungleich schlimmer 
war derjenige daran, der das Studium der hebralschen Sprache be- 
treiben * und damit ein trilinguis werden wollte. Der Abschnitt des 
Chronikons S. 14 ff. , in dem Pellikan erzahlt, wie er die ersten 
Schwierigkeiten Uberwunden habe, gehort zu den . Interessantesten. 
Doch enthalt das Chronikon auch ausserdem eine Fulle von Beitragen 
zur Geschichte der hebraischen Studien. Was Pellikan einmal mit 
so grosser Energie begonnen, das ftlhrte er unermUdlich fort bis in 
die letzten Tage seines langen Lebens. Ueber manche Einzelheiten 



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XIV 

seines Studiengangs als Hebraist wird vielleicht gerade in Folge der 
VercJffentlichung des Chronikons von Seiten der Fachmanner naherer 
Aufschluss erfolgen. 

Eine Frage, die Geiger (Jahrbb. ftir deutsche Theologie 1876, 
S. 213) etwas voreilig glaubte erledigt zu haben, soil, wie ich mit 
Vergnligen vernehme, in einer andern Gratulationsschrift zum Til- 
binger Jubilaum durch den Herrn Repetenten Dr. E. Nestle ihre 
Erdrterung finden: die Frage namlich, wer zuerst eine hebraische 
Grammatik verGffentlicht habe, ob Pellikan oder Reuchlin? Nach 
dem Vorgang des bekannten alten Reuchlinforschers Hermann von 
der Hardt (prodromus ephemeridum philologicarum de fatis studii 
hebraici 1692) war man gewohnt, diese Frage ohne Weiteres zu 
Gunsten Reuchlins zu beantworten, und auch Geiger thut dies, indem 
er sich auf Pellikans eigene Aeusserungen (im Chronikon S. 23 oben 
und in einem Briefe an Nik. Ellenbog) beruft. Er hatte Uberdies 
die Stelle aus Capitos institutionum hebraicarum lib. I (D. 4 b) an- 
fuhren kcmnen, wo es von Pellikans hebraischen Studien heisst: 
Conradus Pellicanus noster doctus ille franciscanus perquam acuti 
atque diligentis ingenii, qui doctrina ista utiliore christianaque veterum 
theologorum cura et memoria eximie pollet, adhaec hebraice adeoque 
paucis annis avTodldaxToq, non solum praeceptorum praesidio, sed 
et chartarum prope subsidiis indigus, opinione citius evasit. Cujus 
rei testimonium est a se pridem edita suis familiaribus grammatica 
simul ac lexicon linguae s. 

Allein trotzdem behalt doch eine andere Tradition, welche seit 
Langem da und dort neben der Reuchlin'schen auftaucht, schliesslich 
Recht, die Nachricht namlich, Pellikan habe im Jahre 1503 eine 
Schrift de modo legendi et intelligendi hebraea nicht bloss geschrieben, 
sondern auch veroffentlicht und habe mithin vor Reuchlin hierin die 
Priorit&t. Pellikan selbst beansprucht dieselbe unumwunden in einem 
Briefe an Wolfgang Musculus (5. Febr. 155 1; s. Siml. Saml.), indem 
er sagt: „postquam per sedecim annos olim nihil haberem librorum 
praeter nuda Biblia, cum quibus laborare coeperam solus, donee 
concordantiam colligerem operosam ex vulgata traductione et 



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XV 

gramma ti cam mi hi scriberem ante alios omnes, jam a 35 annis com- 
mentaria Rabbinorum majori cum labore intelligere didici." Damit 
ware nun wohl die Abfassung, aber noch nicht geradezu die Ver- 
offentlichung einer Grammatik ante alios omnes bewiesen. Allein. 
es wird doch einmal Jedermann hOchst unwahrscheinlich vorkommen, 
dass der von Gregor Reysch um der hebraischen Grammatik willen 
zu Pellikan abgesandte Martin ObermUller mit leeren Handen sollte 
nach Freiburg zurUckgekehrt sein. Zudem fand ich in der Bibliotheca 
universalis des Konrad Gesner a. a. O. folgende Stelle: anno se- 
quenti (i. e. 1501) grammaticam scripsit congessitque dictionarium 
hebraicum in gratiam Gregorii Reischii Carthusiani Friburgensis, adjecit 
et methodum proficiendi in ea lingua, quam postea Groningerus 
typographus Argentinensis una cum Margarita philosophica publicavit. 
Reliqua vero non quid em excusu, cum id temporis Hebraici charac teres 
nondmn extarent, sed amicis aliquot communicata sunt. Ich gieng 
also auf die altesten Ausgaben der Margarita philosophica zurUck, 
und siehe da, schon in der ersten fand ich, freilich durch den Druck 
von dem Ubrigen Text unterschieden, die Schrift, betitelt: de modo 
legendi et intelligendi hebraea, Basileae MDIII. Es muss also die 
Grammatik Pellikans, welche in den spatern Schott'schen und GrU- 
ninger'schen Ausgaben der Margarita als integrirender Bestandtheil 
erscheint, zuerst separatim gedruckt und nachtraglich einzelnen 
Exemplaren der ersten Auflagen von Reyschs interessantem encyklo- 
padischem Werk 1 ) eingefUgt worden sein. Diese Ansicht wird be- 
statigt durch eine Notiz in den Reisebriefen des Jakob Jonas Bjorn- 
stahl, Band V, S. 343 : „in der Bltchersammlung der Benediktiner zu 
Koln sahen wir Conradus Pellicanus de modo legendi et intelligendi 
Hebraea, Basileae MDIII in Quart. Dies ist ein seltenes Buch und 
eine von den altesten gedruckten hebraischen Sprachlehren. Das 



') Eine monogmphische Bchandlung desselbcn wurde sich in holiem 
Grade lohnen. Was Scbreiber in seiner Arbeit «die Karthause bei Freiburg » 
und in seiner Geschichte der Universitat Freiburg daruber beibringt, ist be- 
sonders bibliographisch ungenugend. 



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XVI 

Hebraische darin scheint mit schlecht gearbeiteten hOlzernen Lettern 
gedruckt zu sein ; am Schlusse ist ein hebraisch-lateinisch-griechisches 
WOrterbuch beigefugt." Leider sind seit Ende des vorigen Jahr- 
hunderts, wo (der sehr glaubwurdige) Bjornstahl reiste, laut einer 
Privatmittheilung des KGlner Stadtarchivars Dr. L. Ennen, die Bib- 
liotheken der alten KOlner Kloster in alle Winde zerstreut. Hoffen 
wir, die in Aussicht gestellte Schrift uber Pellikans Antheil an der 
Margarita philosophica werde die Frage abschliessend beantworten. 
Ueber die in Basel aufbewahrte Grammatik Pellikans von 1508 wird 
Herr Prof. Dr. Kautzsch gelegentlich referiren. Dieselbe ist von 
Geiger (Jahrbb. fur deutsche Theol. 1876, S. 214) erwahnt. 

Ztir Erganzung dessen, was Geiger a. a. O. tlber Pellikans 
grammatikalische Arbeiten sagt, mcJgen hier einige Details ihre Stelle 
finden. Zuerst will ich nicht versaumen, eine Beschreibung des Psalters 
und der Grammatik Capitos von 15 16 zu geben, welche weder Batim 
(Capito undButzer S. 577 f.) noch Geiger selbst gesehenhaben. Das zier- 
liche Btlchlein (27 Bogen in Sedez) befindet sich auf der offentlichen 
Bibliothek in Basel und auf der Stadtbibliothek in Zurich und tragt den 
Titel: D >4 ?nn Ifip, darunter Frobens bekanntes Druckerzeichen 
und dann Hebraicum Psalterium. Auf der Rllckseite des Titels folgt 
unter der Ueberschrift Conradus Pelicanus, Rubeaquensis , or. mi 
Hebraeis lectoribus eine hebraisch und zwar unpunktirt geschriebene 
Doxologie. Der Psalter selbst hat Punkte, aber keine Accente und 
sehr viele Druckfehler. Dies beweisen die auf 6 Blattern enthaltenen, 
selbst nicht fehlerfreien Errata, betitelt : insigniores mendas castigavi- 
mus adjuti opera Sebastiani Franciscani docti Hebraice et in his rebus 
mire vigilafitis. Hierauf folgt auf zwei Bogen: institutiuncula in 
hebraeam linguam authore Volphgango Fabro Prophessore Theologiae. 
Am Ende derselben das Datum : Basileae mense Novemb. Anno 
MDXVI. Dass Pellikan an dieser Taschenausgabe der Psalmen 
mehr gearbeitet als bloss das kleine Vorwort, sagt er selbst in der 
Vorrede zu Mllnsters Ausgabe der Proverbia von 1520; vgl. Geiger 
a. a. O. S. 215. Im Chronikon freilich (S. 55; vgl. die 1. Anm.) 
redet er bloss von der Hauptarbeit seines damaligen Basler Aufent- 



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XVII 

haltes: von dem psalterium quadruplex fttr Frobens Hieronymus- 
ausgabe. Allein gerade der Umstand, dass Pellikan im Sommer 15 16 
in Basel und fur Froben mit den Psalmen beschaftigt gewesen, be- 
rechtigt uns zu der Annahme, dass er den hebraischen Psalter, der 
im November jenes Jahr aus der n&mlichen Presse hervorgieng, 
ebenfalls der Hauptsache nach besorgt. Pelli leans ganzer appendix 
zur Hieronymusausgabe scheint die Veranlassung zur Publikation 
Capitos gewesen zu sein ; ist doch dort auch dem Psalter eine 
Miniaturgrammatik „in litteras Hebraeas institutiuncula C. P. u bei- 
gegeben, welche freilich bloss die nothwendigsten Aufschlllsse liber 
das Alphabet und die puncta vocalia enthalt. Capito ! ) war Uberhaupt 
damals erst ein Anfanger im Studium des Hebraischen, wahrend 
seine beiden Mitarbeiter an jenem Psalter, Pellikan und dessen 
SchUler Sebastian MUnster, schon tiefer in dasselbe eingedrungen 
waren. 

Spater haben wenigstens in grammatikalischen Publikationen 
Capito und MUnster dem angstlicheren Pellikan den Rang abgelaufen. 
Dagegen hat dieser nie aufgehOrt linguistische Studien zu treiben. 
Nachdem theologische Arbeit dieselben bei ihm eine Zeit lang in 
den Hintergrund gedrftngt, unternahm er gegen das Ende seines 
Lebens noch das Riesenwerk einer Uebersetzung des Thalmud und 
anderer rabbinischer Commentare. Zu diesen Arbeiten, von denen 
seine eigenen Berichte im Chronikon (S. 133 und 172 ff.) und dicke 
Bande von Manuskripten auf den Bibliotheken von Zurich Zeugniss 
ablegen, bewog ihn offenbar in erster Linie das sprachliche Interesse. 
Von dem Inhalt war er nicht eben erbaut. Er vergleicht die rabbi- 
nische „Gesetzesweisheit und Gesetzesthorheit, Geistesscharfe und 
Geistesarmuth" (Pressel in Herzogs Realencykl. XV, 615) nicht un- 
fein mit der scholastischen Wissenschaft der „Magistri Parisienses, 



x ) Ich bemerke hier beilaufig, dass Geiger, Stud, der hebr. Spr. S. in 
im Irrthum ist, wenn er sagt, Capito sei nie Professor in Basel gewesen. Im 
Professorenkatalog heisst es ad 1 5 1 5 : Capito Oecolampadium pro gradu 
examinat, sub decanatu L. Beri. 



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XVIII 

quorum et stilum referunt et suo modo eruditionem" (Brief an Capito 
vom 28. Juni 1528; s. Siml. Samml.). Und mit ahnlichen Worten 
verweist Gesners bibliotheca universalis a. a. O. auf die betreffenden 
Manuskripte alle diejenigen, qui addiscere velint hujusmodi magis- 
tralem ut vocant et intricatissimum stilum Judaicum ac Judaeorum 
tarn veras quam stultas expositiones in sacra volumina cognoscere. 
Hottinger spricht im Anschluss an den Index derselben (Altes und 
Neues aus der gelehrten Welt I) den Wunsch aus, es mochte ein 
^specimen der versiones des Pellicani u veroffentlicht werden. Da 
eine solche Probe jedenfalls riur dazu dienen konnte, die wissen- 
schaftliche Beurtheilung der Pellikan'schen Leistungen zu fftrdern, so 
mochte ich diesen Wunsch zu Handen der Orientalisten neuerdings 
unterstUtzen. Freilich ware vorliiufig noch verdankenswerther eine 
Untersuchung Uber Pellikans Reisen mit Satzger in den Jahren 
1514— 151 6. Ein Blick in die betreffenden Blatter des Chronikons 
(S. 46 ff.) genllgt, um zu sehen, dass diese Visitationsreisen sich fur 
Pellikan fast ungesucht zu wissenschaftlichen Reisen im Interesse 
des hebraischen Studiums gestalteten. 

2. Der Reformator. 

Wie in wissenschaftlicher, so erhielt Pellikan auch in religioser 
Beziehung die ersten fUr sein ganzes Leben bedeutsamen Anregungen 
durch den trefflichen Paul Scriptoris. 1 ) „Consilio Pauli Scriptoris 
syncerioris theologiae priscos doctores Origenem et Ambrosium 
ardentius complecti coepit u heisst es a. a. O. der Gesner'schen 



*) Man vergleiche iiber ihn die im Register aufgefuhrten Stellen des 
Chronikons, ferner Schnurrer: Nachrichten von den Lehrern der hebraischen 
Litteratur in Tubingen. Ueber ihn und die an.dern Manner, mit welchen 
Pellikan in Tubingen verkehrt, fasse ich mich absichtlich kurz. Ich setze 
namlich voraus, es werde zum Jubilaum zumal fiber jene altesten Koryphaen 
der Universitat ungleich Besseres veroffentlicht werden, als ich es zu bieten 
vermdchte. 



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XIX 

bibliotheca universalis. Wie ernst Pellikan es mit dem Studium der 
Kirchenvater genommen, beweist am Besten sein Gesprach mit Capito 
ttber das Abendmahl (s. Anhang). Schon im Jahre 15 12 war er uber 
eine Reihe von Irrthlimern der kirchlichen Lehre und Missbrauchen 
der hergebrachten Praxis im Reinen. Allein mit dieser innerlichen 
Umgestaltung seiner Anschauungen war der schUchterne und durchaus 
unpraktische Mann noch lange kein Freund ausserer Aenderungen, 
geschweige denn ein Reformator. Wohl konnte Joh. Fabricius a. a. (). 
in Wahrheit von ihm sagen: „aeternum Dei judicium vanis hominum 
praetulit minis et terroribus," aber es bedurfte eben der starksten 
und unverkennbarsten Intriguen der Altglaubigen, urn ihn zur Ent- 
scheidung zu bringen. Am Liebsten hatte er gleieh Erasmus 1 ) un- 
behelligt von den Tageskampfen und ohne personlich Stellung dazu 
oder doch wenigstens darin nehmen zu mUssen, litterarisch gewirkt. 
Allein dies erlaubte ihm schon seine offizielle Stellung nicht. 

Pellikan stand namlich als Minoritenguardian an der Spitze gerade 
desjenigen Klosters, aus dessen Mauern welche von den wirkungs- 
vollsten Heroldsrufen zu Basels Reformation ergiengen. Ohne Oeko- 
lampads weit Uberwiegendes Verdienst um die baslerische Kirchen- 
erneuerung irgendwie in den Schatten stellen zu wollen, glaube ich 
doch auf die StUcke des Chronikons hier besonders aufmerksam 
machen zu mtissen, welche auf die Anfange der Basler Reformation 
ein neues oder doch ein helleres Licht werfen. Schon vor der An- 
kunft Oekolampads im November oder Dezember 1522 (sein erster 
Aufenthalt zu Basel in den Jahren 15 15 und 15 16 kommt hier nicht 
in Betracht) hatte der Minoritenprediger Joh. Luthard mit solchem 
Erfolg in reformatorischem Sinne gepredigt, dass der Rath, unter 
dem Einfluss der Herren vom Stift und von der theologischen Fa- 
kultat, im Juni 1522 ein Mandat „des ewangelium halb" erliess. 2 ) 



x ) Ueber das Verhaltniss der bciden Manner vgl. ausser den betreffenden 
Stellen des Chronikons den Briefwechsel des Erasmus. 

2 ) Es fallt somit die Bemcrkung des pragmatischen Ochs (Geschichte 
Basels V, 449) ganzlich in sich zusammen, die er zu Oekolampads Berufung 



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XX 

Vgl. S. 88 f. und das dort in Armi. 5 Bemerkte. Peltikan konnto und 
wollte aber apinem Ptediger nicht hindernd in den Weg treten ; denn 
auch far ihn waren die Schriften Luthers, deren Druck er beftfrderte , ■ 
und deren Lokture er seinen Ordensgenossen wenigstens nicht wollte 
verboten haben, Zeichen zum „Aufstehen aus dem tiefen Schlaf*. 
Immerhin wollte der friede- und ruheliebende Mann in keiner Weise 
aggressiv vorgehen. Als daher der Ordensprovinzial, sein Freund und 
ehemaliger Mentor Kaspar Satzger, im Frllhling 1523 zur Visitation 
nach Basel kam, so war sein Erstes, urn seine Versetzung einzu- 
komtnen. Satzger schlug ihm die Bitte ab, machte aber dann nach- 
her doch Miene, ihn und sammtliche reformatorisch gesinnte Ordens- 
glieder von Basel entfernen zu wollen; und aus den Anttrengungen, 
welche die Chorherren und Professoren, die Hohepriester und Schrift- 
gelehrten, wie Pellikan sie nennt, machten, um den Provinzial zu 
diesem Schritt zu bewegen, kann man am Besten ersehen, dass die 
ganze „cohor§ u gerade das Barfllsserkloster als den Herd der Be- 
wegung ansah. Pellikan aber, als er bemerkte, dass man mit seiner 
Person auch die Sache des Evangeliums zu beseitigen vorhabe, 
wollte nun nichts mehr von seiner Versetzung wissen. Und auch 
der Rath von Basel protestirte, offenbar in vollem Einverstandniss 
mit der Mehrheit der, Bujgerschaft, gcgtn die von dem beeinflussten 
Satzger projektirten Personalanderungen. Die betreffenden Protokolle 
sind so charakteristisch, dass wir nicht umhin ko*nnen, sie zur Er- 
ganzung der Berichte Pellikans hver abzudrucken. Sie sind enthalten 
in einem Hefte des Staatsarchivs, betitelt ^Rathserkanntnussen von 
15 18 — 1524" fol. 202 b und 203, und scheinen bisher nicht beachtet 
worden zu sein. 

*„Als dann der provincial barffusser ordens denn bellican gwardian 
vnnd den predicanten vnnsers clofters vnnd gotzhus hie zu den bar- 
ftlssern, die sich bis har wol vnnd erlich gegen Eim Ersamen Rat 



als Vikar des kranken Pfarrers bei St. Martin macht: «wer weiss, wenn der 
Zancker nicht an Gliedcrschmerzen gelitten hatte, ob wir Reformirte geworden 
waren ! » * 



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vnnd gmeiiier burgerschafft der statt Ba§eB gehalten mit predigenn 
vnnd anders wy innen gepurthat, villycht uff styflftung 1 ) etlicher vonn 
der hocben styfft vnnd vnniversiteten <Jer statt Basell zwuschenn dem 
Capittel hinweg ze fierenn, vnnd dy selbigen Empter mit anderen 
Eim Ersamen Ratt vhnd gmeind der statt Basell vngelegnen parsonen 
zu versehen vnderstanden , Do nun wir der Stathalter des burger- 
meistertumbs vnnd der Rat der statt Basell solches gleublich erfarenn, 
Jbaben wir Vnnser treffenliche III botschafft zu vermeltem provincial 
in fruntlich gu bitten gedachte guardian vnnd predicanten domit kein 
vneynikeit vnder gmeinem volck entstund , hy ze lassen , des glichen 
artickel Mflelcher gestalt sy verklagt vnd wer das thon hat vnns zu 
vberantwort an im begert, des er slch gwyderet vnnd nit thun hat 
wellenn, sunder selb fur vnns begert hatt. Demnach ist der selb 
provincial uff samstag vor Quasi modo des XXIII jars vor vnns 
erschinnen, ein lange meynung erzelet vnnd zu letst daruff beharret 
das er unangesechen unsere ernstliche pitt angezeugte gw'ardianum 
vnnd predicanten vber das er ntlt uff dy an hat kennen zeygen v hin 
mit im enweg wellen nemen, ouch vnnder anderem gerett vor 
gesessenem Ratt, Es sig nit gut das ein predicant alwegen die 
worheit sag, sunder sol sy zun zyten hinderhalten domit das der gmein 
man im zoum gehalten mug werdenn, das do gross vmjd schwer ze 
horenn ist. Uff das habenn wir ErkanntDwyl der gwardian vnnd 
predicant als vnns vnnd dem gmeinen volck vnnser stat Basell 'an- 
genem, wol und recht das wor gottes wort, das heylig Evangelium 
gelert vnnd prediget, oucji ntlt unerlichs uff sy dar thonn mag werden 
vnnd wurt, Das dorum der provincial dieselbigen hy lassen vnnd nit 
hinweg thun well, so er aber, der provincial, je vnnser bitt nit an- 
sehen wel vnnd dy hinweg, wy gehert, fierenn, das er dan alle andere 
brieder im closter zun barfussern mit im nemen vnnd hinweg fieren 
soil, oder aber man wel dy noch schicken, des glichenn sp sol er 
denn langen predicanten so er von Nierenberg mit her gener^ hatt*) 



*) Auf Anstiften. 
■) Joh. Winzler. 



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XXII 

vnnd denn bichtfatter zu gnadental 1 ) ouch mit im hin vnnd hinweg 
nemen, dan man dy nit wyssen in unser statt oder haben wel. actum 
Samstags vor dem sontag quasi modo geniti anno MDXXIII. 

Wyter hand wir auch erkannt Dwyl dy vonn der unniversitet 
namlich doctor hans gebwyler, doctor moritz zun augustineren prior, 2 ) 
doctor Johannes mornach vnnd doctor wonneck, jerlich pension ab 
dem bret (?) vonn vnns nemen vnnd rucklich mit dem provincial 
wyder die gmein der statt Basell practiciert, das man donim innen 
soil iere pensionen vnnd stypendia abkunden, 8 ) als innen auch das 
abkllndet vnnd geseyt ist samstags vor quasi modo anno XXIII. u 

An die Stelle der Abgesetzten ruckte nun ausser Oejcolampad 
eben Pellikan vor. Leider wissen wir liber seine Thatigkeit als 
Professor der Theologie in Basel ausser dem, was seine eigenen 
sparlichen Bemerkungen enthalten, nicht viel. Um so werthvoller ist 
dasWenige, das sich findet in der seltenen und interessanten Schrift: 
„Von der Priester Ee Dispetation, durch Stephanum St6r von Diessen- 
hoffen, wonhafft zu Liechstal, und andern vyl christlicher Brlldern, 
in eerlicher versammlung zu Basel im Collegio am XVI Tag Februarii 
imm XXIV jar gehalten" (ohne Ort und Zeit; s. Filssli: Beitrage II, 
151—227 und aflentliche Bibliothek zu Basel FP. XI, i2. d ). Von 
Stephan Star aufgefordert als „der ander ordinarius in der theology 
der Vniversitet Basel" sein Votum liber die Priesterehe dem des 
Oekolampad anzureihen, ergriff auch Pellikan das Wort. Er fangt 
mit der Erklarung an, er sei „allezeit geneigter gelert lut ze horen 
denn gehort werden". beruft sich auf die Publikationen der Strass- 
burger, wirft einen Rllckblick auf die Entstehung des Colibates und 
meint, dessen Urheber wlirden unter gegenwartigen Umstanden selbst 
die Aufhebung mit Handen und FUssen betreiben. Dieselbe sei 
durchaus nothwendig, um aus den Missverhaltnissen herauszukommen. 



') Gregor Heilmann. 

2 ) Mauritius Fininger. 

3 ) Aus Kanonikaten zu St. Peter erhielten 7 Professoren solche Gehalts- 
zulagen; s. MaJjly: Seb. Castellio S. 33 ff. 



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XXIII 

Zum Schluss erklart er sich mit StOrs Thesen durchgangig einver- 
standen. Diese Thesen aber, welche St8r am Mttnster, am Universit&ts- 
gebaude und an alien Pfarrkirchen und Klftstern der Stadt ange- 
schlagen hatte, lauteten: „i. Die heylig Ee ist keinem stand in der 
heyligen geschrifft verbotten. 2. Unktlschheit usserthalb der Ee unnd 
hury ist nach allem gsatz alien stenden verbotten. 3. Unktlschheit 
usserthalb der Ee und hury zu vermyden ist die Ee alien stenden 
gebotten. 4. Sollich unktlschheit und hury ist in keinem stand der 
ergerntiss halb schadlicher dann in dem priesterlichen. 5. Ein Offent- 
licher hurer ist nach gtftlichem gesatz in dem rechten waren Bann 
unnd desshalb unttlglich zu priesterlichem ampt". Ausser Pellikan und 
Oekolampad nahmen an dem GesprSch Theil der damals gerade 
in Basel anwesende Hartmuth von Kronberg, der nachmalige Bieler 
Prediger Jakob Wirb und die Basler Prediger Jakob Immelin. Wolfg. 
Wyssenburger , Bonifazius Wolfhart, Peter Frabenberg. 

Dass Pellikan fttr Sttfrs so entschiedene Thesen offentlich eintrat, 
ist um so bezeichnender, als er sonst gerade nach dieser Seite hin 
zur Besonnenheit und zu einem bloss allm&hlichen Vorgehen mahnte, 
s. S. in. Als er von einigen Sturmschritten der Strassburger horte, 
schrieb er an Capito (April 1524, s. Siml. Samml.): „non alia causa 
vereor periculum negotio, quam ex parte nimium Lutheranizantium, 
qui, ut obiter piacuerit, invertere cuncta moliuntur, hinc enim vehe- 
menter timeo. Aliud audio, sed non credo et a malignis disseminari 
puto, de praeconibus evangelii vobiscum, nullo tamen mihi nominato, 
qui operibus et exemplo ac quotidianiS studiis, etiam verbis publice 
prolatis contra mansuetudinem et humilitatem agunt et libidini raulti- 
fariam obnoxios eos traducunt." „Scio u , ftigt er bei, „ quantum com- 
miniscantur Papistae passim." Desshalb suchte er ihnen auch seiner- 
seits jede Gelegenheit zur Verlaumdung abzuschneiden. So lange es 
irgend ging, blieb er im Kloster, und noch im FrUhling 1525 wieder- 
holte er dem Generalkapitel den schon im Sommer 1523 gemachten 
originellen Vorschlag: es sollen alle des Lutherthums verdachtigen 
BrUder ihm nach Basel geschickt, und als Tausch an deren Stellen 
die der Reformation abgeneigten Basler Minoriten versetzt werden! 



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XXIV 

(S. 94, 101 ff.) Natlirlich fand dieser naive Vorschlag, von dessen 
DurchfQhrung sich Pellikan in allem Ernst viel versprach, keine 
Beachtung. Dagegen wurde er in Ruhe gelassen, und erst der Ruf 
nach Zurich half ihm ganzlich aus dem Ordenskleid, mit dem die 
Bande der Gewohnheit den unpraktischen Mann mehr noch als Andere 
verkntlpft hatten. 

Doch behielt Pellikan sein Leben lang fur die alten Kloster- 
brUder und ftir die Ordensleute Ubethaupt ein warmes Interesse. Ein 
Beispiel hievon verdient hier schon desshalb angefllhrt zu werden, 
weil das Chronikon die Begebenheit verschweigt. Joh. Kessler's 
Sabbata (Ausgabe von Gotzinger II, 441) erzahlt Folgendes: ,,1536 
Heusionat ritt Diethelm Abbt von St. Gallen und mitt im H. Ottmar 
Glus statthalter zfi Wil gen Zurich. Wyl das Cfinrad Pellicanus allda 
vernommen, ist er uss hertzlichem Yfer und Brunst zu inen keret, 
sich mitt inen der Religion halben ze besprechen und ainen abbt 
des alten stands sines clausters alls vor ziten ainer behusung viler 
gelerten manner ze erinnern , ob er jenen zu einer reformierung oder 
besserung desselbigen hette bewegen mogen etc. Aber spottlich 
antwurt empfangen." Pellikan Selbst hielt den Vorgang fur wichtig 
und bezeichnend, genug, um seineni Freunde Vadian ausfuhrlich 
darUber zu berichten (22. Juli 1536; s. Siml. Samml.): 

„ Casus mihi incidit cum abbate' vestro, cui dudum pro refor- 
matione Christianae religionis scribere volueram ; nuper autem prae sente 
eo, spiritu c^rte non malo impulsus, solus eum adii in hospitium. 
Admissus autem in colloquium , praesente quodam monacho Othmaro, 
pra^fando benevolentiam captabam, quod ignotus et humilis D. S. 
aaiderem interpellare ; nihil intenderem , nisi sanctum , utile et statui 
suo vere gloriosum, qui, ut fuissem diu monachus et Benedictini 
ordinis semper amator, dolerem, monasteria prisca et religiose insti- 
tuta ad ecclesiae profectum, passim nunc subverti, dicipi et in pro- 
fanos usus rapi. Id cum timerem S. Gallensi monasterio celeberrimo, 
in quo olim viguisset eruditio et pietas vere Christiana , nunc crederem 
inveniri posse opportunitatem restituendi illius statum in primaevam 
sanctimoniam , scilicet si resumerent studium S. Litterarum, unice 



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XXV 

necessarium patriae docendae et fegendae in fide et moribus. Id cum 
favore Papae, Caesaris et bonorum omnium posse tentari, maxime 
cum et liodie Pontifex dicatur ordinasse , ut clerus pro canonicis 
horis suis nihil legat praeter solum V. et N. T. canonem, omnium 
Sanctorum legendis obmissis, et lectionem duodenariam contraxisse 
in ternariam pro matutinali officio, unde spes esset, neminem, etiam 
Episcoporum, improbaturum, si in monasteria hujusmodi reformatio 
cum vitae innocentia institueretur , quo tantum duraret priscorum 
institutio pie praesumta ante multa saecula. Alioque verendum omnia 
proculcanda et in nihilum redigjenda, quae sancta intentione olim 
sunt a Sanctis ordinata. — Is orationis meae status erat, cum quibus- 
dam interlocutoriis , si vellera regredi et in suo monasterio cooperari. 
Respondi, uxorem me habere et filium cum vocatione sancta, optar« 
me tantum , ut monasterium suum et alia in Dei gloriam et ecclesiae 
aedificationem or.dinarentur. Respondit Othmarus, hactenus se bene 
egisse, sufficere, si juxta .regulam Benedicti vitam instituerent et 
observarent, instare jam concilium generale, 1 ) cujus prdinationi stare 
vellent, et cetera quaedum frivola. Quibus cum responderem breviter, 
abruperunt unus post alium sermonem. A quibus, accepta licentia, me 
subduxi , sinens eos suis qualibuscunque negotiis involutos , contentus 
didicisse utriusque ingenium, quosnon continget emendari nisi cala- 
mitatibus. Ubi illae ingruerint , tunc forte memores erunt eorum , quae 
audierant. Nondum venit hora eorum, sed nee diu tardabit spero." 



*) Von diesem allgemeinen Concil erwartete Pellikan gar nichts. Mit 
Recht nennt er die Verweisung ilarauf ein frivoles Gerede. Unter seinen 
hinterlassenen Manuskripten befindet sich auch ein bezugliches ausfuhrliches 
Gutachten «de generali concilio judicium Conradi Pellicani» (1536, 20. Jan.). 
Dasselbe enthalt treffliche Winke und ist wohl zu Handen der Zurcher Re- 
gierung geschrieben; u. A. sagt er: amputetur episcopis et Papae gladii saecu- 
laris brachium et restituatur gladius verbi Paulinus et omnia tuta erunt sub 
Christianis principibus et magistratibus. 



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XXVI 



j. Die Kommentare. 

Im Oktober 1524 hatte Johann Bugenhagen von Wittenberg aus 
an Oekolampad geschrieben (ep. Oec. et Zwingl. p. 176): „saluta quaeso 
amanter Pellicanum nostrum , admonens , ut non cesset ex Hebraicis 
conferre, quae potest, ad sanum scripturarum intellectum, quando 
non passim multis datum est quod ei datum videmus". Dieser Auf- 
forderung, seine linguistischen Studien immer mehr far die biblische 
Exegese fruchtbar zu machen, fing Pellikan schon in Basel an nach- 
zukommen, mdem er speziell far Genesis und Psalmen nach der 
Richtung der Textkritik und der wortgetreuen Uebersetzung emsig 
arbeitete. In Zurich brachte die Verpflichtung seines Amtes und 
sein Antheil an dem Werke der dortigen BibelUbersetzung 1 ) es mit 
sich, dass er diese Thatigkeit nach und nach in den Jahren 1528 bis 
1530 aber das ganze Alte Testament ausdehnte. Die Verb* ffentlichung 
der so entstandenen Erklarung des Alten Testamentes lag vorerst 
nicht in der bestimmten Absicht des Verfassers. Indessen aberarbeitete 
er das Ganze sofort nochmals und zwar in der Weise, dass er dem 
Gerippe der wissenschaftlichen Exegese eine dogmatische, ethische 
und theilweise auch homiletische Betrachtung der einzelnen Stellen 
und Abschnitte einfllgte. Und nun Hess der unternehmende Frosch- 
auer, der es aberhaupt — wie fraher die Basler Druckerherren — 
trefflich verstand , Pellikan gegen keine oder nur sehr geringe Honorare 
fUr Indices und Korrekturen aller Art auszubeuten, nicht nach, bis 
Pellikan sich wenigstens dazu entschloss, einen Versuch zu machen, 
ob seine Art der Verbindung wissenschaftlicher und praktischer Exegese 
Anklang finde. Er w£hlte dazu das Bachlein Ruth , dessen Auslegung 
im Sommer 1531 gedruckt und im Verlauf weniger Wochen bei einer 
Auflage von 800 Exemplaren ausverkauft war. Vgl. S. 1 23 ff. Jetzt fing 
natUrlich das „Pressen der Presse u erst recht an und hftrte nicht auf, 
bis alle 7 Folianten des Pellikanschen Bibelwerkes erschienen waren. 



*) Vgl. hieruber das sofort anzufiihrende treffliche Buch von Mezger. 



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XXVII 

Dieselben verdienen schon darum hier mit bibliographischer 
Genauigkeit beschrieben zu werden, weil das Werk der einzige aus 
der Reformationszeit hervorgegangene Kommentar ttber das Gesammt- 
gebiet der alt- und neutestamentlichen Schriften ist. Auch sind die 
Angaben Rudolphis (die Buchdruckerfamilie Froschauer, 1869) sehr 
unzuverlassig , und da man das Werk wohl nirgends vollstandig findet 
und selbst in Zurich es da- und dorther zusammen tragen muss, so 
ist sogar in dem sonst sehr zuverlassigen , nicht genugsam zu empfehlen- 
den Werke von Dr. Mezger: Geschichte der deutschen BibelUber- 
setzungen 1876, S. 119, ein Band vergessen worden. 

1. Christophorus Froschoverus \ pio lectori s. d. II En damus tibi 
christianissime lector, \ COMMENT ARIA BI- j bliorum et ilia 
brevia qui dem ac catho^ | lica, eruditissime simul & piissimi viri Chuon- 
radi Pellicatd \ Rubeaquensis , qui & Vulgatam commentariis in 
seruit | aeditionem, sed ad Hebraicum lectionem accurate j emen- 
datam. Habes autem in hoc opere quicquid | syncerae theologiae 
est. Ideoque si sapis, ex | ipso potius Sacrorum fonte , quam ri- | 
vulis Religionem veram im- | bibe. Vive & | Vale. (Schdnes 
Druckerzeichen mit Einfassung.) Tomus primus | in quo conti- 
nents V I libri Mosis. j 9 Blatter Vorrede, 237 Blatter. Am Ende: 
Tiguri apud Christ ophorum Froscho- \ verum, mense Au gusto, j 
Anno M.D.XXXII. 

2. Tomus secundus. | In quo continetur historia \ sacra, prophetae 
inquam priores, libri vi- | delicet Josue, Judicum, Ruth, Samuelis, 
Regum I & ex Hagiographis , Paralipomenon , Ezre. | Nehemiae, 
et Hester. Commentariis | Chuonradi Pellicani Rubeaquensis illu- 
strati. Anno (Kleineres Druckerzeichen) M.D. XXXIII Tiguri 
in officina I Froschoviana. | 283 Blatter. Am Ende: Tiguri 
apud Christophorum \ Froschover, anno \ M.D.XXXIII. 

3. Tomus tertius. | In hoc continentur Pro- \ phelae posteriores 
omnesy videlicet Ser- j mones Prophetarum maiorum , Jsaiae, Jere- 
miae, | Ezechielis, Danielis, & minorum Duode- | cim, Commen- 
tariis Chuonradi Pel- | licani Rubeaquensis summa | diligentia 
enarrati. II M.D. (Druckerzeichen wie vorhin) XXXIIII Tiguri 



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XXVIII 

in officina Christo- \ phori Froschoueri , Mense Martio. | 4 Blatter 
Vorrede. 303 Blatter. Am Ende: Tiguri, apud Christophorum 
Froschouer, anno | M.D.XXXIIII. 

4. Tomus quartus | in quo continentur script a \ reliqua, quae vocant 
Hagiographa, | libri videlicet quinque, Job, Psalterium, Pa- | 
rabolae, Ecclesiastes, & Cantica Salo- | monis , Comment. Chuon. 
Pel. I Rub. illustrati. (Druckerzeichen wie vorhin, zwischen vier 
Blattern) Christ op horus Froscho- I verus ex cud eb at Tiguri, j Mense 
Martio, Anno \ M.D.XXXIIII. | 3 Blatter Vorrede. 272 Blatter. 
Am Ende: Tiguri, apud Christophorum Froschouer, anno | 
M.D.XXXIIII. 

5. Tomus quintus | in quo continentur omnes libri \ verteris instru- 
menti qui sunt extra cano- \ nem Hebraicum, perperam Apo- 
crypha rectius autem j ifo/tt*0j//Y/appellati,putaTobiae, Judith, \ 
Baruch, Sapientiae,Ecclesiastici, libri singuli, Ezrae, | duo, Macha- 
baeorum duo, cum fragmentis | Danielis & Esther, Commentariis \ 
Chuonradi Pellicani Ru- \ beaquensis expositi. (Das ganz grosse 
Druckerzeichen mit Portaleinfassung.) Christophorus Frosch- 
ovkrus I excudebat Tiguri Mense Martio, \ Anno M.D.XXXV. 
11 Blatter Vorrede. 342 Blatter. Ohne Schlussschrift. 

6. In sacrosancta j quatuor evangelia et aposto- \ lorum acta, D. 
Chvonradi Pellicani \ Rubeaquen. Commentarii, in quibus veluti 
Com- | pendio selectissima quaeque congesta habes, quae hodie 
in ilia cum apud Priscos \ turn apud Neotericos Euange | liorum 
interpretes or- j thodoxos extant. (Das grosse Druckerzeichen.) 
Non pudet me Euangelii Christi. Potentia siquidem j dei est, ad 
salutem omni credenti. Tiguri in officina Froscho viana, mense | 
Martio, anno M.D.XXXVII. 5 Blatter Vorrede. 316 Seiten 
(Matthaeus). 238 Seiten (Johannes). 152 Seiten (Marcus). 248 
Seiten (Lucas). 246 Seiten (Acta App.) 

7. In omnes aposto- j licas epistolas, Pavli, Petri, Jaco- j bi, 
Joannis et Jvdae D. Chuonradi Pellicani \ Tigurinae Ecclesiae 
ministri Commentarii, ad collationem opti- | morum quorumque 
jnterpretum conscripti, & aediti, in usum theologiae apostolicae | 



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XXtX 

studiosorum. (Grosseres Druckerzeichen mit der Einfassung.) 
Psal. XIX. II In omnem terrain exiuit sonus eorum, & in fines 
orbis \ terrarum uerba illorum. Tiguri in officina Froscho- \ 
uiana Mense Augusto, Anno | M.D.XXXIX. 4 Blatter Vorrede. 
791 Seiten. Totivs operis \ finis. 

Pellikan selbst aussert sich nach seiner Weise sehr bescheiden 
liber seine Arbeit; vgl. S. 128 ff. In Briefen an Mykonius ereifert 
er sich gewaltig darUber, dass man ihm diese Arbeit tlberlassen babe, 
und dass Solche, die, wie Luther, Melanchthon, Capito, Buzer und 
Zwingli, gerade auf diesem Gebiet berufen gewesen waren, Grosses 
zu leisten, ihre schonen Krafte in unntltzen Streitigkeiten verbraucht. 
Das wichtigste GesehaTt sei doch gewiss, das heranwachsende Ge- 
schlecht und die schlichten Landpfarrer in ein richtiges Verstandniss 
der heiligen Schrift einzufllhren, damit sie wUssten, wie es im Chroni- 
kon heisst: „quomodo sacris scripturis uterentur commode et erudite 
ad ecclesiarum aedificationem". Ad quod opus et negotium miror, 
quo consilio divino ignorans protractus sim homo, qualem norunt 
omnes prorsus elinguem et aridissimo stylo" (Brief an Mykonius 1532) 
„qui certe stylus dici non meretur, sed indiligens quaedam verborum 
coacervatio, quo fit, ut non raro sensus exponatur impeditior, sed 
emendare id ipsum durruvolo et affectare lucem, nescio quid emendo. l ) 
Simplicibus simplex simpliciter scripsi et miror, quomodo placere 
possit nisi simplicibus. Voluissem materiam praebuisse tersioribus u 
(Brief an Mykonius vom 9. August 1533). Mit diesem letztern 
Gedanken trostete er sich immer wieder. So schreibt er an Vadian 
im September ^32, als das Werk kaum begonnen war: „Quod nuper 
didici ex eruditissimis commentariis tuis im Pomponium, ubi sic 
scripsisti: plerique, qui post me aliis erunt in annis, nostra audacia 
ducti, fortasse meliora proferent. Nam vilia nonnunquam ingenia, 
dum pro tempore quid commode conantur, magnos animos provocant 
ad id praestandum, quod in illis nee confectum nee absolutum natura 



! ) Aus dem in den Briefcn ofter wiederkehrenden Plan, dem ganzen Werk 

einenx Band retractationes anzuhangen, ist nichts geworden. 

! 



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XXX 

reliquerat. Haec Vadianus. Unde abunde consolor, sperans ea con- 
ditione nostra ab eruditis suscipienda." Und den namlichen Gedanken 
spricht er in einem Brief vora 5. Februar 155 1 an Wolfgang Muskulus 
aus, als seine alttestamentlichen Commentare bereits die zweite Auf- 
lage erlebt hatten: „Quae potui egi, non quae voluissem. Barbariem 
enim tot annis sic imbibi , in qua natus sum et enutritus per temporis 
injuriam, ut venia dari debeat mihi et gratia de inventis, non irrisio 
et calumnia de non assecutis, qui in hunc quoque diem paratus essem 
audire Magistros doctiores in talibus et fateri ignorantiam et laboribus 
non parcere, qui ad insigniora studia natus non sum nee a Domino 
destinatus. Videor tamen mihi huic tarn humili sed sacrae vocationi 
satis diligenter incubuisse et viam stravisse, qua sint ambulaturi hi, 
qui ad gloriam majorem a Domino sunt destinati et gratia ampliore 
donandi". 

Ganz anders urtheilten schon die Zeitgenossen. Vadian schreibt 
(s. Pestalozzi: Leo Juda, S. 60), die Beschaftigung mit Leo Judas, 
Bullingers und Pellikans Schriften sei seine liebste Ergotzung. In 
Frankreich wurden Pellikans Commentare mit Freuden gelesen (s. 
Pestalozzi: Bullinger S. 306), und dass sie, wie wir im folgenden 
Abschnitt horen werden , im Wittenberg formlich auf den Index gesetzt 
wurden, ist ebenfalls ein deutlicher Beweis ftlr ihr damaliges Ansehen. 
Seither haben besonders Richard Simon (bibl. crit. Ill, 279 ft. 1 ) und 
Sender (apparatus ad V. T. interpret. 157) auf die unbefangenen 
hermeneutischen Grundsatze Pellikans aufmerksam gemacht, und auch 
Diestel lasst in seinem trefflichen Buche: Geschichte des Alten Testa- 
mentes in der christlichen Kirche. 1869, S. 272, Pellikan wenigstens 
insofern Gerechtigkeit widerfahren, als er ihn unter die namhaftesten 
Vertreter der grammatisch-historischen Exegese seiner Zeit zahlt. 



l ) Was Simon zur Charakteristik Pellikans beibringt, hat gar keine posi- 
tive Begrundung. Die Beurtheilung der Commentare dagegen ist trefflich. 
Er sagt u. A.: «Si Ton examine les commentaires de Pellican par rapport a 
ceux des autres protestans de ce terns la, il est bien moins fecond en digres- 
sions contre les catholiques, il s'attache ordinairement au sens litteral.» 



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XXXI 

Hier kann es sich naturlich nicht urn eine durchgehende kritische 
Wllrdigung des Pellikan'schen Werkes handeln. Einige Beispiele 
mogen genligen, um zu zeigen, dass Pellikan keineswegs (wie man 
aus seiner Selbstkritik schliessen konnte) bloss Excerpte, sondern die 
Resultate eines sehr unabhangigen Denkens bietet. Wohl verlangt er 
in der Vorrede immer wieder , dass der Exeget der biblischen Bllcher 
mit Pietat zu verfahren habe, allein bei ihm ist eben Pietat nicht, 
wie bei Manchen vor ihm und bei leider noch viel Mehreren nach 
ihm, identisch mit Kritiklosigkeit. Einmal stand ihm fest, dass der 
Punktation des hebraischen Textes nur ein sehr geringer Werth bei- 
zumessen , und in vielen Fallen der Lesart der LXX und der Vulgata 
unbedingt der Vorzug zu geben sei. 1 ) Sodann nahm er auch Inter- 
polationen und Depravationen des Textes ohne Aengstlichkeit an. 
Zu Deuteron III, 14 bemerkt er: non derogat autoritati scripturae, 
si dicatur alicubi insertum textui cum tempore quiddam pertinens 
ad historiae claritatem; und zu 2. (resp. 4) Kftn. I, 18: mihi nullum 
est dubium, libri autorem verissima scripsisse, sed pro temporum 
longitudine potuisse in numeris vitiatos fuisse codices. 

Bei den historischen Bllchern finden wir nicht selten ErOrterungen 
religionsgeschichtlicher Natur, deren erstes Auftreten man gewohnlich 
in eine viel spatere Zeit setzt. So leitet er z. B. die Erklarung des 
Levitikus mit folgenden Worten ein: „continet Leviticus ritum et cere- 
monias Deum colendi juxta ipsius beneplacitum , ne prolaberentur 
Alii Israel in gentilium idololatriam multiplicem, ad quam nimium 
propensi erant, et ut natura superstitiosus populus exercitium haberet 
fidei et devotionis in sua imperfectione. Necesse erat illi populo 
praescribi leges ceremoniarum a Domino , ne vagarentur per improbas 
et impuras gentium religiones et sine lege diffluerent ad illicitas 
naturae corruptae consuetudines. His sacrifices et ritibus Israelitae 
ducebantur et revocabantur a gentilium sacrilegiis ad veri et unius 
Dei qualemcunque cultum, ut exercitarentur usque ad fatigationem 
et onus, simulque praeludebatur ad spiritualem et sincerissimum Dei 



*) Eine beziigliche Stelle hat auch Geiger a. a. O. S. 215 abgedruckt. 



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XXXII 

V 

cultum omnibus tandem gentibus in Christo commendandum. u An- 
gesichts solcher Aussprllche verstehe ich nicht recht, wie Diestel dazu 
kommt, a. a. O. Pellikan den Vorwurf zu machen, er verflUchtige 
konkret Gemeintes zum Bilde, und es blicken bei ihm die Ublichen 
alten Typen durch. Ntlchterner kann man doch das Typische des 
alten Testamentes nicht wohl fassen als mit dem Wort praeludere! 
Noch verwunderlicher ist es, dass Coccejus, welchej* jene VorwUrfe 
in ausgedehntesten Masse verdient, die Kommentare Pellikans, ohne 
seinen Gewahrsmann zu nennen, bei seinen Schriften Uber das alte 
Testament vielfach wortlich ausgeschrieben hat. Und doch war 
Pellikan keineswegs ein Theologe nach dem Herzen des Scripturarius; 
denn er sucht durchaus nicht nur, wie Diestel sagt, „in eben nicht 
glUcklicher Vermittlung die rein historische Beziehung neben der 
messianischen festzuhalten u , sondern er halt im Gegentheil Geschichte 
und Typik reinlich auseinander und sagt z. B. zu Hosea XI, i, der 
Prophet rede hier bloss von den Israeliten , Matthaus hingegen beziehe 
die Stelle auf Christum. Endlich hatte , um nur dies Eine noch anzu- 
flihren, Pellikan einen feinen Sinn fUr die Kraft der hebraischen 
Poesie. In einem Briefe an Vadian (22. Juli 1536; Original in St. 
Gallen) charakterisirt er dieselbe kurz folgendermassen : „poetica ilia 
longe ab omni lenocinio nostrorum abhorrens in vehementia affectuum 
consistit non numero syllabarum". Die Fehler und Schwachen der 
Pellikan'schen Kommentare werden weit tlberwogen durch ihre bisher 
nicht genugsam beachteten Vorzttge. Im Allgemeinen darf man sagen, 
dass Pellikan nach Massgabe seiner Zeit fUr das alte Testament unge- 
fahr das geleistet hat, was zweihundert Jahre spater Johann Albrecht 
Bengel fUr das neue. 

Was Pellikan Uber die neutestamentlichen Schriften publizirt hat, 
ist nach seinem eigenen Gestandniss durchweg bloss Bearbeitung 
vorhandenen Materials, ausgenommen seine viel spater als Anhang zu 
den Paraphrasen des Erasmus erschienene Erklarung der Apokalypse ; 
s. Chron. Einen Anhang zu seinen Kommentaren bildet der umfang- 
reiche Folioband: 



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XXXIII 

Index BibLiorum | cmthore D. Chuonrado Pel- \ licano Rubeaquense II 
Vpus omnibus studiosis sacra- J rum literarum, Concionatoribusque 
Ecclesiasticis, apprime necessa- \ rium & utile, cuius consilium, 
usum^utilitatemque uerso | folio in Praefationeintelliges. (Grtfsseres 
Druckerzeichen in Einfassung.) Tiguri in officina Froschoviana 
menst | Augusto, Anno Domini M.D.XXXVII. De consilio vsu \ et 
utilitate hvivs operis, \ H. Bvtlingcri ad lecto- \ ctorem Praefatio. 
i Blatt (mit Pellikans Portrat als Initiale). Epitome histo- | 
riarnm sacrarum el lo \ corum communivm cum pro- j priis, utrius- 
que instrumenti. 24 Blatter. 
Locorum com I mvnivm et propriorum sa \ crosancti ecclesiasti \ ci 
canonis Index. 63 Bogen zu je 6 Blattern, 1 zu 4, 1 zu 5 Blattern 
in zwei Spalten. 

Mit diesem Buche setzte Pellikan seiner vielseitigen Thatigkeit 
als Verfasser derartiger Arbeiten die Krone auf. 

Gegen das Ende seines Lebens beschaftigte ihn neben seinen 
linguistischen Arbeiten am Thalmud und anderen rabbinischen 
Schriften die Abfassung eines Bibelwerkes fUr die Gemeinde. Er 
berichtet uns selbst,Seite 158, 162 und 182, wie er die Erklarung 
des Jesajas, der Genesis, des Ezechiel und des Hosea hiefiir 
druckfertig gemacht. Dieselbe ist nicht herausgekommen ; dagegen 
erschien im Jahre vor Pelikans Tod ein Probeheft dieser popularen 
Bibelerklarung, und zwar, wie einst der Prospekt des wissenschaftlichen 
Kommentars, Uber das Bilchlein Ruth : 

„Ruth. Ein heylig Biichlin des alten Testaments, mit einer 
schonen kurzen Auslegung : darinn vil nutzlicher guler leeren vnd 
vndericht viler Tugenden, so einem yeden frommen Christen wol 
anstandt vnd sunderlich zierend, gegeben vnd angezeigt werdend. 
Allen hausvatern vnd liebhabern gottliches worts gantz dienstlich, 
nutzlich vnd gut. Durch den wolgelerten Heren Cunraten Pellican 
zu Zurich, erst neuwlirh zu nutz vnd gut den frommen in truck 
gegeben, vormals in teutscher sprach nie gesehen. Gedruckt zu 
Zurich bey Andrea vnd Jacobo, den Gessneren gebrUder, im jar als 
man zalt von Christi unseres Heylands geburt 1555." 



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XXXIV 

Der Inhalt ist zwar in dcr That „ganz dienstlich, ntltzlich und 
gut", aber ebenso weitschweifig wie dieser Titel; und da es zu 
jener Zeit an gediegenen deutschen Schriftauslegungen nicht fehlte, 
so ist das Ausbleiben des von Pellikan projektirten Bibelwerks nicht 
so sehr zu bedauern. Ohnehin gesteht Pellikan selbst in einem Briefe 
an seinen Schwager Fries (23. Dezember 1536), es fehle ihm eine 
rechte Gewandtheit im deutschen Ausdruck. 

An Aufforderungen zur Herausgabe dieses Werkes liessen es Pelli- 
kans Freunde nicht fehlen. Gerhard ztun Carnph schrieb ihm (6. Dez. 
1552): „Si precibus meis pernio veri posses, immo piorum, rogamus 
ac obtesramur te, ut edas Germanica Common taria in tota Biblia, ac 
quae corrigi velles in latinis Commentariis, ea transfer in hos com- 
mentaries ac hunc laborem principi nostrae ac ecclesiis nostris dedices 
velim. Hie autem titulus est viduae principi „der Edelen vnnd wol- 
gebornen Anna geboren zu Aldenburg, Graffynn zu Oestfrysslandt". 
„Ne recondas tuum talentum, satis diu delituit." 



4. Die theologischen Streitigkeiten. 

Dass Pellikan von solch umfassender literarischer Thatigkeit 
ziemlich absorbirt wurde, ist natttrlich. Auf dem Schauplatz der Tages- 
kampfe „ist vom stillen Pellikan nur selten die Rede". (Morikofer : 
Zwingli I, 322). Bei ihm finden wir ohnedies von der rabies theolo- 
gorum keine Spur. Jenes hartnackige Eifern fur menschliche Ansichten, 
als waren es gottliche Wahrheiten, war dem demtithigen Mann ein 
Grauel. Schon im Jahre 1528 glaubte er (Brief an Capito ; Siml. 
Samml.) die Strassburger davor warnen zu mussen, „ne nimium 
judaissare videamus et spiritui nostro arrogemus divinitatem, quern 
toties humanum deprehendimus ; et exempla errorum etiam in piis 
hominibus videmus, cum divino spiritui tribuunt, quod ingerit carnalis 
sensus et humana cogitatio." In dieser Beziehung wllrde er trefflich 
zu Melanchthon gepasst haben. Charakteristisch fUr Pellikans 



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XXXV 

confessionellen Standpunkt, und zwar sowohl fUr seine Unbe- 
fangenheit als auch fur seine Einseitigkeit, ist Folgendes aus 
einem Brief an Mykonius vom 12. November 1537 : „Nuper cap- 
tato tempore diligenter legi locos communes Philippi Melanchtonis 
et cum nostris dogmatibus contuli et nihil offendi, quod nolim 
non aliter scriptum, sic mihi placet et fratribus quoque nostris ; 
praeter hoc unum quod de idolis in ecclesiis nihil dicit prorsus, quae 
credo Dei esse.abominationem et Satanae figmentum pernitiosissimum 
in ecclesia, quae ill i doctores ferre possunt et defendere, unde perti- 
mesco daemonis machimamenta. 1, 

Dass er der Unionsarbeit Buzers eher abgeneigt als gunstig 
war, hat seinen Grund durchaus nicht in starrem Zvvinglianismus. 
Wohl war er ein warmer Verehrer ZwingliV), und seine theologischen 
Anschauungen waren, wie er selbst im Epilogon zu dem von ihm 
herausgegebenen Jeremiaskommentare Zwingli's 1531 gesteht, und wie 
Alexander Schweizer (die Centraldogmen der reform. KircheJ, 139 if.) 
an trefflich gewahlten Beispielen nachweist, denjenigen des grossen 
schweizerischen Reformators vollig homogen, aber ich mochte sagen, 
gerade seine Homogeneitat mit dem klaren, durch doktrinaren 
Idealismus unbeirrbaren Zwingli liess ihn liber Buzers Bestrebungen 
das richtige Urtheil fallen: „Buceri studium nimis perplexitati aptum. u 

Im Chronikon geht er Uber seinen Antheil an den vielfachen 
Verhandlungen der Schweizer unter sich und mit den Strassburgern, 
einige trockene Satze abgerechnet, stillschvveigend hinweg, sagt auch 
fast nichts von der abschatzigen und feindseligen Behandlung, die 
ihm von Seiten der Wittenberger zu Theil wurde. Mehr erfahren wir 
aus seinem Briefwechsel, verglichen mit seines Schtilers, des Ludwig 
Lavater „hictoria de origine et progressu controversiae sacramentariae 
de coena Domini ab anno 1524 usque ad annum 1563 deducta. u 

Buzer's anfangliche BemOhungen begrUsste Pellikan in einem 
Briefe an denselben (6. Aug. 1529) mit den Worten: judicium tuum 



! ) Sein poetischer hebraischer Nachruf an Zwingli ist den ep. Oec. et 
Zwingl. vorgedruckt. 



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XXXVI 

de moderandis nonnihil dogmatibus Lutheranis valde probo, quando- 
quidem multa potuerunt ab initio mitius et persuabilius proferri." 
Doch scheint der schlimme Ausgang des Marburger Gesprachs, den 
er iin Chronikon nicht unfein mit dem sauern Wein jenes Herbstes 
zusammenstellt , ihn gegen Unionsbegeisterung grllndlich abgehartet 
zu haben. Zwar verhartete er sich auch nach Zwingli's Tod nicht in 
dem Grade gegen die Deutschen, wie mane he seiner Kollegen, so dass 
Buzer gerade durch ihn noch im Summer 1535 mit den andern 
Ztirchern anzukntlpfen versuchte (Brief vom 10. Juli; Simml. Samml.) 
und ihnen sagen liess, es sei contra apostoli (wahrscheinlich Pauli) 
et omnium sanctorum morem, wenn man wie sie alle Versuche zur 
Verstandigung ablehne. Nichtsdestoweniger begleitete Pellikan zu dem 
Konvent der Schweizer in Aarau (T)ezember 1535) seine beiden 
Freunde Leo Juda und Bullinger nur, um zu genauester und vor- 
sichtigster Pruning der Buzer'schen Vorschlage zu mahnen. Und nach 
Wittenberg (beziehungsweise Eisenach) ging er so wenig als Bullinger, 
trotz den Bitten von Zwick. Dagegen reiste Pellikan im Juni nach 
Strassburg, und da er im Chronikon keinen andern Grund zu dieser 
Reise angibt. so diirfen wir annehmen, dass er, sei es aus eigenem 
Antrieb, sei es aus A u ft rag Bullingers, sich personlich von dem Erfolg 
der zwischen Luther und den Suddeutschen stattgehabten Verhand- 
lungen Uberzeugen wollte. Es ist interessant, zu vernehmen, wie er 
den Bericht seines Freundes Zwick in einem Briefe an Joachim Vadian 
vom 7. Juli 1536 (Autogr. in St. Gallen) wiedergibt: „Argentinam 
veni 16. Junii; sequenti die sabatho redierunt Capito et Bucerus cum 
D. Zuiccio; convenerant Francfordiam praedicatores ecclesiarum 
Augustan. Ulmen. Memmingen. Esslingen. Rutlingens. Ftlrfeld. pariter 
autem et cum Francoford. Isnacum pervenientes neminem invenerunt. 1 ) 
Quando et de negotio toto illic nihil audierant in Isnaco, progressi 
itaque sunt pariter Wittenbergam, ubi contulerunt cum praesentibus 
Luthero, Jona, Pomerano, Melanchtone, cum tribus aliis, tantum de 
causa eucharistiae, in qua satis concordare eos contigit. quoad sen- 



l ) Vgl. Baum: Capito und Butzer, S. 506. 



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XXXVII 

sum nostrarum ecclesiarum, quamquam verbis suis utantur „ corpus 
Christi adesse, exhiberi et sumi vere et substantialiter u negare trans- 
substantiationem et Iocalem inclusionem in pane aut durabilem con- 
junctionem extra usum sacramenti, concessa unione tantum sacra- 
mentali etc. Aegre tulerunt praefationem Theodori 1 ) quoad verba 
quaedam, quibus visi sunt irritati vel paululum perstricti, quamquam 
substantiam dogmatis in eadem probarint. Quia vero pauci con- 
venerant, non confirmarunt concordiam, quam ad alios quoque referre 
volebant. Ascensionis die Lutherus praedicavit, multa debilitate 
corporis afflictus, ut vix sermonem perficeret. Sequenti Dominica 
Bucerus ibidem concionem habuit de eucharistiae negotio, ea forma 
loquendi, quae placuerit Wittenbergensibus omnibus et nostris non 
displicuerit. Sic mihi retulit Zuiccius.* 4 

Schon aus der Art und Weise dieses Berichts und noch mehr 
aus dem betreffenden Passus des Chronikons erhellt deutlich, dass 
Pellikan in Strassburg nicht wie Zwick ftir Buzers Machenschaft ge- 
wonnen worden. Ja, es ist sogar anzunehmen, dass in der Folge 
gerade er das fortwahrende ablehnende Verhalten der ZUrcher gegen 
Buzers wiederholtes Drangen betrieben hat. In einem Briefe an 
Ambros. Blaurer vom n. August 1536 (s. Siml. Samml.) spricht er 
unverhohlen seinen Widerwillen aus gegen die Propaganda, welche 
Buzer durch Sammeln von Unterschriften hervorragender Theologen 
zu Gunsten der Konkordie unternommen hatte, und motivirt diese 
Antipathiein &cht protestantischer Weise mit folgendenWorten: „colligit 
subscriptiones , quas praejudicare ecclesiis non debere judico ; quid 
enim nos sumus, ut fidelium conscientiis et fidei praejudicemus? Cre- 
dimus, quod probare verbo Dei possumus. Credant quique, quod 
conscientia de verbo Dei persuaserit". 

Mit Recht verheisst er a. a. O. und in Briefen an Mykonius einer 
kUnstlich („per spinosos Buceri articulos" — „tanto labore et sumptu 
Buceri"*) hervorgebrachten Einigung wenig und kurzen Erfolg, 



x ) Die Vorrede Biblianders zu den «Epistolae Zwinglii et Oecolamp«idii». 
*) S. Baum a. a. O. S. 516 ff. 



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XXXVIII 

€mpfiehlt dagegen fur beide Konfessionen eine objektive, von keiner 
falschen Rttcksicht gefarbte Darlegung ihrer Anschauungen , wie sie 
von reformirter Seite sein Gesinnungsgenosse Vadian in den „ Aphoris- 
men tt gebe, und versichert, dass wenigstens in Zurich durchaus keine 
Verbitterung herrsche gegen irgend wen: „Nos certe (o. a. Brief an 
Blaurer) non vulgariter , sed ardenter amamus omnes , quos cernimus 
et sensimus in opere Christi fuisse studiosos, quos multum promo visse 
ad reformationem ecclesiae gaudemus". Aehnlich schreibt er den 
12. November 1537 an Mykonius: „sicut ob doctrinas displicentes 
nobis neminem odimus , sic nee doctrinas nostras ob amicitiam cupi- 
mus tolerari. sed ad verbum Dei exigi. Non tantus est respectus 
personarum habendus et quicquam contra conscientiam et verbum 
Domini dissimulandum. Vellem autem omnia libere, synceriter et 
ad faciem geri, dici et scribi a sinceris hominibus". 

Diese vorurtheilslose Anerkennung des Verdienstes auch der Gegner 
hinderte jedoch Pellikan durchaus nicht, gehOrigen Ortes entschiedene 
Polemik zu treiben. So finden z. B. an verschiedenen Orten seiner 
Evangelienkommentare und wiederum in seiner Auslegung von Act. 1, 
Angriffe von Brenz auf die Schweizer ihre energische Abweisung. 
Doch wird Brenz nicht genannt, was Pellikan in einem Briefe an 
Vadian (3. April 1537; Original in St. Gallen) damit motiviert, er 
wolle in der Konkordiensache durchaus kein Gewicht in die Waag- 
schaale legen. Es fehlte namlich nicht an Solchen, die ihn um seine 
Zustimmung zur Konkordie bestUrmten und es gerne gesehen hatten, 
wenn er seine verbreiteten Kommentare in den Dienst der Union 
wurde gestellt haben. Von seinem alten Kollegen Luthard schreibt 
er (an Mykonius, 12. November 1537): „Luthardus perpetuo me 
flagellat quasi nolentem concedere Bucero u . Allein Pellikan hatte 
nun einmal die Ueberzeugung gewonnen, dass der von Buzer ein- 
geschlagene Weg kein solider sei , und konnte nach seinen Erfahrungen 
auch der im Frllhling 1538 eingetretenen friedlichen Stimmung, der 
Korrespondenz zwischen Luther und Bullinger einen bloss relativen 
Werth beimessen (s. die Briefe an Mykonius in der Siml. Samml.). 
In der That kehrte der Sturm liber Nacht zurllck, und Luther und 



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XXXIX 

■seine „Karteltr£ger u wlltheten bald wieder arger als je gegen die 
Schweizer. HierUber findet sich im Chronikon wohl hin und 
wieder eine leise Klage, die Hauptsache dagegen, dass namlich in 
Wittenberg die Schriften der ZUrcher faktisch auf den Index gesetzt 
wurden, habe ich erst aus einigen Briefen des Siebenbllrgers Martin 
Henczius an Bullinger, an Pellikan u. A. vom August 1543 erfahren; 
und in diese traurige Geschichte finden wir auch Urban Rhegius 
verwickelt! Die betreflfenden Notizen des Henczius lauten: „Dedi 
ad Dn. Mag. Bullingerum schedam quandam, in qua continebatur 
judicium Doct. Urbani Regii super libros ipsius, deinde Dni. Pellicani, 
Udalrici Zwinglii ... , ut certo tibi constaret, cur tua scripta ac 
ceterorum, quorum ibidem fit mentio, tarn exosa, ut etiam publice 
venumdari vetitum sit, habeantur". 

War so schon zu Lebzeiten Luthers das Tuch des Abendmahls- 
tisches zwischen seinen AnMngern und den Schweizern ganzlich 
zerschnitten , so hatte vollends nach dem Tode des grossen Refor- 
mators Buzer'sche Flickerei keinerlei Aussicht mehr auf Erfolg ; denn 
die Epigonen Luthers hielten noch viel conservativer auf der Integritat 
der von ihm Uberkommenen Lehre, als es ein Jahrzehnt frliher die 
Zwinglianer nach ihres Meisters Tod gethan hatten. Von einer Ver- 
standigung konnte vorlaufig nicht mehr die Rede sein. Um so natur- 
licher war es, dass die Reformirten nun wenigstens unter sich einig 
zu werden suchten. Es entstand der ZUrcher Consensus, unter dessen 
Lehrschutz Pellikan durch seinen Freund a Lasco und durch seinen 
besonders ergebenen SchUler Gerhard zum Camph (s. Siml. Samml.) 
auch die Glaubensgenossen im Norden: in England und Friesland zu 
ziehen suchte. In den bttsen Tagen des Interim verdiente das Zurich 
Bullingers und Pellikans auch in geistiger Beziehung den Ehren- 
namen, den ihm zum Camph in einemBriefe an Pellikan vom 10. Mai 
1550 gibt: „apud vos est hospitium miserorum profugum ob Christi 
riomen u . 



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XL 



/. Zur Chardkteristik des Chronikons und des Chronisten. 

„Ex omnibus autem virtutibus, quas plurimas habuit et maximas,. 
nulla fuit admirabilior una modestia, qua ceteras quasi condiebat et 
ornabat. Insolentia enim, quae saepe pulcherrimas virtutes obfuscat 
obvelatque, longissime ab hoc homine semper abfuit." Mit diesen 
Worten schildert Joh. Fabricius a. a. O. nicht bloss den Grundzug 
von Pellikans Wesen, sondern er gibt damit auch die Grundfarbe des 
Bildes an, welches Pellikan von seinem eigenen Leben entworfen 
hatte, namlich eine ausserordentliche Bescheidenheit. Das Wort, das 
sein Freund Konrad Gesner a. a. O. von ihm braucht, findet auch 
auf seine Selbstbiographie die vollste Anwendung: „citra ullum fucum 
aut ostentationem", denn es ist in ihr auch nicht eine Spur von Selbst- 
verherrlichung zu entdecken. Es sind wirklich anspruchslose Jugend- 
erinnerungen , erganzt durch ein leider nur sehr skizzenhaftes und 
nicht mehr eben Ubersichtliches Bild seiner vielgestaltigen Wirksamkeit 
in Zurich. 

Oft mUssen wir die bescheidene ZurUckhaltung des Autors fast 
bedauern. Wir wUrden z. B. gerne mehr von seinen Beziehungen zu 
den Mannern hOren , die nun einmal jener Zeit das Geprage gegeben 
haben und mit denen Pellikan nach seinen eigenen Andeutungen 
und nach sonstwo erhaltenen Zeugnissen in vertrauterem Verkehr 
gestanden hat: Erasmus, Luther, Zwingli, Calvin; 1 ) dagegen kOnnten 
wir fUglich manche Familiennachrichten entbehren, obgleich gerade 
auch unter diesen mehrere Miniaturbilder von grossem kulturhistori- 
schem Werth sich befinden: ich mache bloss auf die einlasslichen 
Nachrichten uber Pellikans Oheim, Jodokus Gallus, den Freund 
Reuchlins, aufmerksam. 

Eins ist jedenfalls unbestreitbar : was Pellikan uns gibt, das tragt 
den Stempel einer grossartigen Objektivitat und unbefangener Wahr- 



x ) Eine Ausnahme ist die sehr interessante Schilderung, die Pellikan S. 77 
von seinem Verhaltniss zu Franziskus de Angelis gibt. 



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XL! 

heitsliebe. Dem Gerlichtz.B., das seine Gesinnungsgenossen ausgestreut, 
als ware Paul Scriptoris von den Monchen vergiftet worden, tritt er 
energisch entgegen; dem Provinzial Satzger, der ihm in Basel bGse 
Tage bereitet, setzt er fur alle seine sonstigen Verdienste ohne Groll 
ein schOnes Denkmal; und fur die Leistungen eines Erasmus bleibt 
sein Blick trotz festem reformatorischem Bewusstsein ungetrUbt. Fast 
noch bewundernswerther als diese Grossherzigkeit hinsichtlich des 
Gegners ist das neidlose Lob , das Pellikan seinen Kollegen zu spenden 
nicht mUde wird. Dass es ihm, dem Kinde des Friedens, in der 
Umgebung des edeln Bullinger ganz besonders wohl war, ist leicht 
zu begreifen. Ein besonderes Zeichen seines schonen Charakters 
aber ist es, dass er dem viel jUngern Bibliander gegenttber auch nicht 
die mindeste Eifersucht zeigt, obwohl dieser als Hebraist gewisser- 
massen sein Konkurrent war. Allein es scheint damals Uberhaupt in 
jenen Kreisen ZUrichs eine beneidenswerthe Harmonie geherrscht zu< 
haben. Das Chronikon entwirft von dem dortigen kirchlichen und 
wissenschaftlichen Leben ein pr£chtiges Bild, das um so farben- 
reicher ist , als eine wahrhaft stauneaswerthe Menge der interessantesten 
Manner aus Sud und Nord nicht bloss vorttbergehend, sondern wahrend 
Monaten und Jahren darin erscheinen. 

Kein Wunder , dass Pellikan aus diesem Kreise heraus selbst dem 
schmeichelhaften Ruf , der von Tubingen her durch seinen Freund Ambr. 
Blaurer an ihn erging, nicht Folge leisten mochte. Schnepf war zum 
Mindesten kein Bullinger. Dass Pellikan im Chronikon ganzlich von 
der ehrenvollen Anfrage schweigt, ist ein neuer Beweis seines 
bescheidenen Sinnes. Und da Dr. Theod. Pressel in seiner Mono- 
graphic Uber Ambr. Blaurer, S. 392 ff., aus der betreffenden Korre- 
spondenz der beiden Manner das Wichtigste bereits mitgetheilt hat,, 
so haben wir nicht nftthig, hier auf den Hergang einzugehen. 

Als 20 Jahre spater Pellikan einem hOhern Ruf Folge leistete, 
wurde er in Zurich schmerzlich vermisst: sein Nachfolger machte 
Bullinger grosse Noth, und Biblianders Thatigkeit war von da an 
ganzlich verbittert. Auch im fernen Ausland fuhlte man, dass Zurich 
durch Pellikans Tod unendlich viel eingebUsst. Der Frieslander 



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XLII 

•Gerhard zum Camph schrieb seinen dortigen Freunden, Beatus 
Rhenanus habe ihm einst bei seiner Abreise nach Zurich nicht ohne 
Grund die Worte mit auf den Weg gegeben: „du wirst an PellikaH 
einen Engel Gottes sehen"; der Mann, der in seinem Leben den Zorn 
nie habe Uber sich Meister werden lassen , und von dem der Friede 
Gottes wahrend seines langen Lebens nicht auf drei Tage gewichen 
sei, werde billig tief beweint. — 

Ein treffliches Bild Pellikans gibt der Zeitgenosse Joh. Kessler 
in der Sabbata, herausgegeben von Ernst Gdtzinger in den St. Galler 
Mittheilungen fUr vaterlandische Geschichte I, 164: „Des obgedachten 
doctor Joann Rochlin jttnger ist gewesen Cuonradus Pellicanus, ain 
barfusser monach zu Basel, welcher als ain fruchtbar bom vil frucht- 
bare est ussgeworfen, so er disse hailigen sprach witer ussgespraitet 
ung geleret hat, under welichen Seb. Munster gezelt wirt. Dieser 
Pellicanus siner geberden nach gar kindtlicher huldseliger, sanft- 
mfittiger mensch und so gar nitt erengitig , das er , damit er sollichem 
laster entflUchen mocht, ettliche sine bucher, darinn er offtgemelter 
hebraischer sprach underrichtung gibt, under eines sines jUngers 
nammen im truck ussgon lassen verschaffet hatt. Siner person nach 
blaich und rain, ainer ziemlichen lenge mit einer furgehenkten nasen 
gegen den mund. Jetzund aber ist er wonhafft zu Zurich uss nach- 
stellung ainer ersamen oberkait daselbst, den papstlerorden abgelegt 
und sich mit ainer ersamen frowen verhuret. Dazu beriifft und ver- 
ordnet, das er die hebraischen lection versechen sol, so genaigt zfi 
leren, das er mit dem klainesten kind so studieren begert tag und 
nacht unverdrossen mag mu und arbait erdulden." 



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CHRONICON C. P. R. 

AD FILIUM ET NEPOTES 
1544- 



Conradus Pellicanus filio Samueli optat patemo affectu timorem 
Dei, qui initium sit sapientiae salutaris; quae spiritu sancto 
adaugeatur ex studio Sacro verbi Dei : cum fama odorifera virtutum 
et meritorum; fortunam mediocrem et posteritatem Deo et ho- 
minibus amabilem ac gratam: ad Dei optimi Maximi gloriam et 
posterorum salutem patriaeque tarn tuae quam meae. Quandoquidem 
cupio te consequi, quod mihi dolet fuisse ademptum, historiam 
tuorum Majorum, genus, studia, loca, fata, ad tuam et posterorum 
nostrorum, si dare dignabitur dominus, quod opto, pios et utiles 
ad proximorum salutem et Dei gloriam, institutionem, praemoni- 
tionem et ad exemplum in bonis; ut tu quoque aevo tuo victurus, 
similiter attendere, annotare et ad successorum sancta exempla 
conscribere consequenter studeas et adhorteris, ad memoriam sanc- 
tam ac utilem, non ad jactationem patrum, sed ad institutionem 
filiorum, hujus modi forent a doctis majoribus et successoribus 
tentanda. II quod hactenus docti caelibes non potuerunt, alioqui 
virtutum exempla plurima filii recepissent a patribus, et non tantum 
divitiarum hereditas curata, sed morum magis institutio sancta fuisset 
promota ad posteros. Id agere tecum, carissime, institui jam senex, 
agens 66 annum, post multa scripta, ad tuam utilitatem, quae non 
statui invulganda, sed tibi et nostris cognatis communicanda ad pro- 
fectum in sacris, quibus solis insteti, jam ab annis fere quinquaginta ; 
saeculares quidem literas degustans tantum, et nihil contemnens, 

i 



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sed posthabens semper Divinis, quibus intellexi me dicatum a Do- 
mino a juventute mea. Quorum usum et fructum intellexi mihi 
per Dei gratiam profuisse multum usque in senectam et senium, 
ut me Deus nunquam dereliquerit, sed verbi sui admiratorem stu- 
diosum continuit et servavit a multis hujus mundi calamitatibus et 
promovit ad vitae commoditatem, satis, sua gratia, felicem, id quod 
promisit omnibus diligentibus nomen suum et meditantibus legem 
suam die et nocte. Quamvis vero temporis maximam partem per- 
didi, rebus et studiis inanibus, exemplo communi multorum, cum 
quibus vixi, tamen, aliorum comparatione, haud parum insudavi 
sacris et satis profeci pro mea vocatione, quam sum secutus satis, 
sed non super quam satis diligenter, temporum malitia haud parum 
praepeditus. Quo tempus tibi felicius ad studia literarum illuxit, 
utinam sic quoque tibi vitae innocentia contingat et pacis tranquillae, 
quemadmodum mihi Dei dono contigisse et gratia, gratias Deo 
debeo et ago pro viribus. 
GauT 1 ! Sequor quidem in Chronica privata hac mea et meorum 

quoque om- exemplum doctoris nostri Jodoci Galli ') Rubeaquensis, qui Heidel- 
nare soiebat bergae praesidens universitati studiosorum prime, deinde Spirae Ca- 
thedralis ecclesiae pastor et praedicator, studuit annotare diligenter, 
. sed brevius, cognationis suae genealogias et sua quoque fata, passim 
adscripta coopertoriis librorum, maxime cuidam libro Terentiano, 
quern ex omnibus suis libris post mortem ejus testamento legatis 
filiis sororis meae unicum indolui cum aliis non inventum, sed a 
familiaribus suis amicis subtractum, ob multa hujus modi annotata 
temporaria gesta, quamvis arbitrer talia reperienda multa in libris 
manu sua scriptis, inveniendis adhuc intra Bibliothecam suorum 
librorum in Bibliotheca Franciscanorum, 2 ) in qua eos ad tempus 
Matternus conservan ^ os ordinaverat per me, teste, adhuc si vivat, Matterno 
Hatto Hattone, praebendario ad S. Thomam Argentorati, qui ipse, vel 



*) Ueber Jodokus Gallus, PelJikans Oheim, vergleiche die im Register 
aufgefuhrten Stellen und Haut^, Geschichte der Universitat Heidelberg. Welches 
Ansehen derselbe.in Heidelberg genoss, kann man daraus ersehen, wie der 
alte Chorherr Hofmann sich auf der zweiten Zurichcr Disputation 1523 auf 
ihn sich berief; s. ChristorTel; Huldreich Zwingli, S. 114. 

2 ) In Rutiach. Auf die ganze Angelegenheit kommt P. weiter unten zu 
sprechen. 



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i 

ejusdem libri, super hujus modi subtractis libris requirendus foret, 

qui fuit Doctoris nostri amicus familiarissimus et fidelissimus ac 

librorum amator magnus. Ultimo autem atatis suae aevo per XVII 

annos coeperat pro singulis diebus anni annotare, quae juxta ecclesiae 

suae ordinem quotidie oranda erant de Sanctis et temporibus pro 

temporis sui ratione. quin et hospites quos suscipiebat et quibus 

suscipiebatur; erat enim humanissimus vir et vere liberalis sine pro- 

digalitate, et amicorum suorum cultor observantissimus. unde et 

adsignabat amicorum beneficia accepta, eorum fata prospera et ad- 

versa. Obitus quoque et acta quoque principum et Comiitia Im- 

perialia adsignabat et si quos sermones alicubi praeter morem et 

extraordinarie in ecclesiis dicere cogeretur. eas mihi notulas misit 

testamentarius suus praefatus Matternus, ex quibus juvare in quibus- 

dam potui memoriam in mearum quoque actionum adnotatis. Cujus 

equidem exemplum sequens, facile nunc ex ephimeridialibus libellis d S? hi ^ rl « ! 

nunc juvor interserens folia munda pro mensibus singulis in quae juv *" t a me " 

quae notanda volo consignare jam coepi ab anno quadragesimo primo 

diligentius quidem quam antea: quando ab anno 26 1 ' post mille- 

simum quingentesimum coepi quidem quaedam annotare sed ad- 

modum pauca. Nunc autem ab exordio quae notanda putavi quam- 

libet multa et non necessaria sed tamen memoriae meae jucunda, 

exordiar tandem a nostris. 

A nativitatis igitur meae tempore inchoans, gratias Domino Exordium 
p ■ r ... cum acti <> ne 

agere debeo ex animo et perpetuas, qui me nasci praeordinavit ab gr ^ i ^ um 

IiQnestissimis et christianissimis parentibus et progenitoribus, patre 

Cpnrado Kursner, nato ex oppido imperiali et libero in Suevia, ^JJJJJ™ 

secu^ Herciniam vel nigram quam vocant silvam, dicto Wyl am pater am " Wyl 

Sdwarzwald, et matre Elizabeth, nata Rubiaci, municipio ecclesiae schwarzw.^ 

et episcopatus Argentinensis, in superiori Mundato. Natus sum Quando 

autem Dei gratia non infeliciter, anno Domini millesimo quadrin- 1478 

gentesimo septuagesimo octavo, nona ferme die Januarii sacro fonte 

initiatus Christo, patrinis duobus honestis sacerdotibus , Ma<>istro Patrim, qui 

ordims sancti bpmtus, cujus nomen nunc non succurnt et Domino 

Qiristophoro Capellano ecclesiae parochialis, quorum prior me Da- 

nielem vocari voluit, sed posterior Conradum ex patris nomine 

CQgnominandum praevaluit. Matrina erat honestissima virgo, adhuc 

dicta Kunigunden Bentzin : postea juncta matrimonio Jodoco Bentz, 



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ubi natus p. sutori, avo meo paterno viciniori. Natus autem in domo media 
inter angularem domum e regione sancti Spiritus et earn, quae ad 
occasum alluitur rivo praelabente urbem, subtus vetus hospitale. 

ubi nutritus Nutritus autem ab infantia in domo tertia vici proximi rivo dicti 
das Zigergefilin, ad dextram ingredienti vicum e regione arcus, 
versus rivum, qui ad sinistrum occurrit in eodem vico, quae fuit 
secunda domus aviae meae, relicta ex sororis demortuse hereditate, 
idonea pro textore, qualis erat sororis maritus. 

Nomenunde Fuit vero pater meus Wylensis, natus a patre similite nominato 
Conrado Kursner, cive Wylense, ob artificium et ex progenie dicta 
Kursner, ultimo genitus post quindecim filios et filias, quorum 
Caspar, Wendelinus et alter posteros rehquerunt in Wila, Calb et 
Gerlingen, verum sorores tres me videre contigit superstites in villa 
Magstat: Margaretha, Barbara et Elsa, quae et ipsae proles reli- 
querunt mukiplices ex viris Lateritio, Frisio et alio. Sunt et in 

Poateri ^Wyla adhuc posteri lanifices dicti Kursner et Speydel, consanguinei 
et affines, sicut et alii in Magstat, dicti Rockenbuch. Avia enim 
paterna, avo mortuo, relictis vivis octo filiis et filiabus, honestissima 

Herm. Merk femina, nupsit Sculteto in Magstat, viro diviti, dicto Herman Merck, 
qui et ipse viventem prolem habebat numero octo, et pariter ge- 
nuerunt filium decimam septimam prolem, qui tamen infans duorum 
annorum periit. Ceteri matrimonio mediante creverunt in multi- 
tudinem magnam, sed pesti obnoxiam, frequenti vastatione Domino 
maturius evocante innocentiores. Superstites coepi videre et noscere 

insignia ge- anno 1497, ultimo quosdam vidi anno 1522. Recepit vero insignia 

nerisundeet • • r» • i • • • 

ubi inve- generis sui rater meus, quia ultimo natus, et tenuit, usus eis, in 
utensilium notis, clypeum album, medio transversaliter divisum, 
nigra superficie, adsignatis rubeis stellis, supra et infra, quale videre 
est in urbe Wyla passim, maxime in Monasterio Augustinianorum 
et in Monasterio Gotzamo, ubi quidam olim ejus generis Abbas 
fuisse conspicitur, in testudine chori. Haec de avo paterno me 
agnovisse contigit, audita et visa, tantum modo. 

De avo materno, cive honestissimo, sed paupere, non egente 
quidem, mihi autem noto et caro, scias carissime filii, dictum 

Gaiz n avus J oannem Galtz, id est Galium, erat enim natus de Burntrut, 1 ) 



*) Pruntrut. 



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5 

artificio sartor. Is fratrem habuit ditiorem et seniorem, similiter 
dictum Hantz Galtz, agricolam: ad cujus differentiam avus meus 
dictus est Klein Hans a civibus omnibus semper. Unde et mater 
mea et avia dictae sunt Kleinslerin. Reliquit post se Hans Galtz 
filium dictum Gualterum Galtz, i. e. Galium, Capellanum par- P"? 1 * 6 ^ 
rochialis ecclesiae, qui obiit anno 1518. Condito testamento decern ibis anno 
florenorum, annuatim ordinatorum pro studioso nostri generis, quos 
Heidelbergae in bursa nova pro studio expendi voluit, id quod pri- 
mus egit Conradus Wollf hart, ad magisterium usque. Eidem Gual- 
tero soror fuit Margaretha, quae filiam reliquit nuptam agricolae 
Fridric Huglin, cujus supersunt reliquiae. Ceterum praeter hos con- 
sanguineos tibi nullos nominare possum vel novi aliquem, quorum 
exstent posted, sic vastante peste nostrum genus omni tempore; unde 
tibi quoque timendum, quidem ut caveas et Dominum depreceris. 

Avo itaque meo Gallo contigit uxor, avia mea materna, nomine 
Barbara Christan: nuptiae celebratae.anno 1446. Habuit ea sororem, chrfsta^ 
viro junctam, qui longo tempore sacristam egit ecclesiae Rubiacensis, nuptiae 144C 
Paulum nomine, unde progeniti Nicolaus sacrista et soror in rus 
elocata, ambo sine posteris mortui. 

Annotaverat Doctor Jodocus Gallus diligenter prolem horum 
multam, hoc est sedecim fcliorum et filiarum, fratres suos et sorores, 
quos omnes nominare non possum, quorum obierunt diem omnes, 
nondum me nato, praeter matrem meam Elisabetham Kleinhanslerin, 

'Mater P. R. 

quae nata est anno 1456; obiit autem anno 1528 die Ursulae, quando nata 

^ _ . r? t 1 ^11 et owcrft 

21. Octobns. Ejus frates Doctor Jodocus Gallus, natus anno i459,jodici Gain 

obiit vero anno 15 17, 21. Martii. Post omnes ceteros mortuos na mors 

filios et filias, numero 12, nata est avo seni et aviae vetulae 50 

annorum filia Anna, anno 1474. Quae tandem nupsit calciatori 

diviti Joanni Knornhower, habitanti in Schola Judaeorum, quae 

post natum filium et mortuum peste ipsa quoque obiit anno 1502, 

17. die Januarii, quum jam grassata fuerat pestis multis mensibus. 

Post hanc Annam natam nuptiae contigcrunt parentum meorum, ofrfnSSSlo 

die 21. Januarii, anno 1477, statim a bello Ducis Burgundionum, 

Carolo superato apud Naiinse; quo anno elapso, natus sum ego 

8. die vel circiter Januarii, anno 1478. Post annum et X menses PeU n q t ^ a g ndo 

natus est frater Leonardus, deinde post annum et plures menses i*on. 

natus est frater Jodocus, sed infans mortuus, similiter postea Anna j d. Anna 



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Elizabeth soror. Deinde nata sojor Elizabeth anno i486, quae superest, Dei 
gratia, cum filiis duobus: Conrado et Theobaldo. Post ipsam nata 

Mar A|nes ha est soror Margaretha, anno 1488, deinde sororcula Agnes; sed 
praeter me ct sororem Elizabeth omnes cum patre mortuae sunt 
et cum fratie anno 1501 in Decembri, cum jam Leonardus frater 
ageret annum 22., pater Vero annum circiter 52. Mater vero cum 
quimcifu un i ca ^ na vidua vixit 27 annis, opera pietatis et caritatis exercens, 
vidua succurrens civibus officio et sedulitate gratis, sive parturientibus 
feminis, sive morientibus: labore manuum vivens sartrix feminarum 
cum filia, donee per visum valuit, contenta mediocri hereditate 
duarum domuum, horti et vinearum, donee filiam elocaret anno 

s^qulndo I 5 I0 » 3°- die Julii, me tunc agente Rubiaci lectorem Theologum. 
eiocata Dum vero sic peste absumuntur avi mei filii et filiae, praeter 

i^er^Itris matrem meam et Jodocum, suum fratrem, 1470 eripitur Dei pro- 

C modo'e q du - " vl dentia et gratia is puerulus Jodocus, circiter 13 annos rtatiis, 

catus bonae spei juvenis studiosus, et in monasterio Minorum custoditur 

a hie, deinde fratrum Minorum caritate mittitur Basileam ad stu- 

dium prosequendum, sequentibus annis Heidelbergam promovetur 

per eosdem Franciscanos, pios homines, et suscipitur in cedes 

purge?c bus- nonest ^ et divitis viri > dicti der Regenspurger, qui erat spiritualis 

ci Heideib° d ' P ater et P rocurator Minoritarum Heidelbergae, qui commendatum 
sibi hunc adolescentem Jodocum ad gratiam fratrum Minorum 
propter Deum suscepit, cum suis duobus filiis coaetaneum, sed 
doctiorem, nutriendum et fovendum. Spes enim erat Franciscanis, 
eundem aliquando suscepturum sui Ordinis institutum, a quo non 
abhorrebat animus ejus, sed profecit sic, studio deditus liberalium 

MaSs^rum 1 disciplinarum, donee cum filiis Domini sui promotus est in Ma- 
gisterium, in quo eosdem, ut doctior, quia pauperior, 1 ) excellebat 
eruditione et integris moribus. Donee assumptus est in Collegium 
Universitatis et donatus officio regendi Bursam novam, in qua lau- 

^viijTrius* 6 dabiliier sic gessit munus docendi, ut cum tempore vicariatum 
opulentum satis obtinuerit apud sanctum Spiritum Heidelbergae, 

HlSSa'to* 1 nomo laboriosus, dihgens, eloquens, latinitati studens sub Magisterio 

qui fuerint j aco bi Wimpflingii quern s?mper praeceptorem veneratus est, et 
tandem sub Rudolpho Agricola, 2 ) qui tunc Heidelbergae agebat, 

*) Sic! 

*) Ueber R. Agricola vgl, Geiger: da& Studium der hebr, Spra^he S, 21. 



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ubi et mortuus et apud Minoritas sepultus visitor. Fuerat tamen 
etiam antequam Basileam venisset discipulus Wimpflingii in Sletstat 
et Magistri Ludovici Frysii, ubi profecit puer non indiligens, quod 
praemississe debueram. Promotus est successu temporis in Theo-*™motusin 

r . ..... Theologiae 

logia Baccalaureus et Licentiatus, aliquoties Rector Universitatis Baccauu- 
. i • • • • i 11 • reum et Li " 

creatus, ut videre est in matricula Universitatis Heidelbergensis, centiatum 

quod aliquoties vidi curiosior, cum secam morarer. 

Dum sic curriculo temporum Jodocus Gallus promovet in §"^5^ 
studio Heidelbergensi usque ad annum 1490, ego ab anno i484^pS?; pr ^ 
incipio scholas ingredi sub virtuoso, modesto, fideli et amabili « urino 
Magistro Stephano Kleger, Tigurino, qui primus mihi praeceptor 
factns, humaniter tnc tractatum fecit amatorem literarum et studii, 
6ed proh dolor post paucos annos eidem Basileam vocato successit 
alter, Suevus Giitingensis, Michael Klptt dictus, Baccalaureus Tu- £j£ r p £™[ 
bingensis, ex primis ibidem post institutum Gymnasium promotus, vus * quali8 
intractabilior, iracundus, invidus et avarus homo, sed in instituendis 
pueris diligens valde. Sub eo studui Donato, Alexandro Gallo 1 ) 
et Petro Hispano in primo et quarto tractatu et in suppositionibus 
et appellationibus Marsilianis, in quibus quidem prae aliis coetaneis 
profeci, sed cum multb laboribus, terroribus, plagis et virgis, quum 
prorsus nullam ignorantiam mihi unquam inultam dimisit. et 
erat mihi nullus adhuc codex impressus, aegre scribere cogebar 
omnia, quae audiebani : nondum erant exemplaria Basileae impressa 
vel Donati vel Alexandri, verum eisdem annis coeperunt ibidem 
imprimi. A divitibus habebantur Donati, Ulmae impressi, eodem 
caractere, quo et Ptolomaei Geographicum opus a Joanne Reger, 
anno domini 1485. 

Eodem anno peste decubui, ad aurem sinistram, post Januarium ^buu'ia?" 
aliquot hebdomadibus, sub quod tempus mense Martio incidit ^Ecii^te* 11 
Eclipsis Solis, quodam die circa horam quartam, integris et solis 
omnibus punctis, ad magnum miraculum plebis, quae talia viderat 



*) Das von dem Franziskaner Magister Alexander aus Dola (villa Dei) 
in der Bretagne (1230 — 1240) in leoninischen Versen verfasste Doctrinale 
puerorum wurde den Schulern damals allgemein eingeblaut. Es zerfallt in drei 
Theile, von denen der erste die Etymologic, der zweite die Syntax und der 
dritte die Pronunciation enthalt. S. Fechter, das Studienleben in Paris zu 
Anfang des XVI. Jahrh. Basler Beitrage zur vaterl, Gesch, III. 



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8 f 

» * 

nunquam. Erat tamen sacerdos senex doctus, qui ex calendano 

Joannis de Monte regio praesciverat diem et horam et cives quos* 

dam praemonuerat de. futuris tenebris, aliis vehementer perturbatis, 

avo p. q«M maxime avo meo, qui in vineis laborans existimansque mundi ter- 

acciderit hi . , • i i • i rx • • 1 

Eciipsi mmum advenisse, supplex humi postratus orabat Domini clementi^m 
pro gratia et indulgentia criminum. erat recens tunc impressum 
calendarium illud. 1 ) Ejus temporis celebria gesta ferebantur: Cap- 
tivitas Maximiliani Brugis in Flandrici : quando primum milites vidi 
electos abire nigris indutos, colorem palatinatus gestantes. Erat 
enim Episcopus Robertus Bavariae dux, frater Othonis inter Nuren- 
bergam et Ratisponam dominantis. 
picturatae Eo tempore nemo viderat picturatas et tessulatas vestes, ut 

VGBlPS QUAD* 

do visae sartores tunc artem sarciendi hujusmodi discere cogerentur, quia 

primo sint .,. . i i . i • 

milites reversi novitates mukas subintroduxerunt m patnam, nempt 
variegatas caligas, obtusos calceos, qui ante acuti gestati fuerant 
a viris et mulieribus. simul quoque novum sandaliarum genus ob- 
tusum, quod vocabant pantofflen, quifeus meos etiam parentes de 
novo uti conspiciebam, obmissis paulatim callopediis, holtzschuen 
dictis. Quae quidem novitates creverunt interim in immensum, 
magnis impensis, cum aliis multis vestium mutationibus, quae me 
Joannes puero inoleverunt et creverunt. 2 ) Et Tygurinorum nostrorum tunc 

Waldmaim r . 111. TT 1 

occisus quoque vir et consul celeberrimus et Helvetiorum primus capitis 

est affectus, anno 1489 infra dies quadragesimae ; cui nomen do- 

Baro de minus Johannes Waldman. Et Baro quidam de Hungerstein paulo 

HungerHtein . , . . • .« . , 

occisus a antea occisus fuerat a servis suis, machinationibus adulterae uxons 
tormosae, circa Gundelsheim in torreote Lauch dicto submerso et 
collocato. Cantilena de eo erat crebra, et secutum judicium, tarn 
in uxorem Basileae submersam judicio, sed servatam a lictore et 
captam postea in una arcium supra Rappelschwiler, et servi latrones 
deprehensi luerunt justum judicium, ipsa tandem in carcere defuncta. 
a jodoco Anno 149 1, post pestem, quae Heidelberga grassata ejecerat 

deibergam studiosos Bursae novae ad oppidum Heidelsheim, cum jam essem 



*) Der erstc Ka lender des Regiomontanus war int Jahre 1475 erschienen. 

2 ) Ein weiterer Beitrag zu den Mittheilungen Schmollers in der trefflichen 
Abhandlung: Zur Geschichte der nationalokonomischen Ansichten in Deutsch- 
land wahrend der Reformationsperiode. Zeitschr. fur die gesammte Staatswiss. 
XVI, i860, S. 668 if. 



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*. 

^ 



^nnorum tredecim, vqcatus sum ab avunculo, Licentiato, Theologo 
St regente Bursae novae. Veni Hetdelbgrgam, illuc ductus a patre, 
ppst pasca. absente tunc Palatino Philippo 1 ) et Nurenbergae co- 
rriiitia celebrante, secutum est bellum contra Ducem Albferttim 
Monacensem, castris positis uff das lech feld, quadringentis equitibus 
eductis Hei^elberga. Mensam habui in^ Bursa, habitavi cum avun- Mensam 
culd in aliadomo. audivi lectiones ordinarias ad Baccalaureatum b«m» 
completas, -extraordinarias praelectiones habui: Rhethoricam adj^ones^ 
Herennium Tullii at Doctore Joanne Vigilio, dicto Wacker; 2 ) Ju-^ nv ^3£" : 
vcnalem in Satyris ab Adam Wernhero Temarfcnse poeta ; Horatium ^iiS." ovi- 
in epistolis, deinde Statitim in Achilleide et Opidium de nucc Aris^veJlor 
Magistro Joanne Stocker. Joaimem de Magistris in Aristotelis h,^^ * 
logicam et Yersorem in' Petrum Hispanum in Bursa cum aliis 
audivi idque alk menses ferme sedecim. quibus finhis, taedium mei 
habuit^ avunculus, sive ©b meam negligeutiam, quam causabatur 
forsitan non sine causa, sive ob expensas, quas tamen paucas 
sustinuit, non ultra 14 florenorum; rerhisit me in patriam rrjense ^f™ 188 ™ 
Septembri, anno 1492. Redieps Rubiacum, transivi Spiram hospi- P atriam 
tatus aliquot diebus et retentus a Jacobo Wimpflingo, 3 ) Argentinam 
vfniens airru amisi pecuniam mihi furto ablatam ab auriga: hos- 
pitatus sum cum Doctore Jacobo Han, qui redierat ab universitate Do ft an Jac ' 
Heidelbergensi ad patrem Canonicum apud divum Petrum juniorem, 
qui postea officialis Episcopi Argentiriensis me semper amavit, 
tandem lepra aflfectus, domi clausus usque ad mortem. Is data 
pecunia, curru conducto promovit ad Selestadium; unde domum 
rediens, destitutus solatia omni apud pauperes parentes, libros 
mutuo accepi a Minoritis et in ludo puerorum auxiliarium ludima- j^iJSo'op. 
gistro dudum me exhibui, nulla alia spe ulterioris profectus. Unde 
gratis laborans in schola cum magistro, taedium devorando, mona- 



l ) Philipp I, 1476— 1508. 

*) Wacker als Rechtsgelehrter und Staatsmann vom Kurfiirsten sehr ge- 
schatzt, war seit 1492 an der Univcrsitat thatig; uber ihn und Adam Wernher 
s. Gautz a. a. O. und^Geiger: Joh. Reuchlin, sein Leben und seine Werke S. 43. 

8 ) Darnach ware Hautz a. a. O. I, 326 zu berichtigen, welcher W. erst 
im Jahre 1494 als Kathedralprediger nach Speyer kommeh lasst; ubrigens 
sind die Data zu W.'s Leben von Schmidt im XVIII, Band der Herzog'schen 
Realencykl. hinlanglieh festgestellt, 



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10 

ingreditur sterium ingrediebar crebro. jam 15. annum agcns, sollicitabar a 
mwterium fratribus, ut ordinem adsumerem, quibus tandem, incipiens annum 
sextum decimum, assensi et passus sum me recipi, parentibus 
ignorantibus, vel dissimulantibus, vel institutum meum non au- 
dentibus improbare ab superstitionem quae turn erat maxima, et 
quia non habebant unde me nutrirent et mendicatum emittere jam 
Baccalaureandum non valentibus. 
Leonardus Erat frater mens Leonardus 1 ) hisce annis missus Wylam 

Pellicanus m ' J 

Suevorum ad civem cognatum patris' mei; -^©amtem Spidel, ibi 
plus quam per annum vivens et scholas visitans amabatur et gratis 
alebatur; cui erant filii et filiae elegantes et humanissimae. dumque 
pestis ingrueret, remissus est in patriam frater, jam me existente 
monacho. inde Selestadium missus, annum ibi egit sub Crafftone 
insigni ludi magistro. 2 ) profecit satis, inde vocatufr Heidelbergam, 
cum avunculo studuit aliquot annis, donee Heidelbergae fuit avun- 
culus, unde urgente peste, patriam tandem rediens, jam elegantia 

Leoo. Peii. me tra componens anno 1501 obiit peste cum patre, sepultus cum 

patre apud Minores in cimiterio, ante Crucem. 
ua'ndo R as- Igitur incipiente anno 1493 assumptus in Ordinem Minorum, 

8U ™p*^ m in volens quidem, quia aliud vivendi genus non offerebatur ob p£- 
rentum pauperiem, viventibus adhuc avo et avia et fratre et so- 
roribus tribus. ipso die Conversionis Pauli habitu sum indutus 
cum magna laetitia fratrum*, qui me in locum Magistri Jodoci 
avunculi recepissent, humaniter tractaverunt et religiose instituerunt, 
pro more religionis suae, in his quae ceremonias et disciplinam 
monasticam attinebant, quibus obsequebar aptus ad omnia munia 
monastica in choro et extra. Eodem quoque anno fuit pestis, sed 
mediocris. quo anno obiit avus meus, bonae memoriae et inno 
centissimae conversations, grandaevus, jam plus quam nonagenarius. 
septima Augusti venit eodem anno Jodocus Gallus ex Heidelberga 

^ e G J^Rubiacum, aegre ferens me monachum factum, cujus se timebat, 

b fac^mp h ' ut erat > f u * sse occassionem: rogabat, ut si non valde placeret in- 
stitutum, exirem denuo adhuc novitius, id recusabam, quia mihi 



l ) Schiller Wimphelings; s. unten S. 51. 

*) Ueber den trefflichen Padagogen Kraft Gofmann von Udcnheim, ge- 
nannt Crato, s. Pestalozzi: Leo Juda S. 2 f. 



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II 



provisum nunc esset, et erubescerem famam exuti monachismi, 
velle me Deo servire in eo statu, quern arbitrarer Deo placere, in 
quo sperarem salvari. respondit avunculus, permitto lubens pro me 
monachus ut sis, sed non ut pro me beatificeris in celis. Sic abiens 
me cucullatum dimisit, rediens Heidelbergam, ubi statim translatus 
ad Necker Steinach supra Heidelbergam oppidum. Parochus ibi 
fuit et dilectus a consiliis, Philippo Palatino et nobilibus ibidem, 
illuc aliquando ad eum avia relicta, mater ejus, descendit: et aliquot 
mensibus ibi secum commorata rediit in patriam, malens cum meis 
parentibus domi in patria quam cum filio extra lares vivere. 

Circa finem anni probationis meae, Dominica infra Octavas Iten J m p R - 

... peste cor- 

Epiphaniae, corripuit me pestis ad sinistrum, prope verenda. Statim re P tus 
Guardianus post matutinas intelligens minui me sanguine curavit, 
invaluit morbus usque ad indicia mortis, ordinavit pro me orationes 
fratrum, providit mihi de Sacramentis ambobus, adhibuit emplastrum. 
contraxit ulcus, convalui tardius, aperto ulcere, infirmorum domi- 
cilium per octo hebdomadas incolui. fideliter mihi omnia admini- 
strabantur a bonis fratribus omnibus, sicque convalescens die sancti 
Mathiae professionem feci in manus honestissimi patris Caspar ^JJJJJJf 10 p 
Brun, pro more ordinis anno 1494. feoerl * 

Contigit mihi statim Magister novus juvenum Joannes Altzinger 
Landshutensis, qui praelegit mihi et sociis textum tertii Sententiarum 
Magistri Cumbardi et centilogium Bonaventurae. Eodem anno or- 
dinatus sum Acolitus Basilae, post crucis in Septembri, a suffraganeo Bl ^Sie tu J r . 
seniore Tripolitano, post Luciae angariam subdiaconus ab eodem dinatU8 p - 
cum optimo juvene Nicolao Kulm Rubiacensi, qui postea factus Nicoi. Kuim 
est doctissimus et religiosissimus frater et amicus dulcissimus mihi 
perseveravit, guardianus multis annis Rubiaci et Tubingae, et 
confessor in Altspach, ubi et militem legens christianum Erasmi, 
mortuus est anno 15 16. 

Jam anno 1495 congregatio Ulmae celebrata est, ubi praefuit 1495 
provincialis Vicarius Caspar Waler; is Heidelbergae multis annis 
praedicator eximius concionabatur 6 annis ex libro Job, eloquens 
et zelosus, singularis amicus avunculi mei Jodoci Galli, a quo 
rogatus est ut me transferret consobrinum ad Studium generale, 
quod tunc vigebat in Tubinga. Id sponte acturum sese recepit 
provincialis ad primam opportunitatem, quod et fecit; nam anno 



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12 

"binjwii r^" I 49^ niense Martio misit me Tubingam, studiorum gratia, guar- 

Pa«i. script. Jiano et lectori viro doctissimo probissimoque Paulo Scriptoris, *) 
e Wila Suevorum et ipse natus, qui proprio marte didicerat artes 
liberales omnes, ut eas quoque praelegerit doctioribus de uni- 
versitate, quibus erat miraculo ob ingenium. erat acutissimus Scotista, 
auditor dudum Stephani Prulifer, Parisiensis Doctoris, habebat 
quotidie auditores non solum ex secularibus Magistris multos, inter 

wittenbach quos ingeniosissimus erat Thomas Helvetius aWyttelspach, Bielensis, 
postea Doctor et evangelicus praedicator, tunc Schwitzerus dictus, 2 ) 
et Paulus Volsius monachus Schutteranus, postea Evangelium Ar- 
gentoriti praedicaturus, ut hodie praedicat, 3 ) et Joannes Mantel 
Augustinianus, postea Doctor, ]51ura passus postea a Duce Wirten- 
bergensi, tandem evangelicus praedicator in dominio Tigurinorum 
obiit in Elkii anno 1530, 4 ) quin et totius monasterii Augustiani 
fratres docti quotidie veniebant Tubingae ad audiendum Scotum a 
Paulo; quibus praeerat Prior Joannes Stupicius, postea Doctor 5 ) et 
maecenas, provincialis Lutheri. Sed et Cosmographiam Ptolemaei 
praelegens Paulus hie omnes Doctores fere et ceteros Magistros 
habuit auditores et fratres doctos multos, cum quibus profeci prae 

oompositio- a Jii s# Docuit quoque monachos in Bebenhusen compositionem 

uem astro- ..... . 

labu ^idicit astrolabii, me sibi socio assumpto, ut ipse ego quoque prae aliis 

didicerim. Quamvis postea Magistris et fratribus omnibus usum 

1497 praelegerit astrolabii, anno 1497, praelegit quoque nobis familiariter 

quatuor vel 5 libros Euclydis. Scripsit tunc quoque explicationem 



l ) Vgl. die weitern Berichte P.'s uber Scriptoris untcn und Geiger: das 
Studium der hebraischen Sprache in Deutschland vom Ende des XV. bis zur 
Mitte des XVI. Jahrhunderts S. 19. 

*) Wyttenbach war somit ein Mitschuler Pellikans und nicht sein Schuler, 
wie es in Herzogs Realencykl. XVIII, 319 heisst; wenn er bei P. Hebraisch 
gclernt hat, so ist das jcdenfalls erst mehrere Jahre spater in Basel geschehen. 

8 ) Paul Volz gehdrte spater, als er Abt von Hugshofen war, zu Wim- 
pfelings Schlettstadter Kreise; in Strassburg hat er sich nachmals bekanntlich 
durch seine Hartnackigkeit gegen die Concordia und durch seine Sympathie 
fur Schwenckfeldt ausgezeichnet. 

4 ) Mantel, zuerst 1523 aus Wurtemberg, spater auch aus Baden verjagt, 
war nach dem «conspectus ministerii Turicensis» blofi noch ein Jahr lang 
Pfarrer in Elgg. 

6 ) Staupitz promovirte in Tubingen 1500 zum Doctor der Theologie. 



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*3 

Scoti in primum Sententiarum, et non tantum complevit, sed et 
impressioni permisit, quo agente, prima impressionis librorum 
officina illuc (Tubingam scilicet) translata est ex Rutlingen. 
Exemplar impressum manu mea scripsi, ipso mihi dictante, quia Mann scrip- 
non erat manu aptus scribendo. Finitus est liber impressus anno tionera scoti 

r # r imprimen- 

1498, 24. Marcii. Verum ea impressura sibi cessit, ob perfidiam dam 
impressorum, in magnam perniciem. Erat is quoque vir dextro 
ingenio et liberali et audaci satis ad veritatis confessionem, eximius 
praedicator, non tamen ordinarius, quia guardian us. Verum evo- 
cabatur crebro a doctis sacerdotibus, qui tunc erant in Rutlingen, 
ubi in magnis celebritatibus praedicabat, sic quoque in oppido 
Horw, ubi nimis pro istis temporibus libere praedicans, quosdam 
articulos asseverabat et probabat fortiter scriptis: de Sacramentis, 
Indulgentiis, votis et aliis, qui postea dicti sunt, ut hodie, Lutherani. 
Propter quod et fama perveniens ad theologos Tubingenses, *) in- 
visum eum reddidit universitati, eatenus, ut deliberarent de in- ru ^t do^ttde 
quisitore hereticae pravitatis accersendo contra eum. unde et accusatus heww^pJa- 
provinciali et a fratribus quoque subditis exosus, tandem ab officio vitati8 
suspensus est lectoratus et guardianatus. 

Dum hoc geruntur per annos sex fere, contigit, ut anno 1499 uw 
evocaretur idem Paulus Scriptoris ad Generalem Vicarium Ordinis 8cri P tores , 

r vocatnr ad 

ad Alsatiam. Assumpto ergo, more suo, me socio (qui expedite g^eraiem 
incedebam et eram patientissimus laborum et in victu parcus, 
ideoque fere semper eligebat me comitem, qui per iter eum exer- 
cebam quaestionibus) in Augusto mense transita nigra Silva per 
Dornstet et Knyebis, per Oberkilch et Argentinam, pervenimus 
Zaberniam, inde non invento generali, Basileam contendebamus 
per Rubiacum et Keisersberg, transeundo per monasteria. Qua 
pervenientes invenimus Generalem Friburgum contendisse ad 
Maximilianum Caesarem, jam ibidem tractantem de pace firmanda 
cum Helvetiis, cum quibus bella plurima gesta. tandem die Mag- 
dalenae, victoria stante penes Helvetios, de pace tractabatur. et jam 
generalis Hispanus, Franciscus Sagarra, vir doctus et egregius, v ™*™* 
nuntium habebat de Philippi Ducis, filii Caesaris, impraegnata regina, 

*) Die Professoren der Theologie sahen schcel zu jedem aus dem Fran- 
ziskanerkloster hervorgehenden Talent. Vergl. des Herausgebers Monographic 
uber Johann Eberlin von Gunzburg S. 11. 



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H 

c»roiuB 5 *x eo qui nunc regnat Carolo quinto. Is (generalis Ordinis) con- 
conventus dixerat ad Oppenheim futurum quorundam Patrum conventum, 

in Oppen- . r \ . \ > 

neim inter quos Paulus (Scnptons meus) quoque evocatus erat. Igitur 
cum guardiano Basiliensi descendendo pervenimus Wysenburgum, 
inde ad Oppidum Durcken venientes, visitandi gratia asccndimus 
monuterl * n P rox i mo niontem ad Monasterium Limpurgense egregium et 
regale, a Conrado Caesare secundo constructum et ab Heinrico 
tertio, ut credo, absolutum; ubi columnas templi sancta? Crucis 
vidi, omnes altissimas uno tantum lapide constantes, ut miraclum 
videretur translatio vel erectio tantarum columnarum in templo 
(quod ideo insero, quia post aliquot annos nempe i8 vo iterum 
illuc a Cruznaco per Heneuw monasterium Canonicorum perveniens, 
cum provinciali Sasgero invenimus illud monasterium tarn egre- 
uningen e gi um niiscrabiliter combustum a Comite de Lyningen, nebulone 
impiissimo). 1 ) 

Sociorum autem in itinere permutatione, quia multi eramus, 

factum est, ut jungerer comes cuidam Patri, Paulo Pfedersheimer 2 ) 

insigni praedicatori, qui ex Judaeis conversus Moguntiae dudum, 

et magister in artibus promotus, minorita postea factus et Celebris 

erat, vocatus et ipse ad comitia, ad Oppenheim. Eidem con- 

fabulatus per iter, significabam habuisse me a puero et a triviali 

d^orSiuau sc ' 10 ' a affectum et desiderium sciendi Hebraeorum linguam. Cum 

Hebraic! en * m P uer > circiter undecim annorum vel minus, inter pueros 

Diaputatio audissem, quendam Doctorem theologum disputantem cum Judaeo 

juuaeia de christiana fide, confusum fuisse respondendo, non solum a 



*) Der nun folgende sehr interessante Abschnitt bis S. 2% ist durch 
Ludwig Geiger in den Jahrbb. fur deutsche Theol. XXI, 1876, S. 203 bis 
212 veroffentlicht worden. Geiger scheint zur Ueberzeugung gekommen zu 
sein, dafi er in seiner besten sehr verdienstvollen oben angefuhrten Schrift 
« das Studium der hebraischen Sprache » und in seinem Werk uber Reuchlin 
Pellikans Bedeutung zu niedrig angeschlagen hatte. 

*) « Der spater — besonders durch seine Beziehungen zu Geiler — so 
beruhmt gewordene Joh. Pauli, Verf. der Sell wanksamm lung: Schimpf und 
Ernst, herausgeg. von Oesterley, Tubingen 1866. Die Beziehung zu Pellikan 
und die mancherlei Notizen uber Pauli's Leben und Wissen, die sich aus der 
folgenden Schilderung ergeben, waren, meines Wissens, bisher ganzlich un- 
beachtet. » Geiger, u. a. O. 



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i5 

Judaeo, sed etiam a Judaea. 1 ) Id ego audiens, puer, vehementer 
obstupui et indolui, non sine quodam conscientiae scandalo, quod 
fides nostra Christiana non solidioribus argumentis fulciretur, quam 
quae possent a Judaeis contra doctos Theologos convelli. 2 ) Id 
autem a puero aha mente repostum, posteaquam Minorita factus 
quotidie audirem et legerem sacra in choro et mensa cum inter- 
pretatione Lyrana, discebam non tarn clara esse mysteria scripturae, ^ l^SS?" 
nee omnibus tarn certa, quin muhi super ea multa inferrent et 
varia, quum Lyranum audiebam alicubi dissentire a divo Jeronymo, 
probare alicubi expositionem Rabi Salomonis 3 ) contra Augustinum, ^j^™™ 
et Paulum Burgensem, 4 ) neophitam, improbare Lyranum, haec 
audiens, et prophetarum oracla nondum intelligens, et saepius allc- 
gatam hebraicam veritatem contra translationem vulgatam, alicubi 
quoque translationem Chaldaicam Onkeli et Jonathae audiens a 
nostra vel stare vel discrepare, simul quoque legens Pauli Bur- PM, gen8i8 Ur 
gensis scrutinium, quod Italus quidam latinius transtulit contra 
Judaeos ex Judaicis scriptis, legens et Petrum Nigri, plurima alle- 
gantem ex Judaicis scriptoribus in libro quern Stellam Messiae stel1 g a iae Mes " 
inscripsit. 5 ) . Haec omnia visa, audita, lecta, puerum me, et jam 
adolescentem, sollicitabant ad discenda hebraea, si quae occurrerent 
vel membranae, quibus nostri codices ligabantur. Nee tamen usque 
in eum diem mini occurisset quaecunque opportunitatis discendi 

*) Diese Mittheilung ist fur Pellikan hochst charakteristisch. Auch Geiger 
sagt, es sei ihm sonst kein Beispiel bekannt, dass ein Christ dem judischen 
Gegner den Sieg zuschrieb. 

*) Diese Begebenheit berichtet Joh. Fabricius an dem in der Ein!. a. O. 
etwas ausfuhrlicher und klarer folgendermassen : « cum enim Christianus 
Theologus et Judaeus inter se mutuo, tempore quodam de Religione discep- 
tarent et Christianus a sententia sua dejectus, Judaeo in certamine concedere 
cogeretur, propterea quod Judaeus causaretur, Hebraea Biblia a Christianis, 
interpretum nequitia corrupta et depravata, Pellicanus autem ei concertationi 
casu supervenisset, hanc tarn insignem Christiani nominis contumeliam usque 
adeo indigne tulit, ut ex eo tempore animum ad Hebraeam linguam adjecerit, 
cujus quoque studium deinceps in omni vita nunquam deposuit. » 

8 ) « Gemeint ist R. Salomon Jizchaki (Raschi), der beruhmte Bibel- 
commentator aus dem u. Jahrh. » Geiger. 

4 ) Erzbischof Paul de Santa Maria von Burgos (f 1435), der Verfasser 
der Addiciones ad Lyram, selbst Proselyt, aber heftiger Verfolger der Juden. 

6 ) Hieruber vergl. Geiger, Reuchlin S. 229. 



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i6 

hebraea, ex quibus desumenda tamen erat dubiorum in sacris in- 
telligentia in Veteri, sicut graecorum in Novo Testamento. Talis 
mihi incidit confabulatio inter eundum cum Paulo Pfedersheim, 
inter Durcken 1 ) et Wormatiam. Ad quae mihi respondebat alacer 

P dw6heim e et P rom ptus pater ipse Neophitus. Jam nunc, inquit, accedimus 

Neophitus Moguntiam versus, ibi olim codices hebraicos patri meo sublatos, 
cum Cbristianus fierem, relictos tibi transmittam, si volueris de- 
siderio tuo tarn sancto satisfacere et huic te studio dedicare. Cui 
respondi: si mihi libros hujusmodi sacros tradideris, scio ego 
modum, quo eosdum meo marte me confido aliquando tarn 
legendos quam interpretandos. Cogitabam enim de Stella Messiae 

petme Nigri Petri Nigri, impresso libro, quern memineram vidisse me in 
Bibliotheca Rubeaquensi; promisit ergo vir bonus librum, si Mo- 
guntiam perveniremus. Pervenimus hoc colloquio Wormatiam, 

oppenheim deinde ad Oppenheim, ibi congregati potiores provinciae Patres 
circa Renum et Sueviae. Consilio habito praelati inter eOs Mo- 
guntiam descenderunt, inter quos meus guardianus et praeceptor 
Paulus Scriptoris, cum alio Paulo, con verso Judaeo, 2 ) ceteri 
fratres illorum socii manebamus aliquot diebus in Oppenheim, et 
retrocedebamus bini ad loca propinqua, ne gravaretur conventus 
sicque ego cum socio quodam per Heidclbergam redii ad Pfortzen, 
ibi expectaturus meum praeceptorem secuturum, expeditis rebus 
Moguntiae cum gardiano Pforcensi. Commendaveram autem dili- 
genter abeunti Moguntiam meo patri, ut commonefaceret Paulum 
Neophitum, de transmittendo mihi libro hebraico. Post aliquot 

c °pj^ tic ^°" dies superveniens Paulus Scriptoris, magnum codicem gestaverat 

b magnus 8 * n humeris, talis et tantus vir, a Moguntia ad Pfortzen, ut studiis 

et desideriis meis gratificaretur, quae probabat valde, quum ipse 

quoque jam antea graeca didicerat, a Reuchlino eatenus instructus, 

ut epistolium graece eidem scriptum a Paulo viderim et legerim. 3 ) 



1 ) Durckheim in der Pt'alz. 

2 ) dem genannten P. Pfedersheimer. 

8 ) « R. und S. lehrten 1481 zusammen in Tubingen. Die kurze En- 
fernung zwischen Stuttgart und Tubingen und die haufigen Reisen R.'s nach 
Tubingen (vgl. Reuchlin S. 465 f.) mochten einen engen Verkehr zwischen 
beiden gleichstrebenden Mannern hervorrufen, von dem indess bisher nichts 
bekannt war. Der griechische Brief des S. ist nicht erhalten. » Geiger. 



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*7 

Nihil in eum diem mihi acciderat gratius, quam ubi eum codicem 
grandem hebraicum viderem mihi allatum. erat autem volumen in 
pergameno scriptum, elegantissimo charactere, magnifice, et cum 
massoreth, tantae amplitudinis, quantum praestare posset cutis 
integra vitulina. et habebat ternas columnas a facie una, non tan- 
tum duas, ut communiter scribuntur libri. erat autem textus Esajae 
prophetae, Ezechielis quoque, et XII Prophetarum minorum. junc- 
tus ab initio fuerat Jeremias quoque, more occidentalium codicum, 
sed direptus a raptoribus, qui in volumine, Germanorum more, 
praemissus fuerat Isajae prophetae, ea forsitan ratione, quod stilo 
esset facilior quam Isajas. Eum denique codicem propriis suis in 
humeris Paulus Scriptoris bajulavit, vir ille piissimus et sanctissimus, 
etiam consequenter ad Tubingam usque parcens mihi teneriusculo 
fratri, et ut eum robustum in via expeditius sequi valerem. Tanta 
eerte in eo doctissimo viro caritas erat et modestia insignis, sic- 
que rediimus Tubingam ad initium Septembris. Mirabatur fidelis- 
simus praeceptor, qua via fretus considerem sine praeceptore hebraea 
discere ut et legerem et intelligerem. Id certe, quod eidem rne J* 8 e ce ^ ct a ^ e " 
facturum et facile posse promiseram. Statim adii eximium virum, 
Academiae Tubingensis rectorem, et principem doctorum, ordi- 
narium theologum, ConradumSummerhart, 1 ) rogans, communicaret 
mihi mutuum Petri Nigri Stellam Messiae. Id facile promisit et 
praestitit, ut erat homo humanissimus. Hie ego statim coepi con- 
ferre ex initio caput Esajae, quod praemisit libri totius disputationi, 
caput nempe primum et secundum; ibi legebam hebraica verba, 
latinis impressa litteris: hazon ieschaejahu ben Amoz, ascher hasa 
et reliqua, et habebant singulae hae dictiones subscriptam inter- Esajasiectns 
pretationem latinam, puta : visio Esajae filii Amoz, etc., sicque per 
dua capita. lam ego intelligebam in hebraeo codice applicato et 
collato in dictione pfpl primam literam esse z vel s, terciam o, 
ultimam n et sic subinde. *) Accedebat quoque usui et votis meis *°*|}J h l*~ 
in fine adjectus modus legendi hebraea, cum Uteris et punctis, braica 
earumque potestatibus. Hoc ergo modo profeci in lectione hebraica 



l ) gewohnlich Summenhart, vgl. Geiger, Stud. d. hebr. Spr. a. a. O. 
l ) Vgl. uber die Ausgabe Esslingen 1477 unc ^ das angehangte Alphabet: 
Steinschneider, Bibl. Handb. # S. 102. 



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i8 

i£tal«r i St non n ^il, statim processi ad intelligentiae studium, hoc modo, 
didicerim a dsignavi mihi in charta hebraicorum nominum interpretationes : 
nempe inveniebam ptn significare visionem, |3 ben : filium, hasa : 
vidit, ty supra, Judam et Israelem, cum alliis propriis, lectionis 
industriae deputabam. videbam, bime oportere significare : in diebus 
Uzie, et y D/f2 reges, quia sequebatur Juda. Sequebatur secundus 
versus: -1^0$: audite, intelligebam esse pluralis numeri verbum, 
imperativum; QJpltf quid aliud significaret, quam coela? Sic de 
reliquis, quae sequuntur, agebam, adsignando vel pingendo carac- 
teres nominum et verborum, simulque adscribendo significatum 
latine, donee absolverem caput totum turn primum turn secundum. 
Videns promoveri sic posse studium, coepi consequenter alia quae- 

interpret* 1 dam capita Isajae conferre ex Jeronymi translatione, aususque coepi 

on nymi er ° adscribere latina hebraicis, in magnum illud volumen, et veluti 

glossare; sic pergebam in Prophetis. Casu mihi tunc offerebatur 

Hebraici *' tenia pars Psalterii a primo ad quinquagesimum primum frag- 

mentum direptum Judaeis. ibi novum studium inchoans, colligata 

bapiro, et signata per folia Uteris hebraicis, ad ordinem Alphabeti, 

transiatioadcontuli cum interpretation latina divi Jeronymi, ad hebraicam 

meronymT veritatem, ad Sophronium, quam inveneram in codice scripto biblico 
pretioso Bibliothecae Minoritanae in Tubinga. Sic ad }< scripsi 
H^N adscripsi: beatus, addidi E^J<n, ad H> quam literam 

h^SJicus'' arbitrabar pertinere ad thema, tertio, iterum ad {< notavi Itt^Xl 
primus ^ u j deinde iifr ad ^ adjecto, non, deinde: TJ^H ad n adscripsi: 
abiit, etc. consequenter egi per totum primum psalmum et quidem 
de nominibus et adverbiis facilis erat opera, sed dolebat mihi valde, 
non inveniri in verbis, nisi raro, primam personam praesentis in- 
dicated, ut est apud latinos thema: amo, lego, audio. Tamen 
pergebam cum tempore, maxime nocturno, quia interdiu mihi 

scholastic, erant lectiones audiendae cum aliis studiosis, in Scoto et Ockam, 
similiter in Tartareto. Talia enim legebantur nobis, et disputationes 
exercebantur, interim nihil remittebatur alicui, nisi praelectori, de 

mo'nMtica Choro frequentando, die noctuque, per septem horas diurnas ali- 
quando, raro sex ; erant et alia nobis multa agenda : legendum ad 
mensam, serviendum ad mensam, scutellae lavandae binis et binis 
consequenter, ut non nisi suffuratis temporibus, meo privato studio 



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*9 

satisfacere posserrt. quanto autem minus per temporis brevkatem 
poteram, tanto ardentius incumbebam, ne vel tantillum residui 
temporis elaberetur mihi. Sic itaque proficiebam aegre pro voto, ^ de p e r ^{£ 
sed feliciter per Dei gratiam, hiememque istam anni 99*" et partem 8U ™ C e t on 
aestatis sequentis 1500 anni, exegi labore hoc improbo. Citra 
medium Julii contigit, Capnionem Doctorem venire Tubingam, D Be ^*Jj° es 
qui hactenus judicem egerat in Camera imperiali Wormaciensi, 
vocatus a Duce Wirtenbergensi, hospitatus penes Doctorem Summer- 
hart. Is sciens de meis studiis indicavit mihi, si Capnionem alloqui 
cuperem, praesto esset, venirem ocius. Nullus mihi optabilior in 
mundo tunc nuntius obtingere potuisset, siquidem, haerens in 
verbis, quomodo ea adnotarem, ignorabam hactenus: Idque roga- 
bam scire anxius. Tunc subridens humanissimus Doctor Reuchlin 
dicebat, apud hebraeos thema verborum non esse primam personam, 
nee Indicativi, nee Imperativi, sed tertiam singularem praeteriti per- 
fecti; hac regula accepta exultavi animo, sciens hujusmodi verbo 
impleta Biblia, siquidem in Psalmi primi primo verso, occurrerant : 2JJS5 a Iud 
abiit. stetit. sedit. etc. de aliis infinitis locis. Hoc unum contigit, Hebr * eo8 
me hominis oraculo didicisse, caetera omnia muto magistro, et 
collatione interpretum perpetuoque labore sum assecutus. 1 ) Con- 
tigit tamen, anno eodem 1500. in Augusto ascendere me cum 
Paulo meo praeceptore Ulmam, ubi audieram esse sacerdotem 
virum bonum, nomine Joannes Beham cantorem, 2 ) qui a Judaeis J^ n ^ c ^'_ 
Ulmensibus, antequam expellerentur, didicerat hebraea, et niulta d< ^ m ^*°^ r 
habebat, rrtulto aere redempta a quodam paupere Judaeo, ele- 
gantissimo scriptore. Inter alia habebat fragmentum grammaticae 
de conjugationibus verborum, et literarum transmutationibus, nescio 
cujus autoris, quod incipiebat l^lpH flttf^ et aliud simile frag- 
mentum, cujus inicium JintSn ^Jft^- utrumque illud obtinuerat vir 
sanctus, multo aere transferri in germanicam linguam a Judaeo, 
nihil prorsus de grammatica hebraica intelligente. Non enim hac- 
tenus inveni inter omnes Judaeos quemquam nee in Alsacia, nee 

*) Diess ist bloss von jenem Studium der Anfangsgrunde des Hebraischen 
zu verstehen; fur seine weitere Forderung gesteht P. selbst zu, von Matthaus 
Adrianus viel gelernt zu haben. Der Widerspruch, von dem Hagenbach (Her- 
zog's Realencycl. XI, 289. Anm.) redet, besteht durchaus nicht. 

f ) Vgl. Geiger, Stud. d. hebr. Spr. S. 19. 



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20 

Wormaciae, nee Franckfordiae, nee Ratisponae, vel alibi, qui vel 
unam mihi grammaticalem quaestionem resolvere potuerit. Is 
optimus sacerdos, Joannes Beham, exoratus humiliter, copiam per- 
misit rescribendi utrasque grammaticas cum interpretatione ger- 
uianica, cui haud dubie Dominus mercedem copiosam et aeternam 
retribuit in caelestibus. Is enim mihi plurimum profuit; et prae- 
ceptoris tantisper gloriam apud me meruit, quin et postero tem- 
pore, videns meum fervorum et studium tarn indefessum et felix, 
alia quoque permisit rescribenda. 

Eodem anno 1500. nutu et providentia Dei gratiosa, contigit 

^^p^lBibliopolam Fridericum Tubingensem *) attulisse Biblia hebraica 

ren8iaempta integra, minima forma, impressa Pisauri in Italia. Ea prostabat 
quidem vendilibis, sed nemo curabat. Statim ut mihi innotuit, 
anhelus ardenti desiderio, ut cervus ad fontes aquarum, rogavi 
virum, sineret me conspicere aliquot diebus opus id divinum, velle 
me ad primum requisitorem reddere vendituro ei, ne quid detri- 
menti bibliopola pateretur in quaestu. annuit, viderem, sed scirem, 
non posse earn a quoquam emi, nisi pro floreno cum dimidio. 
Hoc audiens exultavi plurimum, audiens tarn parvo obtinendam, 
quam timebam ut rem novam vix sex aut octo florenis obtinendam. 
Adii cum ea meum Guardianum Paulum, suppliciter orans, fide 
juberet pro me bibliopolae, pro tanta pecunia, sibi tuto praestanda, 

P TuWnga" aut ^er mihi non eriperetur. consensit sponte. ego paravi librum, 
signavi capita, t e Croesi divitias assecutum me gaudebam ex 
animo. Staatim Spiram avunculo scripsi, suppliciter orans, ut 
duorum florenorum munere, vel eleemosina me prosequeretur 
amicus, quibus pro comparandis necessariis libris omnino, ut cgenus 
et pauper, egerem. statim annuens misit, ea conditione, ut me 
non emacem ad alienam crumenam exhiberem; satis ego tunc 
ditatus, aliud postea nihil unquam ab ipso postulavi, vel librorum 
pwitum' ve l pecuniarum : statim ab exordio Biblia tota legi, et dictionarium 

Rudimenta m ihi paravi hebraicum: cum vero Reuchlinus secundo veniens au- 

Beucblini r 

diret me coepisse concinnare hoc pacto dictionarium, rogabat au- 
diente Conrado Summerhart, quot verba vel dictiones uno die 
adnotarcm, dixi sine certo numero, utpote in primo Psalmo supra 



(* « Wahrscheinlich Fr. Peypus. » Geiger. 



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21 

triginta, in secundo pauciores, siquidem semel adnotata postea non 
adscriberem, nisi numero Psalmi vel capitis adjecto, donee ex 
concordantia translationis intelligerem fixum et certum esse voca- 
buli adnotati significatum. Subintulit Capnion, se quoque coepisse 
moliri hoc opus, et jam fere complevisse tractationem verborum 
incipientium ab Aleph. Instabat quoque hortando, ut pergerem 
strenue, se quoque profecturum pro virili, visurus, uter alterum 
opus finiendo suum anteverteret. Id autem contigit in medio 
ferme Julii mensis. Processi ego pro virili assiduus operi incumbens, 
et usque ad finem Octobris insistens, tota hoc modo perlegi Biblia, 
colligens radices, et loca adsignans, plurima verbis rarioribus et non 
prorsus communibus. Ad Novembris initium Stutgardiam descen- 
dens, attuli laborum meorum fructum et specimen. Videns dili- lab - flatus 
gentiam vir magnus ille, et admiratus operis tanti tarn breve 
tempus, quo fuerat exantlatum, dicebat se non absolvisse partem 
incipientium ab Beth, conquestus non nunquam toto perlecto Isaia, 
non invenisse verbum, quod theutonicus dictionarius suus osten- jJJd2S5™J 
deret haberi hebraice in Isaia. quia pro more Judaico capita '"^ant™ 
non adnotarentur libris hebraicis, inveniens enim scriptum DJ^P 
significare Rntten, idque inveniri in Isaia, necesse se habuisse ajebat 
perlegere totum Isaiam, et tamen non invenisse illud Ratten, si- 
quidem non ut Jeronimus transtulit: gith invenit, sed Ratten; sic 
de aliis. Si autem adscriptum invenisset, Isaiae Capite 28. statim 
invenisset verbum nj£I5> a Jeronymo gith interpretatum, intell- 
exisset idem esse quod Ratten vel Gith, ut alii volunt nigellam 
vel lollium. Videns autem adjecisse me dictionibus meis capitum 
quoque numeros, et similiter a. b. c. d. e, rogabat, paulisper sibi 
commodarem laborem meum, quo sublevaretur in suo, ne cogeretur J^jJjJ™ 
totum evolvere librum, cujus caput unicum sufficeret, meo labore 8UCUrrlt 
adscriptum. respondi viro paratum me id officii praestare ei, ad 
communem utilitatem, si tantum permitteret mihi, ut quae con- 
gesseram vocabula confusius, mihi prius rescribere ordinatius per 
seriem jlictionariorum liceret, ne interim fructu laboris mei carerem; 
id me brevi tempore confecturum sperare. 1 ) Annuit Capnion, et 



l ) Wie Geiger a. a. O. S. 213 sagen kann, diese Art von Mitarbeiter- 
schaft Pellikan's und Reuchlin's sei sonst aus keiner Quelle bekannt, begreife 



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22 

me vicissim exaudivit, petentem ab eo exemplar manuscriptum, 

McweeKimhi grammaticae R. Mosse Kimhi, 1 ) quod ab eodem Judaeo germanice 
tauwiatT translatum habebat, qui Ulmensi sacerdoti alia fragmenta trans- 

^ a c ^ e peil. tulerat. denique rogavit me, ut quod jam scripserat de nominibus 
ab X incipientibus. nimis inordinate, et tumultuarie intermixtum, 
ego non gravarer ad mundum rescribere, quo posset aliquando 
typographis imprimendum opus offerri, ordinateque concinnandum ; 
sponte acquievi, et tarn sua quam mea adsumens, redii laetissimus 
Tubingam. Intra mensis spatium rescripsi, et ordinavi collecta 
themata in seriem dictionarii, et grammaticam R. Mosse rescripsi 
et ad festum Thomae apostoli 2 ) accepta reportavi; rescriptam 
quoque rudimentorum suorum partem primam pro litera Aleph, 
et quae interim pauca conscripserat ad mundum rescribenda suscepi, 
quae et posteriore anno usque ad literam Heth confecta similiter 

c? P i V e e ntia ! ab rescr ipsi; <] uo d tum a ^ us nemo inveniretur, qui simul cum latinis 
J! et hebraicis graeca quoque scribere pariter posset. 

G p I uica^i >r ' Eodem quoque anno 1501 confeci grammaticam hebraicam, 
quoad ea, quae in tribus fragmentis, quae perscripsi, continebantur, 
quorum intellectum ex germanicis translationibus discere cogebar, 
multo labore et cogitatu, sed et Dictionario jam collecto, adjeci 

triii Ctionar p q 110 ^ 116 ex g rae co Dictionario graecas hebraicorum verborum inter- 
pretationes. 

Eo tempore audiens doctissimus Carthusianus Friburgensis 

Gregorius * © 



chart Ch 8ian domus, Gregorius Reschius 3 ), autor margaritae philosophicae, e 
Martinus Friburgo ad me misit doctum Baccalaureum, Martinum Obermiiller, 

Obermuller . . . . ,. , , 

pictorem etiam egregium, et mgeniosum, ut a me disceret hebraea, 
vel quae haberem collecta rescriberet sibi. Is mihi occasio fuit 



ich nicht, da er doch selbst in seiner Schrift iiber das Stud. d. hebr. Spr. S. 75 
folgende Stelle aus einer Vorrede Seb. Munsters abgedruckt hatte : « Huic 
(Reuchlino) fere coaevus fuit in toto sacro studio licet aetate multo junior, 
incomparabilis ille vir, dominus Conradus Pellicanus, nam simul eodem tem- 
pore et in eodem gymnasio Tubingensi hi duo magni viri hebraismo operam 
impenderunt, uti etiam ad hoc mutuis officiis. 

x ) Reuchlin's Benutzung von Kimchi's Schriften ist im Einzelnen nach- 
gewiesen: Geiger, Reuchlin S. 112 ff. 

*) 21. Dezember. 

8 ) Ueber den Prior Reysch vgl. Basler Chroniken I. 



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*3 

conficiendae grammaticae, 1 ) sed earn aliis non concessi, quod 
sentirem dubia mihi multa, quorum nullam mveniebam ab aliquo 
resolutionem. expectabam autem earn grammaticam, quam Capnion 
dictionario promiserat addendam, quod autem tardius est factum, 
nempe anno 1506. 

Eisdem annis, quibus Tubingae mansi, credo anno 1498, contigit 
me praeceptori socium itineris pervenire ad Justingen villam ; ibi tunc 
parecianum agebat doctissimus astronomus M.Joannes Justingensis, 2 ) juiSSgen 
qui tunc in manibus habebat opus egregium Sphaerae signorum, quod 
moliebatur elegantissimo artificio, Episcopo Wormaciensi Joanni 
Dalburgio, aureis insertis stellis et circulis faberrime exaratis ut DaibS^er 
erat homo ingenio, industria et manibus subtilissimus. Similem 
jam ante confecerat suffraganeo Episcopi Constantiensi Danieli gu ^ an ^J eiig 
Tigurino, qui me Diaconum ordinauerat anno 1497, quam hodie 
Constantienses asservant, egregium thesaurum in ipsorum biblio- 
theca. Eodem anno primas ejusdem Justingensis Ephimerides con- Ephimerides 
tigerat imprimi Ulmae, quas tunc primum ibidem videbam. primae 

Anno denique 1501 celebratum fuit capitulum Minoritarum iwi 
provinciale in Pfortzen, ubi Olivenus Maijlardi generalis ordinavit 
me, natum XXIII annos, ordinari sacerdotem. Ad id Provincialis Sa ^ rd ? 8 or * 

' ' dinatus 

ad consolationem parentum, adhuc superstitum, transtulit me ad 
Monasterium Rubiacense, ut ibi canerem primitias. Simulque Paulus 
Scriptoris absolutus a gardianatu Tiibingensi, translatus est ad- 
Basiliensem Convent um, ut scriberet, non legeret vel praedicaret; 
praetextus esse videbatur, ut ab amicis destitueretur, quos habebat 
in Suevia. sic itaque in autumnali angaria ordinatus sacerdos a 
Telamonio, Episcopo Tripolitano, suffraganeo Basiliensi, 8 ) Missam ^^J^™ 
primam cecini in die Sancti Francisci, cui solennitate aderat senatus 
et pater cum fratre Leonardo, adhuc viventibus et sanis. Aderat 
pro honore meo solemniis etiam Pater Paulus Scriptoris, praeceptor 



*) Ueber die hier angefuhrten ersten grammatikalischen Arbeiten Pelli- 
kan's gibt die Einleitung weitere Aufschlusse. 

*) Ueber den Mathematiker Johann Stoffler, einen Freund Reuchlins, 
vgl. Geiger, Reuchlin S. 56 und 178; ebenda S. 41 und Stud. d. hebr. Spr. 
S. 19 Naheres uber Johann von Dalburg. 

8 ) Ueber den Weihbischof Telamonius Limpurger vgl. Basler Chroniken, 
herausgegeben von der historischen Gesellschaft. Band I. 1872. 



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24 

meus incomparabilis amicus. Is praedicabat sub Missa in Ecclesia 
et sub Mensa quoque praesenti senatui, tractabatque quinque 
mures Philistaeoruui aureos, allegoria nescio qua, ad mea studia 
commendanda. Consueverat enim alias quoque dicere, neminem 

Stores ^ a ^ ere discipulum, de quo meliora speraret profectumque majorem 
quam de me; solebat mihi dicere, instare tempus mutandae theo- 

SS^mi ^°g* ac et deferendae scholasticae disputationis, resumendosque priscos 
Sanctos Doctores at obmittendos Parisienses. Item, tempus appetere 
mutandarum legum plurimarum. 1 ) Is ipse piissimus et doctissimus 
vir anno sequente, qui erat post quingentesimum secundus, dum 
timeret admonitus incarcerari ob dogmata, quae nunc sint Lutherana 
dicta, vocatus ad Zaberniam pervenit Argentinam, ubi admonitus, 
ne illuc pergeret, abiit Viennam Pannonile, in aHam provinciam, 
elmnm a( ^ tut i° rem locum. Deinde Romam pergens, post tres annos rediit 
Heilbronnam, sine aliqua poena susceptus, sed a generali Vicario 
Gallo, qui virum norat et diligebat, vocatus est, ut legeret theo- 
logiam in Tolosa: ad quod sese praeparans, cum Basileam venisset, 2 ) 

*) Scriptoris war einer der Reformatoren vor der Reformation. Hottinger 
berichtet (hist. eccl. IV, 1012): transsubstantiationis oppugnator fuit publicus 
Paulus Scriptoris, Tubingensis, Pellicani praeceptor. Hie cum Tubinga Scotum 
praelegeret et ad decimam jquarti libri distinctionem perveniret, transsubstan- 
tiationem negavit. Besonders ruhmlich redet, offenbar auf Grund Pellikan'schen 
Zeugnisses, R. Gwalther in der Vorrede zum Commentar in Matthaeum von 
ihm. Er sagt: Paulus Scriptoris propter ingenii acumen et raram tunc temporis 
eruditionem omnibus admirationi fuit. Nam barbaro illo et calamitoso seculo, 
quando non solum idonei praeceptores deerant, verum etiam bonorum librorum 
inopia et penuria passim laborabatur, ille artes liberales omnes, absque prae- 
ceptore propria industria didicit et in mathematicis quoque eo usque profecit, 
ut doctissimi quique ejus academiae professores ejus praelectiones audire et 
ilium praeceptorem suum agnoscere dignarentur. Nee mihi dubium est, ilium 
virum excitatum a Deo fuisse, ut Evangelii in Germania nascituri itpodpuuog 
esset. Nam non solum bonarum litterarum et liberarum artium studia instau- 
ravit, sed multos quoque Papisticae doctrinae articulos: de sacramentis, indul- 
gentiis, votis monasticis publice damnabat et junioribus dicere solebat, non 
procul abesse tempus, quo theologiam scholasticam aboleri et doctrinam Ec- 
clesiae veterem ab orthodoxis patribus ex S. S. traditam instaurari oporteat. 
Quae libertas dicendi illi monachorum odia et exilium ac (ut multi non in- 
certis omnino conjecturis moti suspicabantur) indignam necem peperit. 

*) In Basel traf Scriptoris damals ohne Zweifel mit Pellikan zusammen; 
s. unten. 



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... 2 5 

vocatus ab episcopo Basiliensi Cristofero, rogatus est, ut ante 
abitum in Gallias Legatus suus esset ad Abbatem Schutteranum, 
pro monachis honestioribus transferendis in. monasterium sancti 
Albani, reformandum aliquantisper. x ) Dum in via infirmatur Paulus 
divertit ad Keiserbergensem conventum et ad Alenspach moniales 
quarum quaedam negotia quoque tractarat cum episcopo. ibidem 
nescio quo morbo invalescente diem obiit. Sepultus in ambitu Pauli ^p*- 

1 r more et se- 

monasterii Keiserbergensis. Rumor tamen falsus per Sueviam a P ultura 
suis fautoribus disseminatus est, in diem hodiernum, quod monachi 
eum sacrificaverint, sed id certo constat mihi, falsissimum ; tantum 
de Optimo viro, meo praeceptore fidelissimo et doctissimo. Sic 
itaque Doctor Joannes Reuchlin fraudatus est meo auxilio, me ^JSSIn* 
Sueviam excedente, quo et factum est, ut opus rudimentorum absoluta 
tardius fuerit absolutum, nempe ut praedictum anno 6. post 
millesimum et quingentesimum. 

Anno denique eodem 1501, statim post vindemias, coepit 
grassari pestis Rubiaci, sicut et alibi, unde frater Leonardus patriatr 
repetens, dissipato studio Heidelbergensi,* adfuit primitiis; coepitque 
paternam domum invadere in Decembri pestis, obeuntibus diem Pestis weor. 
ultimum duabus sororibus Margaretha et Agnete, simulque Eliza- 
betha, quam tamen misericordia Dei evadere voluit; sed pater 
correptus peste decubuit quindena et obiit circa festum Luciae, quern 
post triduum secutus est frater, me superstite, Dei dono et gratia, ^^q 8 
cum unica sorore et matre. Eisdem diebus etiam quidam in mona- 
sterio fratres obibant peste : tunc ego pro cogitatibus timoris mortis 
excutiendis paravi mihi libellum parvum in pergameno, in quo^enusm©- 
conscribebam septem psalmos, quos vocant poenitentiales tribus in « ameno 
columnis, hebraice, graece et latine, sibi versibus respondentibus. 
Alios quoque psalmos laudatorios scripsi hebraice, eleganti charac- 
ter, de quo Judaei quoque vehementer admirabantur, posterius 
eos videntes: adjeci orationes quasdam quotidie dicendas ad deum 
et meos patronos, qui erant Paulus, Agnes, Franciscus et Jerony- p. Patroui 

*) Von den Reformationsbestrebungen des vortrefflichen Bischofs Chri- 
stoph von Utenheim werden wir Pellikan weiter unten Naheres berichten 
horen; hier handelt es sich um eine Reorganisation des Benedictinerklosters 
St. Alban mit Hiilfe tuchtiger Monche aus der vom Bisthum Basel abhangigen 
Abtei Schussenried im Elsass. 



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Alius habet , 



26 

mus divi: et eleganti latino caractere 1 ) scripsi diligenter intinera- 
rium mentis in deum Divi Bonaventurae, calculum adjeci pro 
motu solis et lunae, totum astrolabium pro 48. elevatione, cum 
a b rotulis pro moto lunae. Is mihi tandem libellus perditus est, si non 
Marcus hodie invenitur in oppido Calio, apud Marcum Heilander, nunc 

Heilander .,.,«,. 

ibidem Evangehstam. 
1502 Sequenti anno, qui fuit 1502. ordinatus lector theologiae 

BasiL leotorpro fratribus studiosis in conuentu Basiliensi, 2 ) quo perveni in fine 
Augusti; praelegi autem in theologia scriptum quoddam in sen- 

G voriUong 8 ten *ias Guilermi Vorillong, noviter impressum, multo labore ob 
impeditissimum et affectatum stilum, curiosi magis quam docti 

Dorbeuus v ^" scolastici Scotistae. In Philosophia legebam Nicolaum de Or- 
bellis. utrosque absolvi cum tempore, deinde breviloquium Bona- 
venturae fere biennio praelegi et Margaritam philosophicam, tertio. 
tertium et quartum Sententiarum Scoti, cum compositione et usu 
Astrolabii, quale procuravi manu elegantissime per manum cujus- 

Frid. Krafftdam fratris Friderici Krafft Nurenbergensis, cujus frater ingenio 
non impar sacramentale ciborium exegit apud sanctum Laurentium, 
cui nullum par invenitur. Is quoque miri ingenii frater post astro- 
labium elevationum omnium etiam 90 graduum; et nullius id est 

omii^^a - aequinoctialis, eximium opus, etiam confecit opus motuum trium 
netarum pi anetarum# Similiterque, quod dictu mirabile, sed factum, sphaerae 
Veneris et Mercurii opus. In quo opere, quicquid Purbachius et 
Margarita philosophica de illorum motibus spheris epicyclis et 
axibus docent, totum illud oculis et tactu agnoscebatur. Quicquid 
enim ejus hominis ingenium capere poterat, hoc manus asseque- 
bantur faberrime, et erat opusculum illud solum ligneum et 
exemplar majoris operis et justi, si adfuisset, qui impensas pau- 



*) P. war mit dem von ihm als Gelehrter und als Dichter hoch ge- 
ruhmten Franz Wyler (s. unten) einer der Ersten, welche statt der gothischen 
die sogen. romische Schrift als Cursivschrift verwendeten. S. Fechter a. a. O. 

2 ) Wenn die Athenae Rauricae sive catalogus professorum acad. Basil. 
I, 17 von P. sagen, er sei anno 1502 professor atque lector theologiae ge- 
worden, so ist das, wenn wenigstens die Matrikel Recht hat, insofern ein Irr- 
thum, als P. nicht an der Universitat, sondern bloss im Barftsserkloster docirte. 
Das silentium der Matrikel stimmt vollstandig mit dem uberein, was er selbst 
hier sagt. 



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*7 

peribus studiosis impendere voluisset. Vidit illud utrumque Gre- ^^J™ 
gorius "Reschius et est vehementer id admiratus. 

Eodem secundo anno coeperat Amorbachius Joannes, ') senior 
dictus, imprimere omnia opera divi Augustini, ad quod fuerat usus Sf Aur!"^* 
opera discursibusque et labore cujusdam doctissimi viri Augustini fif™* 1111 
Dodo, 2 ) canonici ad D. Leonhardum, qui coeperat scribere argu- 
menta in singulos divi Augustini libros, sed peste praeoccupatus A frf 8iu ? ad* 
et non finivit et aliis urgendum reliquit. Erat egregius praedicator Leonar 
et apprime doctus Minorita Franciscus Wyler, 3 ) Basilensis, affinis **$$£"* 
Amorbachio, eundem obtinuit, ut brevia argumenta non libris sed 
capitibus praeponeret. Id egit per anni circulum, multos legendo 
et distinguendo in capitula, prius non distincta. sed sequenti anno 
loco motus, iterum solatio destituebatur impressor sanctissimus. 
Convenit me juvenem quidem, sed laboriosum, rogavit ut in illius ^eS^b 
remoti locum succedens, reliquos simili opera non distinctos, dis- 
tinguerem in capita et distinctos argumentis praenotarem ad capita 
singula. Id invitus subivi, sed officiis et precibus expugnatus, 
acquievi, sicque residuos centum et quinquaginta Augustini libros torum me dif- 
ea ratione relegi, et argumentis illustrare conatus sum, tarn armatis p e ^* ia ed }E 
precibus jussus, eos inquam libros omnes, in quibus invenit lector 
breviora argumenta : ubi autem prolixiora sunt, id factum est opera 
Francisci praedicti, brevitati enim studui pro virili. Fuerunt tunc 
pariter impressi a Magistro Amorbachio Joanne duo millia exem- ^UMimSe 
plariorum et ducenta, in undecim tomis. Fuit is Amorbachius im P reMor 
doctissimus vir et mire diligens, libros suos corrigens magnis tarn 
sumptibus quam laboribus, adsistentibus sibi duobus vel tribus 
lectoribus, cum tot exemplaribus, ut nihil negligentia sua operi 
quomodocunque officeret, quin et ob unamquamque dictionem, 
perperam impressam, maluit diurnum opus cum expensis repeti, 
ut patet, editionem attendenti diligentius. Ex eo tempore summus 



l ) Vgl. Stockmeyer und Reber: Beitrage zur Basler Buchdruckergeschichte 
30 ff. 

*) a. a. O. S. 47. 

8 ) Uebcr Wyler und sein Verhaltniss zu den Amerbachen vgl. Fechter 
a. a. O. S. 163, und Band II, S. 172. An diesem letztern Ort und in dem 
angefuhrten Aufsatz Geigers (theol. Jahrbl. 1876) flndet sich ebenfalls Naheres 
fiber die Amerbach'sche Ausgabe Augustins. 



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28 

mihi amicus fuit vir ille, cumque eo Joannes Frobenius : qui fratribus 
minoritis plurima beneficia contulerunt ob meos labores et me 
nullo libro utili carere permiserunt, alioque misere mendicum et 
paupertate tarn impeditum, quam nonnunquam mire promotum. 
Operas quoque meas toto sexennio collocavi gratis etiam im- 
pfo?tzen pressoribus aliis, maxime Jacobo a Pfortzen, 1 ) qui primus Basileae 
impressit opera Chrysostomi et Stephanum Prulefer, Nicolaum de 

^l^nt^'O^^Hsj s i c quoque Joanni Scoto Argentinensi, imprimenti tunc 
Margaritam philosophicam, vice secunda. quibus omnibus tunc pro 
virili subsidio eram, per quos libros pro me et auditoribus com- 

b£hii A £°i~. parabam necessarios. Testis horum epistola est Amorbachii in to- 

tom 'i504 U8t * mum prinium, data anno 1503. 

Quarto autem anno, circa Majum, aduenit Cardinalis legatus 

i2^SJd"s a latere Alexandri Papae 6. 2 ) Is voluit honoratiores reddere Mi- 

s N Jf"e ae noritas de observantia dictos, qui doctos quidem haberent fratres, 

sed nulla graduum praerogativa celebres. jamque aliquibus titulum 

Doctoratus addiderat in conuentibus per tractum Rheni. qui insti- 

jod. Gaiiusg atus a b avunculo meo, Doctore Jodoco Gallo, concionatore Ca- 
thedralis Ecclesiae Spirensis, qui ei familiarior erat, ut me quoque 
honoraret gradu aliquo, veniens ergo Basileam, primum hospitium 
suscepit in monasterio Minoritarum, post dies aliquot cernens ele- 
gantiorem situm domorum apud divi Leonardi Canonicos, illuc se 
transtulit, ubi usque ad medium Julii permansit. Is misso inter- 
nuntio pro Gardiano et me, adstantibus suis aulicis proposuit, in 
votis esse, me creare in Doctorem Theologiae, si examinatus de- 
prehendar sufficiens, respondit Gardianus, inusitatum id esse in eo 
ordine, adhuc me juvenem, vix 26 annorum, doctum quidem, sed 
non pro Doctoratu. Annuit tamen, si placeret reverendissime Do- 
minationi suae, si examinatus, baccalaureatus in theologia titulum 



*) Vgl. Stockmeyer und Reber a. a. O. S. 65 ff. 

*) Raymond von Petrandi, Bischof von Gurk, hatte eine mehrjahrige 
Visitationsreise durch Deutschland gemacht und viele Ablasse gestiftet. Vgl. 
Dolp: Grundlicher Bericht von dem alten Zustand und erfolgter Reformation 
der Stadt Nordlingen 1738, wo eine Ablafibulle Raymunds vom Januar 1501 
abgedruckt ist; ferner: Kostlin, Martin Luther f» S. S4- Einen Gesandten 
Alexander VI. nennt ihn P., weil er von diesem Papste war abgeordnet worden. 
Streng genommen war er im Jahre 1504 ein Legat Julius II. 



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29 

assequerer. Legatus ambos dimisit, asserens, postridie me exami- 
nandum per duos Doctores theologos, quos in comitiua secum 
ducebat, unus praedicatorii ordinis, Argentinensis Joannes Amman: /mSlTnua 
alius Minorita Gallus, Joannes Capet. Isti, suo tempore venientes, J capet 8 
examinarunt me in domo capitulari aliquot horis; interim, dum 
incumbit legatus translationi sanctarum virginum trium in Eychsel ^Jctorum 
et sanctae Christianae. Erat enim ut alter Ambrosius, in his rebus 
superstitiosior 1 ) et reliquiarum corrasor per totam Germaniam ex 
monasteriis, ut transferret particulas ad Gallias, unde et ad pari- 
siensem Academiam studuit ornare hujusmodi reliquiis, cum bullis 
indulgentiarum, quas mittebat ex Basilea Parisios, auro et argento 
multo ornatis reliquiis, pro collegiis quibusdam. Commisit quibusdam 
et mihi, ut de virginibus dictaremus officium matutinale, vesper- ^^eures 
tinum et missale cantandum vel legendum die sanctarum virginum. vl E g ychsei in 
Egi hac in re quod potui, scripsi, absolvi, obtuli, placuit prae aliis, 
sed interim non visum est, nee hoc, nee aliud. Imminente autem 
abscessu Romam versus, principio Julii, iterum pro me misit le- 
gatus, convocatque Doctorum suorum familia, praesente Thelamonio 
Tripolitano episcopo, suffraganeo et Luca Rollenbutz, priore ca- 
nonicorum D. Leonardi, proposuit votum suum de honorando me 
et ordinem aliquo titulo honesto, puta, Doctoratus. Aderat vir Doctoratus 
doctus et magnae auctoritatis (de familia Cardinalis), qui surgens 
dicebat: reverendissime Domine, aegre fert Gardianus Doctorem 
creari eum, consentit in Baccalaureatum, inveniatur medium, ut 
attenta quoque aetate sua, Licentiatus creetur, Cardinalis intulit, 
placet quidem illud, ea ratione, ut nunc fiat Licentiatus, ubi autem 
expleverit legitimum aetatis trigesimum annum, lapsu tantum tem- 
poris, sine alia promotione, quam Ordinis patres non admitterent, 
Doctor sit et habeatur; ad id consentiebant omnes. Ergo eadem 
hora genuflexus, juramentum feci solitum fieri. Verum tamen tot 
jam fere quadraginta annis lapsis, nunquam me vel Licentiatum 



*) Stockmeyer und Reber fuhren a. a. O. unter den Druckwerken des 
Jacobus de Pfortzheim auch Folgendes an: 1504. Juni 22 Legendam beat, 
arig. Katharinae cum uno parvo sermone de ea fecit imprimi Raimundus de 
Aquitania natus, Cardinalis Gurcensis. 



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30 

scripsi nee Doctorem. *) Aliquibus hanc, quam nunc narro fabulam, 

dixi amicis. 2 ) Expedita tamen desuper fuit bulla, quam Rubiari 

dimisi, a triginta annis nunquam visa. 

gu^mis Abiturus Cardinalis Gurcensis Raymundus rogavit provinciae 

patres, sinerent vel permitterent me sibi familiarem, loco Capetis 

praedicti, secum Romam proficisci cum socio, annuerunt, et ego 

non prorsus invitus obedientiam subii, desiderio videndi Italiam 

ac Romam. Eram jam annos 26 natus. Pervenimus ergo more 

job. schenk nostro pedes duo, ego et quidam Joannes Schenck nobilis genere 

frater, Lucernam per Zofingen; ubi pernoctavimus primum, Lucernae 

mansimus fete quatuordecim diebus. In Pontificalibus celebravit 

Missam solenniter in principali parrochia, in monasterio dicto In 

Hoff er mom£ Curia. Animadverti curiosior ex quadam in choro inscriptione 

8terlumollm (quae nova erat, dubium si vera) fundationis ejusdem monasterii, 

eum esse annum praecise millesimum. Erat enim scripta fundatio 

facta a quodam Duce Suevorum, cujus non memini nomen, anno 

Domini quingentesimo quarto. Et is tunc annus currens, ut dixi, 

erat millesimus quingentesimus quartus. Aderant Cardinali legati 

Heivetii proceres Helvetiorum, de Lucerna, Zug, Schwytz, Underwalden 

et Uri, qui comitati sunt eum nkvigio usque ad Brunn: idque 

XVIII die Julii. In navi disputatio gerebatur de potentia helvetici 

exercitus, ad numerum, ibi quidam numerum verisimilem propone- 

bant, alii contendebant semper majorem. loquebantur de foederibus 

ipsorum cum quibusdam pontificibus, credo Sixtum nominarunt. 

schwytz pervenimus eodem die in vicum Schwytz, qui dicitur Kilchgass. 

Mox indictum est provinciae festum ad diem trigesimum Julii, ut 

Offlcium conveniat vallis tota ad Cardinalis et apostolici legati officium 

Cardinalis , .... . . , . ° 

papale et ad Missam solennem. in parrochia, non magis ornata 
quam victricibus vexillis depenientibus cum insigniis Caroli Ducis 
Burgundionis, et quorundam imperialium. ibi in Pontificalibus, 



*) Hiezu mogen ihn ausser seiner personlichen Bescheidenheit noch andere 
Griinde bestimmt haben. Im Kloster wird es ihm die Eifersucht seiner Obern 
und spater sein reformatorisches Bewusstsein nicht zugelassen haben, die von 
einem Cardinal, mithin durch die Gnade des r6mischen Stuhles erlangte Wurde 
zu gebrauchen. 

") Joh. Fabricius erzahlt: P. postea non nisi per jocum (prout homo fuit 
mire festivus) hanc historian! seu fabellam quandam amicis suis recitavit. 



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31 

ceremoniis miris, celebravit Missam. Inter Missarum solennia 
praedicabat Episcopus Tripolitanus ad populum confertissimum. 
Inter praedicandum subiit mentem Cardinali cogitatus de instituendo 
festo quotannis eodem die, qui erat Abdonis et Sennae, ut eo die 
conveniens populus habeat omnibus futuris temporibus eo die 
remissionem septem annorum, quae post plenariam dicta est fuisse 
maxima, quam Pontifex dat, et legatus a latere dare potest. Sus- '^JJgSJ * 
cepta haec tanta Legati gratia inagno applausu populi et magistra- 
tuum: sed succedens convivium, quod Helvetiis legatus exhibebat 
magnificum, longe gratius. Quod licet voluerint solvisse, pro tanta 
gratia spirituali accepta ab apostolica sede, tamen contendente 
apostdlico pro liberalitatis praerogativa , ut esset solvendo pro 
toto, passi sunt se vinci. Peracta est reliqua diei portio in ludis 
ad forum, juvenibus ad palestram sese exercentibus, variis modis, 
non sine multa juventutis licentia et insolentia, quam discunt 
exercentes otium juge, dum nihil laborant, praeter foenum aptan- 
dum, tota estate. Sequenti die concessimus navigio ad Uraniam, 
ubi ad sinistram rupes ostensa, ad quam confugerit primus liber- 
tatis assertor, Wilhelmus Dell, e navi aufugiens tyrannidem ^{j^* 11 
nobilitatis. In Altdorff aliquot diebus tanquam in fine legationis 
suae, ultimo loco nempe Constantiensis Diocesis, ibi commisit 
mihi et alteri cuidam historiam Schwicerorum oblatam sibi in 
Schwytz, similiter quoque articulos foederis olim initi cum Sixto 
Papa e germanico in latinum, ut intelligent Cardinalis, trans- 
ferremus. Arripui opus et festinavi transferre citius, ne montem 
Gothardi transcendere cogerer. jam enim pertaedebat me Cardinalis 
tarn aula quam tarditas profectionis. Agebatur jam quarta heb- 
domada, quam ego maluissem progredi et festinare Romam. Id 
autem, me nesciente, non erat e re Cardinalis. Eodem loci scribe- 
bat epistolas multas Romam, eodem dictante pariter una horaj^jjj, ^J£ 
multas epistolas, multis exccrptoribus, mira ostentatione ingenii. JJSJJJ^ "JJJJ; 
nam et ego scribebam cum aliis unam, dictante eo, et mecum J^^JJSbSj 
unus et alter ejusdem sententiae epistolas, similiter quoque alii 
tres vel quatuor alteram, aliis epistolis alterius sententiae, in una 
aula, eodem tempore, omnes pariter assidentes. Tarn erat in- 
geniosus senex, plus quam sexagenarius, Gallus, Autunensis patria. 
Post tres vel quatuor dies licentiam accipiebant Tripolitanus et 



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Mons 
Gothardi 



Ascensus 
Montis 



3* 

alii Basilienses et Helvetii retrocedendi. jam enim ascendendus 
erat mons S. Gothardi, 1 ) qui est in diocesi partim Mediolanensi, 
partim Lausanensi, partim Constantiensi, partim Curiensi. Vo- 
luisscm redisse ego quoque, sed et historiam Schwitzerorum ab- 
solueram, sed non foederis instrumentum. ergo mihi cum fratre, 
non (ad retrocedendum) voluntario, procedendum erat, aliis retro- 
cedentibus a prandio. nos cum legato vallem aggressi pulcram, 
inter horridissimos montes, ad vesperam pervenimus ad Wasslen, 
ibi pernoctantes in media crepidine montium, in horrendis mon- 
tanis, mane altius ascendendo pervenimus in pulcerrimam planiciem, 
ubi cacumen montis de remotis cernebatur et villae erant aliquot, 
nempe Urselen, et e remotis adhuc in pede montis Gothardi villa 
non parua, Hospital dicta, ibi pransi, conscendimus multo labore ad 
verticem montis, secundum publicum iter, utrinque montibus altioribus 
surrectis, tandem pervenimus ad capellam et hospitium Sancti Got- 
hardi. ibi aliquamdiu in magnis et inconsuetis frigoribus consistentes, 
montem descendere coepimus per semitam pedestres, equites vero 

°o!tou£ d abP er v * am re g iam > verum propter aetatem Cardinalis tenerior, equo 
Heivetiis ve i mu l nullo fidens, fecit se gestatoria machina deportari per 
sedecim fortes Helvetios, successive virum octo portantibus, pro 
non parva mercede. Sic, ut fama ferretur tunc, Cardinalem ex tota 
legationis Germanicae provincia non nisi unam coronam retulisse 
per Gothardi montem, unde provenientes ad Villam Orlientz, 2 ) 
Mediolanensis Diocesis, biduo illic tardavimus, iterum scribendis 
epistolis occupati pro pecunia obviam legato transmittenda. Aderat 

Ab ^ ng ^ rla_ vero tunc Abbas quidam ex Bernensium provincia a monasterio, 
si bene memini, Erlach. Is trecentis florenis mutuo datis succur- 
rebat paupertati apostolici legati. Descendimus tertio die secundam 
vallem pulcram et praecipitem usque ad Loccern Closterlin 3 ) dic- 

Beiiinzona turn, ibi pernoctavimus. Sequenti die Bellinzonam devenimus, sed 
antea nobis occurrebant duo Minoritae, me et socium rogantes, 



') Ueber den St. Gotthard ist ohne Zweifel auch Luther nach Rom ge- 
reist, was der Herausgeber selbst gegenuber von Kostlin in einer Anzeige von 
dessen Lutherbiographie (Kirchenfreund 1876, S. 106) hat geglaubt festhalten 



2u mussen. 



«) Airolo. 
8 ) Giornico. 



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33 

ut suaderemus Legato, quatenus diverteret ad ipsorum hospitium," 
elegans novum monasterium extra urbem. sed nihil effectum est. 
divertit enim jam pauper Legatus non ad pauperiores Minoritas, J^tcTdeia- 
sed ad paulo ditiores Augustinianos, similiter extra oppidum con- tum 
stitutos. Celebravit postero die dominico pontificalem Missam in 
ecclesia parrochali frequentissimo populo. Ad prandjum supervenit 
Senatus urbis et donaverunt Pontificis Legatum duabus vitreis 
lagenis, una plena vino albo, alia vino rubeo. Quibus abeuntibus* 
inclamavit suos familiares. O, inquit, felix Germania; ubi nunc 
sumus? indicare volens liberalitatem in donis urbium Germaniae, 
comparatione ejus, quod jam in Italia donabatur doni. sed jam 
expiraverat demandata sibi per Germaniam et Daciam authoritas 
Pontificalis. ideo finem habebat honor et munificentia. Post biduum 
arripuimus iter per planiciem versus lacum majorem et transfreta- 
vimus laci initia ad Lucaris oppidum, ornatum fortissima arce, Lucamum 
juncto illi monasterio Franciscano irreformato. ibi octo diebus man- 
simus: cepitque mihi desipere omnis cibus coctus et panis ipse 
quamlibet albus; nullae dabantur offae vel prodia: vinum nescio 
quomodo sapiebat, satis licet bonum. inde versus monasterium 
reformatum Sancti Bernhardini inter Palantiam et Intro 1 ) situm 
contendentes, medio itinere per lacum, pernoctavimus in Coenobio, 
ubi noctu tot infestati fuimus cimicibus, ut sustinere tota nocte 
non potuerimus, sed media nocte surgentes socius et ego in aulam 
aestivalem dormitionis causa supra scamnis intravimus. incauti autem 
fenestras a noturno aere nobis pestifero non clausimus. Mane facto, 
navim jejuni conscendentes, comedendum de pisce assato accepimus 
cum hausto vini pro prandio. ad vesperam pervenimus ad Sanctum 
Bernardinum, pulcerrimum monasterium. Ubi licet fraterne susci- 
peremur omnes, et nos duo fratres, tamen jam sensi me febribus J^jj 
affectum, nihil posse vel edere vel gustare. Adhibuit mihi suum 
Cardinalis medicum, et qui erat prope in Palantia. dedit nescio 
quas potiones, etiam de auro, ut dicebatur, sed nihil convalui. Sic 
itaque per quindenam afflictus, gaudens me habere occasionem 
redeundi in Germaniam, licentiam a Cardinali postulavi et impetravi. Regressus a 
dicebat autem : volebam deduxisse te mecum Romam et tua opera 



invasit 



l ) Intra. 



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34 



OrlieiiB 



studiisque oblectari, sed quia video aerem tibi adversarium, malo 
ego te scire Basileae vivum quam cernere Romae mortuum. moxque 
adsignato nobis ductore Lucernano munitoque nescio quot florenis, 
commisit ei, ut reduceret nos nee sineret aliqua re necessaria carere. 
Redivimus ergo via qua perveneramus. et ad Belinzonam pervenientes, 
non recipiebamur in aliquot hospitium. timebant enim me peste 
correptum. Sic pervenientes ad Orliens, vix impetrare potui, ut 
domum ingrederemur, quia febris mea habebatur pro peste. Febri- 
citans crastino ascendimus Gothardi montem et descendimus. Inde 
pernoctavimus in Hospitali villa, sicque ad Altdorff pervenimus. 

Lacns tiri hie conducta navi transfretandi ad Brunn. nautam coacti fuimus 
accipere foeminam. eramus autem quinque viri. ibi arripiebat me 
febris et insurgebat ventus impetuosus contrarius, ad nostrum ingens 
periculum tota navigatione, ut compelleremur communi voto diver- 
sisiken tere ad Sisiken, villulam mediam inter Altdorff et Brunnen. ibi 
coacti ascendere montem altissimum, 1 ) reptando per prata licet 
manibus et pedibus per magnum miliare, cumque medium ascensus 
assequeremur, et citius, vidimus ventum cessasse. sed ego febrem 
actu sustinens, post alios tardior ascendebam. pervenimus autem ad 
planiciem jucundissimam, ubi villa pulcra Morse 2 ) dicta, antiquissima 
parrochia, habens prata pinguissima et fontes jucundissimos: ut 
autem multo labore ascendimus, sic graviore incommodo tibiarum 
descendere altissimum montem cogebamur. Excedebat altitudo villae 
omnes montes occidentales versus Basileam, sic ut videremus montes 
Alsaciae, adeoque eos qui sunt prope Rapol Stein, igitur descen- 
dentes prolixum miliare, pervenimus a<r villam Brunn, ubi et per- 
noctavimus. Societatem coenae habentes cum optimis duobus Se- 
nibus, cum quibus multa loquebamur de bellis obmittendis et moribus 
in melius immutandis in Helvetia eorum, prudentes et boni erant 
viri. Postero die Lucernam perlati sumus et in monasterio hospitati. 
ibi procuratus est mihi, incenato ob febres, equus, quo delatus 
sum sequente die usque ad Baden, postero die quamlibet infirmus 
Kuugsfeiden prandium habuimus satis mane in Kiingsfelden, noctu pervenimus 

seckingen ad Seckingen, ubi divertimus ad nobilem quendam a Schoenouw, 



Brunn 



Baden 



*) Fronalp. 
2 ) Morschach. 



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35 

humaniter suscepti. accepto cubiculo contigit me pati subito syn- 
copim, sed arripiebat et succurrebat frater mihi socius, ut ad 
mentem redirem ; postero die Basileam perveni, ibi a natalicio vir- Basiiea 
ginis Mariae febras mihi durarunt, non quidem durae, sed prolixae. 
Vno die melius me habente, sed duobus consequenter infestatus 
febre, sed sine frigoribus, duravitque usque ad tempus solsticii 
hiemalis. tunc enim convalui pedetentim, usque ad quinquagesimae 
dies, tunc autem a fratribus inductus et persuasus, ut sanguinem 
minuerim cum fratribus, 1 ) denuo statim incidi febrem. Supervenit Mi ™^.* an * 
medicus quidam Gallus, cujus consilio jam ante convalueram. 
Cunctatus quid accidisset, respondenti de negotio ut fuerat gestum, 
mandavit, ne posthac unquam sanguinem sine medici consilio vel 
manifesta causa minuerem, id quod et hactenus tenui. Is autem 
erat jam annus 1505. 1505 

Istis itaque annis Basileae prosequens officium lectoratus in 
Theologia et liberalibus disciplinis, pro capacitate et utilitate audi- 
torum scripsi et ego hexaplum septem psalmorum per sex columnas, 
hebraice, graece, latine, germanice, juxta Rabi Salomonis interpre- 
tationem chaldaice quoque, cui frater Philippus Gallicus de Lunevilla ^JJf^" 8 
adjecit Gallicum: sed quo tandem pervenerit ignoro. 2 ) Visitavcrat 
post adeptum Doctoratum in Theologia patriam suam Basiliensem: 
Ludovicus Bar 3 ) istis diebus : putansque decere Theologum peritiam 
hebraicae linguae, aliquot septimanis me visitavit, ut fundamenta 
prima perciperet et profecit satis, cui etiam in pergameno scripsi 
septem psalmos penitentiales hebraice, graece ac latine, homini 
tarn mihi grato, ut statim rediens Parisius, remiserit mihi dono 
opera omnia Jacobi Stapulensis in Aristotelem totum, nuper ini- J s ^ ll ^® r 
pressa, cum multis aliis in Arithmetica et Astronomia, ibidem 
noviter impressa, quae me optare didicerat, abunde satisfaciens meo 



LudovieuH 
Berus 



*) Nach einem Heidelberger Kalender vom Jahr 1560 war eine viermalige 
Aderlasse im Jahr gebrauchlich. Vielleicht gait indessen dieser Abusus bloss 
fur die Monche! 

*) Auch spater trug sich P. mit dem Plan, eine solche Hexapla nach der 
Art des Origenes herauszugeben (vgl. Geiger a. a. O. Jahrb. 1876, S. 214), 
und mit den Psalmen hat er sich iiberhaupt fortwahrend einlasslich beschaftigt. 
S. unten. 

l ) Ueber Ludwig Ber, den gelehrten Freund des Erasmus, s. Fechter a. a. O. 



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3* 

labori et diligentiae, quam intellexerat fidelem. Pro familiaritate 

BwSiensiL autem > q ua me dignabatur Episcopus Basiliensis Christophorus ab 

a chri8toph m Utenheim l ) et quotidianis colloquiis, expetiit a me, ut summam 

brevem ei describerem ejus catholicae doctrinae, quae populo sibi 

commisso ad salutem scienda necessaria esset. Tentavi obsequi 

Trip fldei tum Reverendissimo Domino composuique tripartitum opusculum, de 

credendis scilicet, sperandis et agendis, sicque exposui articulos 

fidei, orationem dominicam et decern praecepta Decalogi, ea bre- 

vitate et luculentia, qua poteram. In quibus alicubi sequebar non 

turn meam conscientiam quam scholasticos quosdam Doctores 

mendicantium ordinum. unde contigit, non omnia ibi scripta solidae 

fuisse veritatis, sed ejus, quae tunc Veritas habebatur et generaliter 

^geiSfis 1 " probabatur. alioqui quae de indulgentiis, purgatorio, confessione, 

eucharistia et papistica potestate scripta inveni, jam coeperam sus- 

pecta habere ex lectionibus antiquorum maxime Augustini 2 ) et 

Origenis, in quibus talia non inveneram dogmatizata. Deprehen- 

iSSuSTet deram enim librum de vera et falsa penitentia non esse Augustini, 

sancti s j c nec ijbrujn de Sacramentis Ambrosii, et Jeronymi quaedam de 

talibus loquentia falso fuisse adscripta deprehendi. Id quod postea 

Erasmus quoque Roterodamus confirmavit et probavit luculentius. 

Et quidem placuit tunc Praesuli doctissimo studium in opere, et 

gratus amplexatus est promisitque propediem synodum Provincialem 

se celebraturum , in quo librum istum sua authoritate, non meo 

nomine, qui junior eram, suis passim parrochis commendandum, 

ut secundum eum praedicarent uniformiter et catholicae, verum 

neutrum postea factum est. 3 ) ob causas quas mihi retulit Episcopus, 



*) Vgl. Herzog: Christoph von Utenheim in den Baseler Beitragen zur 
vaterlandischen Geschichte I. besonders S. 76, 78. Wenn jedoch Herzog sagt, 
P. sei damals zum %weiten Mai im Barfiisserkloster zu Basel als Lector der 
Thcologie thatig gewesen, so ist das ein Irrthum; die Reise mit Cardinal 
Raymund war bloss eine kurze Unterbrechung seiner Wirksamkeit gewesen. 

*) So ward Augustin auch ihm, wie Luther, ein Wegweiser zur beasern 
Erkenntniss und zwar ohne Zweifel in noch eminenterm Sinne, als dies bei 
dem Erfurter Monch der Fall war; denn P., der sich wissenschaftlich mit 
Augustin befasste, war gendthigt, tiefer einzudringcn, wahrend Luther vorerst 
bloss durch die Satzungen seines Ordens mit einzelnen Stellen augustinischer 
Schriften bekannt wurde. Vgl. Kostlin a. a. O. S. 81 f. 

8 ) S. Herzog, Encykl. XVI, S. 790. 



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37 

quia sacerdotes Austriaci dominii 1 ) adhaerentiam habentes Nobi- 
lium et Helvetic] impatientes disciplinae, nojlent se quoquo modo t^ 8 *^;. 
reformari, et Canonici ecclesiae suae majoris exemti essent a sua cl ™* tio ^ u 
authoritate, immediate sub Papa et suo Decano, quibus non refor- 
matis, primis scilicet, nihil de minori clero posset tentari per se, 
quamlibet multa displicerent. 

Cum autem anno 1507 sub diebus festis pascalibus hunc 
offerrem tractatum, colloquium mecum Episcopus exorsus est de 1507 
novitate quadam mirabili, quae coeperat agi Bernae in Conventu 
Praedicatorum Bernensi. 2 ) recitabat earn mihi plus quam per horam, 
et id quidem latine et eleganter. erat enim doctissimus Doctorque ^ e 8 ^ ia 
Canonum, si non utriusque juris, vir grandaevus et optimus. De indicator, 
ea historia, uti nova, nihil audieram antea. sed temporis successu 
jam inchoatam prosequebatur (earn) dolo et malicia monachorum 
cupientium imponere non tantum Bernensibus civibus, sed toti 
Germaniae: durabat impostura cum multorum admiratione toto 
anno, ita ut avunculus quoque Jodocus Gallus e Spyra frequenter 
scriberet mihi, cupiens certior reddi, et alios de veritate suspensos 
certius instituere. cui respondebam multis subinde epistolis, de his 
quae audiebam tantum, idque toto fere anno isto. Contigit autem 
anno sequente 1 508 in Quadragesima, ut Canonici quidam ecclesiae 
majoris mi referent, circumferri libellum scriptum de gestis illis 
Bernensium praedicatorum, quod Episcopo Basiliensi, Praeposito et 
Officiali et quibusdam ex universitate Doctoribus legendum fuisset 
commodatum, idque haberi ab ipsis quoque et lectum. Ego itaque 
qui cupieram semper avunculo certa scribere, audiens haec obtinui 
ab illis, ut biduo mihi legendum cederetur, quod et annuerunt. 
videns itaque historiam scriptum ipsa Praedicatorum manu et 
maxime Doctoris Wernheri, Prioris Basiliensis conventus et Doctoris V D * Wern ; 

' herns prsed. 

Stephani Bernensis, earn ut scripta erat, transcripsi festinanter, in- 
tegre, et altera die librum reddidi. 3 ) Eundemque additis judicii mei 



*) Das obere Elsass. 

8 ) Der beriichtigte Jetzerhandel machte damals mit Recht allgemein von 
sich reden. Vgl. Anshelm'sche Chronik III. und IV. 

8 ) Haller fuhrt im 3. Band seiner Bibliothek der Schweizergeschichte unter 
sammtfichen zeitgenossischen Berichten uber den Jetzerhandel S. 19 ff. auch 



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3 8 

annotationibus cum epistola praefixa transmisi certo nuntio Doctori 
Jodoco avunculo. nee sum falsus aliqua conjectura mea, quin longe 
perfidiora tunc sunt machinati monachi, quam ego credidissem. id 

SoSachor* ( 1 U0( 1 re * probavit exitus et combustio sequens quatuor monachorum 
1509 Bernae, anno sequente, nempe 1 509, ultima die Maji. Earn historiam 
scripserunt multi, Sebastianus Franck et Thomas Murner. sed om- 
nium verissima ea fuit, quam ego ex illorum descripseram auto- 
grapho, sed non finitam. Jam autem 8 vo anno, 1 ) postquam sex 
annis Basileae legeram studiosis, intuitu quietoris loci, 2 ) mutatus 

R mut«ta? sum e Basilea Rubiacum cum quibusdam junioribus studiosis fra- 
tribus, simulque aliunde fratribus junioribus illuc mihi missis, inter 

sebastianus quos erat Sebastianus Munsterus Ingelnheimensis, 18. agens tunc 
annum aetatis, homo studiosissimus et laboriosus et probissimus. 3 ) 
jam autem rogatu Amorbachii senioris coeperam in operibus D. 
Jeronymi adjicere hebraicis literis, quicquid ex sacris Bibliis alle- 
gandum putavit Sanctus, quod ignorantia scribarum alicubi graecis 



diesen an. In der deutschen Ausgabe — spater erschien auch eine lateinische — 
trug er den Titel: «ein erdocht falsch history etlicher Prediger Munch, wie 
sye mit eim Bruder verhandelt haben » u. s. f. Der Basler Prior hiess Wernher 
von Selden. 

*) Also weder 1509 noch 15 10, wie Geiger, Studium der hebraischen 
Sprache, S. 42, annimmt. 

*) Vielleicht auch wurde P. versetzt wegen seiner freundschaftlichen Be- 
ziehungen zum Bischof. Die Ordensobern sahen Solches nicht gerade gern. 

*) Seb. Munster, geb. 1489, wurde bekanntlich im Jahre 1524 Professor 
des Hebraischen (nebenbet auch der Mathematik und Geogrophie) in Heidel- 
berg, wandte sich aber von dort in Folge schnoder Behandlung der Besoldungs- 
fragen bald nach Basel, wo gerade durch Pellikans Wcggang nach Zurich der 
Lehrstuhl des Hebraischen vakant und wo Munster als Mitglied der theolog. 
Fakultat 1552 starb. Vgl. Hautz, Geschichte der Universitat Heidelberg I, 374, 
und Athenae Rauricae 22 ff. Was er als Hebraist und Kosmograph geleistet, 
ist bekannt. Seine Verdienste um das Studium der hebraischen Sprache hat 
Geiger a. a. O., S. 74 ff., in eingehender Darstellung gewiirdigt. Ebenda 
erfahren wir auch, dass Pellikan sein erster Lehrer im Hebraischen gewesen 
und zwar aus einer Stelle von Munsters Vorrede zum Opus consummatum, 
wo es heisst: anno 1509 translatus ad D. Pellicanum indefesso studio sub 
fidelissimo praeceptore prima imbibi rudimenta ac mox animum appuli ad 
Biblicas historias. Indessen hatte Munster ebenso auch die rudimenta seines 
mathematischen und geographischen Wissens Pellikan zu verdanken. S*. unten. 



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39 

Uteris, alicubi ignotis figuris et perperam tractis pinxerant, id quod 
etiam Capnion egerat antea in graecis restituendis. Id laboris in- 
choatum Basileae absoluebam Rubiaci et aeque studiis meis juvabam 
ejus Amorbachii impressuram, atque dum eram Basileae. 1 ) 

Ab anno ergo 1508 usque ad undecimum praelegebam denuo 
studiosis fratribus Margaritam philosophicam totam et Nicolaum Margarita 
de Orbellis in libros sententiarum et Aristotelis. Communicavi <Je orbeius 
Munstero juveni quaecunque habebam hebraica et astronomica, 
quibus adjecit sua quoque meditatione et diligentia, ut evaserit in 
his rebus doctissimus. verum urgebam eum pro virili in Philoso- 
phiam divinam et humanam, quam esset aliquando fratribus quoque 
aliis praelecturus. Id quod et contigit tandem tarn Basileae legend 
Sacra quam Tubingae, ubi reliquum quod deerat Astronomiae 
assequutus est sub praeceptore suo alio Joanne Justingense, de 
quo supra. 

Dum autem adhuc Basileae Lector essem, anno 1507 contigit 
Rubiaci provinciale capitulum celebrari, ad illud jubebar concionem 
latinam parare, Patribus collectis pro more proponendam memoriter, 
id quidem invitus subii, verum pro honore patriae mihi injunctum ^^^i 
detrectare non audebam. Collegi ergo tripartitum argumentum tuli Rubiac - 
fratribus proponendum; dicendum mihi putabam fratribus de cha- 
ritate , Minoribus de humilitate , de observantia nuncupatis de 
disciplina morum. Quia autem memoria multa cogitanti succurrebat, 
videns charitatis tractatum prolixiorem evasisse, quam ut ceteras 
infra horae spacium dicere possem, peum rimum tractatum me- 
moriter recitandum didici: sed tamen reliquos de humilitate et 
disciplina, aeque mihi visos necessarios auditu, scripsi quidem et 
tripartivum implevi, paratus illos quoque vel inter prandendum 
legere, sed non erat oportunitas, et ego gaudebam semel exone- 
ratum me dimitti, ne irritare crabrones velle viderer. Improbabam 
enim in tertia parte arrogantiorem istum titulum, quo sese de Minontani 

. . . de Obser- 

Observantia cognominabant, regulae quidem Franciscanae : in qua vantia 
professio evangelicae vitae initio et fine suis commendatur atque 



*) Die Bestatigung dieser Aussage finde ich in einem Brief P. an Joh. 
Amerbach (Ruffach d. 29. Aug. 1509), s. Basler Bibl. G. II, I3«. Vgl. auch 
Geiger a. a. O. der Jahrb. S. 191. 



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40 

observanda docetur. ctfpiebam eum titulum non jactari ab vere 
humilibus. verum quae dicendae conscripseram et non dixi tunc, 
ea sequentibus annis alii quidam a me conscripta in provincialibus 
Capitulis, me ardentius, retulerunt Patribus et inculcaverunt effi- 
cacius. *) 
1608 Anno autem 8. me existente Rubiaci, contigit aviam meam 

^teriufc^to autumnal itempore quodam die pro suo more campum explorare, 
campo jacet cum csset octogenaria et amplius, colligendo herbas et radices, 
quibus semper fuerat flelectata, facta est tempestas gravis pluviae 
et tonitruorum, ut sola in agro territa caderet et sic per noctem 
mansura foris erat. Id ipsum mater mea, ejus filia, vidua, animad 
vertens anxio, a sculteto obtinuit viros, qui matrem non redeuntem 
de foris noctu quaererent, non prorsus opaca. qui cum matre mea 
exeuntes vagantesque et quaerentes earn invenerunt jacentem et 
stupentem, quam domum reducentes, aliquamdiu aegrotam fovit 
mea mater, scd aliquantisper convaluit, sequenti vero anno naturae 
Deoque concessit, feliciter, qui fuit dies 1509. 29 Julii. 
i5io Anno decimo mense Augusto die XXX. Felicis et Adaucti 

nuptias celebravit soror mea cum honesto viro calceario, nato ex 
oppido Gebwiler, Theobaldus Wolfhart nomine, honesta familia 
natus erat, fratrem habuerat praedicatorium et alios, cum quo 
habuit primo quidem filiolam Margaretham elegantissimam, sed quae 
immature obiit, quarto fere anno aetatis suae. (Jodocus Gallus 
adnotavit diem sponsaliorum sororis meae ad 6. diem Septembris 
et nuptias ad diem X. ejusdem, cui credo magis. Eodem anno 
D. Jod. fuit in synodo Coloniensi.) 

Eodem anno jussus sum praeparare me ad orationem latinam, 

Tubin^Jse declamandam coram doctis studii Tubingensis, ubi erat celebrandum 

capitulum provinciale Minoritarum post Pasca; argumentum pro- 

0r s a tudiis e P osu i tractandum de sobrie sapiendo non tantum in moralibus, 

emendandis se( j mu l t0 ma gis etiam in disciplinis. id autem prosequebar per 

omnes artes liberates, in quibus nimia curiositate omnia pertur- 

barentur. nominatim in Grammatica, Dialectica, Rethorica, in 

Theologia quoque, quam veram (et linguas ad veram necessarias) 

negligerent studiosi, inutilem autem et disceptatricem philosophicam 



*) Eben Sebastian Miinster, s. unten. 



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4i 

et scholasticam Theologiam sectarentur; in Astronomia quoque et 
Poetica, quamvis Poetarujn dente lacerari timens, contra eos tutius 
putarem tacere quam loqui .vel quicquam scribere. Earn rescriptam 
et memoriae commendatam impetravi ob verecundiam non dici, 
quandoquidem eximius alius praedicator, Daniel Agricola dictus, A Da ^f a 
suam quoque declamationem dicens in choro, parum laudis et 
gloriae reportavit, me quoque deterruit, ne periclitarer magis vere- 
cundum. Ea tamen fuit rescripta a pluribus oratio, sed ut prior 
quoque perdita est mihi. 

Anno undecimo erat celebrandum Capitulum provinciale Ba- 1511 
sileae, in quo Sebastianus Munsterus jussus declamare sermonem 
latinum, obtinuit a me conscribi illam, quam postea dixit feliciter 
— sumpto themate ad Patres, quando misi vos sine saculo, pera 
et calciamentis, num quid defuit vobis aliquid, dicunt ei, nihil. 
Luc. 22. Eodem capitulo vel conventu Basiliensi ordinatus fui ex hnc ^ 

.... . evangelio 

Gardianus Pfortzensis. ibi enim a fratribus electus eram, dum 
aliquot mensibus Provinciali socius secretarius adsumptus fuissem, 
qui erat Bartholomeus Wyer. Postquam igitur non integris annis Barth. wyer 
tribus 1 ) Rubiaci praelegissem, veni ad Pfortzen, assumpto mecum < ^^^ UB 
socio et subdito et chariore discipulo Sebastiano Monstero, non- ordinatus 
dum sacerdote. perveniumsque ad Pfortzen Kalendis ybris anni 
151 1. Ubi concertatio inchoata fuerat inter plebanum et mendi- 
cantes, fratres Praedicatores et Minores. Pro concordia vero missus 
est ab Episcopo Spirensi Philippo a Rosenberg avunculus meus 
D. Jodocus Gallus, qui conciliavit partes et Uteris confirmavit in 
conventu Pfortzensi 14. die Novembris, non mecum hospitatus in 
monasterio, 2 ) sed in proximo hospitio publico, et de meo statu 
non modicum gavisus, quern et Episcopo commendavit Spirensi, 
ut is me multum amarit, et fratribus meis gratiosus fuerit, et 
eleemosinis benefecerit, et inter suos, ut dicebat, fratres com- 
putarit. 3 ) 

Hujus anni initio obiit amicus singularis meus Conradus j^SJjJJJJ, 
Leontorius Mulbrumiensis monachus in Arcta valle prope Ba- 

*) tribus ist hier im Manuscript falschlich in sex corrigirt. 

8 ) Weil Pcllikan in dem Streite Partei war. 

8 ) Phil, von Rosenberg war bekanntlich auch der Protektor Capites; s. 

Baum: Capito und Butzer S. 12. 



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42 

sileam 7. Januarii. 1 ) Februarii 23. die nuptiae celebratae Ludovico 
Palatino et deinde post octo dies vel 12 Ducis Wyrtenbergensis 
Huldrici : cum duabus sororibus Ducis Wilhelmi Bavari in Monaco, 
filio et filiabus sororis Maximiliani Cesaris, cum maxima pompa, 
parva fortuna. Id quod tunc quoque erat in anguriis. 2 ) In Junio 
post visitatam patriam suam Jodocus Gallus cum Jacobo Wim- 
flingio, visoque Murbaco et Marbaco monasteriis, Argentinam per- 
veniens gravi sua podagra laboravit, usque ad finem Julii ibi jacuit, 
navigioque reductus est Spyram. Quern postea Pforcensis jam 
p"r n °jod. Gardianus visitavi in Septembri 23. die, ut ipse annotavit in suo 
Galium Ji ar j memoriali relicto nobis. Ejus anni 27. Aprilis obiit Archi- 
episcopus Trevirensis, Jacobus Marchio; electus postea 19. die 
Maji 3 ) alius a Gryffencloe. 
1512 Anno 1 5 12 undecima Octobris descendi Spiram in causa 

conventus, hospes per noctem in Bruxella apud concionatorem 
Wo c»pito ,1B Wolffgangum Capitonem, Baccalaureum Theologiae : 4 ) Is me 
seorsum accipiens, secreto quaesivit, quid sentirem de eucharistiae 
sacramento et de corpore Christi. respondi: invitum me de Doc- 
torum opinionibus circa hoc cogitare, scandalizatus a Joanne Scoti 
in 4. sentenciarum, ob tres opiniones recitatas. ego priori libentius. 
quam teniae inhaeream: intelligens panem et vinum esse sacrae 



1 ) Der Humanist Leontorius, der Verehrer des Bischofs Christ oph von 
Utenheim, war oflenbar Einer von Denen gewesen, mit welchen P. wahrend 
seines ersten Basler Aufenthaltes am meisten verkehrte. Der sprachenkundige 
Mann war sehr vertraut auch mit Reuchlin, Wimpheling und Seb. Murrho. Nach 
dem Kloster Engenthal bei Basel, welches die Gelehrten Engedi oder arcta 
vallis nannten, und wo Leontorius Beichtvater der Beginen war, schickte Joh. 
Amerbach ihm seinen Sohn Bonifacius zur Erziehung. Vgl. Basler Beitrage 
zu vaterl. Gesch. I und II, 173, 174; ferner Geiger, Reuchlin, 43 und 184; 
Stockmeyer und Reber a. a. O. S. 47. 

2 ) S. Einleitung. 

8 ) Jncobson gibt, in seiner Arbeit uber das Erzbisthum Trier in Herzogs 
Realencykl. XVI, als den Tag der Wahl von Richard Greiffenklau, dem Nach- 
folger des Markgrafen Jakob von Baden, den 14. Mai an. 

4 ) Ueber Capitos hebraische Studien s. Einl., wo von Pellikans Antheil 
an Capitos Psalmenausgabe die Rede ist. Joh. Fabricius Montanus (s. Einl.) 
spricht davon, P. und (der ebenfalls 1478 geborne) Capito hatten schon fruher 
familiariter mit einander verkehrt. Es kann dies nur in Basel geschehen sein, 
wo Capito studirt. 



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43 

rei, idem crucifixi corporis et effusi sanguinis Sacramentum i. e. sacrum 

signum, et esse invisibilis divinae gratiae in Christo visibilem formam 

et nutrimentum animae spirituale et per fidem, et non aequivoce 

dici nomen Sacramentum de eucharistia et aliis sex sacramentis. 

Id quod Scotus contendit, ut puto, invitus. Audiens haec Capito 

respondit, nihil aliud sibi videri, vel se posse intelligere. 1 ) Haec 

tibi, charissime fili Samuel et Conrade nepos, scribo, ut intelli- 

gatis, quamdiu de hac re et papistico articulo dubitare coactus c °°™ c ^ ia a 

sim contra consciehtiam, quam Papa tenebat captam. In eo et 

aliis quoque huic similibus articulis, ut erat de confessione auri- ^'Xris 

culari omnium peccatorum, necessaria ad salutem, quia in Patri- 

bus Sanctis Augustino et Hieronimo etiam Chrisostomo, quos 

legeram omnes, nihil tale inveneram, cum essent et merito habe- 

rentur catholicae doctrinae antesignani illustrissimi et maxime 

authoritatis et fidei, contra quos et Berengarium, illis assentientem, 

Romani et Parisienses Theologi tantopere militarunt, ad jacturam 

fidei et conscientiarum cauteriatos nexus. 

Eisdem quoque diebus descendi Wormaciam et judaicam wormatia 
Synagogam praeceptoremque meum, Vigilium Wacker visitavi, 
a quo libellum intitulatum Dyonisii accepi, ubi probabatur eum 
Dionisium Parisiensis monasterii patronum non fuisse areopagitam, 
discipulum Pauli, sed alium quempiam graecum, qui post tempora 
Apostolorum longo tempore sua scripsit. 2 ) Rediens accessi Epis- 
copum Spirensem ad Vodenheim de Rosenburg, humanissime re- 
ceptus, et eleemosinam pro fratribus liberalem assequutus. 

In principio Marcii translatus est M. Wolffgangus a Bruchsella w <>if. capito 
ad Basileam, ut esset Praedicator in Cathedrali Ecclesia Basiliensi. 3 ) 

*) Das ganze hochst interessante Gesprach der beiden angehenden Reforma- 
toren theilen wir im Anhang in extenso aus der in der Einleitung angefuhrten 
historica oratio des Fabricius Montanus mit. Die Behauptung desselben, er 
habe es nach P's eigener Erzahlung niedergeschrieben, verdient urn so weniger 
angezweifelt zu werden, als der eigene kurze Bericht P's, mit dem in der hist, 
oratio Enthaltenen durchaus ubereinstimmt. Nach Fabricius erzahlt auch Baum 
a. a. O. S. 14 von dem Gesprach. 

2 ) Die Dionysiusfrage war von Laurentius Valla aufgebracht worden und 
beschaftigte gerade damals auch den Erasmus. 

8 ) Mithin behalt Geiger Recht mit der a. a. O. S. 43 gegeniiber von 
Baum aufgestellten und aus einem Briefe des Erasmus begrundeten Vermuthung, 



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44 

Obiit Doctor Pallas 1 ) hoc anno 17. die Julii, qui Rector erat, eo 
tempore, quo incriptus fui Matriculae universitatis Heidelbergensis. 
cui cum cognomen adjicere debebam Conrado, ex parentela Kursner, 

„PeUicanu8 tt adfuit avunculus, contendens, non pellifex es, nee eris, nee pelli- 
ficis Alius, non ergo latine pellificis cognominaberis, sed Pellicanus. 
hinc nobis nostrum cognomen ortum est, et sic inscriptum invenitur 
illic, pro anno 149 1. in principio Maji. Is Doctor in exequiis do- 
minae Margarethae, uxoris Palatini Philippi, orationem habuit fune- 
brem, postea statim impressam, cum carmine quodam ad laudem 
ejusdem Ducissae, matris multorum ducum, quod erat compositum 
et appensum a r ratre meo, piae memoriae Leonardo Pellicano ; cujus 
quoque tetrasticon invenies inter Wimpflingii discipulos, in suo 
libello de juventute instituenda, impresso non semel. Eo anno 
praelegi Pfortzae fratribus junioribus scriptum breve super sententias 
^Nyw 8 Nicolai de Nysa, utilius et brevius reliquis omnibus in sententias. 

^feiSsTo. l e §? rnagnam partem historiae Hirsaugiensis Jo. Tritemii , olim 

Trlt * Abbatis Spanheimensis, quern ibidem olim videram cum F. Paulo 

Scriptoris in quadam visitatione ejusdem monasterii anno 1496 sub 

Abbate Blasio. 2 ) erat vir eximiae staturae, integrae tunc aetatis et 

BaseiiuB humanus, minime fastuosus. Erat ibi Nicolaus Baselius, amicus 

meus et librarius, homo doctus valde, et historicus imprimis. Pfortae 

GerbeSus erat Nicolaus Gerbelius, vir doctus et humanissimus, sed abiit 

Viennam Pannoniae, ubi Doctor Canonum factus, post paucos 

annos rediit, et Argentinam sese contulit, episcopo Argentinensi 

casp. oia&er serviens in reddendibus legibus. et Caspar Glaser, syncerus amicus 
mihi, qui in Baden ludi magister et Canonicus, tandem paedagogus 
ducum Bavariae et palantinorum apud Hunesruck. ambo hodie 
superstites optimi viri, et veritatis amantissimi. 3 ) 

Capito sei schon 151 3 von Bruchsal nach Basel gekommen, und kann man 
es als erwiesen ansehen, dass Capito in jenem Jahre bei Adrianus Hebraisch 
gelernt. 

*) Pallas Spangel, der Lehrer Melanchthons; vgl. Haut%, Gesch. der Univ. 
Heidelberg, und Schmidt, Phil. Melanchthon, S. 7; sein epitaphium findet sich 
abgedruckt in der Biographie Pellikans bei M. Adam: vitae German, theol. 263* 

*) Nach Wagenmann war es gerade Abt Blasius von Hirschau, der den 
Tritheim zur Abfassung seines bekannten chronicon Hirsaugiense (spatere Auf- 
lagen: annales Hirsaugienses) veranlasste. Herzogs R.-E. VI, 145. 

3 ) Gerbel in Strassburg, Glaser in Zweibrucken. Mit Beiden unterhielt 



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45 

Circa initium Julii finita sunt comiitia imperii in Treveri. 
ubi mortuus est comes ab Hohenzolern 1 ), quern videram primum Comes s 



Zolern 



pustulas habentem dudum 1496. Rotenburgae ad Neckarum, magni 
nominis apud Maximilianum Cesarem, quern dicebant Treveri qui- 
dem occisum, sed mortuum, cadaver relatum ad sepulturam ma- 
jorum in Hechingen, per noctem hospitatum fuit in monasterio 
nostro, comitiaque translata ad Coloniam, ad mensem Septembris. 

Anno 15 1 3 obiit reverendissimus Episcopus Spirensis Philippus p,^^ 
a Rosenberg, amicus gratiosus, tertia februarii. Cujus duodecima g^ns"/ 
die postulatus est ad Episcopatum Spirensem Georgius, frater Pa- 
latini, praepositus Monguntinus. 2 ) ejusdem 20. die obiit Julius Papa psp * b j5 Uus 
secundus, die Sancti Mathiae interfui Heidelbergae revc>cationi Wi- 
gandi, praedicatorii Doctoris, apostolica authoritate coacti ad hoc, ^J5S?«Sor 
ad instantiam Minoritarum, qui et eandem prius fecerat Romae, 
anno praeterito 22. Octobris. Post quam revocationem Spiram ivi 
ad avunculum, deinde redii ad locum meum Pfortzen. undecima 
Marcii fuit electus Romae Papa Leo decimus, Cardinalis de Medicis. 
Interfui Capitulo provincial in Rietfeld, prope Nuwenstat. sequenti 
die S. Georgii, pruina devastavit vites per totam Germaniam, verum 
multis in locis nova femina pullulancia divitem vindemiam protu- 
lerunt. Quinta decima die Decembris in Angaria fui Spirae cum 
ordinandis, commodatum mihi Psalterium chaldaicum Botken, ^SuSS 
Romae impressum, hoc est Indianum. 3 ) Noctu in domo avunculi 
didici legere earn linguam, et sic intelligere, ut duos primos psalmos 
ea nocte antequam dormirem interpretarim : de quo stupefacti avun- 



Botken 



Pellikan auch spater noch regen Verkehr. So befindet sich in der Simler'schen 
Sammlung u. a. ein Brief Glasers vom Jahre 1536. In demselben erinnert 
G. Pellikan an jene Pforzheimer Zeit, wo sie beide und Gerbelius es geahnt 
hatten, dass von den Schriften des Erasmus eine grossartige Bewegung aus- 
gehen wurde. 

*) Eitel Friedrich IV., durch den das Reichskammereramt an das Haus 
Zollern gekommen ist, Vater des unter dem Namen «Eitelfritz» bekannten 
Freundes Carls V. 

*) Ruhmlich bekannt durch sein gerechtes Urtheil im Reuchlin'schen 
Prozesse. S. Geiger a. a. O. und das, was P. sofort weiter unten uber 
ihn sagt. 

8 ) Joh. Potken hatte das Aethiopische falschlich aramaisch genannt. Vgl. 
Geiger, Jahrb. fur deutsche Theol. 1876, S. 215. 



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4* 

cuius, et D. Decanus Spirensis donarunt me eo libro. composui 
ergo statim domi ejus linguae dictionarium, et partem grammatices, 
satis alludente ea literatura ad hebraicum modum, in Uteris servi- 
libus et radicalibus. rediens vero ad Pfortzen, per Bruchsellam, 
invitatus dominica die ad prandium ab Episcopo Spirensi novo 
Georgio Palatino, in mensa ejus comedi ad latus ipsius humanissime 
tractatus, ut erat princeps ex genere suo clementissimus. 
let* Anno 1514 causa Doctoris Joannis Reuchlin et Praedicatorum 

capnicmis tractata fuit Spirae per commissarios papae. Octava die februarii 

^""opus 8 obiit archiepiscopus Vriel Monguntinus 1 ), in cujus locum electus 
vel postulatus in martio 9. die Albertus Marchio Brahdenburgensis. 
Mense junio excitata turba in Ducatu Wirtembergensi der arm 
Cuntz dicta. 

Mense Augusto celebratum capitulum Minorum in Conventu 

HeideiWga Heidelbergensi, ubi electus est in provincialem vicarium, pater 

Pro^ufciaTis ^ as P ar Satzgerus, Landshutensis natione, sed qui fuerat jam Gar- 
dianus Monacensis, vir religiosus, doctus Theologus, eximius prae- 
dicator, et humanus valde. Is ibi rogatum me habuit, ut obmisso 
gardianatu Pfortzensi, in quo alioqui per fratrum vota continuandus 

Provinciaiis eram dignarer in officio Provincialatus esse socius secretarius et 

Viri Socius ' c> 

scriba, cum tertio • fratre utriusque ministro, statim laetus ego pro 
liberatione tarn a difficili officio gardinatus, sponte obtuli me ad 
ejus obsequium, caritatem et officium. Soluto capitulo ipsum 
statim Ulmam versus sequuturus. Spiram ex Heidelberga abii, vale- 
dicturus avunculo, deinde rediens ad Pfortzen, dispositis rebus 
accinxi me ad iter versus Tubingam ad Ulmam, ubi Provincialem 
inveniebam; ibi habita otii oportunitate, rescripsi hebraica quae- 
dam, de gratia et communicatione optimi Cantoris Ulmensis, domini 

Diet. hebr. Joannis Beham, nempe vocabularium hebraicum abbreviatum ex 
libro radicum R. Davidis Kimhi, et fragmentum grammaticae cujus- 

gram. hebr, dam elegantis, quae incipiebat ^n HN JinjH de artificiosa con- 
jugation verborum, cum varietate verborum et formarum, simul 
quoque regularum, per omnes ordines et modos. Alium quoque 
libellum rescripsi ab eo, carmen disciplinae pro moribus, 1 30 ver- 
suum, R. Josephi Esopaei provinciaiis, Judaei, quern jam ante D. 



*) Ebenfalls bekannt aus der Geschichte Reuchlins. 



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47 

Jo. Reuchlin latinum fecerat, versibus eruditione plenus, Phortzae 
impressum, quern vocavit Scutellam auream. Rescripsi parabola^ ^SJea* 
quinquaginta sententiarum moralium, juxta 50 discipulos. Alium 
quoque tractatum de decern numerationibus, de anima quoque 
philosophicum, omnia hebraica. Ad festum Michaelis per Wysen- 
horn, Closterbiiren et Otterbiiren monasterium egregium S. Bene- ottenburen 
dicti , ubi Abbas Leonardus et Cellarius Nicolaus Ellenbogen E SenbSgen 
hebraice doctus 1 ), viri optimi et religiosi, pervenimus Campidonam. 
Post festum Francisci arripuimus iter difficile et longum versus 
Brixinam, ubi monasterium Clarissarum visitandum erat. Transi- 
vimus autem per Ftisen fauces Alpium, ubi Lycus 2 ) erumpit, hos- Ffl8en 
pitati in monasterio Sancti Mangoaldi ab Abbate amicissime. Deinde 
versus Ynsbruck itinere proximiore et publico, hospites suscepti a n»i>ruck 
thesaurario nobili Cesaris Maximiliani; inde per Matra et Stein 
pervenimus ad Lug, deinde superando montem Brenner, ad 
Stertzingen, et secundum flumen Isaar ad Brixinam perventum 
est. Ibi familiaritate doctoris Sebastiani Stamleri, Augustiniani, illic ^sSmie" 118 
in Brixina Canonici, assequutus sum Portam lucis Rabi Joseph 
Castiliensis, interprete Paulo Rytio, quern tractatum satis prolixum r*^ 8 
rescripsi, postea a Paulo Rytio editum per impressuram. Sed et 
ibi legendum accepi Paulum de Heredia Hispanum de mysteriis P Heredia° 
cabalisticis, librum, dudum impressum in Italia egregium, sed antea 
et postea mihi nunquam visum, quern promiserat legendum mihi 
Doctor Canonicus alius, Ambrosius Hippenhofer vel Hieronymus. 
Expletis negotiis, redivimus per viam eandem usque ad Matram, 
deinde per anconas Alpium pervenimus ad Schwatz, hospitati apud 
Minores ibidem, in novo monasterio eleganti, de provincia non 
nostra, sed Austriae. Unde proxima via per alpes juxta lacum S. 
Petri et per Stubam, sine fornace, quod est locus horribilis deserti 
sic dictus, pervenimus ad Tegrense egregium monasterium, et Tegrensee 
antiquae religionis Sancti Benedicti, ubi omnium Sanctorum festum 
celebravimus, cum honestissimis viris, tractati humanissime. Hinc 
pervenimus Monacum, urbem elegantissimam, opulentam, et in Monacum 



*) Vgl. Geiger: oster. Vierteljahrsschrift fur kath. Theol. X, und Jahrbr. 
fur deutsche Theol. 1876. S. 213. 
2 ) Lech. 



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victualibus nulli in Germania secundam, potu et cibis. Quatuor 
fere ibi absumptis hebdomatibms, et bene tractati a sorore Maxi- 

Ss^sorSr m iliani> Domina Kunegund, vidua sancta, matre Principum trium, 

cesaris hactenus viventium in Bavaria, processimus ad Frisingen. Hospitati 

in profesto Andreae apud Wysteffel egregium illic monasterium 

S. Benedicti. Ibi vidimus antiquitates quasdam memorabiles, sicque 

pervenimus ad Landshutam urbem pulcerrimam, sedem Ludovici 

Ducis Bavarici; ibi nihil praeter negotia publica agentes, excessimus 

Keihem tandem versus Kelhem oppidum in confluentia situm Altmiilii 

Ratisbona fluminis et Danubii. inde descendi Ratisponam, audiens hebraicam 

haberi Bibliothecam apud praedicatores. ubi vidi non solum 

hebraica Biblia tota, sed et totum Thalmud, in 6 partes distinctum, 

cum^uxJi. una cum dictionario talmudico, omnia manuscripta. Rogavi, ut 
transscribendum mihi dictionarium permitterent sub cautione 
sufficiente, quam promittebat Guardianus Chalemensis 1 ), sed recu- 
sarunt oflicium monachi, suo more fastuosi et stolidi, canes ad 
praesepium, quandoquidem ne unus quidem monachorum literam 
callebat hebraicam. Redii navigio ad Chalhem, expeditisque negotiis 
iter arripuimus per Voburg castrum, ad Ingolstadium. ubi aliquot 

joh. Eckius diebus agentibus nobis pro more, Dominus Doctor Joannes Eckius 
a multis annis mihi familiaris 2 ), dictionarium hebraicum quoti- 
dianae locutionis mihi rescribendum liberaliter contulit. Inde per 
Berengriess et Berchingen pervenimus ad Frystat, ad monasterium 
montis prope Mengen, ubi brevibus expedito negotio, per Neuw- 
Amberg marckt pervenimus ad Ambergum, egregium oppidum, deinde visi- 

Nuremberga tatione expleta, per Sultzbach, Hersbruck et Lauffen, Nurembergam 
pervenimus ; ibi multa notatu digna vidimus, in primis pictam 

joh. stabiusjussu Cesaris Maximiliani, studio autem opera Jo. Stabii, historiam 
totam vitae et studiorum ejus, pictura elegantissima, bella, trium- 
phos, pericula, venationes, aucupia, nuptias Cesaris, et hujus modi 

Bomberga artificiosa multa valde in urbe. inde cum oportunitate Bombergam 
pervenientes, ibi virum inveni hebraice studiosum Cesarem cogno- 
minatum, cui erat egregia quaedam grammatica hebraica, satis 



*) Der Guardian des Kelheimer Franziskanerklosters. 
2 ) Johann Eck hatte mit P. in Tubingen studirt. Vgl. die grundliche 
Biographie Ecks von Wiedemann, Regensburg 1865. 



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49 

copiosa ex qua quaedam excerpsi. inde ad novam Civitatem ad NovaCivitas 
flumen Eysch 1 ) accessimus officii nostri gratia, ibi tunc 2 ) vivebat 
adhuc Elias Levita Judaeus, non dum grammaticus, ideoque mihi 
ignotus, qui tamen cum aliis Judaeis post mortem Marchionissae 
de Brandenburg, tunc ibi residentis vetulae, per filium successorem 
Casimirum vel Georgium expulsus, Italiam petiit, ubi Hebraeorum 
Grammaticam didicit primum; deinde ibidem quoque expulsus, 
Romae eandem docuit Christianos, donee ibidemque expulsus est, 
non modico urbis et sui damno. De monasterio Rietfeld, per 
Wynsshem, Rotingen et Mergenthum, Kruten et Schonouw Heil- 
bronnam pervenimus, peractaque visitatione, pertransito Krachgouw, 
Heidelbergam devenimus ad festa Pascalia, quibus finitis navi per- 
venimus ad Openheim, deinde ad Mogunciam. cumque otium per- 
mitteret Franckfordiam adii, a Judaeis aliquid ibidem inquisiturus ; Fraukford 
sed indoctos omnes inveni, quamlibet Rabinos convenissem duos, 
R. Nathan et R. Meyer: vacuus ergo redii, et per Ingelnheim 
pervenimus Crutznacum. ibi captata licentia, adii Abbatem Spon- spanheim 
heimensem, doctum quid em virum, sed successorem Joannis Tri- 
temi, qui jam Wirt zburgam translatus erat ad Schotos Abbas; vidi 
autem in Spanheim bibliothecam aedificio pauperem et contempti- 
bilem, sed libris antiquis, optimis rarissimisque in omni literatura 
nobilissime decoratam; ubi notas Senecae vidi, alias nunquam, et S enecae 
veterum Musicam artem egregiam, egregia multa, sed non datum 
est multis ibi haerere horis. A Crutznaco per Kirchen, Heneow, 
Lyningen, Berckzabern pervenimus ad Wysenburgum; ubi Diem wysenburg 
corporis Christi celebravimus ab Abbate invitati, juvene viro, qui 
postea mutavit monasterium Ducale • enedictinensium in Canonicos, 
factus praepositus. erat pro oppidi parvitate mirus numerus Mo- 
nachorum fratrum et sacerdotum in processione, sed praeter morem, 



*) Neustadt an der Aisch bei Nurnberg. 

*) Wenn die Angaben Geigers (Studium der hebr. Sprache S. 56) richtig 
sind, so ist P. hier in einem Irrthum befangen. Geiger berichtet, Elias Levita 
sei schon im Jahr 1504 nach Padua gezogen und 15 14 bereits seit mehreren 
Jahren in Rom gewesen. Uebrigens sagt ja P. auch nicht, er habe Levita 
gesehen. Er erinnert sich bei Anlass des Ortes bloss an die Beziehung des- 
selben zu dem grossen Grammatiker, nimmt an, derselbe sei damals noch dort 
gewesen, und bedauert, seine Bekanntschaft nicht gemacht zu haben. 

4 



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50 

omnes sine ornamentis sacris, praeter Abbatem et suos ministros, 
res mihi prius non visa. Profecti inde per monasterium sanctae 

zabernia Walpurgis, Zaberniam Alsaticam pervenimus. deinde per Alsatiae 
Barr montana pervenimus ad Barr ad monasterium S. Uldarici, unde 

KeiserBberg deinde Keisersbergam attigimus et monasterium vetustum Allspach 
Clarissarum, olim Benedictinensium , visitavimus. Quo confecto, 

R Basu 5 ea m Rubiacam patriam pervenimus. deinde peractis negotiis Basileam, 
ubi tunc imprimebatur Erasmi novum Testamentum cum anno- 
tationibus, novum et utilissimum opus. Navi descendimus Argen- 
tinam usque ; ibi hospitati apud militem Johannem Bock, provin- 

d. Georgius cialcm Georgium doctorem Minoritam visitavimus , et honeste 
praeter morem tractati fuimus, et ad coenam suscepti, cum suis 

Fre b^g rs " quibusdam Doctoribus; inde ad Fremmersbergense heremitorium, 
pfortzen prope Marchionis Thermas, negotia prosequentes, Phorcen per- 
venimus, officioque transacto, Leonbergam vidimus et deinde 

pfumngen Tubingam; quo loco visitato, dum apud Clarissas in Pfullingen, 
visitationi instamus, papale mandatum praesentatur nobis pro 

Friburgum reformando conventu Minoritarum in Friburgo Brisgaviae, infra 
terminum triginta dierum expediendo, mahdato quoque addito 
Caesaris Maximiliani. Assumtis ergo fratribus paucis de Suevia et 
convocatis aliis ex Alsatia, dum illi vocantur, nobis transeunda 
erat silva Hercinia, per Horb et Dornstett, per vallem quoque 
dictam das Kynntzgertal, per Alperspach, Haffla, Wolffach et Gegen- 
bach, per Schuttern quoque monasterium. cum ejusdem Abbate, 
qui negotii erat commissarius Papalis et Caesareus, pervenimus 
Friburgum et monasterium sub cantata Missa in Die transfigurationis 
intravimus, Minoritis illis ignorantibus. Quibus ad locum capituli 
convocatis, per Commissarium et urbis Magistratum rogabantur, 
ut sese paterentur reformari ad honestiorem vitam et observantiam 
regularem, manerentque cum novis nostris fratribus ; id si recusarent 
agere, excederent loco jussu Papae et Caesaris. Illi vero recusantes 
utrumque maluerunt abscedere loco. Id quod ad unum omnes 
egerunt, sicque monasterium fuit commendatum regimini Reforma- 
torum provincialis ; ubi necessariis rebus ordinatis, et demissis no- 
lentibus remanere, cursum nostrae visitationis ex officio resumpsimus, 
redeuntes per Silvam Herciniam, Tubingam et Pfullingen, Alpi- 
1515 busque superatis Ulmam pervenimus. Sicque primum cursum visi- 



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5* 

tationis absolvimus et secundum ibidem inchoare debuimus pro cl f r e B C u 8 nd ^tei. 
officio. Itaque circa Kal. Vllbris, visitatis secundo monasteriis tationi8 
duobus, Fratrum Ulmae et Clarissarum in Sefflingen, denuo per 
Closterburen et Ottenburen Campidonam redivimus, postque festum 
crucis iterum per Fiesen ad alpes transcendendo pervenimus ad 
Insbruck. ubi jam latissima fama spargebatur, vicisse Caesarem 1 ) 
Helvetios, et occidisse XVIII. millia Schwitentium ; 2 ) transito iterum Heivetu cesi 
monte Brenner per Lug et Stertzingen, Prixinam pervenimus. im- 
pletoque officio consueta jam via redivimus ad Schwotz, per Hall 
oppidum, consequenterque secundum Oenum 3 ) fluvium navigabilem 
transitis oppidis Rotenburg, Koppstein, per Rosenheim pervenimus 
usque ad Wasserburg. Hinc versi ad Monacum transivimus mo- 
nasterium Ebersberg, ubi alloquutus monachum Nicolaum 4 ) he- Ebersberg 
braice studiosum, aliaque rescribenda ab eo suscepi, argumenta 
scilicet in libros duos perplexorum Rabi Rambam 75 et 38 capitum, 
cum dictionario explicante difficilia verba ejusdem libri. quae Mo- 
nad rescribens remisi gratissimus sancto viro exemplar suum. a 
Monaco, visitatis duobus pro more monasteriis, descendimus iterum 
per Frysingen ad Lantzhut, deinde ad Calheim. jam tunc secundo 
Ratisbonam descendi, assequutus epistolam promotorialem Episcopi 
Spirensis Georgii Palatini ad fratrem suum Episcopum Ratis- f^ 1 ^™ 
ponensem Joannem, quam per avunculum meum Jodocum Galium 
fueram assequutus, qua epistola agebatur, ut Dominicastri Ratis- 
ponenses non negarent mihi exemplar Dalmudici Dictionarii rescri- c ™ potion 
bendum et tuto restituendum. id tamen difficile nihilominus im- 
petrabam, sed tamen dederunt sine requisita intercessione Episcopi 
sui, nolentes negotium devolvi ad Episcopum, vel ab eodem compelli 
vel rogari. clanculo mihi librarius codicem tradidit rescribendum, 



l ) Sic! 

*) Die Schreckenstage von Marignano (13. und 14. September 1 5 1 5) sind 
mit 7000 Todten blutig genug in die Geschichte der Eidgenossenschaft ein- 
geschrieben ! 

8 ) Inn. 

*) Der oben angefuhrte Nikolaus Ellenbogen. Es kommen iiberhaupt bei 
dem Bericht uber diese zweite Visitationsreise eine Menge von Orten und 
Personen vor, die Sasger und sein Amanuensis schon das erste Mai besucht 
hatten, 



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5* 

eum itaque mecum gestans, habita oportunitate transcripsi, et anno 

posteriore remisi exemplar. A Chalheim iterum Ingolstadium peti- 

vimus, deinde ad Ambergam per Mengenberg Heremitorium tran- 

sito iterum novo Castro sicqueNurembergampervenimus. Illucvenale 

hebr at cum' advenerat de Veneciis Pentatheucus cum megillis hebraice impressa, 

t *? 1 sii et cum chaldaica translatione Onkeli et commentario R. Salomonis, 

impressa eodem anno 15. Eum mihi codicem emit soror Birck- 

B?w*he!L hemcri, Charitas, Abbatissa ad S. Claram. 1 ) Is mihi liber ut Croesi 

divitiae erat, si quidem ad illud usque tempus, praeter nuda parva 

Biblia hebraica nihil habebam; ditatus igitur hoc thesauro quern 

in humeris gestabam ligatum, Bombergam denuo invisimus, sub 

isle initium anni i6 ml , consequenterque per Rietfeld, Heilbronnam, Bun- 

niken, Pfortzen peragratis, Heidelbergam , deinde ad Oppenheim 

et Mogunciam festinantes pervenimus ad Crutznacum, circa medium 

Quadragesimae, unde ascendentes per novam civitatem, ad latus 

Spirae, ubi vidi filiam Doc. Jodoci sanctimonialem de tertio ordine 

C *imSta na S- Francisci, egregiam honestam personam, nomine Catharinam, 

pervenimus Wissenburgam, ubi Pasca celebrantes, per Zaberniam 

aS a 8 itu udS- ven ' mus a ^ l° cum S. Uldarici, ubi capitulum provinciale indictum 

ricum f ue rat, ad Dominicam Jubilate, quod et celebratum ibidem fuit, in 

quo ego totius Provinciae nomine et votis electus fui discretus 

RhotomaKUB discretorum, ad Capitulum generale, quod in urbe Rhotomagensi 2 ) 

celebrandum erat, in Normandia, ad festum Pentecosten. finito ergo 

provinciali capitulo, ascendimus Keisersbergam, assumptoque fratre 

interprete Gallico, Philippo Novevillensi, intravimus Gallicas, per 

vallem Keisersbergensem , superatisque montibus, pervenimus ad 

s.Adeodatua oppidum S. Adeodati 3 ). deinde ad Bergart opidum, alias Rauona 4 ) 

ergar dictum, ubi erat fratrum conventus. Inde per Lunevillam , et San- 

s.Nicoiaua ctum Nicolaum, devenimus ad conventum fratrum in oppido 

Nanee Nanse 5 ), unde pervenientes Tullum 6 ) civitatem, non fuimus intro- 

missi, ob pestem quae vigebat. sed procedentes pervenimus ad 

Baroducum Baroducum 7 ), deinde ad Lignei 8 ) oppidum, et apud Sanctum Mi- 

chaelem Mosam 9 ) transivimus. pervenimusque ad Campaniam usque 



x ) Ein weiterer schoner Zug zu diesem Heiligenbilde aus der Refor- 
mationszeit. 

*) Rouen. 8 ) St. Die. 4 ) Raon. & ) Nancy. 6 ) Toul. 7 ) Ligny. 
8 ) Bar-le-duc. 9 ) Meuse. 



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Sebastian us 
Hoffmei8ter 



53 

ad Cathalaunum 1 ) urbem, dcinde per castrum Theodorici 2 ) ubi Ca *» lau nam 
conventus, per oppida quaedam venimus ad Meldas 3 ), postero die Theodorici 
Parisium, sabbato ante Dominicam post ascensionem Domini, ho- ^mL 
spitati Parisius apud Clarissas reformatas, in loco Ave Maria dicto. 
Dominica ipsa quiescentes vidimus urbem et conventum Minori- 
tarum ubi erant 350 fratres studentes. Ibi consolati a germanis 
fratribus, inter quos turn erat juvenis, postea Doctor Sebastianus 
Hoffman Schaffhusanus, qui Tiguri cum primis evangelium prae- 
dicavit et interfuit disputationi de Schaffhusen missus; 4 ) tandem 
concionator evangelicus in oppido Bernensium Zophihgen, ibidem 
obiit filiis relictis uno Zacharia et aliis. Is tunc excipiebat nos 
humaniter jentaculo, sed providentia Dei contigit eadem hora de- 
nunciari mihi inter pocula adesse in Monasterii choro Jacobum J ^^^^ r 
Stapulensem, virum notum ex lucubrationibus , quas habueram 
fere omnes dudum et legeram. eundem salutaturus accessi in 
Ecclesiam et ad horam colloquium habui ego solus, a quo fui 
amice salutatus et inquisitus de Beato Renano et Amorbachiis, 
Brunone et Basilio suis jam ante discipulis doctissimis et hone- 
stissimis. Redeuntes per vicum Sancti Jacobi, perque templum 
cathedrale divae Virginis, invenimus apud intersigne 5 ) Basiliense 
vasa aperta, e Basilea jam turn allata plena Novi Testamenti Erasmi T r lst™ment v ' 
cum annotationibus quae antea non videram, turn primum impressa 
ad finem. sicque ad hospitium redeuntes, postridie iter confecimus 
usque ad Pontizaram 6 ), deinde Gallion 7 ) pervenimus preciosissimum Pontizara 
castrum Archiepiscopi Rotomagensis quod ad miraculum vidimus 
ornatum cum horto ferarum III leucarum. Inde posteriori die usque 
ad monasterium Cisterciense venimus, ubi Abbas erat doctissimus 
vir, Doctor Theologiae Parisiensis, senex, qui praeter morem hu- 
manissime nos tractavit hospites per noctem. Crastino Rotomagum Rotomagum 
pervenimus, ubi duodecim diebus celebrantes capitulum, numero 



*) Chalons sur Marne. *) Chateau-Thierry. 8 ) Meaux. 

4 ) Hofmeister war an der ersten und an der zweiten Zurcher Disputation 
Abgeordneter Schaffhausens; gemeint ist hier wohl die erste. 

& ) Nach dem Glossarium mediae et infimae latinitatis III, p. 867, kommt 
intersigne auch sonst fur intersignum, signum vor. Gemeint ist hier ohne 
Zweifel ein mit Basels Wappen geschmucktes Haus. 

fl ) Pontoise. 7 ) Gaillon. 



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54 

septingenti, etiam praesentibus fratribus ex novis Insulis, ad quas 
vocabantur fratres, adituri earn provinciam sanctae crucis, et inventi 
sunt spontanei ad transfretandum 14 fratres, qui cum aliis navi 
impositi ad Ulisbonam translati sunt, inde commodo tempore adi- 
turi in insulas, eadem navi, qua venerant Hispani fratres ad coetum 

Rex gal ^ a e rtu " istum. Rex Portugaliae 1 ) transmiserat eleemosinam de pretiosis 

N primitia^' speciebus, quas primitias scripsit esse novae cujusdam terrae in- 
ventae: quae aromata voluit Rex distribui per singulos conventus 
omnium provinciarum, quod et factum est per totum ordinem pro- 
vinciarum cismontanarum, qui soli turn convenerant, qui Romanis 
dicuntur ultramontani, subditi scilicet regnis Hispaniae, Galliarum, 
Germaniae, Angliae, Scotiae, Daniae. Secunda feria post octavas 
penthecostales solutum erat Capitulum, ideoque ad Diem Corporis 

^mon^ter 8 ' Christi jam eramus in Ponti sacra, inde ad Sanctum Dionisium 
pergentes, ad dextram missa Lutecia, breviori via Meldis redivimus, 
et deinde via qua veneramus, pervenimus iterum usque ad Nanse, 
Ducis Lotharingiae, ubi nobilissimum quoddam palatium conspexi-' 
mus ducis, sed nulla comparatione aequandum cum Galion prae- 
dicto; ei quod videramus inter Pontisaram et Rotomagum ad 
Sequanam situm, castrum dictum Gallion, cum amplissimo horto 
miliariorum trium et amplius circuitum muri continente, quod 
construxerat Cardinalis Rhotomagensis, legatus apostolicus, pre- 
tiosissimum aedificium ex lapidibus, auro et gemmis, imaginibus 
et picturis, usque ad expensas 24 tonellorum auri; nee tamen 
adhuc omnia absoluta fuerant. Ab oppido Nanse divertimus per 
Austrasiam versus Zaberniam per Salinas et Witters Dorff, ubi 

d^mo a niac S idolum Sancti Anastasii vidimus, horrendo vultu etiam daemonibus, 
qui illic ejiciebantur execrationibus. 

In Zabernia resumtus ordo visitandi nobis fuit, sicque per 
Keiserbergam rursum, et Allspach, pervenimus Rubiacum, unde 
novo cursu pro novo conventu Friburgensi per Brisacum venimus. 
visitatoque loco Friburgensi ascendimus Basileam; ibi jam tunc 
opera divi Jeronymi omnia impressa erant, usque ad tomum ultt- 
mum, nempe octavum ; ubi Frobenius Joannes, jam paratis formulis 
literarum tarn graecarum quam hebraicarum, ductu et solicitatione 



*) Emanuel I, 1495 — 1521, der Protektor Vasco de Gamas uud Cabrals. 



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55 

mea accinctus, ad imprimendum quadruplex Psalterium, trium P g5t. e trium 
linguarum, nempe Graecum juxta LXX interpretes, addito latino, Un * uanim 
et hebraicum cum translatione Jeronymi ad Sophronium, ad literam 
proximius. illud inquam, tarn arduum opus et in Germania non 
tentatum, cupiens arripere, quod restabat, pro appendice, exoravit 
Provincialem meum, optimum et doctissimum virum, F. Caspar 
Satzgerum, ut ad duos vel tres menses sineret me Basileae agere, 
et correctorem praestare impressurae hebraicae, quo correctior ede- 
retur. *) Nam Basilius Amorbachius incumbebat tunc graeco Psalterio JJJJJJJJS^ 
imprimendo; consensit Provincialis viro celebri et optime merito 
de Sanctis et optimis Uteris per eum disseminatis, et abiit uno 
contentus socio, me dimisso ad prosequendum injunctum mihi grave 
opus. Sicque per Junium, Julium et Augustum promovimus appen- 
dicis illius opus illustre, divina providentia agente, ut eis praecise 
temporibus, in Italia Januae imprimeretur quintuplex Psalterium, per 
Augustinum Justinianum, Nebriensem episcopum 2 ) et in Hispaniis Augustus 
integra Biblia, in quatuor Unguis, in compluto, opera, studio et compiutens. 
impensis sanctissimi Cardinalis Toletani Fransciscanique, Francisci Toietwms 

~ .. ov t • i • • • i •• i- • Cardinalis 

Cysneni. 3 ) nine certe obonn coepit multijuga eruditio sacrarum 



l ) Am Schluss des VII. Bandes der sch6nen Hieronymusausgabe heisst 
es : appendici huic inest quadruplex psalterium, und von der Mitarbeit Pellikans 
spricht die vom September 1516 datirte Vorrede Amerbachs mit folgenden 
Worten: porro fatemur ingenue hoc negotii ovx avev S^afoc, quod ajunt, 
nos confecisse, sed adjutos opera doctissimi pariter et humanissimi patris Chon- 
radi Pelicani Rubeaquensis, ex familia divi Francisci, cujus auspicio potissimum 
haec res peracta ext. Adjecimus ad ipsum psalterii calcem, instar coronidis, 
institutiunculam in litteras Hebraicas, videlicet legendi modum ostendentes 
idque oppido perquam paucis. Neque enim is locus pati videbat, ut regularum 
quadrigras illuc inveheremus. Die ganze Ausgabe wurde im Jahre 1516 voll- 
endet, bloss der Index erschien erst 1520. Die kleine Grammatik, von der 
Amerbach redet, tragt den Titel in literas hebraeas institutiuncula C. P. Das 
Weitere daruber findet sich in der Einleitung, wo auch von Pellikans An- 
theil an dem Psalterium und der Institutiuncula Capitos (ebenfalls erschienen 
bei Froben 15 16) die Rede ist. 

*) Psalterium Octaplum. Genuae 15 16. fol. Von demselben Augustinus 
Justinianus Bf. von Nebbia auf Korsika erschien in demselben Jahre auch Hiob. 
Vgl. Ddderlein: von arab. Psaltern, in Eichhorns Repert. II. 

8 ) Die beste Geschichte und Wurdigung der complutensischen Polyglotte 
gibt Hefele in seiner Biographie des Cardinals Ximenes. II. Aufl. 185 1, S. 113 ff. 



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5«- 

Tracutio 1 lingwarum , et diligentior tractatio utriusque Testamenti Sacro- 

coe P t » ti ^ r eli " sancti. sic Domino ordinante progressum Ecclesiae et abusuum' in 

scientia, fide, et moribus reformationem, quae eo tempore visa est 

mirabiliter promota, ex optimis libris, in theologia tunc ptode- 

untibus passim, maxime vero in Germania. Ad Kalendas 6rgo 

Septembris, finite^ opere, sequutus sum, ut fueram jussus, Pro- 

vincialem : quern per Sueviam sequens inferiorem, nernpe Wirtem- 

bergensem, iterum Ulmae conveni. ibi denunciatur ex urbe Roma, 

ut ad sequentem annum super festo Pentecosten conveniant ad 

Roman! generalissimum capitulum a Leone Papa celebrandum, non solum, 

capituii totius Christianitatis Minores reformati, sed etiam Conventuales 

(sic enim nominantur qui non dicuntur de Observantia) : id ut erat 

quidem difficile factu, sed tamen declinari non poterat. Con- 

juncto ergo consilio quorundam Patrum vicinorum, indicta est 

congregatlo provincialis, ad meditullium provinciae superioris Ger- 

maniae, ad Pforcensem locum, ut conveniant electores ejus, qui 

C fSteenSs s ^ ip sorum nomine omnium destinandus Romam. Id factum est 

ad diem Conversionis Pauli, electusque Gardianus Nurenbergensis, 

qui fuerat olim provincialis. Sic quoque non nihil fuit interruptus 

discursus visitationis nostrae, per earn hiemem peragratis Suevia, 

et Tractu Rheni, usque ad determinatum tempus. 1 ) Interim turn 

Bavaria tertio visitabatur et Nuremberga cum Franconia; contigit 

autem ut Nurembergae agentibus nobis tertio, ut ex Janua profer- 

P oatoqne m retur donum' novum Domino Bilibaldo Pirckheimero, Psalterium 

itiiibawSs ' quintuplex, graecum, hebraicum, chaldaicum, arabicum, et latinum, 

pirckheim. cum annotationibus. Illud donum intelligens vir humanissimus 

mihi desiderari et gratissimurn fore, dono dedit. jam secundo 

ditandum quam maxime cupiens, quod et illud gratissimus am- 

plexatus sum T ut divitias pretiosissimas. Illinc tertio Heidelbergam, 

Oppenheim, Mogtmtiam, et reliquos Rheni conventus visitantes, 

ad constitutum tempus Pfortze conventus exactus est, et deinceps 

per Alsatiam Basileam perventum, visitationi finis impositus est, 

iter^x°BaSi! ^ me dium quadragesimae ; ad Dominicam ergo de passione Domini 

dictam, iter e Basilea cepimus per Rinfelden, Seckingen, Laufen- 

berg, Waltzhut, Nunkirch, Schaffhusen, deinde per Pfullendorff, 



l ) Des Conventes in Pforzheim: 25. Januar 15 17. 



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Gallus Rub. 
)bitus Jo- 
doci Galli 



*'; ; . . ' $7 

Diengen, Munderchingen, Riedlingen pervenimus ad Ulengen vil- uniengen 
lam 1 ), ubi sorores de tertio ordine visitantibus nobis triduo, vidi- 
mus castrum nobilis Theobaldi Spaet 3 ) conflagrari, opera Ducis 
Wirtembergensis, cujus Ducissam uxorem abstulerat is nobilis; 
prope ftionasterium Zwifalten, situm erat. sicque nos recta tandem 
contendimus ad Ulinam, unde "et festinavimus versus Campidonam, 
illic Pasca Domini celebraturi, et accingendi ad iter Romanum. 
Yisitato ergo loco per hebdomadam sacram, cum sororibus in 
civitate ad S. Annam. dum ibi commoramur superveriit mihi 
fltintius e Rubiaco, patruelis Doctoris Jodoci avunculi mei, nomine . 
Gualtherus Gallus, Capellanus Rubiacensis, denuncians mihi obitum (^I^Rub. 
avunculi Spirae ad diem Benedicti Abbatis, lapsr tunc proximo, obitus J °- 
subindicans de testamento facto, de libris suis collocandis in biblio- 
thecam Minorum in Rubiaco, donee crescant filii sororis meae, qui 
turn nondum extabant 3 ), sed obierant quidam, et- spes erat de 
futuris generandis. Ego Gualtherum dimittens, negotio librorum 
dilato ad reditum e Roma, causam agere non potui. Altera ergo 
Pasce itef arripuimus versus Romam, e Campidona versus fauces 4 ), 
hospites susccpti a Domina Gossenbrotin ditissima. sicque * intrantes 
Alpes, non admodum festinando, pervenimus consueto itinere ad 
Brixinam, verum divert imus ad monasteriumStams 5 ), Cisterciense ? stamss 
ubi sepultura est Ducum Austriae et Tyrolis; pernoctavimus etiam 
semel in castro Cyrlen 6 ), palcerrimo, haud longe ab Inssbruck, cyrien arx 
ubi controfacturas vidimus totius genealogiae Maximiliani, in hippo- 
causto arcis ejusdem. Supervenit nobis tribus ad Brixinam Guar- 
dianus Nurenbergensis, Johannes Machsysen, cum socio interprete J °^S ch " 
Joanne Genger, qui 13 annis Romae egerat, quo egebamus, quoniam J<*. Genger 
Itali fratres latine nobis colloqui non poterant. sic ergo nostrum 



Gossen- 
brotin 



1 ) Gemeint ist offenbar Uihingen; indessen ist die ganze Angabe dieser 
ersten Stationen, wie Vogelin an dem in der Einleitung a. O. richtig bemerkt, 
unzuverlassig. 

2 ) Der in den ungliicklichen Handel der Herzogin Sabina verwickelte 
Adlige hiess Dietrich Spat. Heyd lasst e& in seiner Monographic uber Herzog 
Ulrich I., S. 409 ff. unentschieden , ob Spat die Herzogin aus personlicher 
Neigung oder auf Anstiften ihrer Verwandten entfuhrt, 

s ) Sic! 

4 ) Fussen. 6 ) Stans. 6 ) Zirl, 



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Lacus 



58 

quinque, cum duobus mulis, ex Brixina solventes, pervenimus ad 

Botzen, deinde ad dextram habentes Athisim 1 ) fluvium, transivimus 

novum forum, 2 ) et reliqua usque ad sanctum Michaelem, deinceps 

ad Tridentum; inde paulum procedentes versus Roveritum 3 ), 

acceptis Uteris, Athisim transivimus et divertimus ad fontes l^ci 

Benacus Benaci vel Gartse. ibi navem operientes per diem, vidimus proxi- 

raum monasterium Ryffense 4 ), postero die navem conscendentes, 

medio cursu, tempestate compulsi ad dextram declinavimus villam, 

saionum in qua monasterium, unde pedes pervenimus ad Salonam civitatem, 

in qua conventus nostrae quoque sortis, ubi invenimus Provincialem 

^Lwhei? 8 provinciae Brixiae, Franciscum Lecheri, doctissimum Scotistam, qui 

^wteri^m nos ^uxit a ^ generale suum studium scoticum in insula laci, prope 

Salonam pulcerrima, ubi fratres quadraginta commorabantur stu- 

dentes Scoto: cujus ibi expositio et commentaria tunc imprime- 

bantur, authore Lechero ipso, qui post aliquod annos factus est 

generalis totius ordinis Minorum, mortuus tandem in Ungaria. Ab 

eo loco recta uno die pervenimus ad Conventum novum, dictum 

Maria Mariam gratiarum, transitis 46 Miliaribus Italicis uno die; erat 

gratiarum .,.?.,. 

ejus loci Ecclesia nova tota per omnes muros a pavimento usque 
ad testudines cereis obducta imaginibus, curiose sic ordinatis, ut 
nulla ex parte paries conspiceretur, sic annitentibus otiosis fratribus, 
ut concursus frequentior ad divam Virginem augeretur. Erat totum 
monasterium pictura ornatum, et horto amplissimo, ut Paradisus 
Mantua videretur amoenissimus. Die sequenti Mantuam per unum miliare 
venimus, in egregium monasterium, vetus quidem quo ad Eccle- 
siam, sed quo ad dormitorium et ambulacra duo et alia amplissima 
novum, gratia Ducum renovata omnia, in cujus maximo refectorio 
Ducum et filiorum filiarumque imagines pictae erant diligentissime. 
deinde transito Pado, pervenimus ad celeberrimum monasterium 
Sanctus Benedictus dictum : quod ego quidem non conspexi interius, 
nolens ingredi, ceteri fratres dicebant, se nunquam pulcrius mo- 
nasterium vidisse. tunc autem celebrabatur ibidem ordinis Benedicti- 
Miranduia nensium per Lombardiam Capitulum generale, inde Mirandulam 
devenimus, oppidum celebre ex doctissimis Comitibus Joanne Pico 
Priore, et Joanne Francisco Pico nepote ejus ex fratre. extra muros 



*) Etsch. *) Neumarkt. 8 ) Roveredo. 4 ) Riva. 



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59 

urbis egregium monasterium Minorum petivimus, in quo solo in- 
venimus egregie instructam bibliothecam optimis libris, opera et 
benificentia Dominorum, qui locum et fratres diligebant. e Miran- 
dula, transitis quibusdam oppidis, venimus ad oppidum Centum, centum 
ad monasterium nostrum elegans extra muros, ornatum hortis 
amoenissimis. A Centum devenimus Bononiam, quam transivimus Bononia 
amplissimam urbem, ad novum Minoritarum monasterium, ad 
austrum situm, extra muros, in colle humili. ibi fratres provinciae 
Bononiensis celebrabant Capitulum, et numerabant pecunias, quas 
corraserant praecedente Quadragesima ex indulgentiis, eas Romam ^^JgJJJ,*' 
perferendas Pontifici, pro aede divi Petri extruenda. Postera dieta p - Pp * 
sola non habuimus monasterium, montem ascendentes et descen- 
dentes Apenninum, per oppidum Florenzola 1 ) pervenimus postridie scarparia 
ad Scarpariam. ibi in heremo monasterium nostrum adivimus, 
hospites, et pie suscepti, non via regia usi, propter victum ; deerat 
enim omnibus nobis toto itinere pecunia, pro nostro more, sed 
nee victus necessarius defuit, quamlibet tenuis et parum sufficiens, 
ob mores illius patriae. Florenciam postero die pervenimus, urbem Fiorencia 
egregriam, quam transivimus, quoniam ad austrum urbis novum 
Observantinorum eximium monasterium erat, in submisso colle, 
unde conspici poterat urbs pulcerrima. Biduo ab hinc pervenimus sene 
Senas transitis aliquot nostris monasteriis, earn tunc lustravimus 
urbem, per diem quiescentes, sic et de reliquis, Bononia et Flo- 
rencia egeramus. erat elegantissimum monasterium extra urbem 
situm in monte, cujus totius latera amplissimus hortus et silva 
erant, monasterio juncta; elegantiorem Ecclesiam Cathedralem non ca ^d*aii8 
vidi, ex picturis et imaginibus in parietibus tt pavimento, opere 
thesselato, et omnium Paparum imaginibus et nominibus. A Sena 
defleximus a communi via ad secretiorem semitam, per montana 
Thuscie, aquas pendentes et lacum fulsinum 2 ) dimittentes a 
sinistris, per silvas et heremitoria loca fratrum, donee pervenimus 
Petilianum, ubi extra muros, pro more, novum extruebatur mo- Petmanum 
nasterium. illic fuimus per diem ascensionis dominicae, inde sequenti 
die pertransivimus comitatum Farnesiensem, ejus, qui nunc est 



*) Firenzuola. 

*) See von Bolsena. 



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Lacus 



60 

Pontifex Romanus Paulus tertius. in cujus castro suscepti, a ger- 
manis domesticis, quibus libenter utebatur, amice tractati a Ger- 

rnisiniw man is fuimus. Pervenimus ad lacum fulsinum, ibi igne facto et 
viso ex insula, quae erat monasterium fratrum, navigio veniebant 
fratres, et introducebant in insulam, ubi biduo manentes piscabamur 
multa copia. navi quoque conducti, nostrorum aliquot, animi gratia, 

Anguiuae ad ostia laci deducti, vidimus 6000 anguillarum, quae sese ma- 
chinis capientes, ad multitudinem grandem, evadere non poterant. 
Donati tribus vel 4 revertebamur ad insulam, tandem versus Vi- 

viterbium terbium iter fecimus, per campum foetidum, piceis balneis repletum, 
divertimus ad monasterium, ad ortum urbis extra muros situm; 
hinc postero die secedentes, montana conscendimus, pertranseuntes 
oppida, ad dextrum et sinistrum, noctu pervenimus in monasterium 
nostrum, iter diei distans a Roma, ubi una ilia nocte trecenti era- 
mus hospites, satis bene suscepti et habiti. Postridie, quae erat 
Rhoma quarta feria ante Pentecosten, meridie, apud hospitium divertimus, 
ubi Germanos obviam Curtisanos habuimus, repetentes patriam. 
Leo x. Severissime obloquebantur Pontifici Leoni, ut aures et animus 
tunc 1 ) horreret. hinc coepimus videre turres et colles Romanas ele- 
gantissimo situ, non sine pulcra majestate antiquae Romanae gloriae. 
pervenimus ad pontem Milvium, quae Tiberina dicebatur, ibi Ty- 

M ££puio e berim transivimus, versus portam Mariae de populo, ubi pulcram 
ecclesiam, ad sinistram portae positam, cum eximio Augustinianorum 
coenobio, 2 ) ibi indulgentias primas in ecclesia ilia impetravimus 
plenarias. processimus longo itinere per vacuam urbem, versus mon- 

^^oeS 1 tem Capitolinum, in quo et Arae coeli Minoritarum monasterium, 
locus noster, cernebatur. occurrebant nobis inde Germani fratres 
obviam, adferentes corsicum vinum, bona copia, ad nos refocillan- 
dum, qui per iter veniebamus circiter quindecim, ex tribus pro- 
vinces germanicis, superiori vel Argentina, inferiori, quae Colonia, 
et Saxonia, qui in itinere conveneramus, a proximis hospitiis no- 
cturnis. ascendentes ergo ad Aram coeli, marmoreis gradibus, per 
gradus centum et decern, circumspicere potuimus ex meditullio 

Romae situs urbis circumquaque, ab oriente templum S. Johannis Lateranense, 



1 ) Sic! 

2 ) Luthers einstige Herberge. 



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tl 

ab occidente aedem divi Petri inVaticano, cum Papae Palatio, ad 
Septentrionem aedem Mariae ma j oris, ad austrum montem pala- 
tinum, et divi Pauli monasterium, omnia de longinquo. E vicino 
ad austrum Capitolium vetustum, sed a temporibus Gothorum resti- 
tutum, barbarico scemate, nihil elegantiae foris praetendente. man- 
simus igitur ex toto terrarum orbe congregati, numero circiter mille 
fratrum. processiones aliquot habitae, una ad Sanctum Johannem 
Lateranum, ubi ostendebantur reliquiae corporum 1 ) Sanctorum Petri Laterana 
et Pauli, mira et ridicula pompa. alia processio in aedem Sancti 
Petri, et ad palatium Papae, qui collectos videbat contemplando L ^i^JJ^ n 
specillo suo, 2 ) in loco qui est bellvidere, circum adstantibus in 
editis locis quibusdam Cardinalibus. Tandem ipse cruce facta ma- 
nibus benedixit filiis suis et plenaria indulgentia donavit obse- 
quentissimos filios sanctae Sedis. vicissim fratres mille, qui adstabant 
in curia, canebant antiphonam : « Sacerdos et Pontifex et virtutum 
opifex, pastor bone in populum, ora pro nobis Dominum». deinde 
Pontificis jussu directi in templum S. Petri, ostensa fuit nobis 
Feronica ilia Sacrosancta 3 ) et Celebris toto orbe, idque multis et Feronica 
diuturnis ceremoniis, ab invitis Episcopis quibusdam, qui non spera- 
bant pecuniam. sicque processionaliter bini et bini ad Aram Coeli 
redivimus, usque in diem corporis Christi, quando iterum omnes {JjjS,™ h Sti 
advenimus cum toto clero, et monachatu multiplicium ordinum, 
varii coloris et habitus: in qua processione transivimus per ho- 
spitale sancti Spiritus in Saxea, 4 ) absente Papa et incluso in mole 
Adriani 5 ) ob metum, quia ceperat quosdam Cardinales magni ^'^pu 1 * 8 



*) Fur die Haupter der beiden Apostelfursten liess Urban V. 1367 auf 
Kosten Karls V. von Frankreich das schone gothische Ciborium anfertigen. 

2 ) Vogelin a. a. O. meint specillum hier mit Augenglas ubersetzen zu 
sollen, weil Leo X. auf dem bekannten Bilde Raphaels ein solches in der 
Hand halt; uns scheint, es sei hier von einem Fernrohr die Rede, wahrend 
auf Raphaels Bild ein Augenglas zum Lesen sich findet. 

3 ) Das Schweisstuch der heiligen Veronika mit dem Abdruck des An- 
tlitzes Jesu wird noch heute alljahrlich der glaubigen Menge vorgewiesen. 

*) «San Spirito in Sassia», heute noch das grosste Spital Roms, so ge- 
nannt, weil nebenan ursprunglich ein Angelsachsenhospiz bestanden hatte, und 
weil die Lcitung des Hauses den Hospitalitern vom heil. Geist ubertragen war. 

5 ) Engelsburg. 



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62 

nominis; 1 ) primum ibant Minores, ut minimi, deinde Augustiani 
et Praedicatores cum reliquis, quos numerare non possum, tandem 
Episcopi plures, quos sequebantur Cardinales, non admodum pre- 
Heivctii tiose induti; post quos custodes corporis Papae, Helvetii ducenti: 
elegantissimi viri, eadem forma induti, caligis de scharlaco, indusiis 
de sameto nigro, pro facibus gestantes halbartas, obsidentes ante 
et retro et undique Cardinalem, gestantem corpus Christi in mon- 
strantia parvula, non admodum pretiosa. Benedictione accepta, 
quique redierunt ad sua, nos ad Capitolinum montem, ubi olim 
Feretrtue templum Jovis Feretrii, nunc Ecclesia elegans et magna, Ara Coeli 
dicta, ubi mansimus usque in quartam hebdomadam, primo quidem 
pasti eleemosina Papae, qui obtulerat ducentos ducatos pro victu 
fratrum. Supervenientes autem Portugalenses fratres literas sui 

^moifna Regis attulerunt, quibus cavebatur, ut rebus agendis utiliter et reli- 
giose instarent fratres, obtulitque 5000 Ducatorum pro fratrum 
victu et amplius, si necesse foret. Commendavit fratrum orationibus 
vicissim animam nuper defunctae reginae Portugaliae, pro cujus 
salute exequias agere deberent, tota ilia fratrum contio et totus 
ordo, in suis monasteriis passim. Ad finem Capituli, denunciatum 
fuit fratribus, quod expensi essent de eadem eleemosina non am- 

i5oo ducatiplius per mensem pro mille personis, quam mille quingenti ducati. 
Nihil ibi actum est, nisi quod Magisterium ordinis, generalatus 
officium et regimen translatum est a Conventualibus Minoritis, ad 
eos, qui dicti sunt de Observantia, in vitiset recalcitrantibus illis, ct 
de praescriptione contendentibus. famamque disseminarunt per 
orbem, emisse a Papa Observantinos hujusmodi praerogativam, 

80000 ducati octoginta millibus ducatorum, de quo quid factum nescior.haec 
duo scio, quod ex tota Germania ne obulum quidem ab Qbser- 
vantinis accepit Papa: Alterum quod Minoritae illi de Observantia 
Commissarii fuerunt in Italia passim, unde collegerunt 13000 du- 
catorum, quae in eo Capitulo praesentarunt, satis tamen incircum- 
specte et impure juxta illorum regulam et ordinem, unde digne 
meruerunt hujus modi diffamationem. Quid autem Minoritae lucrati 

tiae d fr5c?ua s * nt * n P osterum P er indulgentias praedicatas in Archiepiscopatu 
Moguntino, et in Helvetiis quoque, docet negotium Lutheranum 
et Zwinglianum, jam a 24 annis. 

l ) Verschworung dcs Cardinals Patrucci. 



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^3 

Tandem dimittendi, una tantum vice Provincialis Saxoniae eJ^^ 
et Argentinae cum suis sociis et comitibus visitaverunt indul- Romanarum 
gentiarum loca, per stationes septem Ecclesiarum principalium ; 
summo quodam mane diluculo consurgentes, Aram coeli exeuntes 
primum ante portam adivimus Ecclesiam Sancti Pauli, amplani et 
vetustam, juncto egregio monasterio Benedictinensium. ibi osten- 
debatur ara, sub qua aliquot annis commorata esset Regina Sue- 
diae, Brigitta sancta, cum qua loquuta fuerat imago lignea crucifixi Btigitta 
a dextra altaris, non multum remota in altum, id quod non 
credebam asserenti: Processimus ad sanctam Anastasiam 1 ), eecle- ^"^JjJ g 
siam coenobii Cisterciensis ordinis. juxta earn minor quadam 
ecclesia, ad tres fontes dicta, qui dicebantur erupisse, dum ter 
caput divi Pauli Apostoli amputatum saltasset. considerabam ego 
diligentius imposturam esse, quoniam scaturigo ejusdem erat aquae, 
ex inaequali altitudine defluens, et erat aqua coenosa ac insipida, 
quae ab aliis laudabatur ut sanitatis causa. Aderant eadem hora 
eisdem fontibus X vel XII Praedicatorii vestitus fratres, ex India *™ll 
Mauri, qui similiter ambiebant ejusdem Ecclesiae indulgentias. 
processimus autem orientem versus et pervenimus ad Capellam 
satis amplam, quae dicebatur Annunciata, sine omnibus ornamentis, Annunciate 
quibus etiam alia templa carebant, praeter unicum vetustum cru- 
cifixi ligneum signum, sic fabrefactum, ut faciem verteret ad latus 
dextrum, more ejus, quod dictum fuerat ob id colloquium habuisse 
cum sancta Brigitta in templo s. Pauli praedicto; deinde perveni- 
mus ad Ecclesiam sancti Sebastiani dictam, amplam satis, sed parum sebastiani 
pulcram, in qua erat cripta, aperta quidem superius, ut descende- 
retur per gradus et altare erat unum, in quo poterant missare 
duo versis ad se vultibus, sed aspectu tabula quadam impedito. ibi 
duo Provinciales missabant, ad redimendas singulas animas de 
purgatorio. alii volentes missare, quia secum panem et vinum non 
attulerunt, a monachis Cisterciensibus ea impetrare non potuerunt, 
ideo et ipsi coacti sese exuere sacris denuo et miserae animae 
eripiendae per missam, a purgatorio avaricia monachorum coactae 
sunt , diutius conflagrari. 2 ) Ab ilia Ecclesia regressi in urbem 



') Am Sudwestabhang des Palatin. 
*) Sic! 



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^4 

via Appia sumus per viam Appiam, ubi in quodam bivio ostendebatur sacellum, 
quod dicitur, Domine quo vadis, cum pictura sancti Petri Roma 
fugientis, cui eo loci Christus occurrebat, quern Petrus quaesierit, 

Do ™ i a n d e ig q110 Domine quo vadis? Christus autem Petro respondent: Romam 
vado, iterum crucifigi. id audiens Petrus admonitus rediit Romam 
et est crucifixus. Pervenientes ad portam urbis ostendebantur nobis 
in parietibus murorum albae maculae, dicebaturque nobis, illic 

fapfdatio Stephanum lapidatum, et lapides quosdam illisos parieti, ad modum 
nivis diffluxisse, et extare adhuc inde illas maculas, tantopere con- 

^emplmir spicuas. 1 ) Sic pervenimus ad s. Joannem Lateranensem, altam, 
magnam et amplam Ecclesiam, ordinibus columnarum aedificatum, 
juxta quam Ecclesiam ambitus erat, ut monasteriorum, in cujus 

foh. e Bapt krtere appendix Ecclesia parva erat, sancti Joannis Baptistae dicta, 
et gradus nescio quot graduum. forsitan XX, qui gradus dicebantur 
fuisse olim Jerosolimis ante praetorium Pilati. eos gradus vetulae 
et peregrini jubebantur genubus ascendere pro redemtione unius 
animae de purgatorio, in cujus fere medio gradu nota erat, ubi 
Christus ceciderit, praesentatus Pilato, vel sub cruce gestanda egre- 
diens praetorium, ibi qui genubus orat flexis assequitur remissionem 

E< cni 8 ci a s S " plenariam. Deinde venimus ad Sanctae Crucis Ecclesiam, circa 
quam monasterium erat Carthusianorum, sed non sic inclusorum, 
ut nobiscum sunt, sed superborum, et spaciamentum in Ecclesia 

prandium exercentium, ut videbamus. Ex illo loco redimus ad prandium, 
hora fere 2 a ante meridiem, sed invitati eramus a Germano, cive 
Nurenbergensi, ibidem bancario. Post prandium indulgentias hau- 
simus ad divum Petrum et ad Minervam, ad Mariam majorem et 

s. Laurent. a d D. Laurentium, ubi sicut et ad sanctum Sebastianum Catha- 

catacumbae cumbae erant sub terra, prolixi et tenebrosi meatus, ut luminibus 
egeremus, non sine periculo erroris, nisi praeeuntes et gnaros 
habuissemus ; dicebantur fuisse crypta Martyrum ; tandem sero ad 
aram Coeli regressi sumus, fatigati satis circumspecta tantisper urbe 
amplissima muris, et multis turribus ornatae, sed plus quam dimidia 
, parte sua vacua domibus, versus ortum. inter Capitolium et sanc- 
tum Petrum erant habitationes tantum et plateae frequentes et 
fori, reliquorum nihil fere vidi, nisi quod in vigilia Pentecosten 



l ) Sic! 



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*Cum socio Ulmense, interfui primis vesperis Papae, in quibus 
olficiabatur ipse, canens capitulum et collectam, choro repleto car- 
dinalibus et Episcopis, in capella Sixti apud s. Petrum, praesentibus C ap*na r s /" t i 
Curtisanis et cardinalium ministris, et mulis stantibus auro ornatis 
et serico ante templum. Reliqua pauca vidi, pertaesus mendaciorum, 
qui voluissem ruinas antiquissimorum aedificiorum et termarum 
vidisse sed non dabatur copia discurrendi, nee carebat periculo 
latronum. 

Circa medium Junii exivimus iterum Romam dimissi, versus 
urbem veteram, versus Aretium, urbem pulcram, quam non intra- U Ar*thim S 
vimus, habentes extra murum monasterium, statimque cepimus 
ascendere montana Appenini montis, ad montem qui dicitur Alvernae, A1 J^ ae 
Minoritis ubi S. Franciscus dicitur Stigmata Christi quinque vulnerum 
accepisse. altissimus est mons, et per totam ferme Italiam conspicuus, 
Silva pulcerrima procerisque arboribus tectus, cum pulcris planiciebus 
tribus in latere Orientali, Australi et Occidentali, in quibus lateribus 
tria sunt fratrum habitacula vel templa non parva, et unum egregium 
monasterium, in quo erant 40 fratres, rigide viventes, quod ad victum 
attinet. Nos nihil cibi habuimus biduo, quam calidam aquam cum 
paucis pisis, fabas crudas de agro allatas, panem vero et vinum 
commode sufficientia. Utebamur nos pulmento nostro avenario, parato ^vlSlm? 
butyro et sale, ut non nisi aqua calida cibo nostro sufficienti deesset, 
quos pulveres ex Germania viaticum detuleramus, alioqui moriturus 
eram. A monte Alvernae altera post Johannis Baptistae descendimus, 
et per anfractus montium pervenimus ad loca planiora versus 
Forolivium 1 ): Deinde transivimus per Romandiolam ipsam, urbes Foroiivium 
multas per ordinem, ut est post Forlivium, Favencia, Forum Cor- F ^ n ™- r 
nelii, quae et Immola dicitur, Bononia, Mutina, Regium, inde de- Sf^MuSnal 
flectebamus iterum adversus Mantuam, circa Brixellum, Padum J^"™; 
transfretantes. a Mantua versus Veronam diei iter fecimus; earn Vorona 
urbem post captam cenam, transivimus tantum, pernoctantes in 
heremitorio cis Athisim, quo liceret mane prcdire ad iter aeremque 
germanicum, versus Clusam, ut tandem rediremus ad Roferitum. 2 ) Ro ^rmim 
ibi primum apud bonum virum coepimus alemanicum gustare cibum, 



») Forli. 

*) Rovcredo. 



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66 

Tl Bo e tzen m ' un( k P er Tridentum ad Botzen pervenimus, tandemque ad patriam 

Brixina et domum nostram, ac cibos in Brixinensi Clarissarum monasterio. 

ibi aliquot diebus, legitimo cibo recreati, et praeter morem aliquot 

mensium ego cibatus, infirmitatem incidi febrium, opinor. sed tamen 

itineri me accinxi, et aegre Alpes superavi, perveniens usque ad 

schwatz Schwatz. ibi dimisso mihi mulo, quern tunc habebamus residuum, 
et quern optimus Provincialis, pius Pater mihi reliquit, abiens cum 
sociis navigio, me dimisso, donee aliquot diebus melius habens, 

mcma?ter e ec l u i tare possem cum socio, per Alpium valles usque ad Tegrense, 

Monacum ubi similiter aliquot diebus recreatus, Monacum aeger perveni, ibi 
celebrandum erat tunc mense Augusto Provinciale Capitulum. Ego 
vero in dies infirmior, donee desperabatur de vita, sic ut amplius 
quae vellem eloqui non possem. Providebar de utroque sacramento, 
cum lacrimis ab ipso provinciali Satzgero. Interim conveniebant 
fratres de provincia ad Capitulum Monacense, agebantur agenda, 
ego paulatim convalescebam. orabam Provincialem, ut si convales- 
cerem, non me ordinaret cum Patribus Capituli Guardianum in 
aliquo loco, malens docere fratres, ut feceram multis annis. Inter- 
cessit vir bonus pro me ad Patres, ne fieram Guardianus. ipsi vero 
visitatorso- ea i e a e consentiebant, ut officium visitatoris Sororum tertii ordinis 

rorum flit. & ' 

assumerem per terminos Sueviae superioris et inferioris, quae est 
Algoie et Wirtembergensis, domos scilicet circiter sexaginta. id 
ubi in januis mihi esse edixit Provincialis, tali me officio hono- 
randum censentibus, quod juxta oblectamenta cibi et potus et 
i5t7 discursum erat optatissimum omnibus, ego tamen audiens hujus 
modi commutationem, respondi Patri Satzgero, si sic agendum 
fuerit, ut praeficiar regendis istis feminis, tot domorum: malim 
ego amplecti tres Gardianatus fratrum, quam subire id oneris, mihi 
prorsus importabilis et periculosissimi. 1 ) audientes Patres id me 
recusare periculum tantum, bona ipsorum gratia ordinarunt, ut 
^bfac™ 8 Gardianus essem in Conventu meo, nempe Rubiacensi. Ergo finito 



*) Joh. Fabricius stellt diese Begebenheit an dem in der Einl. a. O. als 
einen Beweis dafur hin, dass P. gewiss nicht aus fleischlichen Beweggrunden 
zur Reformation ubergetreten sei. Er meint, P. wiirde jedenfalls jene schonc 
Weide sich nicht haben entgehen lassen, si animus ejus ad voluptates potius 
quam pietatem inclinaret. Das betreffende Provinzialcapitel verlegt Fabricius 
— wohl durch Verwechslung — nach Mainz. 



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Lutlipri 
ortiits 



*7 

capitulo tradidit mihi Provincialis mulum mansuetissimum, quo 
vectus sum toto itinere. Jam enim convalueram beneficio et cibis 
optimarum Sororum de tertio ordine in domo Ridlerorum Monaci. 5omlw 
Mulo ergo usus perveni de Monaco Augustam, deinde Ulmam, A {j?£ B a ta 
postea Tubingam, usque ad Pfortzen, deinde per Baden, Argen- p^aln, 
tinam usque ad Keisersbergam, ibi relicto asino Rubiacum perveni, genMna,^- 
circiter Calendis Septembris de anno ut dixi 15 17. RubSm 

Istis diebus statim ab initio 18 anni circumferri coeperunt ser- 
mones quidam Lutheri cujusdam Augustiniani fratris, de poeni- 
tentia, 1 ) de quibus lectis mirabar; casu semel Basileam petiturus 
perveni Mulhusen, ibi ad mensam Commendatoris, ubi plebanus 
erat doctus et ordinis theutonicorum , articulos fuerat assecutus 
centum impressos. 2 ) hos dum legendos exhiberet mensae, et legisset, 
ego satis quidem stupidus, quod ilia palam proferrentur, dixi tamen, 
me non quidem esse prorsus certum de primis 26 articulis, qui 
de purgatorio sonant, de quo dubitarem, si esset ; quin in antiquis Purgator. 
Patribus Augustino et eum praecedentibus et in Sacris Literis, 
nullam tale inveniretur purgatorium. De indulgentiarum autem Indu, R entiap 
materia, de Confessionibus, de primatu Pontificis, quae sequerentur p^atus' 
in reliquis 70 Articulis prorsus nihil dubitare, quin essent verissima, Papa ® 
verum oportere eum monachum Lutherum de hac re plura adhuc 
et clarius ac latius disserere, quod sit nimirum facturus et non 
destiturus si vivat. Id tunc dixi, in plena mensa coram multis 
doctis; itaque duravi in Guardianatu Rubiac. usque ad annum 19 
post Pasca. Inter ea temporis, dum vacaret, anno 1518 descendi 15 * 8 
Spiram, pro libris adferendis, pie demortui avunculi mei Jodocijf^jodoci 
eos prout ordinaverat in bibliothecam Minorum, ad illorum usum, 
donee filii ex sorore mea illis uti possent, quibus legaverat, ut 
patuit ex testamento suo. Inveni ergo indicem librorum, non sua 
manu, sed aliorum scriptum. Deerant quidam libri, pauci quidem, 
sed boni, quos noveram eum habuisse; et quia tunc soror mea 
filios amiserat peste nullosque habebat, parum solicitabar de libris "i^per^wnc 
quibusdam, qui habebantur in fratrum Bibliotheca, unde passus in(le 
sum quosdam libros, qui duplices habebantur, ut puta Jeronymi, 



*) S. K6stlin, Martin Luther I, S. 177 und 182. 
*) Die 95 Thesen. 



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6Z 

Wisenburgam destinari, qui carebant duobus vel tribus codicibus. 
Omnia opera Augustini misi ad Zaberniam, qui illis carebant: 
reliquos quosque vasi inclusos, beneficientia et expensis Dominorum 
Canonicorum Sancti Germani Spirae, Rubiacum usque convelii cu- 

tum^Soci rav ^ ^rat enim bene meritus apud eos, quibus moriens legavcrat 
on?nes pecunias suas, quas audivi a familiaribus suis fuisse, si 
non supra, mille florenorum, saltim paulo minus. Audivi de mille 
quadringentis. quando quidem tunc novam erexerant ecclesiam 
eximiam cum choro pulcro, cui aedificandae voluit servire collectam 
a se summam pecuniae ex bonis ejusdem ecclesiae, quandoquidem 
putabat unicam sororem suam, matrem meam, satis habere ex 
patrimonio, quod totum ipsa possederat cum matre, pro qua 
alenda, non nihil quoque quotannis mittebat, licet parum quidem. 
Ut vero, carissime mi fili Samuel, et tu Conrade Wolfart, aeque 
dilecte nepos, exemplar habeatis virtutum et honestae conversationis, 

.imioH o am a ^ exordio incipiam describere vobis genus vitae ejus Jodoci, quod 
me voluissem sequutum fuisse, si licuisset, et quod ego cupio 
vos sequi, etiam in meis, quantum ad ea, quae uterque nostrum 
Doctor et ego bene egimus, juxta Dei verbum, et liberale genus 
vitae. A puero didicit Doctor Jodocus Gallus paupertatem ferrc sine 
egestate rerum necessararium, unde patronis suis serviens Basileae, 
Selestadii et Heidelbergae, necessariis nunquam caruit, superflua 
liboraiis non petiit, frugalitatis amator, usque ad senectutem : sine sordicie, 
quamvis aliquando potuerit a prodigis parcior haberi. semper 

inboriosns cogitavit, quibus commode carere posset, laboravit sedulo, nunquam 
otiosus, vel seribens, vel legens, vel docens. Docuit coaetaneos 
patronorum suorum filios, donee promotus est in Doctorem artium : 
statim in contubernio Heidelbergensi novo praelegit, quod ego 
sciam, Physica; prius legerat logica Aristotelis juxta interpretationem 
Lector eorum, qui tunc exercebantur. Praelecturus autem omnia, quae 
dicere statuerat, ab exordio libri, signabat paucis verbis et notis 
in schedulam pro singulis horis, qua finita diligenter seponebat 
earn scedulam, haud aliter quam aurum, ut post annum vel duos 
eum autorem iterum lecturus, inveniret secundum ordinem collo- 
catas pariter omnes schedas vel memoralia: sic si poetam aliquem 
legere debuisset, annotavit ad margines, quae necessaria erant 
memoratu, ut postea semper praesto esset locus, ut fuerat scrncl 



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6 9 

bene intdlectus. incipiens praelegere sua liora, primum rogabat, 
quae priori hora et lcctionc proposuerat et declaraverat, in certa 
exactione quorum libet, ut omnes sollicite suspensos teneret ad 
quaestiones et responsiones : quod si quis negligens aparebat, rideiis 
maxime eorum qui pauperes erant, rigide invadebat, si quis im- 
probitatem et impatientiam adderet, non nunquam pugnis aggre- 
diebatur: sic profecit plurimum in suis discipulis, horrendusque 
fuit discolis 1 ) et negligentibus. presbyter factus chorum religiose 
frequentavit,- egit legendo et concinendo quae debuit, matutinas 
nunquam negligens. et quicquid religiosum putavit, studiose egit 
et promovit, non minor domi in lectionibus, sed tanto magis 
assiduus, quanto minus temporis a divinis rebus illi restabat. 
Vocatus ad Sermones contionum ecclesiasticarum, non se difficilem rracdicaior 
praebuit, quam libet invitus aggrederetur : honesta audacia, non 
detrectavit praedicationem coram Principibus, coram tota ecclesia 
Heidelbergensi, si quando rogabatur. Quin et villas rogatus non 
despexit, nee itinera subterfugit. Nemo Magistrorum Heidelbergen- 
sium plures orationes latinas habuit ad universitatem et ad clerum, 
quam ipse, tarn Spirae tandem, quam prius Heidelbergae. Parochiam 
assequutus in Steinach supra Heidelbergam, ut curam domesticam ^SalV' 1 
habere cogeretur, et non amplius conductitia mensa usus, ut * 

postea quoque in Cathedrali Ecclesia concionator, coquas habuit 
semper honestas 2 ), et honestum famulum, per quos domesticam 
curam gessit, enumerans in dies pecuniam, non ignarus quid 
expendendum, et quod nescierat didicit. Hospitalitatem religiosis- HoHi-itaiis 
sime exercuit, sed praeeipue honestorum hominum, doctorum 
virorum, religiosorum, sine delectu. A puero Minoritas coluit, cum 
quibus coaluerat, quos familiarius noverat, sed praedicatorios non 
exclusit, quin inter eos doctos et modestos, ut erat Cono et euno.Buccr. 
Bucerus 3 ) cum similibus, familiarissime dilexit, et propter eos 
etiam alioqui ignotos. Commune erat hospitium Spirae dum agerit 
postea omnibus ejus modi viris, sive Renum descendentibus sive 
ascendentibus. verum mediocri cibo et potu communi, quo ute- 

2 ) Sic! 

3 ) Bucer war Jamais Dominikaner in Schlettstadt. Vgl. Baum: Capito 
und Butzer, S. 92 ff. Ueber Joh. Cono vgl. Fischer: Univ. Basel 203. 



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batur, eos excipiebat, exosus lauticias, et a sordicie abhorrens, ut 
ncc alliceret, ncc gravatim suscipcrct ; si quis hospitum vel morosus, 
vel ingratus, vel inhonestus occurisset, non dissimulabat vitium, 
absque suspicione servabat familiam et domesticum honorem, ut- 
cunque non careret ustionibus, quando erat optimae complexionis 
persona, elegans excellenter et inter plures. Sed angue pejus odiebat 
scandalum : dum juvenis Magister vel Wormaciae vel alibi, sed extra 
Heidelbergam, ob pestem cum coaetaneis viveret, contigit sibi 
infantulam tradi, de ilia semper erubuit, aluit quidem et ut suam 
promovit ad honestatem, sed nunquam consensit dici suam, quam- 

cathariiia libet esset, ex facie sibi similis et speciosa 1 ). intellexi aliquando 
ab eo, tolerabilius eum judicare, extra domum habere amicam, a 
qua facilius continere possit, et rarius caderc, quam domi tenere, 

C imphw UB indicium impoenitentiae. si quidem lioc vitio, carnalitatis naturalis, 
excepto, quia donum non acceperat perpetuo continendi, videri 
poterat sine omni querela, homo pius, sanctus, civilis, et honestus ; 
quern non dubito, si nostra vixisset tempora, manibus pedibusque 
fuisse concessurum in nostram hodiernam de coelibatu sententiam. 
Orationibus, jejuniis, eleemosinis studebat compensare carnis ille- 
cebras. amabat ceremonias pias, nolebat cani negligentius divina, 

spfreiwia ^orrigebat multa, etam in ordinario cultu sacro Spirensis Ecclesiae, 

con-exit et tot j us Episcopatus, ut patet ex Breviariis, quae nova correxit, 

auferens multa, quaedam addens, pietati magis et eruditioni sacrae 

consentanea ; id vero non tentavit, nisi post acquisitam ex doctrina 

^copL et v ^ ta autoritatem apud Spirenses Episcopos plures, omnibus 

S omnnm8 18 en * m dilectus fuit : Georgio, Philippo et praecessori; a consiliis 
erat, nedum ipsis Episcopis sed et eorum Vicariis et Officialibus, 
quorum locum tenens crebro erat, ad labores tolerantissimus et 
assiduus, nunquam otiosus; erat amicorum observator et cultor 
integerrimus et perpetuus, quos habuit admodum multos, quorum 
fata aeque ut sua curabat, ut patet ex suo diario, quorum valde 
multos nominare possem, sed qui sunt dudum mortui, ultimus qui 
superest, fuit Maternus Hatto, sibi familiarissimus et domesticus 
et testamentarius quoque, qui statim ab exorta veritatis praedi- 
catione, beneficio Cantoriae resignato in Ecclesia Spirensi, permu- 



Matcrmis 
Hatto 



') Von dieser Tochter Katharina war weiter oben die Rede. 



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7i 

tavit cum alio de Ecclesia Santi Thomae Argentinensi canonico, 

et usque ad senectam ct senium assiduus fuit apud Theologiae 

interpretes, tarn in Ecclesia quam in Scholis. Quamvis vero cibi 

et potus semper fuit 1 ) temperatissimus, incidit tamen gravissimam podagricue 

podagram, quam sustinuit 16 annis qua tandem et mortuus fuit; 

verum tale aliquid a matre contraxisse videtur, quae eo vitio labo- 

ravit, sed tolerabiliter. 

Habuit quanquam duo vel tria beneficia ; canonicus enim fuit 
in Siinssheim et plebanus in Sprendlingen. sed non diu servavit, S ypreui?' 
resignavit maturius, timens deunl; unde et quicquid divitiarum lingcu 
collegit ex Ecclesiis, eas Ecclesiae restituit, ad eum modum, qui 
sibi tunc videbatur rationabilior. Semper tamen fugit arrogantiam 
et gloriam vanam, qua nihil illi fuit odiosius. unde et cum pre- Nou vauus 
ciosissimam et grandem fenestram confici fecisset, in Ecclesia 
Sancti Germani, credo intra Sacristiam ad occidentem, noluit tamen 
signo suo notari, nee nomen adscribi. Et quamvis reliquias omnes 
divitiarum legarit eidem Ecclesiae, noluit tamen epitaphium sibi 
excudi, sed prohibuit, quin et id moriturus egit, quod hodie nemo 
Papistarum . probaret, jussit testa mentariis et praecavit, ne aliter ^ficioSw'" 
sepeliretur, quam simplex alius Christianus, noluit sacerdotali, ut 
moris erat, veste sepeliri. petivit tantum, apud amicum quendam 
paulo antea mortuum sibi fodi sepulcrum, cum quo speraret resur- 
gere ad judicium, non ut sacerdos et Doctor, sed ut humilis 
Christianus. Si tu mi Conrade charissime aliquando vel Maternum Matemus 
vel Doctorem Lucam de rebus istis omnibus consuleris, deprehendes Lucas 
me nihil affinxisse, sed syncere vera dixisse. Voles forsitan, mi 
Conrade, aliquid audire et scire de ejus sorore, a via tua et matre 
mea, quibus addere me quoque delectat de mea avia et avo. Avus^aitz ju£"or 
sine querela semper vixit. Sarctor simplex et mediocri sorte con- 
tentus, deditus bonis operibus, orationi assidue instans, ut nunquam 
dormitum ierit, nisi prius pro animabus fidelium orasset, utinam 
illud intellexisset pro vivis! nunquam praetermisit visitationem 
ossarii, quin ibi oraret, etiam noctu, post nonam horam et hieme, 
unde potes aestimare cetera, jurare nunquam auditus est ; amavit 
valde prolem, sed admodum amore maturo. in summa, vir simplex 



*) Jodocus scil. 



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7 2 ' * 

et rectus, nescio si senatum uriquam accesserit (erat enim Gallicus), 
hoc novi, quod disccptavit cum nc'mine unquam, opcribus pietatis 
deditus pro virili ; pervcnit ad aetatis annum prope centesimum, ex 

AT Barb ito ^^ a daudus. Dc avia dicam quod verum novi, alacris et proba 
fuit, omnibus grata, benefica, agris et horto adsueta, colligenks 
herbas et radices pro valetudinariis ; mater omnium pauperum scho- 
larium quorum lavit indusia et capita; quoties veniebant, quoties recor- 
dabatur ftlioli sui. Ecclesias visitabat frequentissime, etiam profanis 
diebus. omnium fraternitatum cupiebat consors esse, et erat. et ut uno 
exemplo scias, quantae humanitatis fuerit, qualeque testimonium l^ibu- 
erit probitatis : saepe audivi, trecentos earn pueros levasse de fonte 

B Eiiz»bS!ir sacra - obiit supra quam octo-genaria. Et de mea matre, tua avia, 
quam vidisti, referre possum, quod verum: multo et fideli, Iabore 
manuum juvisse patrem ad prolis multac educationem, ex qaibus 
duo tantum restant, tua mater et ego. tanti ingenii, Ut quicquid 
sarctrices poterant, hoc ipsa sine magistra didicerat. et discebat 
omnia. Studiosissima erat verbi Dei, memoriter recitare potens 
sermones, quos ante 40. annos audierat. orabat assidue et multum. 
invocabat patronos et patronas*, credens gratissimum Deo cultum. 
redimebat fraternitates omnes, passa tandem est, se persuaded de 
transmutatione votorum, aequanimiter ferens status mei reformationem 
ad verbum Dei. audivit et gavisa est me assequutum filium, et ut 
similiter concludam, ut de *avia et vere, cum fere triginta annis 
fuerit vidua, raro potuit in civitate quisquam vel nasci, vel mori, 
ea absente, omnibus istis temporibus; et eo charitatis opere, quid 
potuit fieri sanctius, et charitate sublimius? Et tu quoque, mi fili 

Sate/SL 1 *' Samuel, ne conqueraris a me neglectam Ynentionem tuae optimae 
lmieiis ct i, uman i ss i mae matris, quam nondum decennis, absens, amisisti; 
liabuit enim quae te sectari convenit multa bona, paupertatem 
didicerat et labores, ideo pauperibus misericors erat, modesta, atfa- 
bilis, jucunda, pacifica, taciturna, arnica vicinis, minime garruti, 
fidelis, et indigentibus officiosa, castissima, et sine omni arrogantia 
cordis et morum, domestica eatenus, ut de cura familiari nihil 
mihi fuerit unquam cogitandum. voluisset parcius victitasse, sed 
quia affluebant hospites et commensales, eos honeste fovere 
studuit et sine querela dimittere, id quod contigit semper, solli- 
citior multo, ut fideliter administraret omnia, quam ut ditesceret. 



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73 

* * 

Cum nullo unqitam litigavit commensali, nee suspicio ulla oboriri 
potuit* vicinis omnibus amabilis e't grata, cujus familiaritate gaude- 
bant, cujus bencficiis fruebantur. et quamvis ob frugalitatcm cor- 
poris horrebat mortem, in aetate integra, tamen se evicit, ut adesset 
giorientibus, cupiens discere libenter. mori, si foret possibile, quod 
ct contigit. orabat enim ne quis deum ■ oraret pro sua prolixiore 
vita, dum grabato adjaceret anno 1536. Et quid de studiis meis 
dicam, decennio mihi uxor fuit, quo toto tempore non ausim 
confiteri, ut me in studiorum meorum negotiis, quae multa fuerant, 
vol ad lioram unam impedierit. haud aliter quam sollicita mihi 
Martha adfuit et de omnibus necessariis providit ' difigentissime. 
abhorruit semper a superbia, memor suae lmmilitatis et paupertatis 
suorum, de, qua non erubuit, sed boni consuluit semper et deo 
grarias egit studiosius. gaudeBat ex. potir boni m vini, sed citra 
omneni inhonestatem et loquacitatem vel quanoinque ineptiam, 
qualem intellexi nunquaip. amantissima prolis, sed nihil dissimulans 
vel permittens correctione dignum. cum cerneret se declinare ad 
fragilitatem corporis, tristitiam lachrimis testabatCir et querebatur, 
solum timens se longo morbo cruciandam et.me oneraturam; sed 
ubi conspexit invalescere morbum, audire noluit eonsolajionem de 
longiori vita in tarn fragili corpore. quo factum* est, ut Dei gratia 
speciali subito abriperetur, eo die, quo erat nemini timor praesentis 
exitus, quin alacriter colloquebatur vicinis usque ad horae dimidium. 
cujus obitum praesens intuebar, haud aliter se habentem, quam 
obdormientis, sine dolore sensibili, ultimo mihi oculorum aspectu 
valedicens et in Domino obdormiens. quae cum sepelienda du- 
ceretur, earn tantae vicinarum et notarum prosequutae sunt lachri- 
mae, ut diceretur, a multis annis nihil simile visum, nee personam 
aliquam illachrimatam eatenus et lamentatam (Die Simonis scilicet 
et Judae). Haec charissimi lilii, vobis testamenti vice scribere licuit, 
ut cogitetis de Majorum vestrorum virtutibus; non ut eos laudetis, 
nee ego vobis eos laudo tantum, sed propositos cupio, exemplaria 
vitae vestrae (cum virtute minime ficta, nee ex affectu exaggerata 
prorsus), ut sequamini non solum eorum vestigia, sed pro eruditione 
vestra et adhortatione mea, cogitetis, fieri, si non meliores, saltim 
aequales: ut diseatis et velitis prodesse multis, tota vita vestra, et 
facultate discendo, docendo, monendo, juvando, promovendo ad 



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74 

omne bonum, exemplo Majorum vestrorum, ut et vos Domino 
miserante et donante, aliquando vestrae quoque posteritatis exem- 
plaria futuri sitis, si Dominus donare dignabitur, ut cupio et oro. 
Visus est autem mihi hie fuisse locus idoneus, quando ultimam 
de avunculo nostro Doctore Jodoco mentionem facere debui, et 
quomodo libros legarit sororis suae posteris ; quos et cum reliquis 
annotavi, Rubiaci Guardianus, in indicem laboriosum pro fratrum 
bibliotheca, quo usui essent studiosis, quorum nunc paucos adesse 
audio, quibus etiam parum studiose incumbere consueverunt ab 
eodem tempore. Eis autem diebus (anni 1518) jam -turn primum 
Erasmi lucubrationes celebrari coeperant, prodeuntibus turn paraphra- 
sibus ejus in Romanos, quarum exemplaria a Frobenio assequutus, 
ea Rubiaci Guardianus praelegebam junioribus fratribus, ut pariter 
Paulinam imbiberent Theologian et latinitatem mundiorem, cum 
rethorica Christiana, placuit adeo fratribus, ut et in aliis conventibus 
idem placere inciperet, et avidius Erasmica legerent passim, talis 
turn erat mea exercitatio Rubiaci praelegendi Paulum et ornando 
bibliothecam. Incidit autem pestiferum tempus, ad autumnale tem- 
pus anni decimi octavi, quando sororis meae proles tota occubuit ; 
quando et, me absente, frater laicus portarius obiit, qui multos 
servaverat medicinali potu suo, sed se ipsum servare, Domino vo- 
cante, non potuit. obiit eodem quoque anno Dominus Gualtherus 
Gallus patruelis Doctoris Jodoci, Capellanus Ecclesiae parochialis Ru- 
biacensis, diuturna febre, non peste. Anno vero eodem celebratum 
L cLpit U ulum e ^ secundum generate Capitulum totius ordinis Lugduni Galliarum, 
gencraie u ^j successor electus est generalis Minister Franciscus Lecheri, Car- 
dinali creato Christofero Foroliviensi, qui Romae Generalis electus 
de Observantinis. statim creatus a Papa fuerat, cum aliis XXX Caf- 
dinalibus, dum eram Romae, vel in via redeundi Bononiae, ubi 
fama diffusa erat, eum emisse Cardinalatum, et prius jam antea 
Generalatum 80,000 Ducatis. sed verum non erat; quamvis fuerit 
jam antea Commissarius in indulgentiis Generalis, per aliquot 
Archiepiscopatus in Italia, et collectas pecunias Papae obtulerat. 
pertransibant Rubiacum ex Patribus provinciarum multi de Saxonia 
et Colonia, quin tt de Ungaria ad Lugdunum. 
conditii^ob Eodem anno 1518 comiitia erant Augustae et legatus Apo- 
fcutjierum stolicus Thomas Cardinal S, Sixti: qui Lutherum ob articulos 



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75 

suos centum citaverat ad Augustam, cujus negotii acta impressa 
extant, interim tamen impressa legebantur passim, etiam Basileae 
multa opuscula Lutheri, nempe resolutiones articulorum de indul- 
gentiis, sermones de decern praeceptis vel declamationes, similiter 
et explanatio epistolae divi Pauli ad Galathas cum quibusdam 
sermonibus de poenitentia, de indulgentiis, l ) quae quidem omnia 
magno plausu excipiebantur a Germanis passim, sed non omnibus. 
Eckius enim reclamavit et disputationem instituit Lipsiam ad annum 
sequentem 191mm. Similiter Lovanienses, Parisienses et Romani Lu- 
therana omnia damnabant et excommunicabant ; sed pauci curabant. 

Anno XIX, post Pasca, descendi ad Oppenheim, ad Capitulum isi» 
provinciale, in quo electus fui unus ex quatuor definitoribus Capituli ; 
similiter et Gardianus ordinatus ad Conventum Basiliensem, jam Basiieaw 
enim electus ibi a fratribus eram, et in Capitulo confirmatus, pro 
consuetudine ordinis. Sicque ad festum pentecostes perveni Basileam; 
quo tempore multi Lutherani libri impressi sunt Basileae, opera et 
submissione Beati Rhenani, primum quidem a Johanne Frobenio 2 ) K henLuus 
nempe: resolutiones articulorum, declamationes de decern preceptis, 
in Epistolam ad Galathas, tandem etiam de potestate Papae, Frobenio 
absente; sed Erasmo Roterodamo instante epistolis, postea nihil 
Lutheranum impressit, 8 ) id quod vehementer profuit Adae Petri, Ad » m p etri 
qui ejusmodi libros consequenter multos cum magno suo commodo 
impressit et vendidit omnia, etiam Pomerani et Melanchtonis 
lucubrationes ; donee deceptus tandem una impressione. Tria milia 
Psalteriorum impressit, Pomeranae expositionis, praeter et contra 
consilium meum, unde damnum grave incidit; alioqui libellos.eos 
ferme omnes, quos assequebatur e Wittenberga, me adnotationes t™Lutberi 
addente, impressit subinde, usque ad annum vicesimum quintum. 
Eodem anno mense Junio, in fine factum est primum diluvium 
Basileae, noctu, die Pauli, qui erat 8. corporis Christi, sic ut ^SJSS 1 

1 ) S. die wirklichcn Titel der betreffenden Luther'schen Tractate in dem 
Verzeichniss der Schriften bei Kostlin a. a. O. Bd. II. Anhang. 

2 ) Vgl. uber diese und sammtliche nun angetuhrte Basel'sche Drucke: 
Stockmeyer und Reber a. a. O. Von Pellikans Verhaltniss zu Froben sagt 
Fabricius a. a. O. : Frobenio Maecenate et Patrono quamdiu Basileae fuit, 
usus est. 

8 ) Vgl. audi Merger, Geschichte der deutschen Bibeliibersetzung in d^r 
schweiz, ref, Kirche, 1876, S. 51, 



libellos et 
indices meae 



Basiliense 



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Cypriaui 

opera cum 

indicc 



1520 

Oper. Luth, 
tomiis prim. 



Ambcrga 



Job. Faber. 
Urb. liegius 



1). Caspar 

Auiinonus, 

August, pro- 

vineialis 



Katisbona 



Speciosa 
Maria 



Canpar 
Batzger 



76 

refectorium et cellare aquis repleretur in monasterio, cum magno 
damno domus infirmorum subtus, et in reliqua parte urbis 1 ). 
Impressa tunc fuerunt omnia opera divi Cypriani per Frobenium, 
in quae ego indicem collegi; qui appensus est, non sine magnis 
laboribus, qui nondum sciebam artificium commodius indices colli- 
gendi. Anno quoque 20. impressa fuerunt omnia quae tunc extabant 
opuscula Martini Lutheri, in unum volumen ab Adamo Petri, me 
colligente et ordinante. 

Celebratum quoque fuit eodem anno Capitulum provinciale in 
Ambcrga, prope silvam bohemicam, quod accedere cogebar. Transe- 
undo per Constantiam hospes fui apud Minoritas, honoratus 
muneribus et praesentia mensae a D. Johanne Fabri, et Urbano 
Regio, qui tunc erat in Spiritualibus Vicarius Episcopi Constantiensis. 
Coena nobis in horto erat, supervenitque tempestas tanta, ut naves 
aliquae submergerentur in lacu inferiori, prope Ueberlingen, ad 
quam urbem postridie veni; ibi pransus cum Minoribus, profectique 
inde versus Stocken et Sulgen pervenimus ad Bibrach et Ulmam, 
unde rate conducta, multi Gardiani cum sociis descendimus per 
Danubium usque ad Lauwingen, ubi susceptus fui et per noctem 
hospitio fotus a reverendo Patre Casparo Ammono, Augustiniano, 
hebraice docto 2 ), olim Provinciali Ordinis pro Germania. deinde 
pervenimus Ingolstadium, consequenterque per Chaelem usque ad 
Ratisbonam, ubi invenimus idolum erectum speciosae virginis 
Mariae in loco, ubi fuerat Judaeorum Synagoga, qui anno praeterito 
ejecti fuerant ex urbe; erat concursus mirabilis omnis generis 
hominum ad illam imaginem, quam vidimus et una adoravimus, 
ut reliqui. Eramus vero hospites circiter 24, hospitati in variis 
monasteriis, ego cum socio apud Minoritas, crastino confecimus 
itineris medietatem ad Ambergam ; postero die pervenimus ad locum 
Capituli, numero 120 et supra, ubi iterum electus est in Ministrum 
Provinciae P. Caspar Satzgerus, qui fuerat Gardianus Nurembergensis 
triennio. tunc invenimus Nurembergae Lutheri tractatum, de Papatu, 



1 ) Von dieser Ucberschwemmung (29. Juni 15 19) bcrichtet audi Fridolin 
Ryff, als « von eim groscn Wetter», s. Basler Chronikcn I, 24, und dcr Kar- 
thauser Georg, s. ebenda S. 382. 

2 ) Ueber Amnion s. einige interessantc Notizen bei Geiger, das Studium 
der hebraischen Sprachc, S. 76. 



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11 

ibidemque secundo impressum. Redii autem Basileam per.Schwabach 

et Dinckelspuhel, per Gamundiam ct Schorndorff, ad Pfortzen, 

deinde per Argentinam et Rubiacum donium perveni, Basileam. 

Coepit eodem anno post coronationem Caesaris Caroli quinti, Aquis- 

grani celebratam, comiitium Wormaciense, ad quod Lutherus quoque ^omiti** 

vocatus, reddidit rationem doctrinae suae volentibus audire, sed 

tamen, instigantibus Romanis, a Cesarc damnati sunt horrendo 

edicto libri Lutherani, sed non est neque Wormatiae neque alibi iibr*Lmhlri 

id servatum, quin impressi, venditi et lecti sunt ejus et suorum 

libri tanto ardentius, quin et liber de captivitate Babilonica tunc 

quoque editusest, contra Sacramenta papistica quatuor vel quinque, 

de libertate Christiana, de Missa privata et hujus modi multa, 

ctiam contra monachatum ct coelibatum, de votis. In fine ejusdem 

20. anni, ex comitiis mihi Basileam hospes venit pater Franciscus 

de Angelis, Hispanus, Provincialis provinciae, quam Angelorum ^AngeiTs, 

nominabant, per totam Hispaniam protensam. Is Caesaris consan- Hl8 P an - 

guineus, legatus missus a Wormacia, festinando ad Hispanias, pro 

sedando quodam tumultu. Is in profesto vigiliae natalicii dominici 

superveniens eques, cum ministris, biduo manens integro et tribus 

noctibus, mihi multum loquebatur de causa Lutherana, quae magna 

ex parte arridebat viro bono et docto , praeter librum de captivitate 

Babel, quern legerat Wormatiae cum moerore et displicentia, quern 

ego nondum librum videram. Et de Ordinis constitutionibus multa 

colloquebamur in quibusdam mutandis, commisitque mihi quaedam 

proponenda Capitulo generali celebrando sequente aestate, ad 

festum Penthecostes in conventu Cirpensi, ad quam congregationem c^iSm 

ego electus eram, nuntius futurus a tota provincia in Capitulo 

Ambergensi, cum Ministro Provinciali eo iturus; timebat enim se 

non posse adesse eidem generali Capitulo, ob negotia regni Hispanici, 

imperatoris Caroli nomine peragenda. Sed contrarium accidit, 

ego enim impeditus structura novae infirmariae in conventu 

Basiliensi, quam dirigebam expensis senatus Basiliensis, tota 

aestate occupatus fui domestica ilia occupatione. Quam ob 

rem vices meas in generali Capitulo egit frater Michael Fryes 1 Mich. Fri*« 

secretarius Ministri provincialis. Eidem Capitulo generali adfuit 

praedictus Franciscus de Angelis et omnia proposuit, quae 

inter nos proponenda convenerat, sed non eodem tempore 



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?8 

determinata, sed posterius tandem in sequent! generali congre- 

1521 gatione fuerunt ordinata, et erat is annus Domini 1521, in quo 

non fuit celebratum Capitulum fratrum provinciale, sed dieta 

^^gfj 1 " indicta alia ad Nurembergam quorundam principum, ubi decretum 

Caesaris contra Lutheranos fuit magna parte remissum in imperio, 

sed non in principatu Austriae ducum. Impressum est eodem anno 

psaimi 22 psalterium Lutheri, me promo vente, quoad XXII Psalmos, in 

open? BaSi. f° rma magna per Adamum Petri 1 ), et opera Tertulliani quoque 
a Frobenio impressa sunt, ductu Beati Rhenani, qui argumenta 

index meus praeposuit utilia libris, a me quoque obtinuit, ut indicem con- 
cinnarem in eadem opera, ut feceram in Ciprianum. A Witten- 

p^aiterfuni berga transmissa est expositio Psalmorum Pomerani cujus, ego 
exemplar scriptum illius manu relegere rogabar, ut imprimeretur 
primum ad numerum 1600; sed et sequenti anno germanice in 
psalterium scripsit imitatus Pomeranum Martinus Bucerus, id quod 
duplici in forma 2 ) imprimebat Adamus, me cooperante et indices 
parante in omnes libros, quos imprimebat, non sine magnis meis 
laboribus; quando nihiloniinus Guardianus eram et aedificabam 



*) Adam Petri gab 1521 Luthers Psalmenerklarung zweimal heraus. An 
der ersten Ausgabe, die bloss 14 Psalmen enthielt, hatte Pellikan keinen An- 
theil, s. Riederer, Nachrichten I, S. 471. Luther war auch gar nicht mit 
derselben zufrieden; s. De Wette I, 560. Ueber die von Pellikan besorgte 
zweite Folioausgabe findet sich das Nahere bei Walch in der Vorrede zum 
IV. Thcil der Werke Luthers. Nach dem Briefe Luthers an Pellikan (De 
Wette I, $53 fT.) arbeitete der Letztere durchaus im Einverstandniss mit 
Luther, ja es scheint bei Gelegenheit dieser literarischen Korrespondenz zwi- 
schen beiden Mannern ein freundschaftliches Verhaltniss entstanden zu sein. 
Wenigstens hatte Pellikan dem grossen Wittenberger einen Wink zur Massigung 
geglaubt geben zu durfen. Und Luther, der ihn suum in Christo majorem 
nennt, nimmt die Ermahnung sehr gut auf : vrecte mones modestiae me, scntio 
et ipse, sed compos mei non sum, rapior nescio quo spiritu, cum nemini me 
male velle conscius sim: verum urgent etiam 1111 furiosissime, ut Satanam non 
satis observem. Itaque pro me ora Dominum, ut quod se et me, non quod 
illos decet, sapiam, loquar et scribam, ac bene vale in Christo.» 

Der 22. Psalm folgte erst im Jahre*i522 separatim und in Quarto nach 
unter dem Titel: Martini Lutheri Lucubrationes in ps. 21 (nach der Vulgata): 
Deus, Deus meus etc. Qui est de passione Christi, quemque autor vere vocat 
psalmorum omnium principem. In tomo opcrationum nuper excuso obmissus. 

2 ) Die Beschreibung dieser Ausgaben s. bei Baum a. a. O. S. 591. 



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19 

infirmariam totam fere domum, quoad interna supra Birsacam, p^^aSs 
nominatim quatuor stubellas et totidem cameras cum capella et 
culina. Sed et opera Beati Rhenani impressus est liber a Frobenio 
Marsilii Patavini contra Papatum, qui fuerat scriptus tempore ^avimfs 
Caesaris Bavarici Ludovici quarti, cui ego quoque praemisi indicem cum m eo dice 
materiarum, quo esset liber utilior ac vendibilior, sed et historias 
Heinricorum Caesarum quarti et quinti, tunc Frobenius impressit c^ium 
contra Papatum utilem et verum. vita 

Anno autem 1522 post pasca celebratum est Capitulum Leon- Leo *£^ gen 
bergense in Suevia, in quo cum comparuissem cum reliquis, pri- Ca P itnlum 
mum locum habiturus inter omnes, ob honorem Conventus et 
loci Basiliensis accusabar a quibusdam publice, ut Lutheranus et 
ideo excommunicatus et indignus, qui interessem capitularibus 
actionibus. Praesidebat p. Casper Satzgerus, respondi, nihil mihi 
constare de aliqua excommunicatione lata contra me, qui decretum 
Papae nullum viderim ; sed et prius quam audissem passim jactari, 
cessarim a promotione librorum Lutheri, praeter quorundam im- 
pressuram, qui nondum essent damnati, ut erat opus quorundam 
Psalmorum. Sic fui decreto Patrum admissus, et cum communis 
esset consultatio de prohibendis fratribus omnibus a lectione libro- ^^{{J}™' 
rum Lutheri, consilio meo et Patris Ministri Provincialis decreto qualis 
ordinatum est, ut simplicioribus fratribus prohiberetur, sed docti 
fratres et praedicatibnis officium exercentes diligenter legerent 
Lutherana, ut de eis judicare possent et privatim ac publice redar- 
guere errores contra scripturas canonicas et veritatem. sic itaque 
illo capitulo ultimo interfui. in via autem inveni in thermis Cellen- 
sibus, 1 ) prope Hirsaugiam, sese lavantem infirmum D. Joannem 
Reuchlin, apud quern aliquot horis de multis colloquium habens, D, ft ^^ n 
eum ultimo vidi, nam statim sequente Maio diem obiit extremum, * l ™£ 
Stutgardiae sepultus, vir doctissimus et justo zelo succensus pro 
veritate asserenda et sacrarum literarum studio promovendo. rediens 
autem Basileam et Erasmo narrans de obitu et colloquio, occa- ^^JJJ* 
sionem praestiti colloquio illi de Apotheosi Reuchlina; 2 ) sic et 



l ) Liebenzell. Vgl. Geigei- : J oil. Reuchlin, S. 471. 
*) Diese Stelle fiihrt S. Hess in seiner Biographie des Erasmus I, S. 2 1 % 
und nach ihm Geiger, Studium der hebraischen Sprache, S. 21, aai. 



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So 

eidem, quod de Franciscano Conrado et Bernhardino lusit, sua 
facundia illustrans historiam veram, sed humiliorem quam legatur. l ) 
1523 Anno sequenti, nempe 1523 tempore quadragesimali veniens Pro- 
T sTt g zgeri a vincialis Satzgerus Basileam, audivit a Magistris nostris universitatis 
Basiliensis et a Canonlcis quibusdam Ecclesiae majoris querelas 
graves contra me Gardianum, contra Vicegardianum Joannem 
Kreiss 2 ) et contra Praedicatorem Joannem Luthart 3 ) et alios, quia 
Lutherani essemus et promotores librorum Lutheri ; quibus Minister 
permotus decrevit cum suis consiliariis praedictis, nos tres loco 
movendos, 4 ) tamen cum honore et citra contumeliam, substituendos 
alios in nostrum locum. Id dim innotuisset senatui Basiliensi, com- 
municato consilio, miserunt ad Provincialem duos senatores magni 
nominis, denuntiantes eidem, ut accusationem nostram contra nos 
delatam diceret et revelaret, quam senatus omnino scire et audire 
vellet. Negavit primum Provincialis, nolens prodere accusatores 
Dominos et Magistros; audivit statim, sententiam senatus esse, 
ut si nos tres e monasterio mittat, velle se ejicere statim reliquos 
fratres qjnnes, qui turn erant numero supra quadraginta. verum 
Provincialis, existimans nuntios hos senatores Lutheranos et partiales 
esse, provocavit ad senatum utrumque colligendum. Id illi delatum 
est et concessum ad Sabbatum imminens hebdomadae pascalis ea 



mecum 

JohanueR 

L\ithard\iH 

Joannes 

Kreyss 



Senatus 
Basiliona 



*) Das betreffende Stuck der Colloquia ist 'Ttxo^o^r'kovaioi betitelt. 

-) Von Kreyss meldct P. selbst weiter unten, dass und waruni er vom 
Schauplatz abgetreten sei. Aus eincm Briefe des Basilius Anterbach vom Juli 
1523 (mitgetheilt von Fcchter a. a. O.) konnte man schliessen, es sei dem 
Kreyss als Viceguardian Eberlin von Gtinzburg gefolgt. Die betreffende Stelle 
lautet: « Johannes Eberlin viceguardiamis nostri Pellican! cucullam in festo 
Paschalis abjecit. » Da P. in scinem Schreiben an Molitor's (s. unten^ berichtet, 
es werde unter den gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen auch der Urn- 
stand angef'uhrt, er beherberge abtriinnige Ordensbriider, so ist ein Aufenthalt 
Eberlins bei ihm gar nicht unmoglich. Dass Eberlin aber sein offizieller Vice- 
guardian gewesen sei, das konnen wir uns kaum vorstellen (vgl. unsere Mono- 
graphic iiber Eberlin S. 149 ff. und S. 175), urn so weniger, als P. in seinem 
offiziellen Schreiben an das Lnndshuter Capitel, Ende Jul^ 1523, deutlich von 
einem ihm fcindseligen Viceguardian rcdet. 

3 ) Ueber J. Luthard, eigentlich Hans Siindli aus Luzem, s. Basler Chro- 
niken I, S. 409, 421, 584. Nach dem, was P. im weitern Verlauf seiner Er- 
zahlung iiber ihn sagt, war er ein sehr bedeutender Prediger. 

*) P. sollte als Guardian nach Kaisersberg kommen; s. unten. 



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gl 

ratione, ut Praedicator et ego pariter compareamus in senatu, 
rationem daturi actionum nostrarum et responsuri ad accusationes 
proponendas. Provincialis voluisset abesse nos duos et solus cum 
suis sociis, quos tres habebat, comparuisse ante senium, sed 
senatus voluit, nos quoque adesse, quod et factum est. Proposuit 
longo sermone negotium totum et causas, Qb quas cogeretur 
dmovere nos tres ad alios conventus et ipsorum conventui melius 
providere. Accusatio nostra erat, quia Lutherani essemus et pjro- 
movissemus librorum talium impressuras. Statim a prandio vocaji 
sunt iterum ad senatores quosdam audituri sententiam senatus, c( ^ t a en * ) 1 * o 
quae fuit, ut festinarent egredi urbem, re infecta quam conarentur ; ▼fcciaiem 
quin si nos tres volentes vel nolentes urgeret egredi urbem, statim 
ejicere decretum esset omnes reliquos Minoritas ex urbe. Sic itaque 
Provincialis impaciens abiit cum sociis suis et cum *confessore 
Monialium S. Clarae in Gnodental, ubi consilium suum cum Do- 
ctoribus et Canonicis habuerant. Sed et denuntiatum est eodem 
decreto quatuor ordinariis lectoribus 1 ): duobus in theologia ma- 
gistris M. Mauricio Augustiniano 2 ) et D. Joanni Gebwilero, 3 ) 
Doctori in Canonibus Joanni Mernach 4 ) et Medico Joanni Wo- 
necker, 5 ) qui stipendia habebant a senatu, ut posthac amplius non 
expectarent stipendium pro lecturis, sed et a lecturis cessarent, aliter 
providendum esse studiosis talium; 6 ) porro abeunte Provinciale non 
amplius redituro, ego dimissns sum in meo officio cum sociis. Statim 
ordinarius in theologia lector a senatu ofdinatus est Doctor Joannes 



Academia 
reformata 



1 ) Offenbar die Hauptanstifter der ganzen «tragoedia Satzgeri mecum» 
(s. oben), welchc ktztere somit in einer bisher nicht genugsam betonten Weise 
dem Sieg der Reformation zu Basel wesentlichen Vorschub geleistet hat. S. Eifll. 

2 ) Mauritius Fininger, den Burerius in einem Briefe an Beat Rhenan 
(Fechter, Beitrage II, 214) mataeologus und doctorculus nennt, vgl. auch 
Vischer, Geschichte der Universitat Basel, S. 222 ff. 

8 ) Ueber Joh. Gebwiler, den Aeltern, s. ebenda S. 223 ff., und Herzog, 
Joh. Oekolatnpad, S. 221 ff. 

4 ) Johann Te*toris von Mfcrnach hatte die Theologie 1489 wegen Ver- 
heirathung cum ridiculo tufgegeben; s. Vischer S. 222 und 224^1. ff. 

8 ) Ueber ikd ehemaligen Barbiergesellen Johann Rulmann von Windegk 
s. Vischer, S. 250 ff., und Basler Chroniken I, 440 ff. 

6 ) Aehnlich ging es den widerspenstigen Professoren in Tubingen im 
Jahre 1534; vgl. Heyd a. a. O. Ill, 131. 

6 



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$2 

Oecolampadius, qui et jam antea Isajam germanice legerat omnibus 
audire cupientibus, sed ex illo tempore coepit praelegere epistolam 
ad Romajios. et ego in locum Augustiniani Doctoris subornatus 
sum Lector Theologus, qui et in amplo satis auditorio praelegi 
Genesis, Genesim, integro anno, deinde 24. anno praelegi Proverbia Salo- 
EccieBiaetes moms, consequenterque hcclesiasten, usque ad rebruarn nnem tere 

praelecti .....? n 

anni vigesimi sexti. 1 ) 

Cum autem eodem anno 23. celebrandum esset Capitulum 
Lantzhutenp. provinciale in civitate Lantshutensi, et p. Satzgerus, qui mihi semper 
amicus erat, ab officio post finitum triennium absolvendus esset, 
et jam non parum confusus de me, quern amaverat semper et 
experiebatur tantisper inobedientem me, non congruum videbatur, 
ut ei scriberem absens, quia autem Senatus Basiliensis communi 
decreto statuerat, proprium juratum nuntium cum suis epistolis 
mittere et exponere, quid actum esset, et quid fieri vellent de 
conventu Fratrum et Sororum Sanctae Clarae in Gnodental, 
necessarium putavi scribere causam meam et excusationem veram 
et declarare ea, quae passim per totam provinciam superioris Ger- 
maniae de mea fama ferebantur varia, turn bona turn mala. 
Epistolam ergo scripsi piissimo cuidam patri et coaetaneo meo, qui 
Guardianus erat tuncMoguntiensis, viro integro, docto et religioso 
valde et syncero amico, apud quern similiter haud parum pericli- 
tabar de fama, quern amicum perdere timebam veterem, nomine 
Alexander Alexandro Molitoris 2 ), qui et in eodem capitulo Provincialis electus 

Molitoris ' 7 *■ r 

est, id quod non pufabam. Ejus epistolae copiam mihi rescribi 
feci per fratrem, in meum testimonium; cujus tenorem servavi 
usque in praesens, quam cupio vobis ambobus, meis filiis, esse 
aliquando lectam, ut cum tempore, si quando res fit postulatura, 
veraciter, solide et constanter famam meam contra superstites Mino- 



*) Der Karthauser Georg berichtet (s. Basler Chroniken I, 386): tunc 
coeptum est legi tres linguas ab eodem (Oecol.) scilicet et PelHcano. Die 
Universitat verweigerte umsonst den beiden vom Rath ernannten Lehrern ihre 
Anerkennung, umsonst schrieb Petrus Fabrinus in die Rectoratsmatrikel, die 
bessere Theologie sei vertrieben. Ein Spaterer hat sogar noch die Malice 
gehabt, zu dieser Notiz die Randbemerkung zu machen: sic bono rectori 
videbatur! 

*) Hottinger nennt ihn an dem in der Einl. a. O. Aegidius Muller. 



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$3 

ritas defendere possitis, et ipsi vos cum posteris vestris scire 
rationem mutatae conversationis meae et qua fiducia integrae famae 
et syncerae conscientiae vixerim , ipsis illis testibus amicis et hostibus 
quoque meis. Sic autem scripsi eidem Alexandro, honestissimo 
Patri, qui posterius saepe Provincialatum gessit et Guardinatum 
Heidelbergensem , ut earn epistolam aliis quoque meis fautoribus 
legendum ostendere posset, ad meam excusationem. *) Unde et in 
eodem coetu fratrum, cum multus et atrox rumor de me inter 
fratres ferretur, dixit in tota congregatione provincialis Satzgerus, g^eH^d e 
ut mihi per quosdam amicos rescriptum tunc fuit, in hanc senten- pJ^SJSJ 
tiam: « audio, inquit, diffamationes multas et varias de Pellicano 
Basiliensi, non sine multis de eo mendaciis, id ego scire vos volo, 
fuisse eum semper et esse virum honestae conversationis et integrae 
vitae et famae, qui nihil egit, nisi quod decet bonum virum, volo 
ergo, ut ab illius diffamatione vobis temperetis. Haec ille tunc 
quoque dixit, nescio si hanc quoque epistolam ab Alexandro ex- 
hibitam ei legeret vel ne, sic autem scripseram ad verbum, et 
causam meam totam sic comprehendi paucis, ut fieri potuit in re 
tarn mihi gravi et periculosa, quo ad vitam et conscientiam: Vener- 
ando Patri Alexandro Molitoris, Guardiano Moguntino, amico et^|^*™ e r a 
fratri charissimo, nunc in Capitulo provinciali Minorum in conventu P rovincial - 
Landshutensi celebrando, partes quoque suas porrecturo frater Con- 
radus Pellicanus Rubeaquensis, hactenus Gardianus Basiliensis, 
gratiam ac salutem in Christo Salvatore. Quod ego in tot mise- 
riarum mearum casibus difficilibus venerandae Paternitati tuae 
toto anno nihil scripsi, causam aliam nolis aestimare quaero, quam 
scribendorum nimiam prolixitatem et negotiorum meorum per- 

l ) Ausser diesem Privatbrief an den einflussreichcn Mainzer Guardian 
schrieb P. einen zweiten kurzern direkt an das Landshuter Kapitel; dersclbe 
ist datirt Dominica post Jacobi 1523, und sein Original, resp. Concept, befindet 
sich auf der Zurcher Kantonsbibliothek. Wir werden aus diesem offiziellen 
Schreiben in einigen folgenden Anmerkungen etliche Parallelstellen mittheilen. 
Ein Passus, der in besonders sprechender Weise fur das in P. erwachte refor- 
matorische Bewusstsein Zeugniss ablegt, moge schon hier seine Stelle finden: 
«Si tarn odiosi sunt patribus hi fratres, qui Lutherani nominantur, et propter 
Papam eos ferre non potestis, ego nee Papam timeo, si quippiam tentaret contra 
legem Dei et catholicam veritatem, pro qua feram, quae Christus jussit, in 
aliis eidem libenter obediam». 



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8 4 

plexitatem, ut nee me putarim scribendis sufficere, nee te voluerim 
legendis onerare, nunc vero rationem redditurus vel ex magna et 
necessaria magis parte famae et actionum mearum, charissimam 

Exordium mihi fraternitatem tuam prae aliis multis elegi, pro religioso et 
sincero affectu tuo, ut si vacaverit, per negotia, legere digneris, 
quae sunt subito ut in buccam tristi et solicito ingesta scribenda 
tibi; sin minus videre licuerit per negotia capitularia, quae tibi cum 
primoribus transigenda commendabuntur, saltern aliis piis ac syn- 
cerioribus patribus legenda permittas, ut ex tot vulgatis passim in 
omnes conventus rumoribus de me quid credere debeant, valeant 
Narratio judicare. Audio enim me miris tragoediis traduci per omnem 
provinciam, quosdam etiam credere, non parum multos, omni 
vento, et quae de conversatione mea aliquando certo cognoverant 
non mala, nunc relatione malevolorum 1 ) persuasi ducantur ad 
credendum de me non bona, id quod quorundam verba et scripta 
non obscure testamur: annitar pro virili, ut rerum mearum certam 
rationem intelligas, ut quod de amico nunquam, ut spero, poeni- 
tendo sentire possis et respondere, ad manum habeas, et ego 
quae tibi familiari amico descripsero, ceteri fratrum, utcunque in 
me affecti, per te legere vera possint et si velint boni consulere, 
quae perperam diffamata crediderant. Primo omnium audio, quosdam 

DiBtpibutio obgannire mihi, quasi in Capitulo Leonbergensi 2 ) cum ut Lutheranus 
et excommunicandus producerer ad rationem reddendam, verbis 
meis et mendaci excusatione patres deceperim, simplicitatique 
eorum imposuerim. Quidam dicunt, quod nescio quae revocaverim, 

Lut ^ssc num et c l uo ^ tunc ut haereticus damnari debuerim, sed mihi adstiterit 
favor reverendi patris Ministri Provincialis Satzgeri, eatenus, ut 
mihi nemo contra dicere fuerit ausus. ad quae ego nunc quoque 
repeto, quae tunc praesens audisti me loquentem coram omnibus; 

LufhewB testatus sum en i m coram eis, me ea ratione dici posse Lutheranum, 

piaceant. q UO( j e j us a principio libros diligenter et admirabundus legissem, 

licet non omnia statim intellexerim, alio enim jam dudum odore 

imbutus, placuerint multa, pro feci ex eis in multis, quando bona 

*) In dem offiziellen Schreiben fuhrt P. als den signifer seiner Gegner 
an: Kaspar Corbach. Von zwei Andern, Thomas Meyer und Claudius, sagt 
er, es sei gerade, als ob sie dazu angestellt waren, ihn zu befeinden. 

2 ) S. oben. 



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8 * 

plura scripsit etiam judicio aemulorum, qui legunt sua laudata a 
bonis viris et doctis; contra quoque complura apud eum viderim, 
quae displicuerint vehementer, quae horrorem incusserint tanquam 
nova; denique quaedam non ferenda immodestia, quae potuissent 
stilo modestiore fuisse prolata, et scripta quaedam, quae nee vellem 
nee possem defendere; nee minus quoque diligenter legerim ac 
sedulo legam, quae contra eum multa scribuntur, ideoque scruti- 
nium reverendi patris Ministri Satzgeri imprimi curassem, 1 ) ut patres S satzgCT" m 
nostrae provinciae intelligerent, quid in libris Lutheri et qua ratione*®**^* L ^- 
admittere vel impugnare possent, et quomodo interpretari; et quod ratio *e 
usque in id temporis nee Papa bullam, nee Caesaris mandatum 
viderim (sicut nee hactenus vidi); nee solum non esse malum, si 
docti fratres legant libros hujusmodi, sed potius necessarium, 
maxime his, qui cum hominibus prudentibus et eruditis aliquando 
congredi debent, ne ignoremus, quid sit vel admittendum vel refu- 
tandum. Solo quoque rumore audito de Caesaris edicto, conti- Bdl 2j iB Cae " 
nuerim me ab impressorum opera, praeter opus Psalmorum quo- 
rundam, ubi adjeci quosdam hebraicos caracteres, ad id rogatus a 
Luthero per epistolam 2 ); quin et antequam Basileam venissem 
Gardianus, Lutheri libri illic impressi habebantur, et jam fratres 
quidam doctrina ipsa imbuti fuerant, quam et diligenter legebant, 
et non minus etiam saeculares multi; non potuisse me, dicebam, 
rationabiliter obmisisse lectionem istorum librorum, quos tarn n ^^^ 
communiter et crebro laicos legere conspicerem in tanta civitate, Luthcri 
quibus esset quandoque ratio nostrae fidei reddenda exigentibus. 
De apostasia quae de me falso provinciam mendaci fama repleverat, Apostasia 
adjeci loquens, quod tunc erat in animo; id de me nemo timere 
deberet. haec et pauca quaedam alia norunt, qui presentes fuerant, 
sincere me dixisse. nihil revocavi nee erat necesse, cum mihi nullus 
error objiceretur. Ab eo tempore cum impressoribus, quoad 



*) Hierauf bezieht sich die in unserer Monographic uber Eberlin von 
Gunzburg J>. 175 ff. abgedruckte Stelle aus dessen Tractat «Mich wundert, 
dass kein Geld im Land ist.» Was dort S. 176 Anm. uber das Verhaltniss 
Pellikans zu Satzger gesagt ist, wird durch die Darstellung des Chronicon im 
Ganzen bestatigt, immerhin aber zu Gunsten Pellikans und theilweise auch 
Satzgers modifizirt. 

a ) De Wette I, 554- 



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86 

Lutheri libros, nihil rnihi fuit commercii, ipsis interim non cessan- 

tibus sequi suum lucrum. Novum instrumentum cum germanice 

imprimeretur, promovi ut potui 1 ), nee poenitet diligentiae, nee id 

vir christianus improbabit, nee si cessassem, aliquid fuisset impeditum 

Lwtheri* * n °P ere - De doctrina vero Lutheri tunc et modo judico, ut eidem 

eatenus acquiescam , quatenus ex sacris Litteris clare intellects com- 

probari potest esse conformis doctrinae Christi et Apostolorum. 

pitdbus usu ' et rnoribus primitivae Ecclesiae et sanctorum Patrum (ubi 

credendum c j rca d g ma aliquod consentiunt) scriptis non usque adeo dissentit, 

quin et si dissentiat alicubi, non magis eidem credo quam solide 

mihi probare videtur, et ut sancti Patres quoque sibi ipsis credi 

doctrina 011 voluerunt. Ecclesiasticum credo et suscipio, quicquid juxta divinae 

quaedda. scr ip turae sententias concluditur et docetur. sine scripturis et 

obscure proposita et in rebus non necessariis ad salutem vel 

Sum pietatem sicut non protinus sperno, sic nee omnino acquiescere 

piomm JebeQ^ j n praejudicium doctius et rationabilius sua docentium, 

et studiose inquirendum. Expecto omnium eorum, quae nunc 

disputantur, maturam determinationem, per viros pios, doctos, 

modestos, fideles, rerum mundanarum contemptores, solius verbi 

Dei admiratores, qui non ad gratiam hominum vel privatum com- 

modum, sed in Dei gloriam, Evangelii et pietatis profectum, ani- 

marumque salutem respiciunt, ea quae fidei sunt et morum 

docentes, hoc est, spiritu sancto imbutos, non hujus mundi sapientia 

turgidos nee nominis sui potius quam Dei et veritatis rationem 

habentes, uti hodie multi videntur, multoque plures in christiano 

orbe sperantur. Exiit quoque et alius rumor de nostro Conventu 

et nobis ad fratres provinciae praesenti anno et praeterito, quasi 

do" e io Ci ter Episcopus Basiliensis et Senatus cum populo propediem expulsuri 

Teenahi 8 nos essent j quamobrem et reverendus Pater Minister Uteris me suis 

seriose communefecit, periculis hujus modi praecaverem. Ad 

quod ei rescripsi et dico nunc quoque, crebro me certiorem redditum 

per majores senatores, per cives nobiles, nihil tale nobis metuendum, 



*) Sowohl Adam Petri als Thomas Wolf druckten in Basel Luthers neues 
Testament nach. Vgl. die ausfuhrliche Beschreibung der einzelnen Ausgaben 
in dem oben angefuhrten trefflichen Werke von Merger. Dass Pellikan die 
Drucker (und zwar wohl hauptsachlich Adam Petri zu seiner ersten Ausgabe vom 
Dezember 1522) ermuntert und unterstutzt, warunseres Wissensbisher unbekannt. 



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87 

quodque nihil querularum perlatum fuerit ad Consules unquam, 
nee in publicis sit auditum Zunfftarum domibus; tan turn canoni- 
corum et clerieorum quorumdam et eis familiarium querelae et 
mendacia per civitatem passim pervagarunt contra praedicatorem 
conventus 1 ) et me, et de universitate quidam vetuli Doctores, m ^ hi a a * c - 
Sophistae potius quam Theologi 2 ), machinati sunt contra nos to«ui°*™ 
quicquid potuerunt, cum illo nostro Confessore apud Gnodental, 
similes cum similibus; quibus saepe dixi, ut si quid in nostram 
doctrinam haberent et mores, congregarent academiam suam, 
vocarent nos, formarent et statuerent articulos, audirent fidei nos- 
trae rationes, quas pollicebamur, vel nos de veritate clarius edo- 
cerent. nee id egerunt unquam 8 ), sed clanculis conciliabulis suis 
et conciliis in nostram diffamiam machinati sunt infatigabiliter, 
donee inciderunt in foveam, quam foderant, exauthorati et stipendiis 
et lecturis. Tories se is Doctor noster Gregorius Heilmann Con- SSSSn 
fesspr jactaverat, obstitisse se et intercessisse pro nobis ne expelleremur, 
donee sine omni opera mea vel cogitatu, Domino vindicante, ipse 
primus expulsus est. Tantum abest, ut procurare tentaverimus, 
licet ut verum fatear, de ejus relegatione ad Alsaciam parum 
doluerim, turn quia semper videbatur optare expulsionem meam 
et dedecus, in cujus judicio et sensu haereticus eram, turn quia 
amicissimos sibi fecerat, quotquot sciebat mihi et bonis fratribus 
inimicissimos, turn quoque, quia toties multis annis cum suis sociis 
molestaverat nos inextricabilibus suis alter cationibus, quibus vix 
tolerabilis erat pompaticus et ridiculus doctoratus suus bullatus, et 
sororibus quoque magno incommodo expensae erant, quas augebat 
saepe in scandalum familiae et sororum, ne dicam conscientiarum 
angustias, quibus alioqui timoratas arctius constringebat, eximia 
eruditione sua scotica, qua et nunc glorificabit Provinciam, si mini- 
ster nunc fuerit electus, ut sperat, si Diis placet. — Inter omnes 



*) Der oben angefuhrte Joh. Luthard. 

*) Die oben angefuhrten Fininger und Gebwiler. 

8 ) Vgl. Basler Chroniken I, S. 440 ff. Der oben genannte Wonecker 
hatte allerdings im Dezember 1522 Artikel angeschlagen und zu einer Dispu- 
tation eingeladen; indessen bestatigt das, was Pellikan hier sagt, die Ver- 
nwthung Vischers (a. a. O. in den Anmerkungen zu Woneckers Thesen), 
dieselbe sei gar nicht zu Stande gekommen. 



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88 

autem rumores odiosos de nobis audio diffamari nos, quasi jeveren- 
dissimus Dominus noster Episcopus et pater Provincialis Minister, 
n^e et praedicatorem mutare loco voluerint, nos vero inobedientes 

iScusatanoa ^uxilio et invocatione senatus obstiterimus. l ) Id ut totum ex initio 
probanda sc i as> amicissime Pater, oro vel semel legas historiam brevibus r 
describendam sine fuco vel mendacia. Dominus, quern nosti Senior 
Episcopus Christophorus, ejus quoque coadjutor et alii quidam . 
Canonici mihi antehac semper fuere favorabiles, facti autem* 
quorumdam sunt factione adversarii. Post Ambergense capitulum 2 ) 

p^Iedfcitum concionator noster ab exordio coepit praedicare Evangelium secun- 
dum Mathaeum, quod et finivit infra annum cum dimidio, sequutus 
■ authores sanctos et veteres: Chrysostomum, Hieronymum, Augusti- 
num, Origenem et Hilarium et ordinariam Glossam, idque cum fructu 
et approbatione amplissimi auditorii etiam Doctorum. Hoc igitur 
verbum Evangelii juxta naturam suam genuinam segit, consolatu 
siquidem est conscientias et aedificavit piorum; irritavit autem scribas, 
phariseos et sacerdotum principes. murmur paulatim obortum est 
in clero et curialibus, verum utcunque tulerunt. Post Leonbergense 
Capitulum 3 ) diebus Pentecostes denuo coepit sermonem Domini in 
monte, quod is esset Christianorum regula, quam diligenter populo 
discendam proposuit, pia qua valet vehementia. 4 ) Hie commota 
est cohors universa: canonici, universitas, et de senatu primores 
quidam, statimque mense Junio convocatis omnibus praedicatoribus 
Decretum civitatis denunciajtum est 5 ), ut posthac Evangelium praedicent 

benatus 



*) Wie grundlos diese Anklage und wie weit entfernt Pellikan davon war, 
eine staatliche Einmi»chung von sich aus zu begehren, zeigt eine Stelle aus 
dem angefuhrten offiziellen Schreiben: «vellem quod nihil se intromitteret 
Senatus de conventu nostro, sed quid possum impedire? Irritati sunt a negotii 
illitis incept oribus nee desistent facile; vix poterunt propter plebem.» 

2 ) 1520; s. oben. 

3 ) 1 522 j s. oben. 

4 ) Fechter theilt a. a. O. einen Brie£ des Burerius an Beat Rhenan mit, 
worin sich derselbe uber Luthards Heftigkeit bitter beklagt. 

5 ) Diese Mittheilung Pellikans ist von grossem Werth. Durch sie erhalten 
wir aamlich zum ersten Male sichern Aufschluss uber Veranlassung und Datum 
des « ersten offentlichen Dokumentes in Basel* Reformationsgeschichte ». Das- 
selbe ist abgedruckt in den Basler Chroniken I, S. 38 ff. Es wurde, da weder 
in Ryffs Chronik noch anderswo ein Datum dabei steht, bisher dariiber ge- 



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8 9 

* 

solum 1 ) juxta antiquorum Sanctorum explanationem, non secundum 
. propria capita et renitente scriptura 2 ), nihil contra probatos ritufc 
ccclesiasticos et usum sacramentorum praedicent, populum ad- 
hortentur ad obedientiam, et ne quid innovare festinent, sed > 
^expectent futurum generate concilium 3 ). Post hanc commissionem 
factam, sicut et antea, quamdiu praedicator Evangelium pfaedica- 
verat, interfui omnibus ipsius .concionibus, ut et audirem ipse quid 
et quomodo praedicaret, ut pro eo respondere vel contfa eum 
procedere possem, utut res postulasset; nihil autem audivi unquam 
ex, ejus ore, quod non scirem olim dictum fuisse a Sanctis et con- 
forme Sacris litteris, licet non nunquam vehementius inveheretur 
contra vitia, quam multis placebat. In festo omnium Sanctorum 
et postea aliquot sermonibus docuit de abusibus in cultu Sanctorum, Sa 2dto?Ln 
multa dicens, vera quidem, sed quaestoribus Divorum omnibus 
odiosa, consequenter de vero Dei cultu et honore Sanctorum. 
Post aliquot dies vocati fuimus ipse et ego ad Dominos de Capi- c ?^t^ m 
tulo, propositum, non esse servata per nos, quae commiserant 
ante, praedicasset enim nova et perniciosa, et quod Sancti non Accueatio 
essent honorandi, concitasse populum ad interfectionem cleri et 
ad seditionem, ingratosnos esse acceptorum beneficiorum, et quod 
Ave Maria non oraret in praedicationis initio. Responsunj fuit a nobis, Re ^ t "^ io 
cum Ave Maria fuisse similiter quoqus dictum Pater noster, orationem 
dominicam, nihil contra fidem et scripturas esse praedicatum, sed 
omnia ex Sanctis antiquis Patribus; de interfectione cleri accusatio 
falsa esset et malitiose conficta; ingrati non essemus, sed parati 
ad humile obsequium, ad omnia, quae pro "pace et bono cleri, 
studiose conari; non oportere timere seditionerfi plebis; delatos 
nos esse ex invidia malignorum, provocaremus ad auditorium et 



stritten (a. a. O. S. 37 Anm.) ob es in's Jahr 1523 oder in's Jahr 1524 zu 
setzen sei. Nach Pellikans Zeugnis^ ist es nun erwiesen, dass es inmjuni 1522, 
mithin vor Oekolampads Ankunft eikssen worden ist. Wir geben in den 
nun folgenden Anmerkungen einige entsprechenden Ausdrucke des Originals, 
uro zu zeigen, dass Pellikan hier von diesem und keinem andern Mandate redet. 

J ) «nut anders dann allein das heilig evangelium. » 

i ) ffalle anderc leeren, disputation und stempanien, den heiligen evangelien 
und geschriften ungemesz, ganz und gar underlassen. » 

8 ) « bisz zti verrer ecluterung ». 



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90 

ad testimonium cordatorum virorum, cum in abscondito nihil 
fuerit dictum, et quod diversa hominum studia in causa essent 

ralpousto var i ae intelligence eorumdem sermonum. Responsio a Dominis 
mansuete suscepta est; promiserunt bonam suam erga nos gratiam. 
Pro se concionator dicebat, quid et qualiter praedicasset; cautelam 
promisit diligentiorem de futuro; per Adventum autem quotidie 
praedicans explicavit Evangelium «missus est», et tota hieme sequente 
satis modeste praedicavit usque ad Quadragesimam, et sine querela 
manifesta; his tamen non obstantibus interdicta fuit in Galliis col- 
lecta eleemosinarum. Supervenit post Dominicam Laetare reverendus 
^ProvTu* Pater Provincialis, inquisivit pro more et recitavit visitata. — Ego 
ciaiem q UO q Ue coram toto Conventu et Patre provolutus suppliciter depre- 
cabar Patrem, ut insuflicientiam meam attendens et diffamias 
indignas, quas paterer, quum posthac aliter agere non possem 
quam egissem hactenus, ob temporum et rerum difficultatcs 
oravique instanter, ut me a Guardinatu absolveret. Pollicebar 
excusaturum me id ipsum ad omnes amicos meos et inimicos, 
doctos et indoctos, ne quis suspicari possit, odio vel livore me ab 

^ 8 P°°J^ i8 officio absolutum. Respondit reverendus Pater, scire me, praeter 
consuetudinem futurum, ut jam absolvar, vix post tres menses 
instante Capitulo, sed et hinc fidem praestandam meis diffama- 
tionibus omnibus, si modico hoc tempore, non expectato absolverer 
ab officio; patientiam habere deberem exemplo suo, qui graviora 
pateretur. acquievi et sustinui patienter. haec vero agebantur 
sabbato ante Judica. Sequenti vero hebdomada, dum apud Gnodental *) 
visitaret, adierunt eum commensales continuo novi, Doctores uni- 
versitatis, ex senatoribus quidam et Canonici; quid ibi egerint, 
nescio quidem, quia aberam; audivi autem, contra me et con- 
cionatorem multa fuisse dicta et practicata; tandem rogatus Pater 
venit ad Canonicos collectos majoris Ecclesiae, socio assumpto 
Confessore Heilmajino Doctore; ibi querelae auditae sunt contra 
praedicatorem et me et Vice-Gardianum cum precibus, ut e Civitate 
et loco mutaremur. Id ipsum referenti mihi Patri reverendo 
secretius respondi, id ipsum quidem cupere me et rogasse nuper, 



l ) Das schon mehrfach erwahnte Clarissenkloster Gnadenthal lag in dcr 
sogenannten Spalenvorstajt, 



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9i 

sed jam timere, ne id si fiat ob Canonicorum accusationem et 
Doctorum, fieri non posse absque senatorum et populi tumultu. 1 ) 
Postea mihi Pater consilium suum indicavit esse, ut me Keisers- 
bergam mittat cum honore, ut sim ibi Gardianus. Praedicatorem 
recipere in socium se velle, in nostrum locum positurus suum 
socium 2 ) et Romanum gardianum Keisersbergensem patria Basi- 
liensem. 3 ) respondi ut prius. practica ilia tota innotuit Senatui, 
incertum quo revelante, qui missis duobus ex primoribus ad 
reverendum Patrem postulavit querelarum contra nos depositarum 
articulos, quos nisi prius vidissent, non permissuros se Patrum 
illorum trium amotionem. redit ad Canonicos Pater reverendus, S enttuHn- 
petit articulos, sed non recipit. ad quintam Pascae denuo senatus fregit 
missis duobus petit articulos et testatur, non se passuros nos 
amoveri, nisi legitime accusatos et convictos. Perstat Pater in 
proposito, dicens, pacis gratia cogi eum, ut nos amoveat juxta 
praedicta. respondent missi, senatus nomine, revera senatus con- * 
sultum esse, ut videant accusationem, alioqui non permittere 
amotionem, denique si pergat amovere nos contra eorum volun- 
tatem, jam nunc esse decretum, ut ceteri fratres omnes post nos 
de urbe et Conventu ejiciantur. audiens haec Pater reverendus, 
arbitratusque, non serio haec dici nee commissione senatus, provo- 
cavit ad praesentiam personalem ad senatum. consenserunt Legati, 
constitutaque est Sabbati dies sequens, ea conditione ut nos quoque 
duo, Praedicator et ego, pariter compareremus, audituri proponenda. 
Comparuit Provincialis cum suo socio Joanne Wintzler et con- 
fessore, meis hostibus; ego quoque cum concionatore vocati pariter. 
Proponebat reverendus Pater ad senatum, audisse se querelas de p ^P°^^ 
conventu isto per Provinciam, et nunc similes intra urbem audiret, 8enatu 
timerent pericula seditionum in urbe, si hie consisteremus diutius, 



1 ) Aus dieser Antwort Pellikans erkennt man am besten, welch' guten 
Boden die Predigt des Evangeliums bereits unter alien Standen der Bevolkerung 
gefunden hatte; vgl. auch die oben aus Pellikans offiziellem Schreiben an- 
gefuhrte Stelle fiber Rath und Volk von Basel. 

2 ) Der nachher genannte Johann Winzler. 

3 ) Aus der Familie Rumann oder Romann. s. Basler Chroniken I, S. 476, 
Anm. 1. Derselbe wurde spater wirklich Guardian, freilich nur, weil er ein 
Basler war, Ueber seine schmahliche Emsetzung s. unten. 



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9 2 

peregrinae doctrinae praedicarentur, non sine periculo posse hac 
tempestatepraedicariveritatem 1 ), etiam esse in conventu partialitates, 
quarum nisi una loco moveatur, non esse pacem, omnia se acturum 
cum nostro honore; quibus consulere meditetur sicut et urbi pro 
virili, et alia multa mansueta et rationabiliter loquebatur; qua 
oratione finita, ego quoque loqui jussus, summatum haec dixi: 

R me P a°Sd Scio me diffamatum per Provinciam et accusatum apud reverend. 

senatum p atre m, ut perniciosus conventui, exosus quoque fratribus, clcro 
et populo ob haeresim Lutheranam, ut timenda fuerit mei et fratrum 
expulsio, idque reverendo Patri scrip tis et dictis relatum; de qua 
re aliquando Patri rescripsi, nihil aliud me scire, quam me habere 
gratiosos Dominos et cives, et me sic rexisse conventum, ut 
abjectionem inhonestam non meruerim, quamquam optem ex animo 
officio exonerari, ne sim seditionis cujuscunque occasio; optarem 
tamen scire accusationes, paratus reddere rationem de fide, moribus 
et regimine fratrum; quod si non accuser vel convincar, paratus 
sim posthac agere quod prius, quamdiu id Patrum obedientia, 
et favor Dominorum permiserint. Et praedicator quoque de sua 
praedicatione loquebatur, pro loco et causa; sic itaquedimittebamur; 
egressis nobis, retento reverendo Patre, quid illi dixerint nescimus; 
rediit ad Sorores cum suis praedicator et ego ad locum nostri 

sententia conventus. Ad vesperam, amicorum relatu nobis innotuit, per 
senatum vocatos quatuor Doctores ordinarios, quibus negata sint 
in posterum stipendia lecturarum, quae a senatu recipere consue- 
verant, denunciatum quoque confessori in Gnodental Doctori 
Gregorio, abiret e civitate eorum, sed nee Joannem Wintzler 
habere vellent, sed utrosque abire juberent intra triduum. Sero 
autem diei illius reverendus Pater rediens ad conventum quere- 

Q sat r z ela rf* k atur se contemptum tarn a Senatu, quam subditis, me et Prae- 

Responsio dicatore, inobedientibus ad recessum; respondi solus soli, nolle nos 

mea . , . 

contra obedientiam suam et voluntatem manere, nee aliquatenus 
contemnere ipsius jussa, sed maliciosis nostris adversariis et invi- 
diosis non oportere credi solum, qui abuterentur credulitate suae 
paternitatis ad destructionem conventus, quibus sit imputandum, 
si quid illegitime factum est, nempe ab Heilmanno et Wintzlero; 

*) Sic! Ueber den Wortlaut dieses Satzes und die ganze Rathssitzung 
vgl. die Einleitung B. 2. 



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malle quidem me abscedere et quiete frui mea absque officio 
Guardinatus, sed diffamari ab invidiosis et falsis hominibus sustinere 
difficile sit, et deserere tarn egregium conventum et senatui 
contradicere tantae urbis in re non inhonesta et pro justitia morum 
et fidei, non esse consultum nobis, qui tot annis honeste nos 
gessimus, et juxta verbum Dei et conscientias docuimus, maxime 
quod certo scirem, quosdam fratres sine nobis in hoc conventu et 
ordine quoque illo remanere nolle et vix posse, nee velle etiam 
mutari ad loca alia, ubi minus quieti in conscientia servire Deo 
valeant, cogendi ad ea, quae contra suam conscientiam agere con- 
tingent: erat enim etiam rumor jam antea, omnes fratres milii 
consentaneos mecum quoque expellendos, quorum ego curam 
habere cogebar. Respondit mihi reverendus Pater, abiturum se 
absque conclusione visitationis, id quod et fecit. In mensa enim AbitmPatris 
die dominico Quasimodo, facta fratribus utili et erudita fidelique 
exhortatione , pacem illis conservandam admonuit, usque ad tempus 
provincialis Capituli imminentis ad Augustum: querebatur se im- 
pediri in suo officio: abiturus jam mihi dicebat, me non esse suum 
Guardianum, sed senatus Basiliensis. respondi, provolutus genibus : 
absit, reverende Pater, Guardianus infelix sum non alterius quam 
vestra authoritate et capituli provincialis, paratus nunc egredi 
conventum, si iubeat, consiliumque efflagitabam de eo quod mihi 
agendum putaret, si in certum praesensque periculum convQntus 
et fratrum abire deberem, vel pro honore et salute fratrum et 
ordinis diutius remanere. 1 ) Respondit, tardius nunc posse con- 
silium praestari his rebus, adjiciens, placiturum forsan patribus 
magis, ut resignent conventum civibus, quam ipsorum instantia 
velle impediri in. regimine. 

Sic est discessum: et haec infelicitatis meae historia paucis 
descripta sit, ut contigit, et verissime, unde agnoscas, charissime 
frater, quid mihi in his eventibus fuerit imputandum. Causam ego 
meam Christo commendaveram, qui earn usque modo tuetur 



*) In dem offiziellen Schreiben redet Pellikan von der heikeln Alternative 
mit folgenden Worten : «de miserrimo Guardianatu meo expecto ordinationem 
Dei et vestram. Non sine difficultate possum deserere et non sine maxima 
molestia sustinere. » 



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$4 

tuebiturque in futurum, ut adsim bonis fratribus cum fide, interim- 
que negligam quid hominibus placeat, cum Dei voluntati et juxta 

rumLutheri ^ e * verDum obtemperare desidero. quod autem accusor, permisisse 
excusau me f ra tribus lectionem librorum Lutheri, et apostatas ab ordine 
nutrierim, dico, quod notum est omnibus: plena est urbs Basilea 
non solum libris, sed et impressoribus , ut praeveniri non possit 
eorumdem librorum lectio, quant o arctius prohibentur, tanto avidius 
et ardentius cupiuntur et leguntur. gratia Dei discernere possum 
preciosum a vili, verum a falso. Legerant jam Lutheri libros, 
antequam Basileam venissem Guardianus. ego curam adhibere stu- 

DeApostatisdcbam rnajorem residuos conservandi, quam recedentes revocandi, 
malo eos foris Domino suo cadere, quam intra Domino, mihi, 
fratribus et ordini obesse. Studui eosdem cum residuis crebro 
consolari scripturis divinis, hortari, ut libera Domino conscientia 
servirent juxta Evangelium, professum in regula. Voluissem votorum 
obligationes non aspici tantum sed Domini mandatum, cujus summa 
et scopus est Charitas; arbitratus sum satius, paucos servare bonos, 
quam plurimos retinere involontarios. Sinistre mihi interpretatum 
audio et inversum, quod dixisse me recolo et adhuc dico : Si fratres 
inProvincia tota, qui Lutherani habentur, et ea tantum ratione a 
Guardianis suis tolerari vix possunt, ad meum conventum trans- 
ferrentur, nempe Basileam, et vicissim hi fratres, qui hie odiosis- 
sime persequuntur Lutheranos , quos vocant , et inquiett sunt, 
reponerentur in illorum loca, passim consuleretur et nobis et aliis. l ) 
Verum non patiar ego me Lutheranum did, ea ratione, qua ipsi 
Lectionis Jntendunt loquentes. Sacros libros assidue lego, reliquos cursim 
studium legendo gusto; quae bona offendero, amplector, quod inutile et 
non solidum, negligo, non curans, quis scribat, nee etiam quid, 
sed quam firmiter et solido verbo Dei probetur, interim quoque 
attendens, si consonent antiquis Sanctorum scriptis, quibus Luthe- 
rana multo minus discordant, quam eis, quos nominamus Scho- 
lasticos, potius Philosophos quam Theologos. Scio in his mihi 
non dissentire fraternitatem tuam r amicissime Pater, qui semper 



*) Der namliche originelle Vorschlag findet sich auch in dem oben an- 
gefuhrten offiziellen Schreiben, und noch im Jahr 1525 wiederholt Pellikan 
denselben dem Kreuznacher Kapitel. S. unten. 



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maluisti, praedicator multi temporis, devotis et spiritualibus sanctis- 
que authoribus incumbere priscis, quam modernis illis formaliza- 
toribus et Scotistis, a quibus semper abhorruisti, id quod ego 
tardius sensi, quam placeat modo, licet non tarn tarde, quam alii 
nostrorum, qui toties admoniti, tarn conscientia, quam confusione 
hodierna, adhuc ahum somnum dormire non cessant. Si perso- 
naliter colloqui potuissem, una et altera hora mihi non suffecisset, 
pro quibus compensa, quaeso, tempus lectionis harum, si poteris 
per otium hoc legere. Basileae 3. Kal. Augusti 1523. 

Hanc ego epistolam commisi deferendam fratribus, qui ad 
Capitulum mittebantur, a quo nihil vel consolationis vel responsi 
relatum est mihi, nisi quod exoneratus et absolutus fui ab officio 
regendi fratres, in quern locum repositus est quidam Romanus, ^Jj 1 ^^. 
qui fuerat Gardianus Keisersbergensis. Is fuerat olim annis multis cio ^}*° us 
Basileae confessor primorum civium et matronarum, homo prorsus 
indoctus, ut in tota provincia indoctior Gardianus non fuerit, et 
homo ventrosus, non semper bonae famae. eum, quia plurium 
civium favorem habere videretur, x ) in locum meum statuerunt, 
qui et veniens benigne me tractabat, commissione Patrum, qui me 
sinebant agere, quae agebam. Jam enim in scola Theologorum 
praelegebam Genesim, loco Mauricii Doctoris, et praemium laboris 
mei 2 ) permisi ad victum et necessitatem fratrum conventus, nihil i^or^Tei 
ego ad meum usum ordinans, unde et gratior eram Guardiano. 
Verum occultis modis satagebat mihi reddere quosdam civium 
inimicos, sed excellebat semper amicorum multitudo; jactabat se 
mentiens, ea ratione positum in illud officium, ut praedicatorem 
et me expelleret cum tempore, sed Domino partes nostras tuente, 
ante finem anni magna contumelia non solum ipsius et justa, sed 
conventus ipsius et fratrum dedecore, quale in 50 annis nunquam scortator 
tulerat, equidem turpiter deprehensus est, in cellam et locum 
hospitum intromisisse scortum, ubi et in facto deprehensus, a toto 



*) Einen Andern hatten sie gar nicht zu schicken gewagt. 

*) Die dem Fininger entzogene und Pellikan zugewandte Besoldung muss 
keine unansehnliche gewesen sein; wenigstens sagt Joh. Fabricius a. ,a. O.: 
« inter primos P. Basileae sinceriorem docuit theologiam , prudentissimo civi- 
tatis ejus Senatu factum hoc longe pulcherrimum non adprobante modo, sed 
manifico insuper prosequente stipendio. » 



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9 6 

conventu fratrum provinciali accusatus et dcpositus, ad alium locum 
mutatus et carceri mancipatus, mercedem recepit suae perfidiae, 
qui eo ipso facto improbo melioribus fratribus infamiam inurere 
paraverat, quacn ipse justo Dei judicio tulit. In ejusdem locum 
1524 missus est anno 24 alius Guardianus, vir bonus et doctus, Mathias 
Me^enbwh Meysenbach : is in mandatis accepit, ut praedicatori et mihi gravis 
non esset, sineret agere, quae ageremus; negaret nihil honestum 
factu; quod et fecit. Pergebat praedicator Evangelium praedicans, 
ego in lectura mea cum Oecolampadio, vicissim legentes in schola 
theologica, quae coeperamus, et finivimus quoque, ipse Isajam, ego 
Genesim, ipse subinde Epistolam ad Romanos, ego Parabolas 
Salomonis, per annum ilium 23 et vicesimum quartum usque in 
vicesimum quintum. Veniebat quotannis pro more Provincialis 
Minister qui tunc erat is Pater Alexander Molitoris, cui scripseram 
epistolam, et inter visitandum paterne et amice tractavit, utrosque 

J K??i88 8 me et Praedicatorem. Jam autem tertius frater Johannes Kreis l ) 
accepta licentia a Provinciali, eo tempore dum Satzgerus tragoediam 
experiretur, intercedente patre pro filio et matre, cujus auxilio 
indigerent, eum, qui contra voluntatem parentum dudum frater 
fuerat Basileae factus, organista egregius, iterum repetitus, et Deo 
magis obedire volens ac parentibus egentibus quam Guardiano, 
abierat Argentinam cum parente, ibi et magister ludi factus, 
Domino servivit sanctius et parentibus est obsequutus multis annis, 
donee ibidem ad S. Nicolaum obiit anno 1541, qui mihi filius et 
frater fuit omnium charissimus, egregius scriba, homo dexter et 
sanctus. 

Quamquam vero mihi Guardianus ille 2 ) tunc meus faveret, 
erant tamen fratres quidam laici: culinarius et cellerarius mihi 

Hostiiia hostiliter infesti cum aliis paucis ; timuerunt ergo vitae et periculo 
meo viri boni, in primis Adam Pe^ri 3 ) cum sua uxore, qui mihi 



*) Der oben angefuhrte Viceguardian. 

2 ) Meysenbach. 

8 ) Fur Petri war Pellikans Leben schon deswegen von grossem Werth, 
weil der uneigennutzige Mann bestandig fur ihn arbeitete. Dass die drei zu 
Ende des Jahres 1523 bei Petri erschienenen Ausgaben von Luthers Penta- 
teuch (s. Metzger a. a. O. S. 47 ff.) unter Pellikans fleissiger Mitwirkung zu 
Stande kamen, zeigt uns der Brief Pellikans an Thomas Blaurer vom 12. Dez. 



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97 

toto vere ultimo anno quotidie cibum et potum mittebant, quern ^^Jf"" 
sumebam non cum reliquis fratribus, qui jam egere incipiebant, 
quia nova temeritate et stultitia cives, fautores omnes valde irri- SS»ft»teom 
taverant, anno 24 to in februario, quorum numero plus quam 70 non8ftnor - 
optimi et divites cives; maxima pars illorum de senatu erat, cum 
ipso Consule tribuno plebis; hi omnes suo et. aliorum amicorum 
nostrorum civium nomine rogabant, ut pro tot horarum cantionibus CI VtXtiS°" 
et tot Missis dignaremur ordinare, ut bora 8. quotidie haberetur 
per horam dimidiam sermo , ex sacris litteris novi Testamenti x ) 
in nostra ecclesia, quae prae aliis ampla esset, et in corde civi- 
tatis commode sita. Guardianus et reliqui fratres responderunt, 
se deliberaturos super hac re, quid facto illis sit opus. Ego, 
Praedicator et quidam alii, praedicatores docti et boni, consenserunt < ^5j£j£J l 
et sese obtulerunt sponte facturos postulata, tarn sancta, tarn con- Banum 
formia regulae et votis S. Francisci, tarn levia factu, tarn bonis et 
optimis amicis, quorum eleemosina nutrietur conventus, quibus 
offensis extrema immineret egestas et hostilitas quoque; praevaluit 
in uno et altero juvene medietas votorum eorum, qui nollent ac- J^^JJ 
quiescere, quod videretur esse Lutheranum, praedicare diebus pro- im i^ 8 lx et 
fanis, consilium captandum Provincialis Ministri, qui ad illud con- 
sentiret. id me male habuit votum et decretum, ideo statim dixi : J*®"*?*"* 

w 7 mea ad fratr. 

quandoquidem vos fratres tarn Sanctis et levibus precibus ami- 
corum vestrorum acquiescere recusatis, posthac ego vestrarum 
necessitatum patronus non ero, prq vobis nihil rogabo, quae pro 
laboribus meis dantur pecuniae, ad meae vitae sustentationem 
usurpabo, vos posthac videbitis, quomodo sitis nutriendi, et qua 



1523 (abgedruckt von Geiger in den Jahrbb. fur deutsche Theologie 1876, 
S. 215 ff.), wo es heisst: «contuli Lutheri nostri translationem germanam et 
vehementissime placet, ut minor posthac necessitas sit investigandi hebraicam 
veritatem nisi textum praeceptoribus. » .Da Pellikan dazumal uber die Genesis 
Vorlesungen hielt, lag diese Arbeit ihm nahe. 

l ) Diese lobliche « Initiative)) der Burgerschaft wird wohl zum grdsten 
Theil eine Folge der Farel'schen Disputation gewesen sein, welche in jenem 
Monat Februar der bischoflichen Curie und den « Regenten der Universitat » 
zum Trotz vom Rath war erlaubt worden, und von derRyff (Basler Chro- 
niken I, S. 45) sagt: «es kam ouch vil gutz dorvon, es giengen quch vil 
seckten und ceremonien ab, es endstunden ouch viel cristlicher lerer dovon uff. » 



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9 8 

gratia populi et amicorum civium sustentandi. Et ab eo tempore 
coepi amplecti cibum, qui mihi deferebatur ab amicis, ut dixi. 1 ) 
Audientes vero amici nostri omnes malevolentiam fratrum, versi 

miot s fact! sunt ac ^ unum * n inimicos, jurantes nihil posthac eleemosinarum 

fratribus largituros, ut alias fecerant. Sic autem restitit anno 24 to. 
1526 Sequenti anno, qui erat 1525^8, celebrandum erat Capitulum 

provinciale in Crutznaco oppido, et licet noster Guardianus vir 
bonus erat, sed civibus ingratus et austerus, qui causa fuerat negati 
sermonis quotidiani, et rigidus contra alios Lutheranos, ego tamen 
haerebam in officio jam duobus annis legens Theologiam et multas 
devorans a fratribus molestias et timores, tandem imminente Ca- 
pitulo provinciali, ad Dominicam Jubilate, ad Patres Capituli, cui 
uma^ati P raeerat Alexander Molitoris, hanc transmisi epistolam ultimam, 

Minoritas nondum cogitans de deserendo Ordine quidquam. Cujus epistolae 
copiam ego ipse mihi rescripsi, in testimonium causae meae, quam 
vobis quoque filiis meis legendam, et ubi necesse fuerit, defen- 

Dkcessio sandam adscribo, ad rei memoriam, ne levis et perfida videri possit 

mea non 7 ' * r 

levis a b aliquo mea discessio, quae postea subsequuta est, Domino 
ordinante. 

Epistoia Reverendis Patribus Ordinis Minorum, in ConvenuTCrutz- 

nacensi congregandis ad Dominicam Jubilate, Spiritum sapientiae 
et pietatis precor ex animo et salutem in Domino. Requisitus fui 

Professio nuper ego a meis Conventualibus Patribus et fratribus, qui fuerant 

nova requi- . . . . 

8ita jussi audire querelas contra Guardianum, ut moris est. et contra 
morem, subito, nihil tale cogitantem me adigere conabuntur, quasi 
ad novam Ordinis pro r essionem , nescio qua id authoritate vel 
inductione tentantes, forsitan cupientes me hac occasione expellere 
nolentem. Respondi ego statim, hac de re me vobis meis Patribus 
provincialibus scripturum, id quod nunc extrema necessitate com- 



*) Gegen den Gedanken, das Kloster ganzlich zu verlassen und das 
Ordenskleid abzulegen, kampfte der gewissenhafte Pellikan fortwahrend. Einige 
Wochen nach Ostern 1524 schrieb er an Capito (Simler'sche Samml. Original 
in Strassb.) : « Ego, si omnibus inimicis meis et evangelii osoribus et plane 
impiis, ut apparet, gratificari cuperem quam maxime, cucullam rejicerem, id 
nempe plurimi etiam Patrum meorum maximopere cuperent. » Es scheint ihn 
von diesem Schritt somit auch die Furcht abgehalten zu haben, derselbe kdnnte 
von den Katholischen zu Ungunsten des Evangeliums ausgebeutet werden. 



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99 

pulsus, vere, fideliter et serio sum facturus, obsecrans earn hanc 
meam epistolam legere dignemini, et quid porro facto sit opus 
diligentius cogitare, sic enim exigit temporum, causarum perso- 
narumque conditio. Imprimis a multis audio, Ordinem et fratres 
propter me non parum per Provinciam confundi, ut dicunt, tarn a ^["propt 
Lutheranis, quos vocant, quam ab aliis, illis quidem me tanquam ™* e c B t°" 
Lutheranum opponentibus fratribus mendicantibus, exhortantibus et 
contendentibus, ut ipsi quoque me aemulari debeant et veritati 
adhaerere, istis vero, eadem ratione invadentibus eos improperiis 
et eleemosinam ea potissimum ratione negantibus et odientibus, 
quia me Lutheranum hactenus sustinent, et non ut excommuni- 
catum et haereticum carceri includunt vel sacrificant, ut loquuntur. 
Quin et dicuntur Episcopi quidam Domini, improperare patribus a^^S^L 
ordinis , quasi per me promoveatur negotium Lutheranum , in Guilhelmu » 
damnum ipsis non modicum, quasi fontem earum rerum putantes 
hunc nostrum conventum Basiliensem, ubi ego impressionibus 
librorum invigilo et secreto agam omnia. Praedicator autem, Jo- 
annes Luthardus publica praedicatione instet fortiter; sed et jam 
diu accusor apud Patres Provinciae, quasi apud senatum Basilien- 
sem sollicitaverim ad id, ut ab hoc loco amoveri nequeam, ob 
idque videar a vobis indignus omnibus officiis ordinis; de quo 
tamen tantum abest, ut trister, quin gaudeam multum et gaudebo 
semper, hujusmodi vestris officiis tandem liberatus; jam nunc non 
dubito mihi aeque imputabitur, falso licet, ablatum regimini vestro 
monasterium S. Clarae in Gnodental; audio quoque fratres dolere Abiatum 

. . monaster. 

quod in Leonbergensi Capitulo non fuissem vel incarceratus vel anodentai 
omnibus exautoratus officiis et honoribus; denique nunc etiam 
dolere, quod in Capitulo Lantshutensi conventus noster Basiliensis 
non fuerit, juxta aliquorum consilium, resignatus et excommuni- 
catus a provincia, quin et audio venerabilem et ex vobis optimum 
virum Patrem Caspar Satzgerum male audire passim a ceteris 
quibusdam magnis Patribus, quia me amaverit, et pro viribus 
defensarit, nee aliorum insaniae consentire voluerit. 1 ) Ex quibus 
intelligo me haberi a vobis ut pestem et venenum Ordinis, non 



*) Schon in seinem offiziellen Schreiben an das Landshuter Kapitel hatte 
Pellikan erklart, er kenne Satzger als «minime superstitiosae fidei. » 



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100 

solum provinciae; omniumque apostatarum vestrorum fratrum in 
provincia reus habeor et diffamor; amici in provincia fratres me 
defendere non audent, qui mei quoque causa odiuntur. Inter 
fratres multos nostri conventus experior in dies magnam cordium 
amaritudinem et invidiam, quamlibet non cessarim interim eis 

in7aw«fra- benefacere, modis quibus potui omnibus. Periclitor inter malevolos 
tribus f ra tres non modicum de fama et vita, qui me ut excommunicatum 
habent, fatentur publice, accusant, traducunt, diffamant, omne malum 
mihi imputant, paupertatem, quam hactenus nullam senserunt, mihi 
ferunt acceptam, proscindunt me multis mendaciis, cogor audire 
jugiter eorum obmurmurationes contra bonos viros, qui me 
diligunt et accedunt ; videntur magnopere desiderare, ut abeam, et 
eos deferam, existimantes , se melius habituros, propter me sibi 
eleemosinas subtrahi querulantur, qui sine me, credo, miserrime 

n< S e ^5SS rl vivere potuissent. Si in alium conventum mutari consentirem, 
locum b one j) euS) quid, mihi contingeret? qua cordis pace et spiritus 
libertate vivere possem, agnus inter lupos, vel ut ipsi dicunt, 
haereticus inter zelosissimos Papistas. Interim non pauciora patior 
ab alia turma virorum bonorum, qui ferunt aegerrime, me tamdiu 
contra conscientiam, ut ajunt, et verbum Dei cohabitare cum hypo- 
critis, fovere hypocrisim, defendere impietatem, pluris habere vota 
humanitus instituta, quam praecepta dei, ex eleemosinis vivere, 
quam laboribus. Sunt, qui jam dudum et ante triennium et 
usque nunc spondent vestes, mensam pro tota vita mea, etiam 
praebendas et parochias; interim legere non obmitto omnia turn 

J nota iuI d<£ e Lutheri turn aliorum utriusque partis Scripta diligenter, totusque 
ctrina sum ; n sacris Uteris legendis, die noctuque, invenioque subinde 
fortissima esse scripta contra abusus doctrinarum et morum hoc 
nostro saeculo in omnibus statibus, ut sine magnis abusibus nihil 
liceat inveniri, quae hactenus sine verbo Dei docuimus vel operati 
sumus: contraria vero, quae proferuntur, mihi certe videntur et 
pluribus quoque mecum inconstantia esse, debilia, dubia, humana. 
Rebus itaque meis sic nunc stantibus, cum tantae sint querelae 
vestrae atque vestrorum contra me, vicissimque tot producere 
possum causas contra vos vel ordinis fratres, interimque hujus- 
modi lectionibus instructus et persuasus, eo animo esse cogor 
volens nolens, ex vobis audire cupio, quid consilii mihi dare pos- 



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101 



sitis : non audeo requirere vestram sententiam, quid multi vestrum, 

si non omnes, loco meo positi facturi essetis, quandoquidem aliud e c x onfi p ®Ju*a 

agere non possum, qifam agam vel egi, nee poenitere potest verbi conver8at - 

vel facti tot annis, etiam si crastino moriturus, divinum tribunal 

me subterfugere non posse certissime credam, secus enim agere 

non possum nee debere scio, quam ut hactenus egi; non igitur 

invenio mecum aliud consilium, quam ut prudenter locum meum 

non deseram, asylum mihi innocenti a Domino Deo provisum, 

Basileae gratus amplector, ut non patiar volentem me transferri 

in alium locum vel conventum, ubi ut perniciosus habitus, omni 

essem fratrum odio persequendus et extremis supphciis afficiendus, 

sine aliqua spe melioris status, pacis meae et confratrum meorum 

qui mecum sunt, qui etiam nunc quoque optare cernuntur abitum 

meum, ut dixi, et quibus possunt cuniculis moliuntur, ut extrudant. 

Si itaque Paternitates vestrae conventum Basiliensem resignare e ^t2!S? 

voluerint et pro membro deplorato habere, in eodem tamen ego 

manebo, more meo vivam, ut sine confusione Ordinis posthac 

propter me, reliquis conventibus esse possim (utilis), quantum 

fieri potest: vivam autem ad beneplacitum non solum Domini 

nostri Jesu Christi, si gratiam ad id largietur, sed et Sancti Fran- 

cisci, nempe sine privilegiis omnibus sedis Romanae, sine inutilibus 

vel perniciosis traditionibus humanis, non tamen ad libertatem 

carnis, sicut nee hactenus me vixisse satis scitis, quotquot ab 

adolescentia mea per XXXIII annos consuetudinem meam noscererama Integra 

potuistis, sine omni labe vitae et famae, quantum attinet ad hu- 

manum judicium, ut nee inimicorum meorum in hac re testimonium 

subire verear, quod certo sciam nihil contra publicam honestatem, 

nihil contra regulam, nihil contra statuta me notabiliter unquam 

gessisse; sic posthac juxta Christi regulam me victurum spero. 

Quod si diutius elementa mundanae justiciae, ceremonias parvu- ^JKjJJJJ* 

lorum et infantium illactementa non tulero, nemo succenseat, 

quandoquidem tot annis non nihil virilitatis et judicii accreverit 

Uteris assueto sacris, ut nolim infantium schola et institutis pueri- 

libus perpetuo detineri, et nimium tardos coaetaneos et contuber- 

nales in via Dei morosos condiscipulos morari diutius non debeo 

neque volo, Domino volente. Si vero consentaneos ejusmodi 

fratres, quos multos in provincia tota sentitis, associare mihi 



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102 

volueritis in hunc nostrum Basiliensem conventum, quos vos ceu 
Lutheranos molestissime fertis et ut projectamenta ducitis, immo ut 
perniciosos persequimini, adversarios denique meos si e conventu 
amovere vultis in illorum locum, sentietis prope diem, si deus 
voluerit, fructum meo judicio sanctum et bonum, sed et utilem 
vehementer, de quo olim sitis haud parum gratulaturi, si quando 
agnoscendae veritatis gratiam fueritis asequuturi, ex renovatione 

™« refb* Christianismi per verbum Dei purum et solum , propediem con- 
manduB spicienda in omnibus statibus ; instat enim non solum religiosorum 
monasticorumque, sed et totius Christianae totius Reip. reformatio, 
quam nee vos nee universus ordo papisticus poterit impedire, 
omnibus suis molitionibus, quin longe facilius pariter involvemini, 
quam hujus fluminis impetum cohibere possitis, contra robur et 
firmitatem verbi Dei et zelum praeconum ejus, quibus facile est 

proctor. et trit > ac * niortem usque decertare et opus Evangelii propagare 
per orbem universum. Quodsi conventus Basiliensis curam ac 
regimen asservare et manutenere placuerit, atque meam conditio- 
nem ferre aequanimiter poteritis, ac simul diligentius curaveritis, 
ut in pace perseverare mihi liceat, et esse tranquillum, ut verbo 
Dei insistam liberius, facta translatione fratrum quorundam, diutius 
feram reliquos et quicquid ferendum erit; amanter, pacifice, ac 
utiliter cum illis conversari non rennuo, modo in conscientia mea 
non graver, vel obmittere coactus, quod conscientia agendum 
docet et verbum domini, vel agere compulsus, quod vetat Deus. 
Diligo enim fratres et ordinem, dilexique semper; licet parum 
nunc diligar, nunc enim vobis impius sum et stultus, qui nuper 
doctior habebar et bonus, cum idem fuerim semper et hodie, 
praeter divinae legis amorem, quae mihi nunc clarior quam ante 
effulget. Fratrum ergo sodalitatem non gravatim feram, si me 
ferre voluerint. Sin minus id placeat, et vos curaturi non sitis, 
quae futura sint videbitis una mecum, quod nunc futurum nescio. 
Quae enim timor Dei et honestatis amor in tempore suaserint, 
[_°et deus ordinaverit, cui ego sum curae, de crastino nihil sollicito, 
pariter sciemus; sic enim libera vivo conscientia, ut quicquid dif- 
ficile etiam pro fratrum charitate servandum sit, alacriter feram, 
si modo pietati et verbo Dei minime adversetur, atque vicissim 
sic parvi facio humana instituta omnia, in verbo Dei non vere 



Mutatiifi 
favor 



De crastino 

non sollici 

tandum 



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103 

fundata, ut quicquid hujusmodi est, sine conscientiae scrupulo 
valeam pro loco et tempore obmittere, quin et contemnere, si 
quispiam mihi talia ut necessaria ad salutem obtrudere pergat. 
Si enim habitus Ordinis et institutum monachicum cedere poterit 
in gloriam Dei, non gravabor ferre assueta jam dudum, imo ut 
id fiat, maxime cupio; sin aliter, certe talibus praeponam Dei 
gloriam, et evangelicae veritatis promotionem omni sensui meo, 
carni quoque et sanguini; quandoquidem hactenus nihil pro vita 
temporali mihi defuit, observantia regularis molesta non fuit, in- 
terim tamen malo a vobis exul haberi, quam a Christo, qui Veritas 
est et justitia viaque salutis. Utcunque autem acturi sitis cum 
nostro conventu et mecum, nolo vos nescire, famam esse nobiscum 
certam, in omnibus Helvetiorum civitatibus ejiciendos esse Fratres 
conventuum eos, qui ibidem non fecerunt professionem , vel, ut 
ajunt, non sunt conventuum filii, nullumque recipiendum sine 
senatuum concessione. Id ipsum quamvis apud nos nondum de- 
cretum audiatur, grandis tamen est metus, futurum id quoque 
nobiscum. jam enim quaedam monasteria id sunt experta. et quod 
auditis de Gnodental, ut sit ordinis regimini subtractum, id etiam 
interim contigit de tribus aliis monialium monasteriis, ut senatus 
consulto posthac nullus ex ordinibus eisdem praeesse debeat. x ) Est 
autem fama, ut maximam hujus rei dederit occasionem frater 
Romanus, nobis Guardianus nuper intrusus, vafer et perfidus, quern 
talem qualem noveratis praefeceratis antea sororibus in Gnodental, 
ego huic rei causam vel calcar nullam praebuisse me scio, licet, 
ut verum fatear, si patrum observantiam rejicere hactenus voluissem, 
vel habitum mutasse, credebar illis praeficiendus sororibus, pro 
quo fui tentatus etiam a primoribus, sed et nulla spes mihi superest 
quacunque via denuo obtinendi regimen Sororum illarum, eo loci. 
Longe facilius credo, omnia monasteria expiratura et evacuanda, 



libertas 
Christiana 



Ejicieodi 
fratres 
extranei 



Gnodental 
subtractum 
regimini or- 
dinis turn. 



MoDasteria 
expirabunt 



*) Prediger und Confessor von Gnadenthal wurde Stephan Stor aus 
Diessenhofen, dessen namhafte Bedeutung und wcchselvolle Schicksale noch 
immer einer eingehenden Wurdigung harren. S. uber die ganze Angelegenheit 
mit den Nonnenklostern den Bericht des Karthausers Georg (Basler Chro- 
niken I, S. 388), der mit der bittern Ironie schliesst: «o quam bene fuerunt 
illae sorores provisae;» als ob die Nonnen mit einem Romanus so sonderlich 
gut waren versorgt gewesen! (Ueber Stor s. Einl.) 



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104 

quam ut reddantur monachis cjuibuscunque. Si quis vobis aliud 
suggesserit, frustra credetis, sed jam saepe expertus sum consilia 
* mea parum placuisse vobis, quod vobis nunc ipse displiceam. In 
I^aSSm nom * ne Domini credo, comesturos vos prope diem fructus consi- 
liorum vestrorum, ut sero tandem dentes obstupescant, et turn in 
integrum collapsa restituere tandem cupietis, cum minime valebitis. 
Vos itaque persistite in placitis vestris, donee visum erit, Patrum 
inhaerere vestigiis, privilegia Papae contra Sancti Francisci testa- 
mentum mordicus tenete et implorate, sedis Romanae constitutiones 
a OTdine in vindicate, et sola mendicitate vivite otiosi, ut hactenus, donee 
licebit : ego contendam pro viribus pervenire cum gratia Dei, quo 
me perduxerit verbum Dei, quod solum manet in aeternum. Con- 
silium cordis mei et spiritus sincere veraciterque in hanc chartam 
prolapsum oro, boni consulite, factus forsan vobis insipiens, sed 
professionis meae, mihi d£niio injunctae necessitas ad id me coegit. 
In retentione Patris Guardiani partem non habeo, nam et proximo 
SSSogwu? Capitulo Lantshutensi fratribus significanter de eo viro scripseram, *) 
diano ultimo ne m itteretur Gardianus nobis, non quod malum virum credam, 
vel cui non possim sponte subesse cum omni reverentia et pace, 
sed quod audieram prius eum in Wyssenburga parum feliciter pro- 
movisse : cujus etiam specimen in primo capitulo suo nobiscum 
. exhibuit, dicens,.ob id se nobis missum Gardianum, ut collapsa 
restauret et novam illam sectam Lutheranam dejiciat et eliminet, 
coepitque aliquot sermonibus agere verbis parum ad charitatem et 
pacem profuturis , verum admonitus * amice a toto conventu de- 
stitit; pro mea certe persona alium vix optarem Praelatum, sed 
ingenium ejus vereor, quo difficile quicquam dissimulare potest ad 
quoslibet, id quomodo hoc seculo et nostris hominibus sit ferendum 
non video. Satisfuerit hac de re denuo monuisse Paternitates 
vestfas, quas in spiritu Christi cupio omnia feliciter ordinaturos, 
in quo valete semper feliciter et hanc sive piam sive stultam, 
certe non insynceram meam sententiam bono animo suscipite, 



*) In dem oben angefuhrten offiziellen Schreiben Pellikans an das Lands- 
huter Kapitel heisst es deutlich: « Wissenburgensis Guardianus mihi omnium 
ineptissimus huic loco videtur; si dabitur homo incircumspectus periclitabuntur 
fratres et conventus. » 



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105 

obsecro, et ad neutram partem plus justo propensiores incumbite, 
dp quo vehementer vobis timeo, quod paucos vel nullos vobis 
velitis admittere, qui de Lutheranis rebus dare et solide loquuntur, 
ideoque yobis omnia longe tutiora somniatis, quam sitis post breve 
tempus experturi, cum irrevocabili damno. 

Ex Basilea, die Palmarum, anno 1525. Vestrarum Paterni- 
tatum qualiscunque vobis videar filius, certe sincera conscientia 
frater in Domino. C. P. R. 

Pro hac quoque Epistola nihil responsi accepi, sed rediens Bespo»sfo 
Guardianus totus mihi erat benevolus, aliis dicens, commissum 
sibi a Patribus, ut sineret me agere, quae agerem, quamdiu nihil 
toleratu indignum commhterem. 

Eo anna 25. Ecclesiasten legi, et Frobenio rogante et coacto Ecciesiaates 
ad novae Plinianae editionis inventariunj , . quod aliorum nemo faSSJin* 
volebat tentare, ab eodem passus sum me adigi, ut novum indicem plinium 
pro impressione ejusdem anni conficerem multo labore, quando 
aliter quam factum est tunc, tempore urgente fieri non potuit, 
similiter eodem anno in omnia opera divi Hieronymi, aliter et tarium n iii 
majore litera edita, quando Oecolampadii index non amplius qua- Xronym^* 
drabat ad hanc editionem secundam, per hiemem ultimam quam 
Basileae ad initium anni 26. absolvi, indicem novum fusissimum 
magno labore. 

Ejusdem anni 1526a initio, in die SanctiStephani 1 ) epistolam ^££2 
accepi a sanctae memoriae viro imcomparabili, Huldricho Zwinglio, ^^^" 
qui nomine senatus Tigurini et Deputatorum scribebat, obiise 
eximiae eruditionis virum Jacobum Ceporinum 2 ) qui hebraea prae- 
legerat in ordinaria tunc instituta lectione et biblica, suadebatque 
et orabat enixissime, ut intuitu veritatis et ecclesiae Tygurinae 
necessitatis non difficultarer mutare conditionem meam in longe 
sacratiorem et tutiorem, quam antea fuisset; sciret quidem, se rem 
a me maximam petere, sed quam conscientiae meae et Deo et 



*) Mithin nach unserer Ausdrucksweise am 26. Dez. 1525. 

*) Ceporin oder Wiesendanger war unmittelbar vorher, am 20. Dez. 1525, 
gestorben. Metzger (a. a. O. S. 67) lasst irrthumlich Ceporinus und Pellikan 
in Zurich zuerst neben einander in der « Prophezei » , wie Zwingli seine collegia 
philobiblica nannte, thatig sein. , 



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io6 

Domino nostro Jesu Christo et ejus ecclesiae me scirem debere, 

orabat ne abnuerem earn, quam a Deo, eo ipso, vocationem agnos- 

cerem ad nihil aliud, quam ad verissimum Dei cultum, ad verbi 

divini tractationem, et ad gratiae mihi collatae reddendum pro 

viribus fructum, quo ipsi carere non facile possent. Ego vocationem 

istam stupidus considerans et me imparem sciens et cogitans, 

jamque assequutus vocationem praelegendi sacra in universitate 

Basiliensi, cui sine querela saltern satisfeceram jam triennio, respondi 

R me^°Sd io P er literas 1 ), dubii me animi esse, turn quod Dominis Basiliensibus 

zwingiium astringebar 2 ), turn quod sufficere votis Zwinglii me non posse 

timerem 3 ), rogavi, ut clarius scriberet, quid mihi faciendum pro 

officio foret; interim consilio amicorum requirendo vellem investi- 

gare, quid opus, et si possibile esset fieri, quod alioqui satis animo 

arridebat. ostendi epistolam et vocationem amicissimis meis amicis 

J Meyei 8 et Dominis, Consuli Jacobo 4 ) et reliquis multis, optans scire, quid 

facto opus judicarent mihi et honorificum foret, et quid mihi 

subinde scribendum Tigurinis, si me vocare persisterent. Suaserunt 

VoC bate Pr ° "amici mei omnes, ut non detrectarem vocationem istam, quando 

adhuc tardius proficiebat Basileae reformationis institutum 5 ), et ego 



*) Dieser Brief ist auf der Kantonsbibliothek in Zurich erhalten. Er tragt 
das Datum die Innoc. 1525, ist mithin sofort nach Empfang der Anfrage 
geschrieben. Wir ersehen aus ihm, dass Oekolampad — vielleicht nachdem 
er selbst abgelehnt hatte — von den Ziirchern beauftragt war, Pellikan fur 
sie zu gewinnen. Horen wir, wie Oekolampad das anscheinend Befremdliche 
dieser Mission selbst erklart (Oecol. et Zwingl. epist. Dez. 1525): « Cum 
Pellicano egi diligenter, ut cognosces ex ejus litteris, mallem eum hie manere, 
sed excucullatum. Si hanc conditionem detrectabit, non video, quomodo 
unquam superstitiosa ilia secta liberetur. Sed habebitis hominem eumque non 
poenitendum ac tractabilem, quern invitus hie amino, sed malo eum agere bona 
conscientia isthic, quam hie superstitionis patronum. » 

2 ) In dem Briefe selbst steht : « Basileam satis adamavi et amo. » 
8 ) «Sum enim homo impeditionis tarn linguae quam ingenii, ut nihil 
magni ausim de me unquam polliceri. » 

4 ) Ueber den trefflichen Jakob Meyer zum Hirschen vgl. Basler Chro- 
niken I und Ochs, Geschichte Basels V, S. 313; 434; 449; 632. 

5 ) Bekanntlich Hess in Basel die Entscheidung besonders lange auf sich 
warten (vgl. Herzog und Hagenbach in ihren Biographien Oekolampads) ; 
damals nun, an der Jahreswende von 1525 — 1526, war die Sachlage fur die 
Freunde der Reformation besonders kritisch, s. Basler Chroniken I, S. 404; 



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107 

inter fratres tutior esse diu nequirem, 1 ) sed periclitarer in dies 
inter fratres falsos et dissidentes. Et statim secundis Uteris Zwing- 
lius ardentius vocat et instat, ut pro nulla ratione venire recusem, 
placere sibi meam trepidationem de mea insufficientia, omnem 
studiosorum coetum optare et orare meum adventum, habiturum 
me quotannis Canonicatum 70. vel 80. florenorum, et vacantias 
quasdam, ut sit labor tolerabilis. Sic autem scribebat. Charissime E |^Si? a 
Pelecane! did non potest, quantum hilaritatis hauserim ex tuis adme 
Uteris, quibus sentio te ad nostram petitionem non nihil propendere ; 
satis est, te tanto tempore in carcere humanarum tenebrarum 
delituisse, tametsi non ignorem, ubi, ubi sis, ibi lux sit. Scis enim 
cui credidisti 2 ); alacriter aliquando lux est contuenda tibi ; quamdiu Hypocrisis 
enim pectus sibi quidem probe constat, hypocriseos autem vestitus 
aliud mentitur, ipsi nobis nimirum sumus conscii, quo animo 
conscientiam audiamus adcusantem et defendentem. 3 ) Tu igitur, 
optatissime homo, nequeo enim calamo et per epistolam prosequi, Exoratio 
quam tu nobis omnibus unus in votis sis, quamque urbs ista, quae 
te deperit, tibi sit moribusque tuis commodatura, velis ac remis 
ad nos propera. Quid enim tibi multa polUcear, qui te experiri 
omnia non tuo, sed meo periculo cupio? Per deum loquor, cujus 
et causa loquor, nihil aetati tuae 4 ), nihil studiis, nihil humanitati 
evenire accomodatius posse quam Tigurum. Conditio vero haec 
est. Leges quotidie hebraice certum aliquem modum : Exodum nunc 
ordimur, nee praeterea quicquam tibi oneris imminebit; annuus 
proventus meo aequalis est: 5 ) sexaginta aut septuaginta florenorum, 

die Mehrheit des Rathes stand unter dem Einfluss der Altglaubigen, so dass 
Pellikan furchten musste, es kdnnte seine Lehrthatigkeit an der Universitat 
am Ende doch nicht mehr von langer Dauer sein ; « subsunt causae, » schreibt 
er an Zwingli, «non sperandae diuturnitatis in opere meo;» jedenfalls wisse 
er, dass der Rath keine Versuche machen werde, ihn in Basel festzuhalten, 
und dass auch Oekolampad lieber nach Zurich kame, als inter tam cunctabundos 
frustra clamare et vivere. 

*) Pellikan selbst hatte an Zwingli geschrieben: «imminuitur in dies 
numerus fratrum Christianorum in coenobio meo.» 

") 2. Timoth. 1, 12. 

8 ) Romer 2, 15. 

4 ) Pellikan hatte in seinem Brief an Zwingli u. A. auch seine 47 Jahre 
zu bedenken gegeben. 

6 ) Namlich, wie oben gesagt, die Einkunfte einer Chorherrenstelle. 



Conditio 



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io8 

pr swvata et aut f Qrtasse octoginta, domus elegans, atque oportunissima ; Oeco- 
lampadius et Hatzerus 1 ) viderant earn. Per omnem vitam nemo 
te expunget, nisi tanta utaris petulantia, ut ferre nemo debeat; 
jocor, nulla -enim aegritudo, morbus nullus, nihil penitus malorum 
tibi poterit accidere, quod hanc conditionem infirmet. Vacationes 
tres sunt, quae plus quam mensem si jungas longae sunt. Feriae, 
dominica dies et aliquot alii, ut putem quartam anni partem vaca- 
tioni patere; rem domesticam, si ipse curare statueris, praesto est 
domus, ut diximus ; sin minus, apud alios eris, donee tibi res tuae 
commodent, atque ego ipse tibi meas aedes patefacio, ingredere, 

cucuiium exi, ut lubet, omnia in tua erunt potestate. Cucullae ridentur apud 
nos, sed si perpetuo utaris, prorsus autem nihil, si adferas ut ponas; 
cucullato autem tibi veniendum est ad nos, propter instantem 
tumultum tyrannorumque improbitatem, non apud nos, sed apud 
alios saevientem. Scio tibi non magna esse promittenda, qui 
mediocribus pro maximis uti didicisti, sed me totum tibi promitto 
cum bonis et doctis omnibus. Senatus vester si quid abitione grava- 
bitur, indica qua ratione senatus noster debeat epistolam ad vestrum 
temperare, atque operam dabimus, ut per ejus petitionem tibi per- 
mittatur, quod alioque negaretur. Orant te Leo, Myconius, Jo. 

Amici con- Jacobus Ammianus, Rud. Collinus 2 ), Megander, omnes ne te ulla 

stantes ad J . . J . . Ji • j • i 

mortem ratione retinen panaris, non ignoramus, quid chalcographi tentun 
sint 3 ): verum tu lucrones istos nihil moraberis. Vale. Tiguri, 

l ) Ludwig Helper (vgl. Basler Chroniken I, S. 45, und Metzger a. a. O. 
S. 79 ff.) war ebenfalls von Zwingli bcauftragt worden, auf Pellikan einzu- 
wirken. Ueber seine Erfolge schreibt er unter dem 30. Dez. 1525 (s. Simlerische 
Sammlung) an Zwingli Folgendes: tuo nomine locutus sum hodie cum Con- 
rado Pellicano, quam potui officiosissime. Narravi commoditates aedium, item 
desiderium omnium bonorum virorum, qui apud vos multi sunt, interim etiam 
aptam occasionem, qua a superstitioso cucullo liberetur. Pellikan habe ihm 
erklart, er wolle den ihm zwar sehr erwunschten Ruf doch nur dann annehmen, 
wenn kein Gelehrterer sich finde. Er halte jedoch eben den Pellikan fur den 
Gelehrtesten. 

a ) Zwinglis Begleiter zum Marburger Gesprach. 

8 ) Wie sorgfaltig Pellikan fortwahrend fur die Basler Buchdrucker 
arbeitete, wie er z. B. fur jede neue Ausgabe, die Petri von Luthers Psalter 
veranstaltete, die Verbesserungen der neuesten Wittenberger Drucke nachtrug, 
darauf macht Mezger, der griindliche Kenner all dieser Editionen, a. a. O. 
S. 49, aufmerksam. 



usque 



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109 ' 

12. Januarii MDXXVI, i. e. quo te Dominus vocat, H. Zwinglius, 
totus tuus. 

Ad earn epistolam statim respondi, sperare me dimittendum 
a senatu, sed propediem teiitandum ; placeat functionis ratio et 
officium, de reliquo nulla mihi cura, sed Deo, qui me sit direc- 
turus. non sexaginta florenos petiturus, modo in tali ecclesia mihi 
et cum talibus viris vivere liceat; etiam de sedecim posse me vivere. 
Earn epistolam Zwinglii legi Guardiano meo, addens: quid Pater 
Mathia tibi faciendum putares, si in eo, quo sum ego, statu cum 
Patribus et fratribus constitutus, talem haberes vocationem? re- 
spondit vir non malus: non mihi licet ad hanc tibi respondere 
quaestionem, intuli ego, invocata Domini gratia, agam quod potero, 
et ubi bona gratia Dominorum potero, cedam fratribus, mihi ^fewum. 
parum propiciis, in tutum locum, et vocationi obsequar, quam 
non dubito esse divinam. Igitur favente Domino, XIX februarii, 
anno 1526. porrecta supplicatione ad senatum, pro venia abeundi, 
permissum est, ut bona gratia abire possem et sequi vocationem; 
ea mihi licentia indicata, curavi libros nessarios meos exportari in 
domum propinquam, die sequenti, vigesima. Quo die et dixi 
Guardiano Mathiae, obtinuisse me licentiam a senatu amplectendi 
vocationem, earn cum primum licuerit, bono modo sequuturum 
esse. Postera die, quae erat vigesima prima et quinta feria post *) 
Reminiscere, veniam petivi, invitatus a cive Adam scilicet Petri, moilMterii 
ad secum prandendum, et socium; non casu sed Dei ordinatione 
contigit, ut eum mihi fratrem souum nominaret 2 ) et daret, qui 
jam dudum decreverat, non abiturum se, nisi mecum, erat autem 
Petrus Fleck, homo sanctus, simplex et ad omnia institutus, ligatorPetrusFieck 
librorum et commodus ad omnes labores, amantissimus lectionis, 
sicut ob capitis debilitatem fuerit ei inhibitum, ne nimis diu legeret. 
Eundem ego ad professionem susceperam anno 12. Pforce. Is 
mecum missus, mecum exiit pransurus, nee amplius redivimus. 



Exitus 



*) soil heissen ante, denn am Donnerstag nach Reminiscere fieng P. schon 
in Zurich an zu lesen; s. unten. 

*) Namlich der Guardian Meisenbach gab ihm nach der Ordensregel 
diesen Begleiter mit, und es hatte so durchaus nicht den Anschein , als ob P. 
den Orden verlassen wolle. 



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domns 
oblata 



no 

Quin postero die, qua erat cathedra Petri, assumpto socio isto 

Biiungras P etro e * Heinrico Billingo, sanctissimo juvene, ut testatur tota 

Basilea, filius uxoris Consulis Jacobi Meyer, qui tunc erat Tri- 

bunus plebis, duobus his associatus exivi Basileam, accepta quoque 

pecunia circiter XX florenorum a senatu et Frobenio pervenimus 

prima nocte in villam citra Schafmatt; postero die Sabbati, quae 

erat Mathiae, pransi sumus in Arouw, pernoctavimus in Mellingen, 

dominica autem Reminiscere pransi in Dietiken, sub horam 

^pSveu? quartam pervenimus Tigurum, hospitati duo in domo Zwinglii 

nostri, cum magna fratrum ibidem laetitia et charitate. Secunda 

feria sequente oblatae mihi fuerunt claves ad domum, prorsus 

vacuam, sed elegantem aptissimamque studiis meis, quam pro- 

miserat Maecenas Zwinglius , authoritate et jussu senatus Tigurini 

per nobilem Huldrichum Trinckler. Triduo subinde audivi lectiones 

Auditor theologicas, destitutus libris, a Leone Judae, qui hebraea legebat, 

et interpretabatur. Is primus fuit, quern hebraea legere audissem. 

Lector Kalendis autem Martii, quae erat quinta feria post Reminiscere, 

lectio prima non casu contigit , ut prima mihi lectio praelegenda occurreret 

caput quintum decimum Exodi; earn in hanc exordiebar senten- 

tiam: Gratia Deo meo, qui me ereptum ex Egypto et ab egyp- 

tiaca et papistica captivitate fecit transire mare rubrum, ut nunc 

mihi cum Sanctis liceat canere canticum illud Sororis Moysi, et 

dicere cum gaudio : Cantemus Domino , gloriose enim honorific 

catus est et cetera. 1 ) 

l ) Uebcr Pellikans tagliche Arbeit in der «Prophezei» besitzen wir zwei 
zeitgenossische Berichte. Den einen von Bullinger hat Mezger a. a. O. S. 81 
abgedruckt: «ubi vero adolescens eum, qui tractandus venit, locum Latina 
lingua recitavit, assurgit lector Hebraeus ac Hebrea lingua eundem locum re- 
censet, sparsim ejus lingua idiotismus proprietatesque indicans, jam sensum 
etiam reddens, aliquoties verbum verbo interpretans sed et Grammaticorum 
et Rabbiorum recitans sententias.» Kurzer berichtet dasselbe Joh. Kessler in 
der Sabbata a. a. O. I, 372. Nachdem er riihmend hervorgehoben , wie die 
Ziircher Obrigkeit weit und breit nach «sprachenrichen Mennern gefochten», 
erzahlt er, wie Megander in der Prophezei den alttestamentlichen Abschnitt 
zuerst hebraisch vorgelesen habe und wie dann «der gelerte fromme Cuonrad 
Pellicanus, der hochverstendige und witverrumbte in hebreischen Zungen» 
das Vorgelesene ins Lateinische ubersetzt habe « sampt einer kurtzen anzeigung 
der worter krafft und vermugen und wo es nitt mitt der alten Dolmetschung 
glichlutend funden worden.» 



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Ill 

Mensam habui ad octo dies in domo Huldrici Zwinglii , donee Mensa 
domus ad necessitatem instrueretur pauperis habitatoris. Coepit 
Petrus meus omnia scire et facere necessaria domus, plantare ^^ratus 
hortulum, radices extrahere, coquinam facere, servulum agere ad mihi 
omnia idoneum, quin et putare vites, seminare areolas et omnia 
necessaria emere et parare. Curabat Zwinglius de necessariis ex- 
pensis diligenter, et inter haec omnia nihil mihi veniebat in mentem n JJSum 
de ducenda uxore, 1 ) quandoquidem displicebat mihi mulierum ducenda 
tigurinarum et virginum cultus et inverecundia , et jam agebam 
annum aetatis 481^1111, cui non liceret juvenculam ducere, et vetu- 
lam nolebam tentare pro consueta molestia, quam inferre solent. 
Statui ergo mecum nullam ducere tigurinam, quando placebant 
nullius quam noscebam mores. Sexta feria ante Judica, quae erat 
sexta decima Martii, supervenerunt mihi libri mei et vestes paratae 
officio et impensis Frobenii duplices, ad necessitatem, pro die 
festo et profanis; ibi cum benedictione Domini deposui cucullum cucSuum 
solus mecum et communibus istis indui me vestibus, non sine 
multa dissuetudinis phantasia, 2 ) sed sine omni conscientiae cunc- 
tatione. Oblati mihi fuerunt septem coronati, inter quos coronatus coron^tfpro 
erat duplex, in quo imago erat S. Francisci cum inscriptione: 2let,/ ' batz * 
Miraculum amoris, moneta Mirandulana, quae mihi perplacuit et 
ominis vice suscepta, quia non abhorreret pius Franciscus a me 
propter mutatum habitum, qui et ipse jam aurum non sperneret, 
quamlibet Deo charus et beatus, quod felicius sit dare quam 
accipere, laborare quam otium colere, benefacere quam bonis 



1 ) Er furchtete sich sehr vor falscher Beurtheilung dieses Schrittes. An 
Capito hatte er im April 1524, als Butzer fur denselben um eine Verwandte 
des Bischofs Christoph von Utenheim gefreit (vgl. Baum a. a. O. S. 260 ff.), 
in abmahnendem Sinne geschrieben: «conjugem te ambire audio; non damno, 
si sit necessitas juxta Dei indultum. Mallem tamen libere nos omnes instare 
profectibus Ecclesiae, maxime eos, qui possent, ut Tu et Tui similes, ne 
perperam judicetur ab infirmis, qui carnalia judicant facile in partem pcjorem.» 
(Autogr. in Strassburg; s. Siml. Samml.) 

2 ) Dass cs ihn einige Ueberwindung kosten werde, die ihm zur Natur 
gewordene Gewohnheit zu verlassen, hatte er bereits in dem o. a. Brief an 
Zwingli ausgesprochen : « juxta carnem ac sanguinem difficile abstrahor genere 
vivendi, cui per triginta tres annos assuevi». 



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m 

?mpert£l£ e gere. Cogebar discere vatores monetarum, qui jam tunc primum 
mU8 coronatos, florenos, batzones, solidos, sextarios et denarios noscere 
incipiebam, et discere oportebat, qui a 33 annis nihil tale vel semel 
P qu f S£ io tet igeram vel habueram. In monasterio fueram professor verae 
paupertatis et nulla re tamen indigueram, jam nunc observator 
paupertatis eram cum pecunia, qui omnibus fere necessariis indi- 
gebam; sed quae dabantur et habebam, communicavi cum paupe- 
ribus domesticis, quos insuper augebam et invitabam, maxime 
sebwtfanuB vero duos adolescentulos : Joannem Frysium et Sebastianum 
^iSibJSk* Fabrum, quorum mihi placebant ingenia et studia; jam enim 
scholas graecas visitans, illos cum maxima animi voluptate audiebam 
interpretantes Evangelia latine ex graecis et rationem grammaticam 
reddentes. «os. rogavi, ut per vices mecum prandium sumerent, 
quale parabatur a meo Petro ; erant enim et ipsi pauperes, nondum 
donati stipendiis; id raro, tamen aliquoties egerunt per quadrage- 
simam. Contigit ad secundam Pascae, cum visitandi gratia ad me 
venisset ex fratribus unus, qui fuerat Minorita, Basiliensis natus 
wfidHeinrt-^ nton ^ us Wild; eo assumpto cum Heinrico Billing et Petro, visi- 
CU ter^£r? r "tavimus pariter fratrem nostrum Hqinricum Schwerter in Mur, 
prope lacum Gryfensee dictum, a quo post sermonem in ecclesia 
declamatum, amice suscepti et domum ducti, refecti fuimus. cui 
erat uxor fecunda" magis quam elegans. sed aderat prompta aliqua 
virgo, quae curabat domum et culinam, postea assidens mensae. 
haec mihi ornatior moribus et paulo venustior videbatur et magis 
placebat ; domum rediens nihil adhuc cogitabam de uxore ducenda, 
quamvis accederent quaedam feminae et puellae, quae miserebantur 
mei et domesticae desolationis meae ; amici multi coeperunt suadere 
ducendam uxorem mihi, •exemplo omnium aliorum sacerdotum; 
ego senium et provectam aetatem expendebam, et semel displi- 
centiam conceperam de moribus Tigurinarum. Cum vero plures 
mihi nominarentur et, ut fit, jugiter luderent me de ducenda uxore, 
contigit .me rescire Johannis Frysii sororem esse earn, quam 
primam videram extra Tigurum in villa Mur; ea quoque aliquando 
fratrem visitabat et mihi magis placere incipiebat. Inquirebam 
cum tempore de Frysii Parentibus et audivi parum fuisse infeli- 
cioris conditionis, quam fuerant mei parentes, similiter quoque 
honestos et optimae famae, sed admodum pauperes. perstiti per 



famula 
idonea 



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ii3 



aestatem usque ad finem Junii. tunc conveniebat me nobilis ille 
curator et fautor meus Huldrichus Trinckler ; is compellare coepit 
me de ducenda uxore, exemplo omnium aliorum, ne scandalo 
essem in ecclesia, tantum coelibatui tribuens facto, quern verbo 
traducerem. cui respondi, saepe jam a multis solicitatus sum pro 
hujus modi causa, et de multis colloquia habita sunt non placen- 
tibus. Quum autem te nobilem senem et syncerum amicum 
audio talia mihi suadere audentem, ecce opus non est multis 
nominationibus , ego illam ducam uxorem, quae extra Tygurum 
mihi prima visa est et placuit. hoc audiens nobilis arrisit et im- 
precatus est felicitatem. et ego pro ipsa ducenda deinde solicitior 
fui et multos habui instituti mei approbatores. Zwinglius unicus 
mihi loquens, domi meae, dum audiret me persuasum de uxore 
ducenda, territus fuit et mirabatur, solicitus de aetate mea timens- 
que ne mihi non felix conjugium obveniret tarn diu coelibi. 
Benignitate ergo Dei et singulari gratia, quam ex effectu et bene- 
ficiis ejus clare agnovi, contigit ut circa Kalendas Augusti sponsalia 
contraherem, simplicissime, per Dominum Johannem Hallerum, 
patrem duorum Hallerotum Tigurinorum; deinde septima Augusti 
nuptiae sunt celebratae, minimis ceremoniis et paucissimis invitatis 
imo nullis, sed tamen innotuerat, ut viginti fere personas paverim, 
vel magis ab illis pascebar. Jam turn Dei gratia domestica cura 
sic exoneratus fui et interim mansi, ut longe mihi commodior 
oportunitas fuerit incumbendi Uteris bonis et sacris, quam fuerit 
unquam in monasterio triginta annis; erat enim uxor Anna Fry- 
esin exercitata in re domestica curanda, fuerat enim apud nobiles 
non paucos semper famula honesta et sedula, et quae nesciebat 
discere non verecundabatur; in paupertate nutrita, didicerat ferre 
pauperiem, quamvis lapsu temporis sufficiebant mihi, quae offere- 
bantur; statim docti homines, advenae contubernium petebant 
mecum et esse commensales, ad quod uxor benevolam se gerebat, 
quod placuit mihi inprimis; raro sine hospitibus eram, jam turn 
enim persecutionis tempore multi confugiebant Tigurum boni viri 
et religiosi, amore Evangelii discendi, docendi et servandi, quos 
nunquam uxor sancta suscipiebat gravatim, sed humaniter tractare 
solebat. Inter commensales, primus quidem erat Heinricus Billing 
per 6 tantum menses: audiens autem de diluvio secundo ad au- 



Huldricua 
Trinkler 



Consilium 
cottjugii 



ZwiDglii 
pruden8 
solicitudo * 



D. Joh. 
HaJler 



Anna 
Fryeain 



Diluvium 
2umBasileae 



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ii 4 

tumnum facto Basileae, l ) rediit ad parentes Basileam. Secundus 
pindentiniu ^ l Lucius Pludentinus, vir sahctus et doctus, qui per annum co- 
habitavit. Petrus autem Fleck, biennio fere, donee uxorem duxit, 
cum qua patriam suam rediens, prope Treverim obiit cum uxore 
sine liberis. Quia vero cucullatus et nudus rebus adveneram, 
praeter modicam pecuniam, et de beneficio Canonicatus eo tempore 
scilicet a die Joannis Evangelistae , quo die Domini Canonici 
statuerant ex gratia inchoandum esse meum tempus, quoad fructuum 
perceptionem (cedebat autem quod praecesserat tempus percipien- 
dorum fructuum heredibus Jacobi Ceporini), quos eram expecta- 
?ione C °8u^" turus, non ante tempus autumnale, quando distribuuntur frumenta 
Actionem et vnium > ideo ne m ihi egestas ferenda esset, vel aere alieno one- 
^rfu£!p?o ran( ^ us > q u ^ a domum prorsus vacuam inveneram , decreverunt 
Domini Deputati cum Zwinglio, ut pro primo anno mihi decer- 
nerentur et tribuerentur de fisco pauperum per Dominum prae- 
EmbraoMuSs P os i tum Embracensem sexaginta floreni, et erant quidem ex 
Deputatis, qui voluissent hujus modi aliquando restituenda a me 
fisco pauperum, ubi mihi arrisisset quandoque in futurum divi- 
tiarum fortuna; sed quia id tardius futurum putabatur, 2 ) non fuit 
conclusum nee mihi impositum, sed a Zwinglio et aliis impeditum : 
Praesentia Igitur a collegio nihil accepi, nisi praesentialia pro Canonicorum 
more, quo factum est, ut primo anno, qui, ut dixi, incipiebat a 
die Joannis Evangelistae proxime ante initium anni 1526^ nihil 
receperim, praeter praesentias, sed tamen nihil defuit ob supple- 
mentum, ordinatum mihi ex fisco. Novem urnas vini mihi assig- 
narant, sed septem tantum accepi, cujus partem reddidi Domino 
Praeposito, qui mihi statim venienti commodaverat vinum; et de 
frumento praeter id, quod pistori illatum est, credo XVIII Mutt, 
alia sedecim accepi tantum vendereque compulsus sum Hallero 
Joanni pro singulis florenis; erat autem praesentia Cellerarii, ut 
schedulae habebant, 24 Mutt, ex Camerario 14; sed quae mihi 



*) Von einer Ueberschwemmung wissen die Basler Chroniken nichtS; 
dagegen geben sie (I, 54 und 412 ff.) uber zwei grosse Gewitter (19. Sept. 
und 11. Nov.) und deren machtigen Eindruck ausfuhrlichen Bericht. Genieint 
ist wohl das erste, von dem Oekolampad Zwingli sofort in Kenntniss setzte; 
dann ware Billing gerade 6 Wochen, nicht Monate, P.'s Hausgenosse gewesen. 

*) Sic! 



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Samuel filius 
uatus 



"5 

dare debuerat Dominus Widmar, ilia non accepi. Finivimus hoc ^J 1 ™* 
26. anno quinque libros Mosis. 1 ) 

Anno 1527. praelegimus ordinarie libros Josuae, Judicum, Ruth, 1527 
Samuelem et Regum libros, usque ad Septembrem, cujus secunda J^Jf er in 
die coepimus Isajam, qui finitus est praelegente Zwinglio, ut alii 8acris 
omnes, 27. Februarii anni sequentis. Item prima die Junii gratia 
Dei donatus sum optatissimo munere, nato mihi filio Samuele, 
quarta parte horae post nonam ante meridiem; erat autem Sab- 
bathum post festum ascensionis Domini; tunc autem historia 
Samuelis pueri legebatur, unde occasio sumpta nominis, turn quia 
Anna dicebatur mater ejus, et ego cognomine non valde discre- 
pante ab Hellcana patre. Utinam Dei gratia vivat sanctus ut 
Samuel Propheta, utque tunc desideram et cupio, quando eum ea 
ratione similiter postulavi a Domino, sed ut illi sanctissime serviat 
diutissime aut in gratia Dei junior moriatur; id est enim, quod 
a Domino precibus obtinere contendo, ut posteritas inde mihi 
sancta proveniat ad gloriam Dei, Amen. 

Eodem mense 2 ) disputatio peracta est Badenae, ubi Oeco- ^denw 
lampadius contra Eckium et Fabrum aliosque multo favore Helve- 
tiorum adjutos coactus est disputare, modo quo descripta est 
disputatio et impressa ab Helvetiis Lucernae. 3 ) Invitatus quidem 
fuerat Zwinglius, sed in dolo papistico, admoniti vero Tigurini, 
permittere noluerunt, sed internuntiis actum, ut quod interdiu in 
Baden disputaretur, noctu Zwinglius legendum habebat, 4 ) et respon- 
debat, editis quibusdam objectionibus etiam per impressuram; timor D ° l a J t s u ^ mi * 
et opinio vehemens erat, quod si Zwinglius interfuisset disputationi Baden 



l ) Die Erlebnisse Pellikans wahrend dieses ganzen Jahres 1 526 notirt der 
Karthauser Georg (Basler Chroniken I, 405 f.) mit folgenden Worten: 
«hoc anno Conradus Pelicanus (ex guardiano quondam Minoritarum et pro- 
fessore literarum Hebraicarum, qua hie publice legerat, laicus prophanus effectus) 
Tigurum se conferens anno praesente illic duxit uxorem, ut ajunt meretricem, 
et legit literas Hebraicas, dato sibi stipendio sufficienti per Tigurinens'es. Ad 
hoc dudum aspiraverat». 

*) Jedoch ein Jahr fruher, niimlich vom 21. Mai bis 8. Juni 1526. 

s ) und zwar, man kann denken wie unpartheiisch, durch Thomas Murner. 
Vgl. die litterarischen Nachweise in den Basler Chroniken I, S. 407. Anm. 3. 

4 ) Bekanntlich durch die originelle Vermittlung Thomas Platers. 



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u6 

ipse et propter eum alii quoque Basilienses docti excidium non 
evasissent, verum absentia ejus servasse creditur reliquos doctos et 
bonos viros, inter quos et Johannes Luthardus Lucernanus prae- 
dicator ille conventus Basiliensis, de quo supra contumeliose trac- 
tatus est, sed evasit; et Bernensis concionator tandem adfuit D. 

B Hau«JM. us Berchtoldus Hallerus; verum jam istis diebus abjuraverant Domini 
Bernenses doctrinam Lutheri, donee suo tempore negotium fidei 
clarius et certius inclaresceret. 
Bemensis Statim postea, eodem anno, indicta est disputatio Bernensis, 

vocatis Episcopis Helvetiorum, sed non comparentibus. Dies initio 
futura praescribebatur secunda Januarii de anno sequente 1527. 1 ) 

^ScaSs 10 " Annona beneficii prima mihi contigit, ut sequitur: 40 pulli, 
prima J ec ; mae jg portiones, ex Camera et Cell. 87 frusta, vini 23 urnas, 
ex feudo iiiij urnae, finita fuit vindemia 31. Octobris. 

St iab£ri(wa ea Eodem anno coepi scribere hebraicum textum ab Esaja et 

consequenter omnes prophetas et Hagigrapha per annos duos, cum 

punctis et accentibus, additis annotationibus grammaticalibus ex 

Comentariis Judaeorum Rabi Salomonis, David Kimhi et aliorum, 

D inm?B n 9 uos habui; sed et studio, favore ac opera Damiani Irmii Basi- 

edit e io UD B?bi Kensis mercatoris, 2 ) asequutus sum secundam editionem Bibliorum 

Hebr - hebraicorum, cum commentariis R. Abraham Abenezra et Rabi 

Salomonis in prophetas, pro XI florenis, similiter librum radicum 

et Michlol. Constantinopoli impressa, beneficio Domini Danielis 

Dan ^ 1 r B a om ' Bomberga cum ejusdem epistola et monusculo duplicis Psalterii 
in forma minutissima cum Parabolis et Canticis et Ecclesiaste. 
1528 Anno 1528. in Januario celebrata fuit disputatio Bernensis 

Bernae ant ni i nte g ro f ere niense, praesentibus Zwinglio, Megandro, Oecolampadio, 
Bucero, Capitone, Ambrosio Blaurero, Conrado Somio, Ulmense, 
Althaymer Nurembergense , Bullingero et aliis multis, valde viris 



*) P. verwickelt sich hier in mehrere chronologische Widerspruche. Die 
Berner Disputation wurde am 17. Nov. 1527 ausgeschrieben und den {Ljanuar 
1528 eroffnet; dies letztere berichtet P. selbst nachher richtig. Vgl. Basler 
Chroniken I, 421 ff. 

2 ) Aus dem Leben Thomas Platers erfahren wir, dass dieser Irmi damals 
audi Pellikans Schuler mit hebraischen Bibeln versah, die er in Venedig auf- 
gekauft hatte. Das Exemplar kostete eine Krone. 



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iiy 

doctis, quae sequenti anno Tiguri impressa est germanice; 1 ) coepta- 
que statim est reformatio in tota ditione Bernensi. Redeuntibus 
nobis, mense Februario, inchoata est lectio Jeremiae 27. die 
mensis ; finita cum Lamentationibus undecima Junii ejusdem ; statim 
duodecima Junii inchoatus est Ezechiel propheta et praelectus 
ordinarie usque ad finem fere Septembris, quum ejus mensis 28.^°?^?^ 
die coeptus est Oseas cum reliquis duodecim prophetis, finiti anno 1528 
26a Decembris. Consequenter inceptus Daniel 28. Decembris et 1529 
finitus 16, Januarii anno 1529. Post prophetales libros Psalterium Jjj* 1 ® ^529 
praelectum est et coeptum a Zwinglio 23. Februarii, finitum autem 
17. Junii; inde praelecta sunt proverbia, inchoata quidem 20. Julii, 
finita autem 2a Septembris. 

Verum die 10. 11. et 12 Augusti celebrata est secunda Syno- §JJ5JJf™ 
dus Tigurina; tertia autem ybris incepit Ecclesiasten, quo coepto, 8ecuuda 
quarta sequente abiit Marpurgum ad convocationem Lantgravii, in ^^SmS*™ 
colloquium cum Wittembergensibus , rediit autem sub vindemiis, abiit 
in quibus collectum est vinum acerbissimum. 2 ) 

Infra tempus autem absentiae, ne vacaret studium, Jo. Ammi- 
anus et ego praelegimus Genesim usque ad 16 caput: per 40 
lectiones. 3 ) Octava autem Novembris secundo incepit Ecclesiasten, 
quern finivit 23ms ejusdem. Deinde coeptus est legi Job 6 Decem- 
bris, finitus 15 februarii, in cujus mensis die primo obiit clarus 
vir et pius, Doctor Franciscus Zinck, anno 1530. Cantica autem Yr ^^ w 
Canticorum Zwinglius coepit praelegere 24. Novembris anni 1529 
finivitque quarta Decembris. Post hos libros praelecti sunt Ezras, 
Neemias et Hester, anno scilicet 1530. Ultimo autem Paralipo- 



Lectiones 
anno 1530 



l ) Ob und wie weit diese wHandlung oder Acta gehaltener Disputation 
zu Bern in Uchtland», Zurich bei Froschauer, 23. Marz 1528, Pellikans Werk 
sind, miissen wir einstweilen uncntschieden lassen; auch von P.s Antheil an 
der Disputation selbst wissen wir nichts, als dass er dort war; vgl. Morikofer 
a. a. O. II, 100; er selbst berichtet in einem von Morikofer II, 117 citirten 
Briefe an Vadian, dass Zwingli in sehr ernster Stimmung von Bern zuriick- 
gekehrt sei. 

") Es mochte dem treuen Freunde Zwinglis vorkommen, die herben 
Worte Luthers und der herbe Wein des Jahres passen vortrefflich zusammen. 

8 ) Es ist charakteristisch, dass in Zwinglis Abwesenheit seine Mitarbeiter 
nicht fortzuschreiten wagten, sondern bloss ein bereits unter seinen Auspizien 
gelesenes Buch wiederholten. 



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n8 

menon *) usque ad vicesimum caput, quod bello et obitu inter- 
turbatum non finivit Zwinglius noster, vir clarissima et aeterna 
memoria dignissimus. Hactenus de Huldrici Zwinglii praelectio- 
nibus doctissimis : verum quid scripserit germanice et latine, liquet 
ex impressura operum ipsius. 

^eThis* Redeo ad mea domestica: anno 1528. vicesima nona 2 ) cepi 

annis 4 CO mmensalem Hieronymum Frickerum, filium Doctoris quondam 

FrickTrus 18 Turingi, protonotarii Bernensis, qui apud Rellicanum fuerat, quo 
cum Megandro Bernam translato, juvenis mecum esse cupiens, 
eandem, quam alteri dederat mensae mercedem, mihi quoque dedit : 

^lLm** 1 20 coronatorum. Maji 2% abii Basileam : hospitatus apud consulem 
Jacobum Meyer, redii quinta Junii Tigurum. Abierat jam ante 
Lucius Pludentinus, in fine Martii; antequam etiam Dominus Jo- 
annes Cecus cum uxore pigra et furace, conjugibus pauperibus, 
quos per hiemem totam gratis hospitio ioveram; sicut et aestate 
praeterita viduam dictam das Wyblin, quae matrina erat Samueli^ 
fratr^ ut nunquam sine repleta domo fuerim, ut hactenus. Basileae cum 

reiictorum essem visitavi Monasterium et paucos residuos fratres inveni, sine 
Gardiano et Praedicatore , sine omni observantia regulari, sus- 
ceperunt me ad Symbolum et impertiebantur merendam, ut 
habebant; erat jam locus nimium desolatus, conveniebant etiam 

Heiiander reliqui fratres, qui habitum mutaverant, et aderat Marcus Heilander, 
cum quo descenderam e Tiguro, ubi me visitaverat, ad Basileam. 
Mense Augusto aedificavi fornacem novum in meum hypocaustum 
et murum horti texi lapidibus latis et planis; jam enim vicinus 

wernherus accesserat Steinerus. 

Die Bartholomei 24. Augusti nata mini fuit hlia, quam Eh- 

Nata alia zabetham vocari volui, juxta nomen sororis dilectae et matris 

Elisabeth ..... . .... 

dilections, quin et patns mei sincenorem sororem sic vocatam 
agnoveram. 
Beneflcium Ejus autumni fructus erant pulli 51, decimae 25 partes, officia 

duo dederunt 68 portiones; villici vinum VIIIJ urnae; ex Cel- 
lario 50 urnae. 

Ad 23 diem Novembris commensalis factus est Heinricus 



*) Chronika. 



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ii9 

Stuckii. Octobris autcm die XXI obiit Rubiaci charissima mea H |J°'id U8 
mater, Elizabet Kleinhenslerin dicta, quae jam praeterita restate ma ^ t ^ eae 
transmiserat mihi vas plenum suppelectili vario, in stanneis et ^JS?^ 
lineis laneisque paramentis, laeta de meo statu, quern intelligere 
coeperat esse juxta Domini voluntatem et verbum Dei, quamlibet 
religiosa fuerit semper et usque ad superstitionem, sed avidissima 
audiendi verbum Dei et retinendi mente. 

Annus 1529. fere totus fuit humidus et frigidus, quin et 
turbulentus ob quinque Cantones, qui multifariam irritabant Tigu- J^JJ™ n JjJ™ 
rino, ob invidiam. Querelae Tigurinorum non exaudiebantur, P rimum 
quod soli essent in fide nova cum Bernensibus et Basiliensibus, 
unde et bellum contigit primum Tigurinorum apud Capcllam, 
sed compositum est in Junio, absque strage vel sanguine, tantum 
ut confoederatio solveretur, quam inierant cum hostibus Helve- 
tiorum, Ducibus Austriae et Ferdinando. *) Quia vero audiebam 
jam evacuatum monasterium Minoritarum Basileae, veritus, ne libri, 
quos laboribus meis diuturnis et multis promerueram a chalco- uL^meo^e 
graphis, distraherentur ad manus aliorum, accepi promotoriales Ba9ilea 
epistolas a senatu nostro ad Basiliensem senatum, ut eos libros, 
quos ostenderem et probarem olim mihi datos ob labores et in 
meam gratiam repositos in bibliothecam 2 ) ostenderem, mihi cedere vfdi etToro- 
sinerent, maxime eos qui Basileae impressi fuissent; accepta ergo rom lbldem - 
epistola, descendi quarta Maji et perveniens Basileam nuntium 
sorori Rubiacum misi, ut veniret ad me Basileam. venit ilia 8 Maji, 
pedes, hospitata ad Serculum ; simul attulit florenos aureos septem, 
quos ei mater commendaverat mihi mittendos, et unam coronam. 
Obtinui libros, vas plenum non parvum, erant enim libri plures 
et meliores, quos transferri feci Tigurum. 

Mense Junio, si bene memini, missus est ad me nepos ex 
sorore, Conradus, circiter XII annos natus, ut mecum proficeret ^JJ{JJJJJ| B 

litteris. consobrinua 

venit. 



1 ) Die Urkunde dieses Friedens s. in Eschers und Hottingers Archiv fur 
schweiz. Geschichte 1827. I. 

2 ) Dies war schon wahrend der Zeit seines ersten Aufenthaltes in Basel 
geschehen, von dem er (zum Jahr 1502) berichtet: Amorbachius et Frobenius 
fratribus minoritis plurima beneficia contulerant ob meos labores et me nullo 
libro utili carere permiserunt. 



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120 

S Frou^ren* n Eadem aestate* Synodus celebrata est in Frauwenfeld Celebris, 

* eld unde et Constantiam equitarunt, quotquot k legati erant de senatu 

cum Zwinglio, 1 ) ubi honestissime tractati fuimus cum maxima 

charitate et expensis Constantientium , ubi et Zwinglius dominica 

quadam die praedicavit. Deinde navi donducta pervenimus ad 

Z hS 1 " Steyn et per Winterthur redivimus Tigurum. Quinta autem 
ivit - Septembris abiit deinde Zwinglius ad Hassiam, 2 ) ut dictum est. 

proventus Fuit proventus ejusdem aestatis et autumni pulli 52, decimae 

de Wyticken 21 Stuck. Ex officiis 65 vini urnae, a villico tres, 
ex Cellerario XV. 
An wtl 83 ° Anno 1-30 Februarii sexta die, abiit Bernam Jeronimus Friker. 

Ego quoque jam finito toto cursu et elaborata Biblia, XXIIII 
librorum, aliud jam quid agerem, non habebam, videns interim 

scribendTTn non su ffi cere ecclesiasticis studiosis ejusmodi tractationem, quam 
vet. test, hactenus egeramus r juxta grammaticas tantum et summarias sen- 
tentias capitum; quin putarem sumendas ex singulis ferme capitulis 
et versibus doctrinas pro docendis fidei articulis et moribus chri- 
stians, ut discerent audit ores, quomodo sacris libris uterentur 
commode et erudite ad aedificationem Ecclesiarum. Id ipsum cum 
jam dudum optassem a doctis fieri et rogassem quosdam, ut anni- 
terentur et vidissem tale aliquid coeptum a Luthero in Deuterono- 
mium et a Pomerano in Samuelem, Mefanchtone in Parabolas, 
dolebam tamen omnes pariter ad primum congressum substitisse, 
et non procedere, ut potuisse sciebam, itaque cum suppeteret ad 
id otium, vehementer stimulabar, ut vel ego tentarem, aliis ad id 
gustum praebendo tklia aggressuris et inchoata a me absoluturis. 
Exodus Bona ergo Dei gratia coepi periculum experiri primum in Exodo ; 
idque ipso die Kalendarum Aprilium succincte et breviter anno- 
tando, quae dici et doceri possent circa quodlibet caput in parvas 
schedulas. et res ipsa pro voto satis feliciter mihi procedere vide- 
batur; et enim ante 12. diem Maji absolvi Exodum totum, quam- 
libet in aliis quoque agendis, utpote grammaticam hebraicam per 
istos menses praelegendo, nihil negligebatur. consequenter aggressus 



1 ) Ueber die Synode von Frauenfeld und Pellikans Antheil an derselben 
s. Morikofer, Zwingli II, 275, und Joh. Kesslers Sabbata a. a. O. II, 233. 

2 ) Zum Colloquium von Marburg. 



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121 

sum difficilem librum Levitici et eundefn quoque intra paucos Leviticus 
dies absolvi, quo coeperam modo, sic, ut librum Numerorum coeperim Numerorum 
explicare 6. die Junii; quintum quoque, qui est Deuteronomium, De ^m°" 
coepi 14 Julii finivique 34 Augusti, videns profectum non poeniten- 
dum, manum apposui ad prophetas dictos Hebraeis priores, et primum ^J** e 
ad librum Josuae, quern coepi 24. die Augusti; Judicum 15. Decern- j'^JJ^ 
bris 1 ) cum libro Ruth; quafta Octobris coepi primum Samuelis, s ^J^ i8 
secundum autem 10. Novembris. Primum Regum vel Malachim Begum, 
incepi secunda Decembris anni 1530; secundum autem coepi 
secunda Januarii anni 1 531. Quo finito secunda Februarii, 
statim coepi cunctabundus licet 3* Februarii librum Dibre Hajamim, jJlJj^ 
i. e. verba dierum, Hebraeis dictum, nobis Paralipomenon, vel 
praetermissorum , cujus secundum complevi in fine Februarii et ez*» 
statim Kalendis Martii coepi Esdram, et post Neemiam exposhum i^ter 
absolvi etiam librum Ester, in fine Martii anno, ut dixi, 1531. 
Post hos libros expositos, auxilio patrum priorum et neotericorum, 
quos vidi et defloravi, tarn latinos quam judaicos, qui mihi expo- 
sitione aliqua egere videbantur, ut gesta majorum, tarn sanctorum 
quam impiorum, fidefibus -non essent scandalo sed eruditioni, et 
qua ratione exempla essent arripienda proposita in sacris scripturis, 
videbam me satis operae collocasse ad intellectum scripturae, quam 
declarandum putabam studiosb sacrorum. Et prorsus de residuis 
nihil necessarium scriptu putabam, quando jam piissimus et doctis- ^o^tai n 
simus Oecolampadius Propbetas omnes fere exyosuisset, scripto et aliL 
quoque suo ordinarie eos legens Basileae, quorum aliqui jam im- 
pressi habebantur, et erant eruditissime explicati. Sed et de Ezechiele 
et Jobo referebatur, ut essent prae foribus divulgandi : putavi ergo 
supervacaneum illis quidpiam addere, quae non dubitabam absolu- 
tissima, quibuslibet studiosis suflicientia semel, quin et impossibilia 
mihi. suspicatus declaratu et non necessaria; tamen quia instabat 
breve tempus sacrorum dierum in Aprili, sancta scilicet hebdomada, 
subiit mihi in mentem, tentafcdum aliquid saltern in libellum SntiSw* 
Cantici Canticorum ; jam enim dudum Basileae agens, egeram pro 
viribus et Dei auxilio, quae agenda putabam, praelegens et audi- 
toribus dictitans, quae circa libros Geneseos, Parabolarum et Eccle- 
siasticis annotanda credideram. Itaque Dei instinctu, ut spero, 

*) d. h. September. 



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122 

arripui hunc quoque libellum, et meo spiritu, non aliorum opera 
usus, tentavi intellcctum ejusdem libelli, coepique meo more brevia 
annotare in cantica, idque quarta Aprilis anni 1531, et infra paucos 
illos dies sic processi, ut duodecima Aprilis absolverem. videns 
autem difficillimum hunc libellum mihi satis feliciter pro mea 
conscientia explicatum juxta sensum catholicum, coepi, nescio quo 
spiritu, impelli, si non fuit spiritus pietatis et scientiae, ut quae ab 
Oecolompadio, divo Jeronimo, Lyrano et aliis fuissent pluribus 
explicata libris et voluminibus, ego brevius quo possem, contra- 
herem catholicam sententiam, junctis quoque Judaeorum Rabinis, 
quos praeter R. Davidem Kimhi fueram assequutus: R. Salomonem 
et Rabi Abraham, Aben Ezrae; coepi ergo conari abbreviationem 

in isjyam cum simplici claritate pro viribus in Esajam quarta decima Aprilis 
ejusdem anni 153 1. Sicque satis feliciter processi continue, ut 
finierim Commentariolum illud, qualequale est, in Isajam, quarta 
Junii; id cum feliciter mihi evenisse conspicerem, ultra processi 

jeremiam et arripui Jeremiae quoque prophetiam, quam coepi quinta Junii 
et cum Lamentationibus quoque adjectis absolvi quarta decima Junii. 

Ezecniei Subinde aggrediebar quoque Ezechielis librum, quinta Julii 

ejusdem anni, processique usque ad quadragesimum caput, exclusive, 
ubi sequentium difficultate territus, 1 ) majorum et sanctorum exemplo 
Daniel destiti tentare spintum et manum apposui cum cogitatu ad Danielis 
expositionem, quam coepi vicesima quarta Augusti, et quae scripsi, 
finivi octava Septembris. Jam autem primum et antea 22<*a Julii 

X pne£e° coeperam duodecim Prophetarum librum, quern finiveram quoque 
vicesima tertia Augusti. Jamque restabat nihil praeter difficillimum 
librum Job, cujus expositionem occepi nona Septembris anni scilicet 
1531ml, sicque totius operfs finem assequutus, Dei gratia et auxilio, 
ultima Septembris. Psalterium autem breviter exposueram dudum 
Basileae, anno 1524, quod et furtim mihi sublatum fuerat, rescriptum 
et Argentinae impressum, me ignorante. verum illud ipsum Tiguri 
agens revideram et correctum prelis submiseram, jamque divul- 
gatum erat secundo anno. 2 ) 



*) Wie Pellikan sich spater bei der Herausgabe seines Commentars zum 
alten Testamente fur diesen Schluss des Ezechiel zu helfen gewusst s. unten. 

*) Die erste Ausgabe hat denTitel: Psalterium Davidis, Conradi Pelicani 
opera elaboratum. Cum Privilegio ad triennium. Argentorati 1527. Der 



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I2 3 

Dum vero haec sic agerentur per me privatim, innotuit qui- °^JJJ2rJ^" 
busdam studium meum et opera, qui impressori librorum nostro 
Christophoro Froschofero indicarunt, talia me molitum, et jam 
extare deformata et annotata, quam ob rem alioqui mihi amicus 
supplex fiebat, ut aliquem ex libris sacris sibi edendum permittens, 
gustum darem reliquorum studiosis forsitan placiturorum ; et ego, 
ut verum quidem fatear, a principio negligentius omnia scripseram, 
ut in buccam cadebant; aliud consilium, Deo mihi teste, non erat, 
quam ut moriturus propediem vel victurus ea omnia traderem 
studioso alicui ex nostris, qui multi erant juvenesque optimae 
spei et eloquentes in latina lingua, qui aliquando sumpta occasione 
data per me argumenta hujus modi sacra et necessaria scitu 
elegantius polienda et absolvenda doctius, aliquando si viderentur 
edenda, curarent, suo etiam vel nullo, saltim non meo nomine; 
quando Deo mihi teste, aliud praeter Dei gloriam et communem 
fructum in causa fidei et verbi Dei claritatem propagandam et 
edendam latius, nil prorsus cogitabam; ubi vero requirebar de 
edendo statim aliquo vel minimo libello, arripui libellum Ruth et 
aliquantulum emendatum impressori concessi edendum jam tunc Ruth e^ 1 * 11 * 



Herausgeber Wolf Kopfel, Capitos Verwandter und Verleger, warnt in der 
Vorrede hochst naiv vor unbefugtem Nachdruck. Dass er das Werk vel irivito 
Pelicano drucke, rechtfertigt er mit folgenden Worten: venit mihi in manus 
per amicum quendam Psalterium a turn pio turn erudito Theologo Conrado 
Pelicano, juxta Hebraeum fontem translatum succinctisque paraphrasibus aut 
si mavis scholiis adornatum. Quod cum eruditi aliquot, vel a limite, quod 
ajunt, salutassent, adeo eis arrisit, ut Reipublicae christianae omnino publi- 
candum censuerint. Vorrede und Text sind mit deutschen, die Scholien mit 
lateinischen Lettern gedruckt. Angehangt ist ohne Erlauterungen precatio 
Habacuc. Am Schlusse steht: Argentorati Volphius Cephalaeus excudebat. 
Anno MDXXVII. — Ueber diese erste und die Veranlassung der zweiten 
Ausgabe spricht sich Pellikan in einem Briefe an Joachim Vadian (d. 26. Sept. 
1532; Original in St. Gallen; siehe Siml. Samml.) folgendermassen aus: «forte 
fortuna excidit tibi dudum, doctissime Vadiane, sermo de Psalterio nostro olim 
obtento, de quo interim semper dolui, sciens indignum, quod a tanto viro 
haberetur, nedum legeretur; quandoquidem, me invito, per impostorem pro- 
dierit in publicum, quod mihi Monacho praeparaveram ad primam manum. 
Coactus sum emendare et longe deteriorem inveni, quam putaram. id nunc 
mitto reponendum in alterius locum, ea conditione, ut prior editio ignibus 
consecretur». 



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124 

ad nundinas suas in Septembri futuras, paucissimorum dierum 
opellam, ut gustus porrigeretur sacra amantibus legere et ad pro- 
fectum intelligere. Innotuit hoc nostro Zwinglio, id esse prae 
manibus, qui admiratus est, et ut erat brevissimum opusculum 
unius et alterius folii, permisit edendum, et non nisi pauci quoque, 
hoc est 800, impressi distrahebantur eo mense Septembris. *) 

Sed judicio Domini volentis erudire, exercere et castigare 
nostram Tigurinam ecclesiam contigit, ut Octobris undecima die 
subito nihil tale credentes Tigurini prodire compulsi infra quintam 
horam in urbe essent, et peragrato monte, duobus miliaribus, acie 
decertarent infirma, siquidem non totis duobus millibus, contra 
octo milia hostium, qui triduo sese collegerant atque convenerant ; 

T?g?£i£a non tamen incruenta victoria potiti sunt, quamlibet optimi quique 
in acie stantes occiderentur, sed non tanto numero, quantum hostes 
jactarunt. Succubuit tamen corpore quidem occisus tunc Zwinglius, 
et plures optimi et docti viri, quos necessitas traxerat in commune 
periculum patriae et Ecclesiae veritatisque defendendae, quam et 
suo sanguine redemerunt, ea conditione, ut libertati patriae et 
^uauceJit ver i tat i catholicae fidei non tantum nihil decesserit, sed ex eo casu 
ac tempore longe quam ante fortius omnia steterint et promo- 
verint amplius, ut testatur gratia Dei haec dies. Manet enim 

Tig^taM i nterea profecit Ecclesia Tigurina in fide et moribus, in doctrina 

constantaa et R e ipublicae felicitate, ut nunquam potentior fuerit tarn manus 
quam fides. Permissa quidem sunt quaedam hostium temeritati, 
sed nihil eorum, quae sese obtenturos speraverant. Damnum qui- 
dem senserunt quidam, qui segniter opem promissam tulerunt, et 

Bcciesiw perfidia quorumdam ipsis nocuit perfidis. Ecclesia autem tigurina 



l ) Die zwei Bogen (in Quart) umfassende Schrift wurde auf dem Titel 
ausdrucklich als Probeheft bezeichnet: Explicatio brevis, simplex et catholica 
libelli Ruth, ea forma, qua totius veteris testamenti libri canonici expositi sunt 
et edentur, si meliora propediem alius non anteverterit, quod, ut fiat optatur. 
Autore Conrado Pellicano. Tiguri apud Christophorum Froschouer, anno 
MDXXXI. — Ueber den Commentar, der diesem Prospekt folgte, s. unten 
und Einleitung. Als Pellikan in seinem hohern Alter von seinen Freunden 
aufgefordert wurde, ein Bibelwerk fur die Gemeinde in deutscher Sprache zu 
schreiben, so war es wiederum eine Erklarung des Buchlein Ruth, die er als 
Probe herausgab; s. Einleitung. 



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I2 5 

constitit ex hoc fortius, et beneficio Domini, Dei cultus et fructus 
in verbo Domini longe profecit latius postea quam antea , duplo 
enim et amplius profecit audientia verbi Dei, oratio et disciplina, 
qualis in tarn licentioso populo, ne dicam libero, valeat obtineri, 
et gratia quidem Dei factum est et misericordia , ut pro uno 
Huldricho Zwinglio ejusdem fide et dexteritate, cum justitia pro 
Ecclesia promerente, dementia Dei provident Ecclesiae tigurinae 
exemplo et verbo dupliciter gloriosius* Cum enim prius Zwinglius 
solus praelegerat Sacra quotidie doctis et praedicaret vulgo, et 
pluribus alioqui in talibus praepediretur, Domino prospiciente nobis, 
in locum lecturae theologicae Zwinglio successit Theodorus Bi- 
bliander, linguarum sacrarum peritissimus , et in omni genere SS^ier 
doctrinarum exercitatissimus eloquentissimusque atque piissimus, t^ 010 ^ 8 
id testatur et perpetuo testabitur lucubrationum suarum fructus 
felicissimus. 

Pro secundo et principaliori officio Zwinglii accepimus gratia 
Dei episcopum Tigurinum, aeque integrae aetatis virum optimum, 
pium, justum, eruditum, fidelem et diligentissimum virum et con- 
cionatorem incomparabilem , Heinricum Bullingerum , qui verbo H, r ^JJ? e " 
doctrinae domi et scriptura sua foris in tota Christiana religione scopus 
videtur et sentitur homo divinus et immensis Dei beneficiis locu- 
pletatus, ad salutem ecclesiae Tigurinae et ad Dei gloriam cum 
animarum salute praeter alios quosdam viros pietatis eximiae et 
eruditionis, ut est Leo Judae et Erasmus Fabricius; qui, quanto Le ° ras ^* e - 
periculosior erat status Ecclesiae, tanto fidelius, fortius, constantius FabriciUB 
et vigilantius, Ecclesiae gubernationi adsistebant clavo, fortissimi 
Christi athletae, donee Dei benignitas Ecclesiae succurrebat istis 
duobus luminibus. Statim enim a clade perpessa, mense Novembri, 
surrogatus est Heinricus Bullingerus, legitima electione, in epi : 
scopum Tigurinum, et ut dixi pariter Theodorus Bibliander, qui 
mense Decembri, vix aegre coactus precibus fratrum in Ecclesiae 
successit praelectionibus sacris, residuum secundi Paralipomenon 
continuans usque ad finem, idque ad finem anni trigesimi primi; 
sed ad initium anni trigesimi secundi undecima Januarii exorsus 
est magna cum auditorum admiratione Prophetam Isajam homo l8aj ^^ ibli " 
adhuc juvenis, vix annorum 23 vel duorum magnaque diligentia 
praelegit, consultis semper prius omnium sanctorum Patrum scriptis, 



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n6 

tarn veterum quam novorum, quin et Judaeorum Rabinorum, 
quorum nullum non legit et non intellexit melius, quam Judaeo- 
rum quicunque in Germania. Sicque profecit laboriosissimus in 
sacris excutiendis, ut se quotidie procedendo excelleret; eatenus, 
ut nihil desideraretur in eo, praeter unicam vocis cunctationem, 
quam eidem verecundia juvenilis incutiebat loquenti in tarn celebri 
et seniorum doctissimorum collegio vel auditorio; quam modes- 
tiam et humilitatem suam ne hodie quidem excutere potest, omni- 
bus satisfaciens, praeterquam sibi soli. Processit ergo diligentissime 
exponens Esajam per lectiones, quas ego assignavi centum et un- 
decim finivitque tertia decima Julii. Et ut viri illius studium in 
exemplum vobis sit, charissimi filii, quod et admiremini et imi- 
temini et aliquando, Domino volente, simili studio Christo et 
Ecclesiae Dei prodesse velitis et possitis nostro exemplo, non 
gravor vobis etiam sequentium temporum nostra studia recitare 

h"5Sl tU chro- non ^ nostram quamcunque laudem, quando omne bonum de- 
nies sursum est et a Patre luminum descendens, et bonorum nostrorum 
nihil agnoscimus nostrum, sed meritorum Christi et gratiae Dei 
ad sacrosanctam electorum Ecclesiam, non solum Tiguri, sed toto 
terrarum orbe constitutam; ut aliquando ambo vos, si vivetis, 

JJJ^JJ 8 ^ inimicis nostris satisfacere valeatis, qui nos, ut schismaticos partim 
toils et nescio quo injurioso titulo traducunt, quasi praesumptuosos, vel 
nescio qua ratione nos venditantes mundo, ut a nobis decipiatur, 
qui nihil ardentius cupimus, quam deceptores mundi traducere et 
adhortari vel eosdem, ut honestius agant et fidelius, vel alios 
Catholicos, ne illorum procacitate scandalizandi relabantur a veri- 
tate, quam mundo cupimus commendatam, cum pietate Christiana, 

MiSsteorum ^ n mera simplicitate et modestia nostra, cujus nos conscii nobis 

ecC riniuf u sumus > et e g° testor hactenus earn vigere in omnibus Ecclesiae 

nostrae Ministris cum summa concordia in verbo Dei. Itaque 

Theodorus noster, post feliciter explicatum Esajam studium appo- 

jeremias suit subinde ad Jeremiam, quern inchoavit praelegere duodecima 

Augusti anno 1J32 finivitque centum praecise lectionibus Pro- 

phetiam et Lamentationes ipsas lectionibus novem, octava Februarii 

Ezecwei anno 1 533. Eodem mense coepit Ezechielis praelectionem, quam exe- 

cutus est lectionibus centum fere, usque in finem Junii; cujus ultima 

XI Lue coe pi r praelegere duodecim Prophetas minores, quos finivit die 



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1 17 

Nicolai in Decembri anno 1533. Verum Danielem praelegere coepit Daniel 
statim octava Decembris eodem anno finivitque duodecimaFebruarii 
anno 1534; post quern coepit praelegere Psalmos eodem mense die Psaiterium 
2jta continuandoque absolvit 147 lectionibus. Post Psaiterium 
manum misit ad Genesim, quern incepit praelegere decima Novem- Genesis 
bris anno 1534, quern finivit feria sexta ante Penthecosten anno 
1535. Exodum coepit 20 Maji ejusdem mensis 1 ) finivitque in Exodus 
Decembri, cujus die quinta decima incepit Leviticum, sed Nume- 
rorum librum coepit anno 1535. mense . . . Deuteronomion autem 
coepit . . . Josuae autem librum incepit 271™ die Novembris anno 1536. 
librum Judicum coepit 15 Februarii anni 1537, finivit 8. Maji; Ruth 
coepit 11 Maji, finivit ejusdem 29 die; Samuelio primum coepit 
30 Maji anni 1537; secundum ultima septembris coepit, finivit 
autem septima Januariianno 1839. Tertium Regum coepit 8. Jauarii 
anno 38: Quartum Regum coepit 23 Martii die anno 1538, eum 
finivit 6 Junii. Esdram coepit 12 Junii, Neemiam Kalendis Augusti 
1 7 lectionibus ; Hester praelegit 1 2 lectionibus, finivit 5 ta die Sep- 
tembris anno 38. Post hos libros legit primum Ecclesiasten inci- 
cipiens 9. Septembris anno 38, praelegit 33bus praelectionibus, 
finivit 7 Novembris. Canticum Canticorum coepit octava Novembris, 
et finivit 6ta Xbris, 23^8 lectionibus. Proverbia Salomonis coepit 
undecima Decembris anni 38, finivit 22. die Marcii .anno 1539. 
Coepit vero librum Job 26 Martii anni 39, quern finivit decima 
Julii anno 1539. Et is tandem ultimus liber primi cursus Theodori, Finis primi 

x cursus 

quem coeperat 32. anno. 2 ) 

Secundum autem cursum rursus coepit non a Genesi, sed sicut cursus 2us 
coeperat ab Isaja; idque feliciter auspicatus est, undecima die Augusti 
anno 1539. 

Postquam vero finieram commentaria qualiacunque, pro me 
et studiosis theologiae junioribus, jamque iterum exantlatum 
putarem fructum studiorum meorum, communicandum ad minus, 
tibi meo filio, si viveres, vel tibi nepoti Conrado, qui olim talibus 
uterentur et perficerent in sacris, tibi et aliis pretiosissimum vobis 

l ) d. h. anni. 

*) Diesc genaucn chronologischen Angaben reehtfertigt Pellikan dem 
Leser gegenuber mit folgender Randbemerkung : « ut videas diJigentiam scholae 
et profectum, cui non facile similem invenias alibi. » 



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Editlo Mosis 

cum Com- 

mentario 

meo 



Frosch- 
hoferus 



128 



ex me testamentum relicturum me gaudens, ecce incipit instare 
chalcographus et bibliopola, ut ex gustu aliquantum alectis passim 
studiosis de libello Ruth et cetera quoque cupientibus similiter 
evulgari inciperem, quae scripsissem, corrigere et pro virili absol- 
vere, imprimis autem quinqtie libros Mosis. Id enim cupere nedum 
studiosi inciperent, sed et bibliopolae urgerent. Ego videns 
simplicia et mediocria scripta placitura mediocriter doctis et 
simplicioribus, sciensque simplicitatem stili mediocriter latini 
non abhorrere a stilo Spiritus sancti simplici et piano, et 
quod major sit copia mediocriter studiosorum, quibus gratificari 
petentibus deberem, quam eximie doctorum, qui sicut nostra legere 
non dignarentur sic nee indigerent, quibus nee etiam scripseram, *) 
coepi propendere ad communem piorum et simplicium devotionem 
et expendere, quis talibus inde fructus succrescere possit, pro quo 
assequendo tot ego annis totque inexplicabilibus laboribus succu- 
buissem, jam a triginta integris annis et amplius, quibus ut certius 
sacra intelligerem Biblia, multam et improbam operam impenderam 
ad intelligendum Hebraica; hujusmodi cogitatione et solo respectu 
proficiendi in verbo Dei clare intelligendo permotus, id quod 
conscientiae meae testis deus novit, permovebar ad gratificandum 
alioque mihi amicissimo amico Froschofero coepique aggredi 
Genesim, quam nondum aliter scripseram, quam eo modo, quo 
Basileae ordinarius in theologia lector auditoribus ipsam praelegeram ; 
assumtis ergo aliis quoque interpretibus sacris antiquis et neotericis, 
quorum interim lucubrationes emerserant per impressuram, ut 
Chrisostomi, Melanchtonis et Zwinglii, ex his alacriter, quae resta- 
bant in librum Genesim exposui, ut brevius potui et sic constitui 
negotium, ut ad futuras nundinas Franckfordianas folium unum et 
alterum impressum in initium Genesis studiosis passim et bibliopolis 
exhiberetur. Dumque Genesis imprirry coeperat, alios ego libros 
quatuor Mosaicos, prius satis neglectim tentatos, rescribo et emaculo 
et in earn qua prostat formam exhibeo impressoribus, per menses 



l ) In ahnlichem Sinne spricht sich P. nach der Voltendung des erstcn 
Bandes in dem o. a. Br^fe an Vadian aus: « audio praeterea tibi commentaria 
nostra destinata, quae tui similibus minime scripsi, sed regionariis pastoribus, 
qui altiora non caperent et scripturae dogmata tantum praedicare cogantur, 
quae nunquam didicerunt nee opportunitatem habent discendi aliter quam libris.w 



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129 

ferme sex, primum commentarii hujusmodi tomum; cumque Iu8 T i " Bt Vet 
urgeret quoque ad secundum tomum, qui historias habet omnes, mis Tomus. 
eum quoque paravi multis laboribiis, ut una cum textus biblici 
totius correctura ad hebraicam veritatem, si quid obmissum vel 
scriptorum vitio admissum esset , mendarum, servata translatione 
recepta et ecclesiastica, quae mihi nondum videbatur mutanda, 
quamvis notabiles errores non dissimularim. ergo anno 1532 mense 
Augusto absolutus est tomus primus; sequenti anno secundus tomus 
prodiit mense Martio; consequenter quoque eodem anno 33. mense 
Augusto prodiit tomus tertius, 1 ) et anno sequente 34. Martio su* tomus 
mense tomus quartus. 2 ) *«s 

Cum autem docti quidam viri et religiosi viderent, quid actum 
et legerent scrip ta, erant qui impense rogarent, ut non obmitterem 
scribere 3 ) in reliquos libros biblicos, quamlibet non canonicos, ^Jf 1 ^" 01 
sed tamen ecclesiasticos, maxime vero in Tobiam, quern arbitra- <* n <> nici 
rentur egregium esse exemplum omnium virtutum Christianarum. 
Cum vero suppeteret ad id tentandum otium, parui et quae 
Dominus dedit, conscripsi, tanta felicitate juxta modum ingenii et 
mediocris stili, ut non magna molestia finierim, sed magis ad 
reliquos quoque expendendos animum appellens expleverim piorum 
multorum vota et mea praecipue; nee poenitet laboris, quamlibet 
sciam, eum multis non probari, id vero qua ratione, ipsi viderint; 4 ) 

1 ) Im Propheten Ezechiel ist vom vierzigsten Capitel an Biblianders 
Erklarung abgedruckt, was Pellikan selbst dort mit folgenden Worten zugesteht : 
« Malui bene dictis subscribere quam propriam tenuitatem agnoscens in sacris 
periclitari dogmatibus». 

2 ) Vgl. hiezu und zu dem Folgenden das Verzeichniss der Commentare 
in der Einleitung. 

8 ) In der Vorrede zum ersten Band gedenkt Pellikan namentlich des 
Wernher. Steiner von Zug als desjenigen, der ihn immer wieder zu Ver- 
offentlichungen gedrangt habe. 

4 ) In der Vorrede zum Commentar iiber das Neue Testament erklart 
Pellikan ausdrucklich: hoc mihi praecipue in votis et studio fuit, ne quid 
catholicis dogmatibus et orthodoxis patribus contrarium hie aut alibi asserem. 
Ubi autem fuerit deprehensum, quod scripturis canonicis pugnantia propinavi, 
notetur a peritioribus, reprehendatur, rcvincatur idoneU rationibus, proferatur 
in publicum, ne incauti impingant in eundem scopalum. Equidem admonitus 
erroris impii statim corrigam et monitori gratiam agam aliisque autor, quantum 
in me situm erit, ad fugienda noxia dogmata esse non erubescam. 

9 



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I 3 

id autem quicquid est opens exantlatum est anno 1534. Cui operi 
Inde c U8 bibli " successit labor colligendi indicem totius sacrae Bibliothecae pro 
his, qui in commentariis meis querebantur obmissas esse alle- 
gations et concordantias, quod ego admittendum putaveram, 
brevitatis gratia, ne in immensum crescerent tomi, alioqui satis 
pretiosi ac magni: id ego laboris confeci anno 1545. 1 ) Tardius 
autem imprimendum suscipiebatur a chalcographo, 2 ) qui me urgebat 
omnibus modis et quantum potuit, ut et in novum Testamentum 
scribens, absolverem biblicum opus illud, pro quo et facile passus 
sum me exorari, quando non mihi nisi aliorum scripta meliora 
colligenda et perstringenda credidi, ut a multis dicta, quae meliora 
et solidiora essent, 3 ) similiter quoque brevius in uno volumine 
Ev *a?tl ia et legerentur; maxime vero in Evangelia et Acta, ut simul quoque 
textus adesset integre, id egi anno 1546. 4 ) 

Etiam quia totiens commentaria D. H. Bullingeri in omnes 

in ApoVt lM e pistolas impressa erant, minime putabam, aliquid actis tarn egregie 

superaddendum; sed et hie tandem vicit chalcographi apud me 

arnica exactio, contendentis esse complures, qui meis delectarentur 

et ab eodem cuperent habere, quae legerent simpliciora, aliorum 



*) Es soil heissen 1535. 

*) Erst nachdem der Commentar zu den Evangelicn die Presse verlassen, 
druckte Froschauer auch den Index. Die fur Pellikan sehr schmeichelhafte 
Vorrede Bullingers ist vom August 1537 datirt; u. A. wird der Verfasser, vir 
vitae integritate et morum sanctimonia clarus sanctisque ministeriis de pietate 
et litteris optime meritus, gegen den Vorwurf in Schutz genommen, als ob er 
mit diesem Index ein subsidium negligentiae bieten wolle; zum Schlusse sagt 
Bullinger, um die Kritik in gesunde Schranken zu weisen: «facilius est calum- 
niari quam meliora aut etiam paria facere». 

8 ) Dies wird schon im Titel deutlich zugestanden und in der Vorrede 
heisst es: nee mihi quicquam ex hoc opere vendico quam laborem legendi, 
judicandi, transscribendi aliorum bene dicta, abbreviandi quoque et nonnunquam 
latius explicandi, mea sparsim interponens, quum alii non possent per omnia 
probari. Sed abstinui a nominibus autorum, partim studio brevitatis, partim 
ob molestiam illam nomenclaturae vitandam, partim animo quorundam infirmo 
consulens, qui veritatem clarissimam per se agnoscunt, sed sub hominis alicujus 
parum sibi probati titulo exhibitam refugiunt. Diese treffende Bemerkung bezog 
sich wohl in erster Linie auf die aus den Paraphrasen des Erasmus zumal in 
die Erklarung des zweiten Evangeliums herubergenommenen Stellen. 

*) Lapsus calami statt 1536. 



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131 

quoque bene dicta non neglecturi. Ergo id quoque laboris quod 
supererat exegi ad annum 1538 et 39. 1 ) Apocalipsin vero nunquam 
animus fuit vel fiducia tanta ingenii et eruditionis, ut in illam 
scribere cogitarem; 2 ) sed placuit valde, quae scripserat Doctor 
Sebastianus Meyer in eandem, quam nostris commentariis aptius Se ^ u *° U8 
pro complendo jungendam et colligandam gaudebam; 3 ) in eum 
tamen librum tandem quoque Germanice scripsi, ut absolveretur A 5JS2S^ B 
expositio Erasmiana in novum Testamentum, cujus paraphrases ex P° 8lte 
elegantissimas transtulerat Leo noster Judae, quam chalcographus 
precabatur addendam, utcunque brevissimo tempore , magis praeci- 
pitatam quam praemeditatam diu et scriptam, cujus tamen operae 
quamlibet insufficientis nondum me poenituit. 4 ) 

*) In einem Brief an O. Myconius (vom 14. Mai 1542, s. Siml. Samml.) 
spricht sich P. uber die Entstehung dieses Bandes naher dahin aus, dass die 
Arbeit uber den Romerbrief an Butzer (s. Baum a. a. O. 598), die uber die 
Corintherbriefe an Chrysostomus sich anschliesse. 

") An Bitten um eine Erklarung der Apokalypse aus seiner Feder hatten 
es die Freunde nicht fehlen lassen. Vadian schrieb ihm im Mai 1537: «ceterum 
vel Jem, quod boni ut consulas precor, et in Joannis apocalypsin te calamum 
convertere, et quoniam ecclesiae publico favore is liber multis seculis exceptus 
est, opes ingenii tui, quae Domini gratia (nihil adulor) magnae sunt, in recon- 
ditum ilium thesaurum mysteriorum, quae nostra maxime aetate emergunt, 
solita ilia facilitate ingeres. Ad mysteria enim praesertim aenigmatis involuta 
non judicium modo scripturis exercitum, sed ingenium etiam facilitati natum 
et hac praecipua gratia praeditum requiritur. Sunt autem, mihi crede, qui eum 
librum Pellicano interprete maxime legere cuperent, non modo quia magnae 
existimationis apud se nomen tuum existit, sed quod gustum fecerint ex in- 
genii tui modulo et promittant sibi, te, qui magnam partem utriusque tcsta- 
menti mysteriaque tanta fide et diligentia tractaris, certe nihil relicturum in 
Apocalypsin, quod pium lectorem non possit abunde de luce veritatis instruere». 
Wir drucken diese Stelle um so lieber ab, als sie von dem Einfluss der Pelli- 
kan'schen Commentare iiberhaupt ein beredtes Zeugniss ablegt. 

3 ) Sebastian Meyer, der Berner Reformator, ehedem audi Franziskaner, 
hatte Pellikan das Manuscript eines Commentars zur Apokalypse uberschickt. 
Dieser, den Grundsatzen der Meyer'schen Exegese im Wesentlichen zustimmend 
und *froh, nicht selbst an das heikle Ceschaft gehen zu mussen, gab die Arbeit 
des Freundes leicht uberarbeitct in die Froschauer'sche Presse. Aus der 
Correspondenz Pellikans und Meyers (Siml. Samml.) ist ersichtlich, dass der 
Abdruck der Vorrede, einer ziemlich heftigen Invektive gegen Luther und 
dessen Benehmen im Sakramentsstreit, gar nicht in Meyers Absicht gelegen hatte. 

4 ) s. unten. 



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I 3 2 

Interim autem, dum sic haec aguntur a me, coepi nihilominus 
i^?e d ctt<L diligentius agere in lectionibus Theodori, ab eo tempore, quo 

n fn To**™* coe P^ praelegere librum Josuae, nempe ab anni 1536. mense De- 
cembri, ut rapidissime exciperem ea quae in lectionibus ab eo 
dicebantur, ab exordio lectionum usque ad finem, et statim domum 
rediens rescriberem diligentius et legibiliore litera, quae rapueram 
festinantissime et memoriter insuper retinueram; id egi ab eo die 
diligentissime, ut apparet ex scriptis meis sexternionibus fere 
ducentis, quae omni auro et lapide pretioso mihi sunt cariora. 
Sic autem processi, ab eo tempore laborans quotidie una et altera 

scripta^nw ' lora * n J osuae > Judicum, Ruth, Regum, Esrae, Neemiae, Hester, 

caD Teit Vet * Esaja, Jeremia, Ezechiele, duodecim prophetis, Daniele, Ecclesiaste 
Canticis, Parabolis, Psalterio et Paralipomenon. Genesim quoque 
collegi ex meis et aliorum rapsodiis, ex suo autem scripto. 
Siquidem tota Biblia hoc modo ipse sibi praelegenda conscripsit, 
ut semel laborans, posthac sit liberior ad alia. Scripsi ad verbum 
expositiones in Exodum, Leviticum, Numerorum, et adhuc tantum 
Deuteron. restat Deuteronomius, quern tamen scripsi ipsum quoque ex ore 
Bullingeri, qui biennio praedicavit eum dominicis diebus tantum 
et doctissime et utilissime; haec autem transegi regulariter a 36. 
anno usque ad annum 43. ad finem, quando idem Theodorus, 
praeter rationem nostrae scholae tempori servire cupiens, se recepit 

Apocaiypsis praelecturum Apocalipsim Joannis, quern praelegere coepit ab initio 
ferme Decembris, quam praelectionem spero propediem typis 
edendam orbi christiano, opus mirabile nimis. Sed residua studio- 
rum meorum praeter praedicta vobis charissimis filiis jam quoque 
describam, vobis non solum in exemplum, sed ut olim cum tempore, 
ubi creveritis in viros judicio solidissimos, eisdem non solum 
utamini, sed et ad fidelium usum et utilitatem absolvenda a vobis 
disseminaturi sitis, etiam si videbitur per impressuram, si nemo 
meliore opera eadem disseminanda anteverterit , vel eisdam uti 
poteritis ad commodum vestrum, ubi alios eadem contemturos 
credideritis. *) Primum est, quod tota Biblia sacra transtuli a Chal- 

*) Diese Manuscripte Pellikans alle werden in Zurich aufbewahrt. Der 
in der Einl. angefuhrte Sal. Hess hat ein Verzeichniss dieser Zeugen «eines 
schreibseligen Lebens» oder um mehr als Hess zu sagen: eines unermudlichen 
Sammelfleisses angelegt. DaPellikan hier und an spateren Stellendes Chronikons 
alle diese Arbeiten auffuhrt, so drucken wir den Hess'schen Katalog nicht ab. 



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133 

daice in latinum, Mosen scilicet, Prophetas priores et posteriores 
cum Hagiographis, Onckelum scilicet et Jonathan cum reliquis 
etiam in Cantica, Ecclesiasten, Lamentationes, et utrumque Tar- 
gum super libro Hester, de quo sibi Judaei mire placent; quin et 
Targum Jerosolymitanum in quinque libros Mosis. Praeter hoc 
etiam transtuli quaedam Talmudica opuscula vel capita, nempe 
Massechet, id est tractatum Schabbath, Erufim, sed hunc nondum 
finivi; Joma per 8 capitula, Sanhedrim per XI capitula, Maccoth u ^ ch ^ A 
per 3 c. Suta per 9 c. Csufoth inchoata, Bruchot inchoata. Sucha Adae 
quoque et Thaenioth, Megila quoque et Maschkin Piah etDamai; 
cum Gamora, tarn Joma quam Sanhedrin, omnia numero XVII, 
cum Schabbat Babilonico. 

Transtuli quoque librum Massoreth, quern hebraicum edidit 
Elias Grammaticus 1 ); tractatum quoque ejusdem de accentibus, 
similiter grammaticam egregiam, quae dicitur Hasmisum, Rabi 
Mosis punctatoris, quae incipit: dixit Jacob filius Hajim, Alius 
Isaac et appressa est ipsi Massoreth majori, in marginibus supremis 
et infimis a n!IH#0 litterae X usque ad literam 10; servit autem 
ea grammatica volentibus scribere hebraea et exacte legere non 
punctata et ad indicandum causas et regulas- punctationum; trac- 
tatum quoque grammaticalem, qui incipit Porta Meseg. 

Transtuli praeter ea commentaria Rabi Salomonis et Rabi 
Abraham Aben Ezra in Genesim, Rabi Davidis Kim hi in totum 
Esajam, in duodecim prophetas minores, in 50 primos Psalmos, 
in libros Josuae, Judicum et Regum, sed non tota. Rabi Salomonis 
et Rabi Levi ben Gerson ; similiter R. Salomonis commentarium in 
Paralipomenon, Esdram et Neemiam, similiter in eadem R. Simeonis 
commentarium et commentarium in Mischle: proverbia, quod 
dicitur Kabfenaki, et commentarium Abrahae Prizol in librum Job ; 
quaedam R. Levi ben Gersoni in Danielem. Scripsi in primum 
psalmum modum exactissime praelegendi psalmos hebraicos, juxta p^um 11 
traditionem judaicam et vere christianam, longe illam superantem ; p8a ^^ ab " 
ibi exposui Massoret parvas et magnas, grammaticalem sensum 
cum ratione orthographica et cum Judaeorum triplici commentario 



*) Diese Ausgabe des Elias Levita war 1538 in Venedig erschienen; s. 
Geiger: das Studium der hebraischen Sprache, S. 64. 



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*34 

R. Salomonis, Abrahae Aben Ezra et David Kimhi, quibus chris- 
tianam addidi expositionem, ut lector discrimen videat lucis et 
tenebrarum. 

Scripsi praeterea sub illud temporis germanice expositionem 
christianissimam et utilissimam doctis et indoctis, etiam Praedica- 
toribus cum Laicis, in Genesim, Exodum, Leviticum, Numeros, 
Deuteronomion, Josuae, Judicum, Ruth, Samuel, Malachim ; denique 
in Jesajam et Jeremiam prophetas, ad convincendum solidissime 
Judaeos. 1 ) unde et transtuli librum Ludovici Vivis latinum dispu- 
tatientcm cum Judaeis, elegantissimum librum in germanicum, ut 
potui, a vobis olim emendanda. 
Ethic* Sed et Ethicorum libros Aristotelis transtuli de latino in 

germanicum, satis intelligibiliter, ut fieri potuit, similiter libros 
Rhethoricorum ejusdem anno 41. et Politicorum quoque libros anno 
42., item Oeconomicorum anno 41. et parva moralia ejusdem; 
similiter de longitudine ac brevitate vitae anno 42. in 7t>ri. de somno 
et vigilia 42. 7^, de somnis 42. 7bri ? de insomniorum significa- 
tionibus 42. 7^1^ de juventute et senectute et morte 42. 7^; 
primum phisicorum 42. in 8bri, secundum non finitum in 8bn ? 
paraphrasim in librum, Aristotelis de coelo et mundo. Transtuleram 
prius filio Tusculanarum quaestionum libros tertium, 4tum et quintum. 2 ) 



*) Nach den am Rande angefugten Datcn hat Pellikan an dieser apolo- 
getischen Auslegung des Alten Testamentes in den Jahren 1538, 1541, 1542 
und 1543 gearbeitet. 

*) Die 1 541 und 1542 ungemein rasch vollendeten Uebersetzungen aus 
Aristoteles und Cicero fullen zwei starke Quartbande (Kantonsbibliothek in 
Zurich), aus deren erstem Herr Professor Vdgelin die Gute hatte uns zwei 
Dedikationen Pellikans an zwei seiner Schuler, Jakob Rosch (Roust), den 
Sohn des bekannten Zurcher Burgermeisters, und Heinrich Rublin, abzuschreiben. 
Der Inhalt derselben ist ini Wesentlichen derselbe wie in der hier folgenden 
« ratio germanicae interpretationis ». Es ist jedenfalls merkwurdig an Pellikan, 
dass cr, der Sprachenkundige, einen so grossen Werth auf deutsche Ueber- 
setzungen auch philosophischer Schriften legte. In den erwahnten Dedikationen 
nennt P. die parva moralia « das bescht und allernutzlichst, so gefunden wurt 
in alien Biichern Aristotelis, so er vil von Tugenden beschryben hatt» und 
von den Oeconom. sagt er: «Dises Buchlin aber soltn in sunderheit wysscn 
und glasen habn die jungen Burgersi'in, ee sy frowen namen, und wissn wie 
dieselben syn soltnd, wie zu erwerbn und wie ouch zum Haushaltn angebrocht 
werdn, daran aber gar vyl wyll glagn syn». 



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*35 

Item transtuli tercium librum Nicol. Cusani de concordia catholica 
gennanice. Interpretatus sum Psalterium ad verbum latine infra 10. 
dies 1543 in Aprili. Verum haec ideo germanica transtuli jam^^J 5 ^ 
enumerata, ut nosti fili Samuel, tunc praesens, ut intelligeres terpretatlon * 
philosophiam moralem Aristotelis, quae tunc praelegabatur, et 
Ciceronis non oportere tanta jactura temporis et laborum injuria 
discere ex graecis originalibus, quae non minus clare immo longe 
clarissime tradi posset ingeniosis juvenibus omnibus, et breviori 
tempore, ut sic ad alia quoque maxime necessaria studia juventus 
exerceretur: ad sacrosancta Christiana dogmata, ad leges naturae 
et caesareas, ad historias tarn rerum naturalium ex Plinio et simi- 
libus quam gentium et regnorum, quorum omnium scientia neces- 
saria et utilis sine tantis laboribus plantari in Germania non minus 
posset, quam olim in Graecia, quae eo nomine celebrabatur doctis- 
sima, cum nulla alia quam populari uteretur; sicut et Rhomani, 
qui Graecorum praeceptores et grammaticos urbe pellere maluerunt, ^^S 1, 
quam multis Unguis confundi imperium; et quae in graeca vel 
alia lingua erudita et utilia advertebant scripta, a suis adhuc 
ignorata, ea diligentissima cura faciebant transferriin suam vulgarem, 
intelligentes esse proximam viam excludendi ignorantiam, quae 
barbaries dicebatur et erat. Non enim barbarus dici meretur populus * mani 
ob quamcunque linguam, sed ob inertiam et ignorantiam philo- 
sophiae divinae, naturalis et moralis, quae non minus luculenter 
tradi potest et intelligi clare lingua germanica, nobilissima ditissima 
omnium, quam alia quacunque ctiam graeca, quae copiosior esse 
tractatur quam latina. Vestrum ergo erit, ut non tantum haec 
Aristotelica aliquando clarius proferenda curetis, si libeat philo- 
sophiam docere, sed et neothericorum quorumdam longe accomo- 
dations methodos omnis philosophiae in germanicam transfundere 
linguam studeatis, ex amore ad patriam, quae vera est et Deo 
gratissima pietas, et Dei quoque cultus, dum ea, quae fidei sunt 
in Deum et ecclesiae Dogmata non negligantur, ut nunc nostro 
tempore sancti quidam viri facere inceperunt et faciunt, unde 
fastuosi illi et jactabundi linguaces, qui decern verba scribere non 
dignantur, nisi tria inserant graeca et undecimum hebraicum. Quanto 
satius esset et necessarium magis, Turcica discere, qui nimium Tur ^ a di8 ' 
nobis propinqui esse incipiunt, ut tandem eos ad catholicam veri- 



Stulti Ger- 
man! 
hactenus 



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H. Bullin- 
gerus 



136 

Utem verbis doctrinae mansuefacere possemus et teddere huma- 
niores et non ob nostras vanitates nimias juste infensos nobi£. Et 
quid ecclesiis nostris germanicis deest, quominus intelligant veritatem, 
invitis Romanis et Graecis. Qui jam 30 fere annis germanica 
lingua edocti sunt per pios et fideles praedicatores, qui. in ecclesia 
iing^ ani do- Germanorum non nisi germanice loqui elegerunr prudentissime, in 
^noSa c i no docere possunt quicquid est pietatis et liberalium discifclinarum, 
ut in ecclesia nostra germanica clarissime docentur et exponuntur 
dogmata ecclesiastica. Moses nunc populo nostro clarissime loquens 
longe clarius intelligitur a civibus et vetulis, a virgiriibus et fuvenibus, 
quam nuper a Doctoribus Parisiensibus et Monachis qufmlibet 
Scotistis et Thomistis; sic prophetae loquuntur ad nostrum popultim, 
Christ us, Evangelistae et Apostoli in nulla alia lingua quam 
germanica; ut nihil tarn sit abstrusum in canone biblico, quod 
non summa cum luce et fructu a nostro H. Bullingero proponatur 
et intelligatur a populo; is post excidium sancti nostri viri Zwinglii, 
eidem suffectus doctor ecclesiae, quamlibet linguas sacras omnes 
intelligat solide, nulla tamen unquam utitur, nisi vulgari et populari, 
adeoque materna, exemplo Chrisostomi et Gregorii similiter quo- 
que Augustini, unde et jam ab annis duodecim praedicavit cum 
fructu maximo et sine omni omnium auditorum querela, non 
tantum novum Testamentum, Evangelia et Apostolos, sed et 
<U)°cTr?narum P r °ph etas quoque et Moseh et ferme totum vfeteris Testamenti 
sacrosanctum canonem, idque majori perspicuitate sententiarum, 
et verissimorum dogmatum, qua'm ab initio Parisiensis universitatis 
aliquis potuerit in ^cathedra doctorali; id inficiari ne docti quidem 
possunt. Is autem noster fidelissimus et doctissimus concionator 
et episcopus ecclesiae Tigurinae suas quoque et ipse partes porri- 
gere non cessat; post Zwinglium et Leonem nunquam hactenus 
aspernatUs est aliquam praelectionem Theodori nostri, etiam secundo 
tractantis canonem sacrum ; quin omnes alios meo judicio excellcns 
in modo tradendi, persuadendi, docendi et loquendi commo- 
^tndialn dissime et eloquentissime; is inquam Bullingerus praeter ea, quae 
^Tigu? 11 P er impressuram edidit probatissimos codices et commentarios de 
omnibus argumentis necessariis et in novum Testamentum nunc 
totum , populo quoque ecclesiae Tigurinae praedicavit catholicissime 
et dissertissime, ut eidem similem nunquam audierim; praedicavit, 



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*37 

in^uam^ ut ambo vos scire potestis, utque sciatis et pro defensione 
nast&e ecclesiae producere verum valeatis; a«rro 1532 praedicavit 
episrolam Pauli ad Hebraeos utrasque divi Petri, epistolas, evan- JJJ-e^JnSia 
geliurh quoque secundum Joannem , omnia integre , clare et intelli- 
gibility. Anno sequenti 33^0 praedicavit acta Apostolorum, epi- 
stolam ad Roimanos, utramque ad Corinthios et earn, quae est 
ad Galatas et ad Ephesios. Anno 1534 pro suggestu similiter 
docuit prophetam Amoz, Jonam., Abacuk, Sophoniam, ea sane com- 
moditate, quasi ipsi prophetae viventes haud aliter quam ipsis 
populis Tigurinis a Domino misi fuissent, ut nemo unquam quere- 
retur e vulgo queque, sine fructu et ratione utili omnia dici vel 
dicta fuisse in ecclesia. Sed et epistola ad Philippenses et Colos- 
sense6 cum utraque tarn ad Thessalonicenses quam Timotheum 
cum eis quae scriptae sunt ad Titum et Philemonenr, anno subinde 
1 53 5. praedicavit evangelium Christi secundum Matheum et Abdiam, 
Zachariam quoque com Haggeo etMalachia; et quis unquam alibi 
per tot saecula noscitur canonicos hos libros ecclesiis proposuisse, e ^empio 
idque tarn intelligibiliter et sine omni fastidio ecclesiae, etiam in n o8 C tra 8 inlti- 
plebe, ut in X annis non X viri visi fuerint exisse ecclesiam ante tufcio 
finem sermonfc. 

Anno autem 1536. Genesim praedicavit, et evangelium Lucae 
cum Osea et Joele, Per annos 37. et 38. evangelium Joannis et 
Exodum praedicavit, ^nno 39. et 40. iterum Epistolam ad Hebraeos 
praedicavit cum catholicis divis epistolis Joannis ct evangelium 
Marci et Deuteronomion totum plus quam biennio dominicis 
quoque diebus cum multa attentione et fructu praedicavit ecclesiae ; 
et ego ex ejus ore scripsi eum Deuteronomion^ nihil obmittendoinDeuteron. 
quae consequi potui; anno vero 1 541. praedicavit iterum utrasque 
divi Petri epistolas, sextis autem feriis Josuae praedicavit et Judi- 
cum et nunc Samuelis primum cum evangelio Lucae dominicis 
diebus, usque in praesentem annum, qui est quadragesimus tertius 
sub fine, dum haec scribo ; omnia per verum hunc Ecclesiae nostrae 
Doctorem praedicata sunt per annos duodecim. Praeter omnes 
illas praedicationes quotidianas, quae fiunt quater in hebdomada 
et quinquies statim a lectione Theodori, in qua eadem fere populo stitutiser- 

. * , niones eccle- 

proponuntur et exponuntur in ecclesia, quae hora praecedente siastici no- 
audita sunt a Theodoro in scholis nostris theologicis, sic tamen, Tiguri 



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i 3 8 

ut quo ad hunc actum nulla permittatur intermissio vel vacantia, 
ideoque non nihil mutatur de ordine, ut unus et alter liber, ut 
est Ecclesiastes et Cantica, non sint populo praedicati, quando in 
aliis exponendis populo tardior est progressus in ecclesia quam in 
scholis, non obstantibus scholae vacantiis. In eodem labore praedi- 
candi laboravit gratis et sine omni praemio accepto sanctae me- 

LeoJud»e moriae Leo Judae, ferme XX annis fidelissime praedicans etiam 
in majori ecclesia Tigurina, quod non obligabatur, erat enim ple- 
banus D. Petri parrochiae. Is autem Leo, quae egerit multa valde 
et utilissima praedicando, scribendo, interpretando ex latino in 
germanicum et ex germanico in latinum, testantur ejus opera multa 
praeter chatechismos, quos scripsit in utraque lingua, et insuper 
judex fuit et assessor XX fere annis in consist orio ecclesiasticae 

R chronS 8 disciplinae jet in causis matrimonalibus. Haec non frustra scribo, 
iterum charissimi filii, cupio enim nedum omnium talium virorum exemplo 
vos aptari, quandoque et ad similia fideliter agenda accingi, ut decet 
optimos viros, sed patriam vestram, ubi educati estis, amare stu- 
dentes, simulque ejusdem famam bonam defendere contendatis, 
quandoquidem nescio qua ratione a quibusdam non solum oditur, 
sed et falso traducitur, ut schismatica et Schwermeria 1 ) et nescio 
quibus aliis injuriosis dicacitatibus indigne traduci auditur. 
indices Praeterea confeci indices plures in opera Tiguri impressa, 

nempe in commentaria epistolarum sacrarum H. Bullingeri, in 
geographiam Vadiani, 2 ) inque ejus aphorismorum librum, quern 

Bibli g *Jf on " niihi dicavit. 3 ) Biblia Monsteri contuli ad verbum cum hebraico, 



l ) Sic! 

*) Epitome trium terrae partium etc. 1534. Ueber diese Bullinger gewid- 
mete biblische Geographic (Rudolphi a. a. O. S. 27) vgl. besonders Geilfuss: 
Vadian als geographischer Schriftsteller 1865. Pellikans Mitarbeit findet sich 
ubrigens weder in diesen noch in den sofort angefuhrten weiteren Drucken 
Froschauers erwahnt. Hier heisst es beim Index einfach: opera chalcographi 
in rem studiosorum adjectus. 

3 ) Ueber dasWerk: VI libri aphorismorum de consideratione cucharistiae, 
s. Kesslers Sabbata, a. a. O. II, 436 und Rudolphi a. a. O. S. 28; Vadian 
vindiciert in einem Briefe an Luther vom September 1536 seinem Lehrer 
Pellikan einen grossen Anthei! daran; Pellikan uberwachte auch den Druck 
bei Froschauer. Die Dedikation machte dem bescheidenen Pellikan um so 
grossere Freude, da sie von Worten herzlichster Verehrung begleitet war. 



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139 

quando id Monstero prohibitum erat agere Basileae, ut ceperat, 

ex odio chalcographorum contra Froschouerum. 1 ) Biblia quoque BibiiaLeom* 

Leonis Judae et Theodori similiter ad verbum contuli cum hebraeo, 

ne quid obmitteretur, primum ante impressionem, secundo 2 ) post ^2J^ g p j££ 

primam, ante secundam editionem forma minore ; et paraphrases man * c * text 

quoque Erasmi Roterodami in totum novum Testamentum distinxi ^phr^ses*" 

et applicavi ad singulas capitulorum sectiones, ut sunt impressae, ]£ m a *ermS~ 

cui et indicem magnum et laboriosum adjeci; quin et ne manca ^^{JJ^ 

esset testamenti novi explicatio, adjeci expositionem in Apocalipsim tenda 

germanicam 3 ); in Stopaeum quoque indicem copiosum confeci. 4 )^ 8 ^** 11111 

In zwei Briefen an Vadian (geschrieben wahrend des Drucks den 7. und den 
22. Juli 1536; Autogr. in St. Gallen, ep. mscr. Ill, 209 und IV, 40) spricht 
er seine Beschamung daruber aus. Im ersten heisst es, das Werk verdiente 
dem Kaiser oder den Gelehrten der gesammten Christenheit gewidmet zu 
sein; im zweiten: « inscriptionem elegantis et divini operis tui aegre feram, 
qui majorem honorem nee accepi ullum in omni vita, si tantum non tarn 
indignus essem et operis dignitati nihil ex ipso decederet, quin vel eo nomine 
mihi et veritati gratulatus sim, quod lucubrationibus meis in vetus testamentum 
multum autoritatis ea addet nominis mei celebratio per te, virum tantum et 
talem. Faxit Dei bonitas ut omnia feliciter ubique cadant et in Dei unius 
gloriam, ne quid unquam in carne gloriemur, qui pro Dei dispensation agi- 
mus et in conditoris gloriam conditos nos meminisse semper debemus». 

') Den Titel dieser Munstcr'schen Bibel s. Rudolphi a. a. O. S. 30; was 
Frit\sche s. unten S. 450 und Diestel, Geschichte des Alten Testamentes in 
der christlichen Kirche, S. 260, uber diese Bibelubersetzung sagen, findet durch 
diese Notiz Pellikans seine Bestatigung und Erganzung. Letzteres hauptsachlich 
insofern, als weder Fritzsche noch audi Geiger (Studium der hebraischen 
Sprache, S. 82) diese Froschauer'sche Ausgabe erwahnen. 

*) Ueber diese beiden posthumen Ausgaben der sehr guten lateinischen 
Bibelubersetzung des Leo Juda und Pellikans Mitarbeit an derselben s. Fritzsche 
in Herzogs Encykl. XVII, 451 und die Vorrede Bullingers, in welcher erzahlt 
wird, wie Leo auf seinem Sterbebette die Revision des Werkes dem Pellikan 
ubertragen habe. Vgl. auch Pestalo^i Leo Juda S. 93. 

8 ) Titel und Beschreibung dieses sehr hubsch ausgestatteten Buches s. 
Rudolphi a. a. O. S. 28 und 33. Die lateinische Originalausgabe (Froben 1522) 
schliesst bekanntlich mit dem Hebraerbrief. Soweit ubersetzte Leo Juda ein- 
fach den Text des Erasmus, wie er selbst sagt «in gemeines landliches, nicht 
in hohes hofisches Deutsch»; dagegen hat die Paraphrase der Apokalypse nicht 
er selbst (wie Rudolphi S. 33 angibt), sondern eben Pellikan verfasst. 

4 ) Gemeint ist die Ausgabe der sententiae des Stobaeus durch Conrad 
Gesner im Jahre 1543; s. Rudolphi a. a. O. S. 34. Copiosus wird der Index 
auch in der Vorrede von Gesner genannt, 



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140 

» 

Et indicem composui quadruplicem in bibliothecam Tigurinam, 
complectentem primum nomina authorum ad ordinem alphabeti 
B ugurin e r a requirenda, deinde bibliothecae libros vel codices quid complecterentur, 
qu *Si par " et 4 uo numer o notandos curavi per numeros codicum et locorum, 
ubi essent inveniendi promptius; primus niger, secundus rubeus, 
tertio indicem feci secundum artes liberales et materias juxta 
philosophiam divinam, naturalem, rationalem, legalem, historicam, 
et penes linguas, latinam, graecam, hebraicam et germanam ; quarto 
annotavi locos communes, supra quadringentos tractatos integris 
libris, a gravibus authoribus, diligenter, ad magnum profectum 
studiosorum nostrorum. 1 ) Adscripsi quoque filio et mihi ad hebrai- 
cam impressuram Parisiensem translationem 2 ) Theodori vel Leonis 
p^ophfinte" m Esajam, Jeremiam, et XII prophetas. Dictionarium chaldaicum 
•dBCTiptM? Xantis Pagnini Romae vel Avenionis impressum, a Bonifacio 
^tion^ 11 Amorbachio mihi dono inde 3 ) missum Monstero tradidi cum Tal- 
rium niudico meo olim rescripto, ut ex duobus illis conficeret unum, 
AmOTbS q u °d et fe * 1 tandem et Basileae imprimi curavit. 4 ) Et grammaticam 
hebraicam olim a me compositam cum dictionario manu mea 
scripsi ad gratiam et usum Gregorii Reyschii, Cartusiani amici, de 
quo etiam superius quaedam commemorata. Egi quoque per Mar- 
ua n hebri£"» cum meum Heilander, ut conficeretur concordantia hebraica, addita 
latina translatione vulgata, opus multae utilitatis. Eos tres magnos 
codices me consentiente vendidit Marcus Frobenio imprimendos, 
sed neglectum opus est hactenus 5 ), turn quod laboriosum et pre- 



! ) Den Anfang zu diesen Arbeiten hatte Pellikan, der ohne Zweifel den 
richtigen esprit bibliothecaire besass, nach Zwinglis Tod gemacht (s. Mdri- 
kofer II, 464). Er schreibt dartiber an Mykonius (die coenae Dominicae 1532) 
negotiosissimus sum translatione librorum Zwinglii nostri et adornatione biblio- 
thecae nostra Carolinae, quam mihi curandam demandarunt. 

*) scil. latinam. 

3 ) von Avignon, s. Fechter a. a. O. 

4 ) s. Geiger, das Studium der hebraischen Sprache, S. 85. 

5 ) Ueber die Entstehung und das Wesen dieser Concordanz s. den o. a. 
von Geiger in den Jahrbuchern fur deutsche Theologie 1876, 215 ff. abge- 
druckten Brief Pellikans an Th. Blaurer. Nach dem, was Pellikan hier sagt, 
ist dieses Werk jedenfalls nicht, wie Geiger annimmt, das von Steinschneider, 
bibliograph. Handbuch Nr. 1533, erwahnte 1540 gedruckte Lexikon. Mit Stein- 
schneiders Angabe kann nur das in der Einl. B. 1 erwahnte Diet. hebr. gemeint 



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141 

tiosum esset opus impressori et non omnibus comparandum, turn 
quia antevertit Frobenium Sebastianus Gryphius, Lugdunensis, qui 
Pagnini thesaurum eleganter impressit, ut nostra concordantia 
impedienda timeretur, quando etiam noster Theodorus promiserat 
et paraverat imprimendam concordantiam absolutiorem, quae tamen 
hactenus delitescit et ipsa, speratur tamen aliquando et citius pro- 
ducenda. *) 

Redeo autem nunc ad domesticas res, tibi scitu aliquando 
jucundas, sicut et mihi illorum memoria grata est, et in Dei circa 
me beneficiorum cumulo non obliviscenda; redeo inquam ad tempus 
nativitatis tuae, quod fuit annus vigesimus septimus, quern sequens 
annus vicesimus octavus celeber ab initio fuit disputatione Bernense 
et nativitate filiae charissimae Elizabet; vicesimus nonus adduxit 
primam Capellanam seditionem, sicut et trigesimus primus secun- 
dam et nobis clade magna lugubrem quidem, sed Dei gratia minus 
exitialem, quam hostes voluissent; hinc enim pro Zwinglio sus- 
citavit Ecclesiae suae viros optimos et doctissimos plures, de quibus 
dictum, praeter alios multos nobiles viros ex scriptis propriis et 
discipulorum , ut non facile invenias in Germania urbem tarn felicis 
proventus in bonis Uteris, ut videre licet Tiguri hactenus habitos, 
et juxta spem posthac habendos quos libet, et delectat hie quoque 
annotare ad honorem ecclesiae nostrae perpetuum, ut sciatis cum °^°*£ 8 
posteris per quot et quales viros ecclesia Tigurina reformata fuerit 1 ^ c 8 1 ^™ 
et speretur conservanda per gratiam Dei et benignam providentiam, Tigurinae 
quamlibet non sine tentationibus. Quorum omnium antesign^nus 
est et dux fortissimus doctrina et manu, diligentia et constantia 
incomparibilis Huldricus Zwinglius; 2 ) accessit illi Leo Judae, et 



sein. Dasselbe findet sich in der hier angefuhrten Ausgabe der Marg. philos. 
von 1540. Dort hat es Wolff geiunden, aus dessen Bibl. hebr. es dann Stein- 
schneidcr herausgeschrieben hat. 

*) Hier ist im Manuscript von anderer Hand die Beraerkung beigefugt: 
« nihil erit». 

2 ) Der Begeisterung fur Zwingli und Bullinger gibt Pellikan bei jeder 
Gelegenheit Ausdruck. Dem a Lasco schreibt er 28. Juni 1544: «ab annis 
XIX, quibus Tiguri ministravi ecclesiae, nulla unquam intercessit inter doctos 
in quibusquamque dogmatis discordia, qui ab initio reformationis sic omnia in- 
choata feliciter Dei gratia sunt per Zwinglium et symmystas, ut hactenus nihil 
mutandum visum fuerit in ceremoniis et doctrina. Sed qui et eidem succes- 



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x 4* 

Doctor Heinricus Engelhart, Erasmus Faber, Jacobus Ceporinus, 
Felix Frij, olim Scholiarcha, postea et usque modo Studii et 
Canonicatus praepositus; Caspar Megander, Miconius Oswaldus. 
Supervenerat et Andreas Carolstadius aliquot annis, utrique Basi- 
leam destinati post obitum Oecolampadii; 1 ) Joannes Ammianus, 
Rodolphus Collinus, praelectores in Unguis latina et graeca sicut 
et ego in hebraica; Doctor Sebastianus Hoffmeister Diaconus; 2 ) 
et Nicolaus Balingus Diaconus cum Nicolao Zehnero Diacono 
Leonis; et Franciscus Zinck Diaconus quoque; quibus successerat 
Heinricus Bullingerus et Theodorus Bibliander , nostri praeceptores ; 
Otto Werdmullerus, Rudolphus Gualterus, Leonis successor; 
Doctor Conradus Gesner, urbis nostrac Archiatros medicus; 3 ) 
Christophorus Clauserus Doctorque; item Conradus Clauserus, 
Diethelmus Faber, Petrus Cholinus, Joannes Stumphius; 4 ) Joannes 
Rellicanus; Georgius Binderus, Joannes Frysius; Benedictus Evander, 
et reliqui, qui fere omnes nobiles sunt ex scrip tis utilibus et piis 
editis impressura, opera et occasione honestissimi et, fidelissimi 
viri et chalcographi aeque diligentissimi ut peritissimi Christofori 
Froschoveri, cujus laudes testantur ejus opera et merita; nee negli- 
gendus est, sed aeterna laude apud Tigurinos dignissimus Magister 
Petrus Fabri, unicus chalcographiae corrector per plures annos, 



serunt duo, Bullingerus in ecclesia et Theodorus Bibliander in theologica 
schola, Doctores semper pulcherrime concordarunt, suavissima cum tranquillitate 
regentes ecclesiam. 

*) Dies Letztere ist nicht ganz zutreffend; denn Mykonius war schon vor 
Oekolampads Tode nach Basel gekommen und Karlstadt kam erst nach Oeko- 
lampads Tod gen Zurich, wo er — bei ihm etwas hochst Wunderbares — 
sehr beliebt war und nur ungern fortgelassen wurde; s. die Biographicn der 
Beiden von Hagenbach und Jager. 

a ) Ueber Pellikans Begegnung mit Hofmeister in Paris s. oben S. 53 
und M. Kirchhofer: Seb. Wagner, genannt Hofmeister, 180B; besonders S. 65. 

3 ) De Gesneri ingenio milii muha promitto in re medica (Brief an Fries 
vom 23. Dez. 1536; s. Siml. Samml.); sonst war Pellikan kein Freund der 
Aerztc seiner Zeit, er sagt a. a. O.: «quod medicinis uteris audio non libenter, 
ex quibus tarde convalesces, habebis continuo deterius, ubi pharmacopolo 
acquieveris ». 

4 ) Weiter unten als Herausgeber der Actcn des Constanzer Concils 
genannt. 



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, 143 

diligentissimus in Unguis omnibus, quod opera illius abunde 
testantur. Et prodeat nunc civitas alia quaecunque, unde pro- La ^ l 8 na ^j 1 gu * 
dierint tot docti scribentes et utiles libri; etiam non connumerato Domlno 
doctissimo et eloquentissimo sanctissimoque viro Doctore medico 
et poeta laureato zelosoque theologo et excercitatissimo Jojichimo 
Vadiano Sangallensi, qui haud gravatim volet inter Tigurinae cccle- 
siae Doctores numerari, turn, quia uxorem Tigurinam elegit, turn, 
quia ex memoratis doctis Tigurinis magno numero discipulos 
educavit et fidelissime docuit, et nostrae doctrinae indefessus 
adjutor, admonitor et propugnator exstitit, vir sancta et aeterna 
memoria Tigurinis colendus; et haec quoque juvat commemorasse 
me vobis charissimis Conrado, Samueli nostro et Theobaldo, ex ^^fard* 
sorore nepotibus et ut tui Conrade non poeniteat in Tigurina 
schola triennio profecisse, quamlibet per aetatem parum, ut 
criminabantur quidam contra me, quasi hie neglectus sub Bindero 
extiteris, qui talis evasisti, qualem desideravi semper, et cujus me 
poenitet nyitiquam. Tu quoque fili Samuel haec legens non tamSamneiAiius 
superbias de tuis gcntilibus et patria, quam invocata Dei gratia, 
et implorato s. Spiritu pro bona mente assequenda, contendas, 
summo studio addere quidpiam non solum ad patriae splendorem, 
sed ad fidelium in patria et alibi fructum pietatis insignem , ad 
solius autem Domini Dei nostri gloriam ac honorem. Vix autem 
exprimere possum, mi fili, gaudium, quod hoc die, dum haec 
scribo, concepi ex epistola Conradi nostri, qui jam secundo mihi coJ^ 1 ^ 
scribit inter alia: 1 ) «Spero, Samuelem nequaquam degeneraturum S" " 616 
a paternis tuis moribus et doctrina, sed potius longe te supera- 
turum, cum primos suae aetatis annos non sine fruge consumat; 
egregie proficit in Graecis et Mathematicis et cetera quaedam»; 
quae ut plausibilia mihi sunt et matri, sic Dominum oro, ut vera 
continuentur et in studio pietatis absolvantur; et certe nisi me 



*) Conrad Wolf hart (Lycosthenes) , Pellikans Schwestersohn, war von 
1542 bis zu seinem Tode 1561 in Basel theils als Dozent philosophischer und 
historischer Disziplinen, theils als Diakon bei St. Leonhard tharig. Er und 
Joh. Fries, Pellikans Schwa^er (s. Leu, helv. Lex. VII, 415 ff.) wohnten lange 
Zeit im Augustinerkloster, und hier stand Samuel Pellikan unter der Beiden 
Obhut. Der Vater versaumte nicht, ofter uber die Erziehung seines Sohnes 
Instruktionen nach Basel zu schicken; s. Simler'sche Sammlung. 



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i 4 4 

oMm^wMit exce ^as multum, qui maximam partem dediscere coactus fitf et 
P lur " scientiis et moribus pro conditione temporis, in quod incidi, parum 
laude dignior eris, qui in tempus felicius et in libros et praeceptores 
incideris laudatissimos et doctissimos, ex quibus nihil dediscendum 
hauseris; tantum autem cupio, et hortor, ut non putes sufficere 
Linguae nosse linguas, graecam vel latinam, nisi optimos quosque authores 
diligenter legas continuo et lecta mediteris et inter legendum 
cogites, ad quern usum singula tibi lecta sint quandoque profutura; 
et ut ex doctrina qualicunque non te credas meliorem, nisi te 
conscientia quoque tua humiliorem testetur et in pietate et vera 
religione ardentiorem , ut ex fide in Deum et charitate in proxi- 
mum ad gloriamDei, non tuam proficias, et non sine fructu sancto 
hie victurus sis, sive id ad longos dies futurum, quod a Dei 
benignitate, ut fiat, anxie peto, vel ad breves annos, ubi malitia 
forsitan mutatura sit animum. Itidem cupio fratribus tuis et meis 
dilectis duobus filiis. 1 ) 

^SiSesi! 6 Secundo itaque ad propositum rediens, charissime me Conrade, 
anno recordari non possum, dum haec scribo, quo anno ad me missus 
veneris, nee quo anno abieris, sciens triennio te mecum fuisse, 
quando et tui gratia, credo primum, advenisse patrem tuum, cum 
lavarer in urdorflf, ubi aliquot diebus mecum lavabat; id vcro anno- 
tatum inveni, advenisse sororem meam, tuam matrem, anno 32^ 
sexta die Junii et post aliquot dies cum dilecta uxore mea et 
reliquis honestis matronis thermas ex composito adiisse, et ibi 
in Baden lotas pariter, cujus Junii 23. die descenderim ipse quo- 
que, sorori valedicturus et uxorem visitaturus. 

^flcii sa ne " Sequente vindemia accepi annonam de beneficio pullos 64. 
Hordei quartalia quinque. Decimarum 25 frusta. Ex Camera 82 
modios. urnas vini ex Cellario tantum quatuor cum dimidio.* Ex 
sancto Leonhardo tres cum dimidio pro debitis. Ejusdem anni die 
decima Junii venerunt mihi e Berna duo commensales pobiles, 
wfngSter Georgius Wingartner et Johannes Steiger, fratres ex vkrico Johanne 

job. steiger zu ^ u ff y cujus et ea ratione filius' fuerat Hieronimus Frickerus. 
1533 ' Anno 1533. contigit 23. Februarii nix alta, pluvia frigida, 



l ) Damit meint Pellikan entweder die beiden Wolfhart oxter Conrad 
Wolfhart und Israel Liithard. 



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Praebendae 
census 



tonitrua, grando et fulgur cum maxima multitudine noctuarum, 
occupantium templum nostrum majus. In Aprili recesserunt prae- 
dicti duo Bernenses, juvenes grati et boni, abunde solventes plus 
quam debita. 

Praebenda mea valuit eodem anno 78 pullis, hordei 1 Mutt, 
decimae 29 partes, Cam. 63 urnae, ex Cellario 23, ex villico 6 
urnae. Die autem 24. Octobris Jacobus Rosch filius Consulis J ™?*™ 
factus est commensalis et mansit biennio. 

Anno 1534 Februarii 26ta Stephanus Wylli factus est com- 1534 
mensalis de Curia, pro 25 florenis; deinde 18. die Conradus Sfce $yJ5J us 
Clauserus mensam meam coepit amplecti. Annona fuit ex beneficio cu^se™ 
pulli 77, Dec. 3 1 partes, Camerarius 74, ex cellario vini urnas 29, 
villici 4 urnas. Duodecima Octobris tres terremotus notiti mane. 

Anno 1535. Martii tertia supputatione facta cum Christofero 1535 
Froschofero, qui folia lucubrationum mearum supputaverat 744, ^^ach™ 8 
pro quibus danda aestimavit 186 florenos; dedit mihi centum fe l ™ 8 fl d . eb ^ I _ t 
florenos in coronatis; debueram ei pro libris ab adventu meo 44 bui ** 
florenos; acceperat a Frobenio quinque florenos; facta utrinque 
subtractione debebat mihi adhuc 50 fl.; Frisio dedit XX fl. quos 
accepi a Nuschler, residuum adhuc tunc debebat. Conrado autem 
Wolfardo postea dedit per quosdam annos circiter XXIII florenos. 

Annona ejusdem 35. anni non adsignata fuit praeter Cameram, # 
unde 70 frusta et ex Cellario vini urnae 56 et ex villico XI et 
X Kopff. 

22. Junii nata filia Anna, obiit postea X Septembris. Anno 
1536 pro novo anno obtulit mijhi mater tua Anna encenium non 
faustum: 1 ) duos cyphos argenteos, quos ex pecunia Froschoferi 
confici fecerat. Circa festum Joannis Baptistae ad nundinas Zur- 
zacens. gradiens, inde navigio Basifeam veni, deinde Argentinam, p ^ e |rgen- 
honestissime nimis diu ibi tractatus, quibus diebus Bucerus, Capito 4 * nam 
et Zwickius redibant ex Wittenberga cum quibusdam articulis, qui w f^j2SSerg 
non placuerunt, nee sunt a nostris accepti, quia defendi non poterat. 2 ) 



*) So nennt Pellikan das Neujahrsgeschenk offenbar, weil in diesem Jahre 
seine Frau starb. * ^ 

2 ) Fur diese Expedition Pellikans, sowie uberhaupt fur seine Stellung zu 
Butzers Unionsarljeit verweise ich auf die Einleitung„ 



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146 

Redii per Rubiacum; ubi pernoctavi cum sorore cum Heinrico 
Billing et Joanni Frisio, qui Basileae se mihi socios junxerant, et 
cum quibus Basileam redii per Enshen, 1 ) ubi salutaveram prius 
non mihi visum Theobaldum sororis filium. Multo autem honore 

H °BMiie^ hi affectus a chalcographis Basiliensibus et fratribus, qui fuerant mei 

deiatus su bditi in monasterio olim, cum uxoribus mecum pransi ad florem. 2 ) 

Redii eques Tigurum. Mense autem Augusto die 18. ingressi sunt 

^uerus Angli duo, Joannes et Wilhelmus, 3 ) quibus ad tempus adfuit tertius, 

udroph! 9 U * et Wilhelmus. Erat annona anni illius quoad Cameram 73 

frusta, de vino bono urnae ex Cellario 56, de villici vineis 11 



! ) Ensisheim. 

2 ) Bei dieser Gelegenheit war es audi, dnss Pellikan sich mit Erasmus 
aussohnte. Die beiden Manner hatten fruher in sehr intimer Beziehung 
gestanden; dies erhellt u. A. aus einem Briefe Zwinglis an Beat Rhenan vom 
25. Marz 1522 (s. Morikofer a. a. O. I, 177), wo er diesen ersucht, mit Pellikan 
zwischen Luther und Erasmus zu vermitteln. Die Disharmonie zwischen Pellikan 
und Erasmus war wie so manche andere Friedensstorung uber dem Abend- 
mahlsstreit entstanden. «Putabat Erasmus », schreibt Joh. v. Lasco am 31. 
August 1 544 an Pellikan, «te auctore id fieri, ut idem cum Oecolampadio sentire 
diceretur. Neque vero id tarn grave erat, quam ille grave videri volebat, 
sed hoc ille rebus suis vehementer noxium esse putabat et volebat praeterea 
nomen suum hac opinione gravari. Deinde habebat fortasse instigatores suos, 
# quibus id potius quam Erasmo ipsi imputandum esse censeo ». Der empfindliche 
Erasmus fuhltc sich sehr beleidigt. Mit bitterer Ironie schrieb cr an Pellikan : 
« evangelii vigor non abolet morales virtutes sed perficit ». Pellikan versuchte, 
ihn eines bessern zu belchren; darauf erhielt er die hohnische Antwort: « nihil 
erat in tota epistola tua, quod mihi non magnopere displicuerit » (Leidener 
Ausgabe III, 963 ff.) Diese Briefe Hess Erasmus bei Froben drucken, ohne 
Pellikans Antworten beizufugen, was diesen naturlich sehr erbittern musste. 
Ueber die schliessliche Versohnung schrieb Pellikan an Joh. v. Lasco: «provi- 
dentia et gratia Dei contigit, ut paucissimis ante obitum Erasmi nostri diebus 
casu Basileam descenderem et ab eo ferme tribus horis ultimum colloquium 
invitatus assequerer in domo Frobenii junioris, mense Junio anno MDXXXVI, 
quo et obiit in Domino. Sine omnium expostulatione amice colloquebamur. 
Quamvis non admodum amice Frobenii agerent epistolas ad meam indignam 
traductionem imprimendo. Sed non solus fero ejusmodi injurias. Tu amicus 
nosti, ut sincere coluerim virum et ex animo tecum, quae sentiebam eloqui 
debebam, quorum nondum poenjtuit». 

s ) Einen Brief des Guilhelmus Udroffus Anglus e Londino aus spaterer 
Zeit an Pellikan uber den Gang der Reform in England theilt Kessler (Sabbata 
a. a. O. II, 501 ff.) mit. 



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M7 

urnae. Verum toto aestate aegrotabat ex anhelitu dilectissima uxor A ^o r ta 
Anna Fryesin, et continuo aggravabatur, donee sub finem vindemiae 
quindena lecto decubuit, et quanto magis infirmabatur, tanto minus 
mortem exhorruit, corde satis jucunda, sed anhelitu constricta, 
usque ad diem Simonis et Judae, qui erat Sabbathum, ubi jacens 
et sedens satis jucunda fuit, verum sub horam tertiam mota ab 
ancillis post modicam morulam spiritum me aspiciens ultimo leniter 
expiravit, pie in Domino, ut nemo dubitare potuit, sic ad pauperes 
liberalis et ad vicinas omnes pacifica; multorum valde lachrimis 
funus prosequebatur magna frequentia: dimisi statim omnes com- 
mensales et moestus aegre domum regebam solus. Aberas tunc 
tu Samuel Basileae cum Frysio a festo Johannis Baptistae, quern 
mater dolens dimiserat et tamen volens sed multo desiderio fati- 
gata tui donee desperans de adventu tuo et fratris defuncta est. 1 ) 

Anno 1537 cum in quartum mensem instarent amicorum c °^cu ut e ~ 
plurimi de altera ducenda uxore , et multae a pluribus nominarentur cont, s erit 
serio et joco, 2 ) tandem 16 die Januarii, cum mane diei mecum 
turbatus statuissem prorsus nullam ducere aliam infra dimidium 
anni vel amplius tempus, hora vespertina contigit, Domino ordi- 
nante, ut mihi Dominus Rudolphus Dumysen loqueretur de una 
famula provectioris aetatis, quae optime dispensare didicisset curam 
omnem domesticam , ob quam rem et acceptissima esset dominabus 
suis sororibus, apud quas servivisset annis plus minus decern et 
octo, earn mihi ex animo fidelis suadebat ducendam, quam ego 
videram nunquam, nee ipsa me; tamen de meo nomine audierat 



*) In einem Briefe an seinen Schwager J. Fries gibt Pellikan (2. Dez. 
1536; s. Siml. Samml.) einen ausfuhrlichen und ruhrenden Bericht von den 
letzten Tagen und Stunden seiner Gattin und spricht die Absicht aus, sich nicht 
wieder zu verehelichen; doch schon drei Wochen darauf (23. Dez.) schreibt 
er an denselben, er begreife nicht, wie man ihm eine zweite Ehc abrathen 
konne. Er sei aller zeitlichen Dinge unkundig, habe immer ausschliesslich der 
Wissenschaft gelebt und wurde ohne Hausfrau jedenfalls in grosse okono- 
mische Bedrangniss gerathen ; da doch sOgar seine sparsame Anna « in corpus 
suum minime prodiga, ex tantis reditibus vix quicquam reponere potuerit pro 
prole futura». 

2 ) In dem eben angefuhrten Briefe an Fries sagt er: ultra 20 foeminae 
verbis et scriptis e proximo et remotis uxores mihi offeruntur, juvenes et vetulae, 
divites et egenae. Tarn sum pulcher et felix! 



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148 

et noverat defunctam uxorem meam, qua cum familiariter tota 
fuerat ante biennium in Thermis; audiens multa de eadem bona, 
statui inquirere etiam alios de ejusdem moribus. Nemo non suadebat 
mihi earn ducendam. Egit D. Rudolfus, ut in sua domo eandem 
alloquerer et viderem jam accinctam ad lavandum reculas lineas 
dominae suae; placuit persona, 1 ) sed magis fama persuadebat, ut 
consenserim votis domini Rudolfi, qui curavit omnia, ut statim 
vigesima Januarii die Sebastiani Sabbato nuptiae in ecclesia primum 
confirmarentur cum ea, quam nunquam nisi semel videram, ut 
dixi; vix unquam tanto votorum favorabilium plausu celebratae 

^^^™sunt nuptiae ut illae, quando omnes mihi favebant uxorem dome- 
sticam talem, et ejusdem illius fautores ei favebant me maritum, 
ut pariter provideretur ambobus, id quod magno Dei in utrosque 
favore contigit in praesens usque cum spe non confundenda, ut 
confido in Domini gratiam pro futuro. Earn tu, charissime fili, 
qualis sit es expertus semper, quae mihi servit ut famula, diligit 
ut soror, curat ut filia, te et cognatos tuos amat, juvat et bene- 
ficiis afficit pro virili ut soror et impensissime diligit facto magis 
quam verbis, haud aliter, quam si te proprio enixa fuisset utero, 
sollicita valde, ut curet non tarn res suas quam tuas quoque, ut 
didicisti experientia, et prima die gratiam Dominus contulit, ut 
eandem sororcula tua, mea charissima filiola Eiizabeta, plurimo 
cum amore prosequeretur, a qua et pulcre fuit instituta in moribus 
et vestibus exornata. Nosti, ut ad pascale tempus sequens eo 
anno redieris cum Frysio et quam tu earn pariter dignam aestimaris 
quam diligeres cum sorore, quos ambos tenerrime diligebat, eatenus 
ut nihil obmitteret eorum, quae decent fidelissimam matrem, 
summa cura propensa pro vestro bono et meo. 
redemit Redierunt ad meam mensam Angli duo, non meo commodo, 

nee faustis avibus, ut enim priore aestate commensalibus factis illis 
uxor chara deinde obiit, sic ubi denuo ingressi sunt, obiit mihi 7. 

h/mS ^ e J u ^ charissima filia, juxta matrem contigue sepulta levi 
quidem, tamen aliqua consolatione. Ab isto tempore erant mecum 
Anglici usque in hiemem sicque Genevam abierunt ; et Stephanus 



*) Sie hiess Elsa Kalb und wird in einer alten Stammtafel barbata virago 
genannt. 



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H9 

mecum erat et Conradus Suter duobus fere annis. Anno 1538 Co ^^. U8 

mecum fuit iterum Conradus Clauserus, supervenit Michael Adam, c <S£JJiJj 8 

neophitus ex Judaeis, circa Pentechostes, qui consilio meo coepit M }^j 

cum Leone emendare germanicaBiblia; 1 ) mansit mecum usque post Adam 
natalem Domini; eo hieme erat mecum Stephanus Wylli, sed et 

Johannes Risenstein, fugientes pestem. 2 ) Ex Camera habui 65 Risenstein 
frusta, ex cellario iiij urnas, e villico nihil. 

Anno 1539 in principio Michael Adam duxit uxorem, Johannes 1539 

Frisius similiter et simul frater ejus Bartholomeus. Commendavi J £j\ a » ne8 

' Frisius 

Frisio filium Samuelem ad mensam, ut studeret graecae et latinae. Barthoio- 

7 ° maeus 

Ad festum S. Johannis venit frater Johannes Luthard 3 ), cum duo- ^am** 8 
bus filiis, Christofero et Israele. Israelem ego suscepi et hactenus 
tenui, Christoferum plebanus in Cloten accepit. Ad autumnum 
vcnerunt Butlerus, Risenstein et Johannes Cellarius, quia iterum R *^£™ 
grassabatur pestis Basileae, Buthlerus infirmus, donee famulam ^uar?us 
quoque impraegnavit. Circa Galli festum accepi Annulam nostram, M ^ a 
de voluntate uxoris, ut filiam haberet loco meae Elizabeth mortuae. 
Ex camerario habui 75 et ex Cellario centum urnas vini, ex villico 
autem 13 urnas. 

Anno 1540. licentiata est Genofefa ancilla, suscepta Adel- 1540 
heidis; et resumptus Samuel in meam domum et tutelam. Circa A * e ^ idl8 
finem februarii abierunt Risenstein et Johannes Cellarius Franko- 
fordensis. Ego praelegi filio Dialecticam, Rhetoricam, Arithmeticam, praeiecta 



! ) s. Mezger a. a. O. S. 119; von Adams weiteren Arbeiten unter Pellikans 
Anleitung s. oben. 

2 ) Die Beiden waren offenbar vorher in Basel gewesen, wo zu jener 
Zeit die Pest regierte; so Basler Chroniken I, 156. 

3 ) Mit diesem alten Freund und Kampfgenossen war Pellikan stets in 
enger Verbindung geblieben. (Vgl. die Einl.) Derselbe hatte ihm (s. Siml. 
Samml.) nach dem Tode seiner Gattin u. A. geschrieben : « hoc te solari debet 
quod tu earn cariori atque perfection modo denuo recipies, dum finem fidei 
tuae nactus fueris vitam sc. aeternam ». In dem namlichen Briefe klagt L. auch 
iiber die Verschlimmerung der Dinge in Basel : « penes nos qui canes latrantes 
erant, obierunt partim, partim abjecti sunt; in vicem ipsorum successerunt 
canes muti; interim evangelium nostrum langucscit et frigescit, Satan fortifi- 
catur, vitia denuo multiplicantur, et nemo est qui se ut murum opponat». 
Vielleicht brachte er eben desshalb seine Sonne nach Zurich. 



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150 

Geometriam, Astronomiam 1 ). Circa Pentecosten venit frater Joannes 

Luithardus visitatum filios suos, cum quo abii ad Baden propter 

Bock a u?suia Dominum militem Johannem Bock, cum uxore et familia ibi la- 

vantem. Erat aestas calidissima, vinum crevit ubique optimum, 

Tiguri autem multum et valde bonum. Annona praebendae fuit 

79 pulli. Decimae 24 et 12 maker; ex camera 67; cellario 87 

urnas, et villico 14 urnas pro portione mea. 

i54i Anno 1 541 in Januario comiitia in Wormatia, ubi fuit meus 

Conr. Wolffhard : in Februario legimus acta scripta ad nos de 

Wormacia per Grynaeum 2 ). Impressa acta concilii Constantiensis 

per Johannem Stumpff. Mensam coepit in Martio Johannes Jacobus 

Johannes Escher 4 Martii die ; ejusdem mensis die 28 Christoferus Froscho- 

Jacobus • ' ' 

Escher f erus junior coepit habere mecum mensam. 

Christoferus . . 

Frosch. jun. i n Ji e Pascae primum ministravi ad mensam Domini, legens 
epistolam, pro Domino praeposito infirmo. In Aprili epistolas 
accepimus a comiitiis Ratisbonensibus. Lutherus horrenda scripsit 
contra Heinricum Brunzwickensem, ex quo ego excerpsi lectu 
^adiT* digna, latina reddens. Nona Maji Thermas abii cum uxore et 
pueris indigentibus ; 30^8 die mensis visitarunt meFomini mei et 
tratres ex Tyguro: Heinricus Bullingerus, Leo Judae, Erasmus 
Fabri, Joannes Jacobus Ammianus, Rudolphus Collinus, Otto Werd- 
mullerus , Wernherus Steiner , Nicolaus Wyss, Christopherus 
Froschoferus, quos prima coena hospites habui; postera die illi 
exceperunt prandio omnes Tygurinos, qui tunc lavabant, personas 
quinquaginta tres; coena illis repensa est ad hospitium Leonis 
a lavantibus Tigurinis ; tertia die redierunt Tigurum ; quarta Junii 
redii e Termis. Consul Reschius donavit me ariete dimidiato. 

steineri fata Duodecima Junii coepit miseria Steineri, quae duravit biennio fere 
coiicam usque ad mortem. 27 die noctu colicam passus, remedio praesente 

passus ^ ' l r 

evasi. Julii 7 die legi acta Ratisponae, quae attulerat Rodolfus 



l ) Auf die mathematischen Wissenschaften legte Pellikan Zeitlebens grossen 
Werth. Er schreibt in dem oben angefuhrten 2. Briefe an Fries: «quae 
Astronomia docet Mathematica de motibus et astris, de numeris et quanti- 
tatibus, certe necessaria est homini docto (sine quibus hallucinatur ubique) 
quantumlibet in omnibus linguis erudito». 

*) Jedenfalls keine sehr erbauliche Lecture! Grynaus war der einzige 
schweizerische Abgeordnete, und Wolfhard ohne Zweifel bloss sein Adjunkt. 



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i5i 

Gakerus. Simon Grynaeus obiit 17 Julii. Coepit nobiscum pestis Gl 3SJf ,w 
in fine Julii duravitque in principium usque Martii. In Augusto 
Samuel legit mecum Iliada Homeri integre. 21 Augusti celebratus 
est primus catechismus in nostra ecclesia. 1 ) Prima 7^8 venit£*^^ 8 ™™ 
Decanus Pataviensis nobiscum disputaturus, cui respondimus et cafl ^ n ^* ta " 
satisfecimus, ut in pace abierit Constantiam. 

Anno 1 541, 21. Septembris jus civitatis Tigurinae consequutus ^££1™ 
sum 2 ) et inscriptus hoc modo: Herr Conradt Pellican ist umb das 
er hye Zurich der christenlichen Kilchen und gmeyner Statt vyl 
Jar mit hochstem Flyss gedienet, und sich Eehrbarlich und wol 
in synem Stand getragen hat, von minen Herren uss Gnaden 
umb dryg Rynisch Guldin 3 ) zum Burger uffgenommen, die hat er 
bezalt, und den Burger Eyd geschwohren Mittwuchs Sant Matheus 
Tag anno 1541. Proventus beneficii hoc anno, i^hordei. pulli 89. 
Decimae 26* et 2 Mir avenae. Camerarius 63 frusta, cellario 
urnae 71; ex villi co viii urnas 8 Kopff. 

Anno 1542 Kalendis Januarii oblatum est mihi munus pre- 1542 
tiosissimum omnium operum Erasmi Roterodami, quae testamen- °^ r * 
tarius ejus fidelis eximius Doctor Bonifacius Amorbachius, a sua ^^JJ™' 
juventute mihi dilectus ut filius, mihi dono misit a Basilea Tigu- 
rum, erant autem novem tomi. 

Eodem die Froschouerus misit mihi fructum laboris mei, 
Paraphrases Erasmi teutonice interpretatas et per me impressioni 
aptatas cum textu et auctas meo labore, utcunque Apocalipsi 
cum praefatiuncula ; misit autem exemplaria simul quatuor, ut 
amicis gratificarer honesto donario, quod et feci, unum enim 
pulcre coloribus illustratum, quoad imagines, dono misi novo 
Episcopo Argentinensi 4 ), domino meo et patriae meae, una cum 

') Unter catechismus ist hier Katechisation zu verstehen; s. Pestalo^i, 
Leo Juda, S. 63. 

*) In seiner Bittschrift um Ertheilung des Burgerrechts erklart er, dass 
er diesen Schritt nur um seines Sohnes willen thue, «den ich ouch nienen 
lieber wyssen will denn in der Dienstbarkeit Uwer miner Gnadigen Herren ». 

8 ) Der damalige Kaufpreis des Burgerrechts stand bedeutend hoher; 
Pellikans College Rud. Collin bezahlte 10 Gulden dafur. 

4 ) Der bisherige Bischof von Strassburg, Wilhelm II. von Hohenstein, der 
von 1506 — 1 541 regiert hatte, war, wie wir oben von Pellikan selbst gehort 
haben, dem aus seiner Diocese hervorgegangenen Reformator gar nicht hold. 



Eras- 
donata 



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me 



152 

E?«m? P Ar- epistola, qua precabar, ut non tantum grato animo acciperet mu- 

^nSm" 1 nus Erasmi, qui et ipse Erasmus comes ab Lympurg diceretur, 

missurn se( j et curaret legi per diocesim suam ab his sacerdotibus, qui 

latina non satis intelligerent et tamen populos suos ve/bo Dei et 

evangelio Christi pascere desiderarent pro suo officio. Is illus- 

trissimus prinjeps non solum id doni gratiose suscepit, sed et 

E^opi ) uss ^ parari inauratum argenteum poculum valoris, ut dicebatur, 

XXX florenorum, quod mihi, ut nostis utrique, per te Conradum 

consobrinum meum misit, quod et praesentasti 13. die Novembris 

hoc anno 42. cum hujus modi epistola: 

epScopf \d Erasmus, Dei gratia electus ecclesiae Argentinensis Alsatiae- 
que Landgraphius doctissimo nostro, dilecto Domino Cunrado 
Pelicano S. D. Grata nobis fuit et adhuc est tuae erga nos 
voluntatis significatio, gratum etiam opus paraphrasticum, cum 
quia nobis missum, turn quia Erasmi Roterodami cujus apud nos 
chara remanet memoria; valde nobis placet hoc genus scriptorum 
verum, prudens, tranquillum et, ut dici solet, aedificans. etc. quam- 
quam nullum munus divino volumine dignum inveniri potest, 
tamen constituimus vicissim nostram erga te voluntatem declarare 
et hoc te poculo donare, quod testimonium esse voluimus 
nostrae erga te benevolentiae, quae a tuo labore atque scriptione 
profecta, a nobis retinebitur. Vale. 

Ex Tabernis Alsaticis XXX. die Septembris anno 42 °. 
Qua autem ratione poculi tarn pretiosi donum non retinuerim, 
sed Domino nostro remiserim, quod tamen progenies nostra, 
Domino volente, in rei memoriam sit retentura semper, operis 

E ad 8 episc<> a P ret i um credo id quodque per epistolam a me tunc remissam 

pum Argent. memor j ae vestrae commendare. Sic autem rescripsi: 

Clarissimo et reverendissimo principi et praesuli dignissimo 
Argentinensi Erasmo clementiae vestrae clientulus devotus Con- 
radus Pelicanus Rubiacensis S. D. 

Illustrissime Princeps. Legi quas celsitudo tua scripsit 
litteras certe humanissimas ; accepi item poculum quod misisti 
magnificum plane atque munificum, et longe quidem pretiosius 
quam unquam meruerim pertenui meo munusculo. Gratulatus sum 
mihi ipsi non mediocriter non tarn ob ipsum munus splendidum, 
quam ob literas tuae celsitudinis pietate charitateque plenas. Ago 



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X S3 

gratias Dortiino nostro Jesu Christo, qui earn cofdi tuo gratiam 
indidit, ut et libros sanctos sancte amplectaris et pauperes Christi 
ministros, me imprimis, tion contemnas. Dominus Jesus adaugeat 
tibi spiritum* suum bonum et servet te ad multam animae cor- 
porisque incolumitatem ecclesiarumque amplissimam utilitatem. 
Amen. Interim quantas ipse possum agere gratias, tantas et multo 
quam cumulatissimas ago tuae benificentiae pro tanta ista insigni 
humanitate et liberalitate splendidissima, impense exoptans, aliquam 
mihi occasionem de tua amplitudine bene merendi offerri. Sentiret 
prudentia tua beneficium haud indigno esse collatutn; ceterum, 
quod ipsum munus profecto gratissimum remitto, ne quaeso secus 
tua interpretetur prudentia, quam factum est. Astringimur, quot- 
quot Tiguri sumus cives et inquilini, bis annis singulis solenni 
juramento, ne quis -nostrum ullum munus adeoque vel ullum S^m™ 
quidem teruncium ab ullo accipiat principe* aut ab ujrbe ulla; a ^J l ^ p ' 
feriuntur gladio, quicunque hanc praevaricantur legem sacramento 
receptam. Ea autem lege eoque sacramento eliminarunt e repu- 
blica sua sancti magistratus vulgatissimas regis Gallorum pensiones 
haud exiguas, Pontificis etiam Romani munera, principum quoque 
stipendia, urbium dona ac militiam mercenariam. *) Nam a recepta 
evangelri praedicatione , ab aanis inquam XX et amplius, ista 
omnia proscripta et in urbe et agro antiquata sunt. Et quanquam 
non ignorem ingens esse discrimen inter munera honoraria et 
corruptoria, neque dubitarim de aequitate senatus nostri clarissimi, 
nolui tamen hanc quaestionem referri ad senatum, qui earn diserte 
agnovissent haud dubie aequi et justi omnes, munus hod tuae 
celsitudinis liberalitatis honorarium esse, illustre generosi animi tui 
argugientum, et concessissent, ut $unt homines aequissimi et 
sapientissimi, verum hie ego quorundam malevolorum, principum 
muneribus inhiantium, metui calumnias et corruptionem, ne for- Sca °^ oc " 
tassis meo, licet dissimili, exemplo abusi liberius optimam calcarent fu « ienda 
legem. At hie novit tua pietas illud Pauli: omnia licent, non 
omnia conducunt, si offenderit fratrem esca, non edam carnes in 
aeternum. Quod ego remitto munus tarn jucundum non ex con- 



l ) Ueber die bezuglichen durchgreifenden Bestrebungen Zwinglis s. Mori- 
kofer a. a. O. 



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< 



154 

temptu aut animo sinistro, rustico vel etiam supersticioso, sed 
dexterrimo et justas ob causas remitto , oroque tuam amplitu- 
dinem, ut aequam ac veram meam excusationem, omnis dolt atque 
praetextus vacuam, recipias. totus interim tuus ero, tenacissimis 
charitatis ac observantiae vinculis tuae pietati constrictus, praeser- 
cat r h^n"u3 ^ m cum sanctissimus sanctae memoriae D. Erasmi Roter: labor in 
Testamentum novum non displicuit, placuit enim et nobis, unde 
et Tiguro germanice loquentem prodire voluimus, nihil ab hoc 
alienum credentes vel docentes, quod apostolica nobis tradidit 
doctrina et illustravit diserta Erasmi facundia. Anitimurque, volente 
Domino, ut fidelium Germanorum vulgus vetus quoque Testa- 
mentum pari et simplicitate et claritate lectum intelligi possit, ne 
non intellectum legens offendat in fide et moribus, quando ibi 
difficultates perniciosiores occurrunt et a Sanctis inveniuntur 
expositae lectoribus quibuscunque supra modum utiles et necessariae. 
Dominus Jesus servet te piissimum praesulem ad instaurationem 
regni sui, princeps illustrissime. Salutem tuae celsitudini et pietati 
adscribere jussit eruditorum in ecclesia nostra Collegium, qui de 
poculo charitatis biberunt omnes, indolentes non nihil necessitatem 
remittendi muneris, quod tanta dignatione extiterat oblatum et 
intentione sancta et liberali charitate. 

Datum Tiguri. XVI Novembris. Anno 1542. 
Misi una et sorori charissimae Rubeacum similem ligatum 
codicem pro illius consolatione ; verum princeps inclitus Rubiaci 
tunc existens, honorare quoque cupiens comitem ab Eberstein 
simili munere, rogari fecit sororem, ut suum quoque codicem 
largiretur pro pleno pretio illi rependendo, quo a me alium simi- 
lem codicem per omnia assequeretur. Aegre earn persuadere poterat, 
sed tamen pecuniam mihi mittens, dato priore Domino suo, 
recepit postea alium ; quin et tanta gratia suscepta est a Domino 
excusatio mea, ut laudarit institutum tarn Dominorum Tigurinorum 
valde et cum admiratione, tarn meum quoque, qui simpliciter 
obedire voluerim; ordinavitque statim, ut poculum semel mihi 
d< f n ° a ^ m ab assignatum charissimis, quos haberem, possidendum perpetuo cederet, 
meta^SaS*. unc * e et SOTOTl unicae Rubiaci residenti poculum dono dari com- 
simis m isi t) id q U od coram oppidi primoribus peractum est ad laudem 
generis nostri et pro gratia Domini episcopi Erasmi ad nostros, 



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155 

quod et perpetuum memoriale habet insignium Pontificis et stem- 
matis sui. Id vos, quamvis sciatis factum, volui tamen inter alia 
memorabilia a posteris quoque retineri ad exercitium virtutis et 
honestatis, quae etiam in hac vita suum apud honestos habet • 
honorem et pretium, non solum in coelestibus apud Deum et 
coelites in aeternitates perpetuas. 

Secunda die anni, valde infirmabar, sed post triduum con- L fon"na 
valui. undecima Martii coepta est imprimi Biblia Leonina vel Tigu- 
rina feliciter. quarta Aprilis Samuel abiit usque Basileam cum 
Israele et Theobaldo; passus fui eo die renum magnum dolorem. 
Biduo Pascalis diaconum egi pro M. Erasmo in Coena Domini; 
4. Maji infirmabar, purgationem accepi, claudus in sinistro latere, 
deinde dolor quoque oculorum invasit. Die 25. Maii emi domum empta 
Zum Hind 1 ), ducentis florenis, daturus centum infra duos annos, 
reliquos annuo censu solvendos, sed redimendos dum libet et licet. 
19 die Juniio biit Leo Judae, Evangelista ad S. Petrum, fidelissimus Le obm dae 
et indefessus servus Dei in vinea Domini praedicando, scribendo, 
transferendo utilissima admodum feliciter, in cujus locum electus 
a populo Rudolfus Gualtherus, homo juvenis ex annis, std prudens, ouaUhe h ru8 
doctus, eloquens et integer. Octava die Julii Basileae obiit inte- 
gerrimus vir, bonus et zelosus praedicator Basiliensium Johannes 
Luythardus, pater mei Israelis, frater et amicus perpetuus, coepi LuthaSuB 
aedificare in mea domo gradus omnes, duas stubas, coquinas duas Aedificatio 
cum fumario duplici et tribus cameris cum parvulo cellario, et 
tectum cum loco secreto, expensis tota aestate centum florenis et 
amplius pro habitatione uxoris, ubi viduanda erat, et pro filio 
Samuele, si volet Dominus. Tertia die Augusti dum circa sextam 
mane convocato capitulo quaedam deliberarentur, subito nihil mihi 
sentienti periit omnis cogitatio cum aliquali tantum coloris in facie ,55 c £assa 
destitutione, ut prorsus nihil scirem : deduxerunt me domum Do- 6 hons 
mini duo Erasmus et Collinus prorsus nihil scientem vel memo- 
rem, quamvis irem sine defectu et loquerer, sed de multis quae- 
rendo: paraverunt cibum mihi et capitis loturam cum rasura, me 
haec omnia ignorante prorsus, reposuerunt me in lectulum, ut 



l ) In der Neustadt; sehr wahrscheinlich das Haus, das jctzt Herr Prof. 
Salomon Vdgelin besitzt. 



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i 5 6 

dormirem, post duas fere horas evigilans, redeunte scientia et 
memoria, gratia Dei prorsus nihil defuit, sed de factis et dictis 
istis 6. horis prorsus nihil potui nee possum memorari: statim 
vero redii ad studia mea die sequenti. Die 16. Septembris laboravi 
calculus g ra viter ex calculo et convalui. Sexta Octobris obiit amicus 



Wernherus 
tein 





steiner ^4 Wernherus Steiner feliciter et Deo devotus et sponte. Die 



17. Octobris finem imposui structurae absolutae in mea domo. 
Die 23. Octobris obiit vir doctus et optimus, Doctor Johannes 
zwickius Zwickius, Constantiensis Evangelista, dum in oppido Bischoffzell 
peste afflictos consolari nititur verbo Domini periculo vitae, quod 
et incidit, sed temporalis, pro qua charitate sua christianissimus 
vir et amicus incomparabilis mihi commutavit aeternam. *) Annona 
eiusdem anni pulli 89, decimae 23b et XI m avenae, ex camera 73 
frusta et cellario vini urnae 19, de villico 4 urnas et 24 Kopff. 
Secunda Decembris obiit Petrus Choli vir doctus et pius. Anno 
1543 die 22. Martii Samuel meus abiit Basileam ad Magistrum 
Conradum Wolffhart avunculum ad contubernium Augustinianum. 
23 Februarii finita sunt Biblia Tigurina; sexta Martii coepi revidere 
impressa Biblia, si quid omissum. 6. Maji suscepi hospites optimos 
joh a piSus w° s > Wigandum et Johannem ex Hassia, qui per aestatem cohabi- 
tarunt. Die quartadecima Octobris misi volumen biblicum Tigu- 
rinum, unum pro Domino episcopo Argentin. alterum pro prae- 
tore Rubiacensi, ab eodem rogatus, quandoquidem primum codicem 
dudum missum suo nomine Episcopo donare intenderat, misi pri- 
mum per Samuelem, secundum per Quirinum. Hoc tempore 



l ) Vgl. die schone Schilderung von Zwicks Sterben, vrelchcKeim in dem 
trefflichen Aufsatz bei Herzog XVIII, 699 gibt. Pellikan war mit Zwick nahe 
befreundet. Aus einem Briefe des Letztern (vom 9. September 1538, s. Sim- 
lersche Sammlung) erfahren wir, dass Pellikan auch an der zweisprachigen 
Zwickschen Ausgabe des neuen Testaments einen namhaften Antheil hattc. 
Dieselbe stellt dem Lateinischen des Erasmus das Deutsche der Zurcher zur 
Seite und tragt den Titel: « Novum testamentum omne latina versione, oppo- 
situm aeditioni vulgari s. Germanicae in usus studiosorum vulgatum». Das 
gantz neuw Testament zu Teutsch dem Latinen entgagengesetzt mitsampt den 
nodtwendigen Concordanzen. 1535. 4°. Zu dieser Ausgabe, deren Titel Rudolphi 
a. a. O. Nr. 228 unrichtig angibt, schrieb Zwick auch die Vorrede, Pellikan 
dagegen bloss die Marginalien. Das Autographon befindet sich auf der 
Zurcher Stadtbibliothek. Mscr. C. 13. 14. 



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157 

annona praebendae fuit pulli 77, decimae 24b 12m avenae, vini 
urnae ex cellario 14, ex villico urnae iiij et 2 Kopff. Coepit prae- 
legere Theodorus noster librum Apocalypsis Joannis Apostoli Apocaiypsis 
decima Decembris. Anno 1544. post solutiones primas bis c U. 1544 
datas pro domo mea, secunda die hujus anni dedi adhuc centum 
libras Johanni Aberhardo pro redimendo censu annuo v librarum. 
Adhuc restant redimendi v annui census per c. libras. Eodem 
mense coepi et absolvi hucusque hanc peculiarem chronicam de 
rebus nostris, memoria neque indignam neque inutilem; praeter 
ea, quae jam ab anno 41 coepi in diario assignare, pensum ope- 
rarum mearum et casus quotidie memorandos accidentes, qui per 
senium memoria sum labili, collegi quoque indicem omnium meo- 
rum librorum et signavi codices tarn ligatos quam non ligatos 
notis cifrarum, primum eorum qui sunt in forma regali vel majori, 
deinde qui in folio , consequenter mediae et in quarto, tandem 
quoque nondum ligatos, majores cum parvis, ne quid eos facile 
amissum ignorari possit, praeter libros, quos Samuel habet, quos 
et ipse similiter adnotare debet. Haec scripsi eo die, quo ecclypsis eccHpris' 
integra fuit solis, sed parum visa ob alioqui nubilosum diem atque 
nivalem; erat vero dies 24. Januarii, hora 9. Die Caroli 1 ) Bullin- orauones 

7 . . . Bullingeri 

gerus ad Clerum latine orationem habuit de eo quomodo se gerat 
fidelis quique ac minister praesertim verbi Dei in periculosissimis 
hisce nostris temporibus, quam rescripsi et ejusdem occasione alias 
quoque rescripsi factas XII Septembris Anno 1543, de ira Dei 
placanda et aliam pro eodem die anno 38. de officio Pastorum 
et quartam de providentia Dei pro die Caroli anni 1535. Aliae 
sunt impressae passim pro prologis. 30 die Januarii coepi legere 
Eneam Silvium de concilio Basiliensi impressum duos libros ; his- 
toriam quoque duorum Heinricorum caesarum 4" et 5« Wal- 
densium quoque sanctissima scripta ad regem hungariae, et his- 
toriam Wesaliae actam olim Mogunciae conscriptam aJacoboWimpfli- 
gensi 2 ), qui interfuit, cujus tamen nomen non est adscriptum. 
Quinta Februarii coepi legere epistolare Oecolampadii et Zwinglii Epistoiare 



l ) Der 28. Januar. Ueber die an diesem Tage ublichen Festreden vgl. 
Pestalo^i: Bullinger S. 301. 

») s. Schmidt bei Herzog XVIII, 169. 



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librum optimum et virorum illustrissimorum et dignissimorum 

aeterna sanctorum mcmoria: similiter cum prologo verissimo 

doctissimoque Theodori nostri. 

tam 8t tStSm Martii 4 die testamentum meum contestatum est per sena- 

tuTfse^tu tores ^ uos Johanncm Wegmann et Johannem Rymelin, quod et 

confirmatum est a senatu Tigurino X die Martii. Summa ejus, ut 

substantia mea supputata sine libris ad 600 florenos; testatus sum 

uxori Elizabethae Kalbin id quod juxta urbis consuetudinem datur 

uxoribus relictis cum propriis rebus suis valore 40 # et dote quam 

promisi 30 #, ut insuper habeat centum florenos ea conditione, ut 

annuatim cedant ei X# per dies vitae, quos tamen cU possit in 

usum absumere, si absumtis suis egere videbitur necessariis bona 

fide patentibus causis. Similiter domicilium in mea domu ad 

Damulam, ut possideat inferiorem stubam et culinam cum grandi 

camera, et minore sub stuba ilia et cellario cum dimidio spatio sub 

tecti altitudine, idque sine censu ab ipso dando per dies vitae suae, 

sed nee inquiratur de relictis, sed simpliciter verbis suis stetur 

quandoquidem honesta, fidelis et verax reperta est mihi semper. 

Residuum cedere debet filio meo Samueli, qui si moreretur absque 

heredibus, uxor utatur omnibus meis possessionibus ad vitam, 

deinde cedant meis heredibus, verum pauperibus pueris Israeli et 

Annae propter Dominum educatis cuilibet dentur 20 U et 30 ft 

dotales per vitam meam, deinde suis quoque amicis heredibus, et 

si quid a me residuum habuerit potest moriens dare benefactoribus 

suis portionem , reliqua meus filius hereditabit. Omnia tamen 

legata mutare me posse volui et permittitur. Datum 1544. anno. 

jesuj. com- Martii 1 3 die coepi Isajae commentarium Germanicum com- 
ment, germ. J . 

gere et apposui prologum, si quando videatur imprimendum, finivi 
die 23. Decima nona Martii supputationem habui cum Christofero 
Froschofero ab anno 1535 ad hunc et pro libris a me et pro 
filio acceptis et passim donatis obligabar ei 67 florenos, vicissim 
ipse mihi tantum pro commentariis et ceteris laboribus, ut aequa- 
lem fecerit compensationem, ut nihil ego illi vel ipse mihi obli- 
garetur. 
P *Ti*rcT m Martii 18 ex epistola e Mediolano mihi missa relatio facta, 

antichristum Romanum, Galliarum regem et Venetos Enobarbam 
piratam cum classe sua in Italiam vocavisse cum militibus adversus 



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*59 

Caesar em; is Enobarbus Tolonum 1 ) recepit dono regis Galliarum, 
ubi sodomiticam Turcae excercent cum nostris; et Pontifex Cor- 
sum quendam praesidem suae classis, quia depraedatus erat Turcas, 
absolvit ab officio et capere voluisset, nisi fugisset dimissa classe 
in. urbe veteri. 2 ) 

His diebus absolvit Hein. Bullingerus responsionem suam ad c^S^ 
Johannem Cochleum pro libro de canonicae scripturae authoritate, 
cui ego adjeci indicem. Libellus est notatu digna comprehendens 
plurima. 3 ) 

Eisdem diebus legi primum tomum operum Huldrichi Zwinglii, ^^J^ 
sanctissimum opus et collegi in eum quoque copiosum et utilissi- $o™„™ 
mum indicem. 

In principio Aprilis triduo legi Saxoniam Alberti Krantz, ^JS£ B 
docti viri et eloquentis, qui in eo solo mihi defecisse est visus, 
quod ut clericus fidelis Papae nihil prorsus putavit scribendum 
nisi cautissime et brevissime contra statum Papae et episcoporum, 
quamlibet judicaverint corruptissimum : nihil prorsus attingens de 
causa fidei et veritatis canonicae , ne excommunicaretur proditus 
vel in conscientia sua seducta authoritatis opinione in antichristiana 
papistica ilia ecclesia. Inveni inter legendum eundem quoque 
scripsisse et Daniam, Wandaliam, Norwegiam, Schwetziam et 
chronicon suae patriae Hamburgensis, quod vocat metropolim. 
Didici summatim ea legens articulos, qui sequuntur, nempe : Papam Ar "^{} ci pa ' 
a mille annis nescisse, quod cultus Dei verus sit fides, spes, chari- 
tas, curasse autem totis animi sui studiis fastum, ambitionem, 
divitias, potentiam, regimen mundi et Romanum imperium, et illud 
quoque fortius et latius, non viribus, sed dolo assequendum ; 
honorem summum ambivit et extorquere nisus est a summis in 
mundo. Id assequutus est mendaciis, fraude, astutia, falsificatione 
verbi Dei, superstitione violenta et armata, nequitiis omnis generis, 
fecit se contrarium Christo per omnia, sedens in ecclesia ut Deus Antichrist™ 
suus, caput, regem, mundi Dominum, irrisorem totius catholicae 
professionis, et mercatorem omnium Sacramentorum, quae instituit 



l ) Toulon. 

*) Civita vecchia. 

3 ) Vgl. Pestaloni a. a. O. S. 302 ff. 



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ifio 

ad suum quaestum, luxum et fastum. Nihil sanctum habetur opud 
ipsum et suos, nisi sibi utile et gloriosum. Ejus dogmata et exem- 
plum sequuti sunt proportione sua episcopi, sacerdotes, monachi 
omnes. Clerus totus non cessavit, donee praevaluit per omnia 
ipsorum Deus ; roborati divitiis et potentia contempserunt verbum 
Dei, Prophetas et Apostolos; egerunt violenter et per nephas 
contra sensum communem pro suo statu omnia. Caesares optimos 
et piissimos deceperunt hypocrisi et imposturis, dominiis exuerunt 
per falsa dogmata et viduarum patrimonia rapuerunt astuti. Officia 
gravissima compensarunt reliquiis Sanctorum, indulgentiis, bene- 
dictionibus; non per omnia obedientes coegerunt excommuni- 
cationibus; fidelissimos servos Dei, quanto devotiores Christo ct 
veritati, tanto oppressi magis ab atheis Pontificibus, lucrati nihil, 
nisi quod bardi et stulti Alemani haberentur et riderentur. Perti- 
nacissime bella gesserunt ob patrimonium Petri per caesares pios, 
vicissim negarunt investituras, electiones, jura, principatus. Si quis 
vel in aliquo Papae contradixisset, excommunicatus fuit a Papa, 
derogatum authoritati, obedientiae , absolutionibus juramentorum 
iniquissimis ; incitavit regna contra Turcam toties tantum pro 
sua potentia amplianda Papa; infinitos exercitus perdidit frustra ob 
terrain Judaicam maledictam. *) Fides qualiscunque passim dilatata 



l ) Pellikan hat sich stats davor gefurchtet, ne nimium judaissare videamur, 
obgleich oder vielmehr gerade weil er ein so grundlicher Kenner und grosser 
Verehrer des Alten Testamentes war. Eine mystische Yorliebe fur das heilige 
Land war ihm ein Grauel. Er schreibt den 28. Juni 1528 an Capito (Auto- 
graphon im Antistitialarchiv zu Basel): maxime autem in commentariis tuis 
(zu den Propheten Habakuk und Hosea 1526 und 1527) me movit ut scriberem, 
quod reditum Judaeis in Judaeam et quasi regnum corporale permittis futurum 
eis, quod et amicus Cellarius (de operibus Dei electionis et reprobationis mit 
Vorrede Capitos 1527) sapere videtur. id pace et charitate utriusque capere 
nequeo, quod fidelium regnum in Christo est, Hierosolyma spiritualis est et 
gloriosiores esse hoc saeculo nequeunt, quam ut Christum agnoscant et fate- 
antur nobiscum et cives se fidelium et domesticos fidei credant. Promissiones 
Dei augustiores sunt, quam ut miserum illud hominum genus, cdnciliandum 
Deo, terreno regno muniretur. Auch Zwingli, auf Capitos Wunsch von 
Pellikan iiber diese Frage interpellirt, sprach seine Verwunderung aus, dass 
ein Christ, der an die Anbetung Gottes im Geist und an das Reich Gottes 
in Christo glaube, an die Wiederkehr einer judischen Theokratie in Palastina 
denken moge. 



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i6i 

non evangelii praedicatione, sed armis; fortissimos caesares sola 
Papae excommunication e vicerunt. Haeresis unica et maxima habetur 
contra papam doccre vel sentire; contra tales et sanctos caesares 
a Papa cruce signantur christiani milites, ausi sunt petere in ejus- 
modi usum decimas a clero germanico. Clerus nihil debet caesari, 
nolente Papa, quamlibet a solo caesare didatus. De praedicatione 
verbi Dei et evangelii nulla mentio in omnibus historiis Papae. 
Ubi contra Lituoniam parum a monachis proficitur, arma rapiuntur, Lituonia 
idque non ut Christo per fidem et charitatem, sed Papae per 
quaestum subdantur; mendaciis ditati episcopi et monarchi excom- 
municationibus abusi servantur. Episcopi agunt armis duces exer- ^p? 111 
cituum, principum proditores et raptores, gentium oppressores ad 
gratiam summi eorum Pontificis. Episcopi jurati Papae, consules 
caesarum causa fuerunt litium pernitiosisshnarum ; propter Papam 
qualicunque de causa a caesare deficiunt episcopi, bella moventes Varolii 
ob Papam. Summa, ne vestigium quidem regni Christi apparet in 
ecclesia papistica, Satan potentissimum dominium exercet in pon- 
tificatu Romano. Piissimi principes sola fide et timore Dei servati 
sunt, quamlibet parva; si quid peccarunt, episcoporum et consilio 
et exemplo peccarunt, excusati magna ex parte invincibili ignorantia, 
ab inimico homine persuasi usque ad extrema credere verbis de- 
pravatorum in fide et moribus. Omnium horum ratio unica negli- ^Jf^"" 
gentia circa verbum Dei et inobedientia eidem. Haec omnia vere 
didici ex hac et aliis historiis et mundo parum credita hactenus, 
sed posthac experientia teste comprobanda. 

Apnlis 14. die, fena 2a Pascae proelium commissum a caesa- Proeihim in 

. . r Pedemon- 

rianis Hispanis, Germanis, Italis cum Gallis, Helvetiis et sociis, . tanis 
stetit autem victoria apud Helvetios et Gallos, 1 ) occisis hostium 
1 5 milibus et captivis Germanis peditibus multis et amice tractatis 
ab Helvetiis. Hispani capti venditi sunt ad classes maritimas. 
Interim caesar Spyrae comiitia agit et audii graves querelas prin- Quereiae 
cipum et urbium contra Ducem Henricum Brunzwicensem, contra 
episcopum Constantiensem , qui et Lundensis dictum est. 



*) Es ist durchaus nicht ungerechtfertigt, dass Pcllikan die Schweizer den 
Franzosen voranstellt, dcnn Franz I. verdankte den Sieg bei Cerisoles im 
Picmont bekanntlich hauptsachlich seinen schweizerischen Soldnern. 

11 



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CaBBoviae 



l62 

Hospites habui Flandrenses Cornelium Gualterum et Georgium 
Cassandrum, reversos ex Roma, ubi vixerunt 8 mensibus, docti 

vfrg?ium et amatores antiquitatum, qui retulerunt apertum sepulchrum pro 

regiamm fundamentis ecclesiae sancti Petri, in quo reperta corona duarum 
virginum pretiosis vestibus et ornamentis indutarum, ad valorem 
12 millium et amplius ducatorum, in auro et gemmis, in coronis 
et annulis; filia una Honorii fuit, altera sponsa Stiliconis, id 
repertum ex annulorum inscriptionibus. 

Junii 13. die hospitem habui nobilem et doctum virum 

J ungaTO8 Josephum Ungarum Budensem, cujus parentes a Besta se trans- 
tulerant ad Cassoviam, antequam Turca caperet Budam, is 5 annis 
Wittembergae studuerat theologiae et bonis literis voluitque ante 
reditum suum ad parentes invisere ecclesias Germaniae et audire 
doctos; venitque per Spiram, ubi caesar comiitia agebat ad Argen- 
tinam colloquutusque aliquot diebus fratribus Argentinae , praecipue 
autem cum Bucero de causa sacramentaria, a quo et impetravit 
in scriptis sententiam de coena Domini, quam inscripsi libro Buceri 
annotationum in 4. evangelia; clarius quidem quam alias, sed quae 
nondum possem ad plenum intelligere. Audivit a nobis quoque 
hie de ea re sententiam et fidem nostram et legit epistolas et alia 
quaedam Zwinglii et Oecolampadii aedificatusque abiit, promittens 
se rescripturum nobis, et commendans ecclesiam Argentinensem 
et nostram prae aliis in doctrina, moribus et ceremoniis. Cum 
quo Constantiam deduxerunt eum Rudolphus Gualterus, ego, 
junior Zwinglius, Bibliander et Froschoferus. Ego eques nimium 
fatigatus tamen perveni Vitudurum, ubi humanissime tractatus a 
fratribus, timore majoris incommodi redii Tigurum die 23. Junii. 
Die 25. ejusdem meus ex sorore nepos Conradus Wolfart ducta 

oporin[° r sorore J°- Operini Christiana, vidua elegante prudentia, moribus 
et forma celebravit nuptias sine pompa Basileae, dum jam ageret 
lectorem in Dialecticis et Rhetoricis et praedicatorem in Arlasen *) 
villa, exercitii gratia. 

Mense Julio revidi et correxi, quae Germania scripseram in 
vetus Testamentum, in Genesin, Exodum, Leviticum et Numeros 
Deuteronomion, priores Prophetas et Isajam cum Jeremia. 



Sententia 
-Buceri de 
eucharistia 



Conradus 
meus Chri- 
stiana Soror 



l ) Arlesheim. 



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i6 3 

Vigesima nona die consilium sumpsi navigio descendendi J^BuSSSmi 
Basileam, quo die pervenimus ad Baden, postero die ad Loufen- Clim uxore 
berg, tardius impediti nebula; cum vero navis cataractas traduci 
eo die nequiret, viam pedes cum uxore et Valentino Boltz arripui, Val B"J£ UB 
quern sors et Dei voluntas nobis conterraneum Tiguri junxerat, 
ambos eodem animo patriam communem visitandi; pervenimus 
itaque eodem die ad Mumpff, deinde ultima Julii pervenimus 
Basileam, prandio exacto in Augusta Raurica. Coenam mecum 
egerunt in domo Conradi mei Oporinus cum sua uxore et Bene- 
dictus diaconus in Munchenstein ; postero die supervenit Theobaldus Be g c e ^ us 
Wolfart, Samuele vocatus, prandioque exacto et salutatis multis mei8ter 
amicis, pedes pervenimus ad Hapssheim, prandium sumpsimus 
postero die in Ensheim, deinde Rubiacum pervenimus sabbato 
2. Augusti; invenimus sororem et sororium gaudentes mecum et 
cum uxore mea. Munera allata varia pro cibo et potu ab accuren- 
tibus vicinis pro more! Valentinus vero Bolcius abiit matrem 
salutaturus in Keisersbergam. 

Dominica quae prima Augusti erat, dies 3. prandium et coenam 
ornabant laeti amici. A prandio coenobium Minoritarum invisi. 
Gardianus sese abscondit, duobus fratribus locutus redii ad meos 
cum filio et Theobaldo, sequenti die prandium et coenam exhi- Se ^*^ t ^ u " 
buerunt patricii urbis in praetorio honestissime cum episcopi 
praefecto D. Wilhelmo Bocklino; protoscriba erat Martinus Mit- w ^^An B 
tersbach, ambo docti valde et humanissimi. A prandio visitavi 
arcem secundum omnes habitationes novatas et veteres officio 
praesidis nobilis. Aderat quoque mihi scriba ejus urbis cum uxore 
affine, quae filia fratris Theobaldi sororii; die Augusti quinta a 
praefecto nobili et docto Wilhelmo Bocklin invitati ad prandium 
in arce pransi fuimus, ego, soror, filius et sororius. jamque rediit 
Valentinus de Keisersberga simulque cum eo Mattheus Erbius 1 ) ^J{J£]f 
evangelista in Rychenwyler et D. Nicolaus Regius in Hunnwiler ^i™ 8 
et paedotriba Keisersbergensis, qui post trium horarum colloquium 
invitati a patriciis in praetorio sunt pransi, abierunt ad sua, viri 
optimi et consentientes nobis in fide et charitate. Supervenit mihi 



l ) Ueber Erb vg]. Pestalo^i: Bullinger, S. 458 und desselben Leo Juda 
S. 70. 



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Barbara 
Hasslerin 



164 

matrona annosa cum munusculo me allocutura, nomine Barbara 
Heslerin, divinitus docta religionem certissimam, Deo sine dubio 
grata et amabilis, quae fidem sanctissimam simpliciter et sancte 
confitebatur et recitabat quid olim passa a magistratu ob fidem 
suam, quam animose defendens evasisset manus lictoris, nata in 
valle Gregoriana et familiaris sorori meae. Eodem die coenam 
habui iterum cum Dominis in praetoria et nobili Willielmo cum 
&.cher Valentino, cumque a multis impense invitaremur, maxime a Petro 

petniBzan. Fi sc h er et Petro Zan cum uxoribus, non tamen acquievimus, quin 
mane abiremus post pluviam non late sparsam. sicque prandium 
in Ensheim sumpsimus et in Syritz pernoctavimus. sequenti die 
prandium Basileae sumpsimus apud Conradum meum, coenam apud 
Oporinum in sua domo; octava die Augusti invitatus a senatu, 
universitate et chalcographis prandium pretiosum sumpsi apud 
Clavem, domum communem, 1 ) ubi assidebant Adelbertus Mejer, 
Theodorus Brand, consules, Marcus Heidelin, magister civium et 
Blasius Schollius senior, magister civium tunc cum consulibus multis, 
simulque Miconius, Wolfgangus, 2 ) Amorbachius, Oswaldus, 3 ) 
Cellarius, Sebastianus, 4 ) Doctoresque reliqui et impressores, men- 
suras donantes de Malmaseto vel graeco vino pretioso, instructis 
6 mensis convivis, quibusdam ob accursum multitudinis abeuntibus, 

vmSm Bowlt 4 u ' a ' ocus non esset > i n fi ne prandii consules decreverunt, nemi- 

pro omnibus nem quidquam contribuere, sed per urbis fiscum omnia in honorem 
Tigurinorum et meum expendenda; rara gratia eorum, qua et me 
humaniter dimiserunt. Eodem die coenam pretiosam habui cum 

B Am f o^ i - U8 Doctore Bonifacio Amorbachio : ego, uxor etValentinus cum Con- 
bachius fa( j et uxore Nona die summo mane Basilea excessimus. In 



*) Zunfthaus. 

2 ) Wolfgang Wyssenburgcr, Professor der Theologie. S. Athenae rau- 
ricae S. 72. 

3 ) Oswald Ber, Professor der Medizin. S. Athenae rauricae 176. 

4 ) Sebastian Munster. Fur diesen hat Pellikan im Jahre 1 549 den Artikel 
Ruffach in die Kosmographie geschrieben, und eine seiner letzten literarischen 
Arbeiten war eine kurze Biographie Miinsters, die Heinrich Petri (Brief vom. 
15. Juni 1554; s. Siml. Samml.) bei ihm bestellt hatte, um sie einer zweiten 
Auflage der Kosmographie vorzudrucken. 



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i6 S 

Rynfelden pransi fuimus, pernoctavimus in Frick. Sequente Domi- 
nica 10. Augusti pransi fuimus in Bruck ad stellam. Ibi collocutus 
a prandio cum D. Hartmanno de Hallwyl 1 ) et Nicolao balingio: Hartmannus 
processimus, viso monasterio olim Clarissarum in Kunigsfelden, a Ni^Su 8 yl 
ubi et honeste tractati, processimus per dirmssdorff 2 ) usque ad Balin 6 ius 
Dietigken, ubi pernoctantes, mane diei undecimae domum redivi- 
mus cum Valentino, qui die 12. cum puero consanguineo suo 
Joanne Canczler properavit ad propria, nempe ad Schwanden in 
provincia Claronensium Helvetiorum. — Dum istis diebus Rubiaci Judaei com . 
agerem, annotavi ex veteri scriptura, quae in choro ecclesiae ibidem ^^J 11 " 
legitur: anno 1309. factum fuisse combustionem Judaeorum et Rubiaci 
ibidem anno 1338 interfectos esse Rubiaci Judaeos, in rei memo- 
riam. Item annotavi ambitum ejusdem urbis inchoatum anno 
domini 1380 sub episcopo Argentinensi Friderico de Blankenheim, 
idque literis memoriae commendatum est secus ecclesiam sancti 
Valentini in muro vel moenibus urbis. Progenitores quoque sororii Sororii pro . 
mei Theobaldi Wolffhard, qui in Gebwiler natus est, et filios genie8 
genuit ex mea sorore, Elizabeth Pellicana, olim cives fuerunt in 
Villseck, unde et testimonium vitae et geniturae assequuti sunt 
Anno 1442 dictus est autem Pater Conradi et Theobaldi Wolffard 
eisdem literis Wolfard Kflch, unde Wolfardus proprium illis nomen 
habeatur latine Bonaventura magis quam cognomen; est autem 
Villseck oppidum diocesis Bombergensis, non longe ab Amberga 
et a silva Bohemica, quae annotatu rationabilia judicavi pro nata- 
libus filiorum sororis meae Conradi et Theobaldi Wolfard ut intelli- 
gatur Wolfardum fuisse avo tuo vel proavo proprium, ut Bona- 
ventura vel Eustachius, sed cognomen parentelae et cognationis 
esse, si super sint reliqui quoque Kuch et placenta. Sumptus ejus 
peregrinationis fuerunt 6 coronarum. — 18. Augusti hospites 
suscepi Doctorem Mtinsingerum et alium quendam ex Friburgo, 
cum quibus Enno Frysius praepositus Embdanus, qui mihi gratissima 
nova vel potius bona vetera retulit de Domino barone Johanne 



1 ) Fur diesen hatte Capito cinst 1 5 16 seine in der Einleitung erwahnte 
hebraische Grammatik geschrieben; Hallwyl war mithin ein alter Bekannter 
Pellikans, ebenso Baling, s. oben. 

2 ) Birmensdorf. 



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i66 

Alasco polono mihi amico veteri ex Basilea de quo a XX annis 
nihil audieram. 1 ) Scripsi epistolam consolatoriam ad Dominam olim 
Abbatissam in Gnodental, tunc in Friburgo viventem ad S. Claram, 
dictam Anna Beyerin nobilem dc Podman. 2 ) Legi tunc scripta 
quaedam Postelli non admodum et ubique synccra, quern postea 
audivi Romam venisse et monachum factum infeliciorem. Osiandri 
speculum et conjecturas simul fere oblatas legi, similiter epistolam 
Rodolphi Gualteri ad Telaminum Bernensem 3 ) elegantem et doctis- 
simam de causa eucharistiae. 

Prima Septembris hospites habui Gallos insignes et doctos 
optimos viros ex Granopoli Antonium Alphatium et Joannem 
Borellum, optime institutos in ratione fidei, qui et de multis egregiis 
illic viris narrabant pia studia multa. 

Indicem in secundum tomum operum Zwinglii hoc tempore 
concinnavi utilissimarum materiarum , consequenter et reliquos 
hospites colui ex Basilea Alexandrum Ryschacher diaconum ad 
s. Leonardum simulque Severinum Cosmi olim amici mei filium 
cum Joanne Lepusculo. Tentavi pro Germanorum adolescentibus 
civium filiis logicam germanicam facile intelligendam a volentibus 
uti ingenio haud aliter vel minori fructu quam Romani et Graeci 
sua lingua. Restat ad mundum scribenda diligentius et absolvenda. 
Triduo legi Cuspiniani historiam de caesaribus. 

Hospes nobis gratissimus advenit Doctor Albertus Hartenberg 4 ) 
Frysius cui charitatem ostendimus quatriduo in hospitiis, modo 
quoque commensali cum doctis reliquis 25. Augusti , abiit 29. 
ejusdem. 



l ) Vgl. Bartels: Johannes a Lasco (Vater und Begriinder der reformirten 
Kirche IX). Lasco war im Sommer 1525 in Basel gewesen, freilich in erster 
Linie um des Erasmus willen, doch scheint er auch mit Pellikan sich nahe 
befreundet zu haben; wenigstens correspondirten die beiden Manner in herz- 
lichster Weise miteinander; s. Gerdesius: Scrinium antiquarium 1750. 

*) Dieser Aebtissinn hatteEberlin von Giinzburg 1524 einen seiner Traktate 
gewidmet. Vgl. des Herausgebers Monographic uber Eberlin S. 200. 

3 ) Bernhard Tillman, Professor der Theologie und Philosophic in Bern; 
s. Leu XVIII, 180. 

4 ) Ueber Hardenbergs Besuch in der Schweiz vgl. Herzogs Real-Encykl. 
V, 542. 



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i6 7 

Prima Octobris rediens Christoferus Froschoferus attulit gratis- 
simam epistolam mihi cum reliquis a Domino Johanne Alasco e 
Frysia, commemorante putasse et audisse me dudum mortuum, sed 
collaetante vivo nunc. Advenit mihi hospes futurus per X menses, 
nobilis et religiosissimus et apprime doctus theologus adolescens 
Gerardus zum Camph Frysius Embdanus, speculum honestatis et 
honoris divini zelosissimus. Hospitem quoque habui quendam 
Minoritam Jeronimum Marianum, Italum, 1 ) is cum esset bene 
insti tutus in fide vera, mihi quoque narravit de multis Magistris 
Minoritis in Italia, qui evangelium Christi fideliter et solide, quan- 
tum possent, praedicabant, 2 ) nominabat hos: Benedictum Locar- 
num, 3 ) qui fuisset fegens Bononiae Montalcinus ; 4 ) alius regens 
Mediolanensis, qui ob stilum veritatis conjectus teneretur in carcere, 5 ) 
item Franciscus deMediolano, olim Parish lector theologus, Marcus 
quoque Antonius ejus socius de Varixia, Julius quoque de Brixia, 6 ) 
Jeronimus Genouensis, Jeronimus ferrariensis, Alexander Pataviensis, 
qui et ipse ob veritatis praedicationem servaretur in carcere, 



l ) Girolamo Mariano, Guardian eines Klosters bci Mailand, flikhtet 1456 
zunachst nach Mcndrisio, dann nach Zurich und zwar direkt zu Pellikan, an 
den er von dessen Freund, dem ennetbirgischen Vogt Fricker, empfohlen 
war. 

a ) Nach einer Mittheilung von Dr. Karl Benrath in Bonn, dessen Freund- 
Hchkeit ich die meisten der hier folgenden Notizen verdanke, hattc schon 
1532 Giovanni Pietro CarafTa, der nachmalige Paul IV., sich in einem Schreiben 
an Clemens VII. tiber die grosse Anzahl der ketzerischen Mitglieder des 
Convent ualenordens vernehmen lassen. 

3 ) Vgl. Pestaloz%i: Heinrich Bullinger, S. 360, und F. Meyer: die evan- 
gelische Gemeinde in Locarno, wo (Band I, S. 33) von dieser ganzen Stelle 
unsefes Chronikons die Rede ist. 

4 ) Giovanni Mollio von Montalcino, uber dessen Verurtheilung und Tod 
1 5 <> 3 die « wahrhafftige Historia» Auskunft gibt. Dieselbe findet sich abge- 
druckt in der Zeitschrift fur die gesamnite katholische Theologie 1862 und 
benutzt bei Christoffel: Lebens- und Leidensbilder evangelischer Martyrer 
Italiens. 1869. 

5 ) Dies ist ohne Zweifel der Fra Ambrogio aus Mailand, welchem wegen 
«luteranismo» 1544 der Prozess gemacht worden; s. Rivista cristiana 1876, 
S. 178. 

6 ) Die Rivista cristiana 1875, S. 447 gibt Nachricht von einem aus Brescia 
stammenden, im Jahre 1558 vom Sam' Uffizio verurtheilten Giulio. 



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1 68 

Bonaventura de Pieve de Saccho, 1 ) Pasquillus de Venetia, Galla- 
theus de Venetia, 2 ) Augustinus de Ogeria, Baptista de Mediolano. 3 ) 
Retulit is quoque frater quomodo Generalis totius ordinis minister 
Magister Bonaventura Custazaia dictus prohibuerit authoritate officii 
sui et jussu pontificis, ne in studiis generalibus minoritarum legantur 
biblia sancta sed tantum Scotum legendum mandarit. Aiebat sacra 
legi Papiae magnifice per Julium Veronensem. 

Adagia germanica Sebastiani Franck redegi in alium ordinem 
commodiorem , quae impressit Froschoferus. 4 ) Octobris 27 die coepit 5 ) 
post Apocalypsim fere tota anno expositum legere Genesim summa 
diligentia et eruditione, et magno fructu excipi adiscipulis, maxime 
a Rodolpho Gualtero, a quo ego rescribere coepi diligentius pro 
fratribus aliis instituendis, quibus communicanda sunt hujus modi 
studia. Annotationes hebraicas conscripsi ex Rabinis in unum 
Commentarium, maxime ubi Grammaticam docent, idque solum 
in Genesim. 

Reformationem archiepiscopi Coloniensis germanice impressam 
legi diligenter et sic placuit, ut voluerim ab omnibus episcopis 
reliquis sic inchoare; infirmiora quaedam erant, quae essent 
tempori et incipientibus permittenda; et de causa eucharistiae 
nihil inveni, quod displicuit : notavi adfuisse tarn Philippi Melanch- 
tonis candidius ingenium et Buceri studium illi solitum et nimis 
perplexitati aptum. 6 ) 



1 ) Der oben angefuhrte Brief des Caraffa erwahnt eines haretischen Con- 
ventualen Alcssandro aus Pieve di Sacco. 

2 ) Girolamo Galateo ist 1541 nach clfjahriger Haft in Venedig gestorben. 
Vg!. uber ihn Ri vista cristiana, 1873. 

3 ) Auch Fra Battista ist einer der in dem oben angefuhrten Briefe Caraffas 
Genannten. 

4 ) Rudolphl a. a. O. S. 37 nininit richtig 1545 als das Jahr der Heraus- 
gabe an; die Vorrede des Eustachius Froschouer tragt das Datum 16. Hor- 
nung 1545. 

5 ) scil. Bibliander. 

6 ) Ueber Hermann von Wieds Reformationsprojekt und die darein ver- 
flochtene Bucer-Melanchthon'sche Abendmahlslehre vgl. Secketidorf, historia 
Lutheranismi, zumal S. 446. Da ruber, dass Hardenberg und Lasco dem edeln 
Kirchenfursten bei seinen reformatorischen Bestrebungen an die Hand gingen, 
spricht sich Pellikan in einem Briefe an Lasco sehr gunstig aus: «ut vero 



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l6 9 . \ ,' 

Hospites per aestatem recepi et commensales Schafthusianos, 
primo quidem Johannem Joachimum, perplexi ingenii hominem, 
sed probum et doctum. post mensem sequutam uxorem recepi 
quoque, denique Johannem Franck juvenem, Bartholomeum quoque 
filium hospitis ad coronam. Similiter Johannem Casparem Altorff, 
cuius pater salmonem donavit, Heinricus quoque Nater, simul cum 
Conrado Borer et Jacobo a Cham, quern j^im ante dudum mensa 
et institutione foveram. Heinricus Bullingerus Cochlaeo respondit, 
quae legi diligenter. 

Decembris quarta die obiit illustris ct christianissimus consul 
Tigurinus, qui rexit post patrem et avum urbem XX annis in Di R5gch US 
summa concordia et dexteritate, promovit diligenter, quae fidei © 
sunt et morum, defendit pro viribus doctores evangelii, cujus 
filium Jacobum Rosch bienno tenui commensalem et discipulum; 
in cujus locum postea electus est D. Jo. Rod. Lavater, vir prudens 
et magnanimus, propter cujus electionem extructae fuerunt epulae 
magnificae in praetorio vel curia. Rescripsi hoc mense scripta 
domini Alasco de sacramentis et D. Magistri Regeneri scholarchae 
Gryeningensis in Frisia, optimorum et doctissimorum virorum 
monumenta, nostris per omnia conformia et consonantia doctrinis, 
non Lutherana. 1 ) 

His mensibus vendebatur triticum pro quinque libris tigurinis, 
idque longo tempore cum maximo pauperum gravamine. Accepi 
librum Lutheri in genesim et alia a Marco Crodel cum epistolis 
amarulentissimis, 2 ) cui respondi humanius. Anno hoc 44. vidimus 
quatuor eclypses, unam so lis integrant, sed ob nubes visam non 



reverendissimo Domino fidelissimoque pastori Coloniensis provinciae in tarn 
Sanctis institutis adsis, consilio et actione, gaudemus ex animo. Quam ubi 
personalibus officiis juvare non licet, ferventi precum mearuni officio apud Deum 
juvare non obmittimus, orantes, ut exemplum tarn illustre pietatis rarissimum 
alii quoque ecclesiarum praesides subsequantur». 

l ) Das Gleiche sagt ein Brief Pellikans an Lasco vom 3. Marz 1545. 
Leider gibt Bartels a. a. O. kein Verzeichniss der Werke a Lascos; er citirt 
S. 41 bloss eine Ausgabe der brevis et delucida de sacramentis ecclesiae Christi 
tractatio von 1552. 

*) Den unverschamten Crodel nennt Pestalozzi a. a. O. S. 236 sehr 
charakteristisch «Luthers Carteltrager». 



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170 

clare, tres lunae, tot simul contigerunt uno anno olim temporibus 
Caroli magni, anno domini 808: sub Leone 3. pontifice. 

Hoc anno fuerunt in Frisia sectae perniciosae et plurimae 
cuiusdam Mennonis Somon, item Alberti Petri, qui cum aliis 
yolarunt in aera et reciderunt, Hermon sutor dicebatur. Alii dice- 
bantur : Davidiani, Logistae, Libertini, Quintiniani, Franconiani etc. 

Hoc anno Basileam pro filio Samuele et anno 43. XV fl. per 
Bebelium, VIJ coronatos per Wirzium, per Froschoverum XIJ 
Coronatos, per Lindouwer 6 coronatos, per Con. Suter 6. coro- 
natos, 4 coronatos praesens dedit mater, per Suterum X coronatos, 
dum interim viveret cum Conrado Wolfardo. 
1545 Anno domini 1545. vocatus a Basilea 6. Januarii venit ultima 

Samuel Pellicanus. Die Caroli orationem habuit Theodorus de 
pertinacia; libro Lutheri contra nos responsum est per Bullingerum *) 
per impressuram germanice, Gwaltherus vertit latine, simul addita 
apologia pro libris Zwinglii, tunc per quator annos impressis. 

Undecima Februarii diaconatum suscepit electus Basileae apud 
Sanctum Leonardum Conradus Wolfard, nepos ex sorore. 

Ad initium Februarii venit Johannes Ewich Perennius Burensis, 
homo doctus et poeta egregius, quatuor mecum hebdomadis egit, 
pauper et gratis ac infirmus. Abiit 3 Martii, promisit solutionem 
ubi valuerit vir bonus, sed morte praeventus non potuit. Inter- 
pretatus sum his diebus Rabi Salomonem in Exodum et Genesim, 
similiter Rabi Abraham Aben Ezra in quinque libros legis Mosaicae. 

Aprilis sexta abierunt Gerardus et Samuel, quasi per Bernam 
et Losannam ac Genefam, per Sabaudiam, Mediolanum, Bononiam 
et Venecias abituri, sed Bernae infirmatus Gerardus remisit Samuelem, 
qui rediit, 16 huius, quern post sequutus venit Gerardus. 

Aprilis 15. die, abiit Johannes Frysius cum nobilibus Grebelis 
in Italiam, visurus Mediolanum, Bononiam, Venetias, unde attulit 
libros Judaicos omnes, quos Bononiae et Veneciis invenit venales : 
Bibliorum secundam cum commentariis editionem, duplex et totum 
Talmud et Maiemonem cum aliis multis valde, valore centum flore- 
norum. E Bononia venientes suscepimus hospites Joachimum de 
Hamburga et Fridericum e Spira. 



*) S. Pestalo^i: Heinrich Bullinger S. 229 flf. 



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I 7 I 

Maji undecima venit Calvinus Johannes, cum tribus sociis, 
quorum duo fuerunt filii Guilhelmi Budei l ), causam in Gallia Wal- 
densium nobiscum tractavit, ut juvarentur. Contulit de scrip tis 
nostris ad et contra Lutherum; satisfecimus objectionibus suis ut 
fatebatur. 2 ) Epistolae e Wittenberga allatae a Philippo Melanchtone, 
gratissimae nobis quia humanissimae, de Lutheri scriptis et nostris. 
Maij 20. die hospites habuimus ex Friburgo magistrum Christoferum 
Wertwin Pforzensem et praepositum Joachimum Salicetum in 
Stein Gardianum prope Fiesen. His diebus transtuli commentarium 
Rabi Levi ben Gersoni in proverbia Salomonis et verti targum 
Jerosolymitanum in Mosen. Junii decima septima abiit Gerardus 
zum Camph, piissimus juvenis, rediturus in patriam, cui junxi 
comitem itineris Samuelem filium, qui ad Sanctum Galium euntes 
propter dominum Vadianum, per Constantiam et Schaffhusen 
Basileam venerunt, deinde Argentinam, Coloniam, Brabantiam et 
Hollandiam cum Phrysia visitarunt. 3 ) 

Julii 22. venit Doctor Gerhardus Westerburg cum nobili viro 
D. Johanne Maczinski Polono, D. Gerardus legendos praebuit suos 
tractatus p lures, doctos et utiles, quamvis germanicos: de ado- 
ratione eucharistiae et divis. Molendini mirabilem et utilem struc- 
turam ostendit; vir pius et doctus D. Johannes Matzinski com- 
mensalis factus est 23. Julii mihi. 

Convivium generale habitum pro boue lucrato in Curia 500 
et amplius hominum utriusque sexus, quale non prius visum, 23. 
die Augusti. 

Septembris die 28 rediit Samuel, febre quotidiana affectus, 
quae duravit usque in Decembrem, quando cessavit sed non in 

1 ) Die Familie des Philologen Budaus war nach dessen Tode nach Genf 
geflohen. Einer der Sonne, Ludwig mochte als ein angehender Orientalist 
fur Pellikan ein besonderes Interesse haben. S. Schmidt in Herzogs R. E. II, 429. 

2 ) 1st diese Notiz richtig, so hat Calvin in jenen Jahren drei Reisen 
nach Zurich gemacht: im Mai 154s, ini Februar 1547 (s. Pcstaloi^i a. a. O. 
S. 638) und im Mai 1548 (s. Stahelin: Calvin II, 112). 

3 ) Auf diese Reise gab Pellikan seinem Sohne (Brief nach Strassburg 
vom 23. Juni 1545, s - Siml. Samml.) u. A. folgende Ermahnung mit: «discas 
ubique ab omnibus, apiculae more semper agas; videbis ubique bona et mala, 
cura, ut melior, doctior, prudentior et sanctior redeas. Non te ubique prodas 
meum filium, sed coram amicis et ubi commodum fuerit». 



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172 

totum, quin noviluniorum temporibus rediret usque ad pasca 
sequens. 

Post vindemias coepi transferre ex libris Frysii 1 ) primum 
librum Eliezer de viis vitae, alphabetum filii Sirach etc. 

Decembris 3. hospites habui Conradum Wolfrad cum Johanne 
Operino et Hervagio in tertium diem. Die ejusdem 12. finivit 
Theodorus noster librum Geneseos; 15 die postea coepit Exodum. 

Octobrisdie 21. hospitem suscepi nobilem Frysium Ludolphum 
Maninga a lutisberg. Cui frater est Haio Maninga in Geldria a 
Lutisberg. Qui tandem abiit septima Januarii, nihil solvens, quia 
pauper et exul. 
i* 46 Anno 1546. postquam hebraici et talmudici libri nostri Frisii 

ligati et parati fuissent, indiculoque parato omnium, quae is in 
hebraicis haberet librorum, coepi imprimis revidere et conferre 
quaedam Talmudica, quaedudum anno 1538. transtuleram ex 
secundo libro Talmudico, qui dicitur D^^T? ex ejusdem libro 
primo quern nominant )"ttl# {"ODD- Eamdem partem tunc mihi 
attulerat improbus quidam filius Judaei improbioris patris ex 
Bremgarten. 

Is enim Judaeus medicum praetendens, codicem attulit talmu- 
dicum jam nominatum, vicissimque a me mutuo accepit duos vel 
tres libellos hebraicos, quibus uteretur in hospitio rubeae domus; 
tandem ob flagitia et debita dimisit mihi librum talmudicum, meos 
libros vendidit et voravit. subsequitur pater Judaeus improbus et ab 
me exigit, quern dicebat non filii sed suum talmudicum codicem, 
cum quo certare nolens propter tarn stultae doctrinae librum, 
quern parvi facerem, reddidi codicem patri et meos libellos amisi. 
Verum contigit eodem anno adpellere Michaelem Adam, neophi- 
tum non impium et satis doctum ex Argentina et Constantia 
venire, quern hospitio fovi per multos menses gratis, cibum prae- 
bens et domicilium, donee a Froschofero non modicam precuniam 
pro labore cum Leone Judae in corrigenda Germanica Biblia acqui- 
sivit et interim divitem quoque viduam pro uxore duxit. Ea 
habita opportunitate tarn libri talmudici quam Adae hujus, ne nihil 



l ) d. h. aus den Biichern, welche sein Schwager Fries ihm aus Italien 
mitgebracht hatte. 



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i 7 3 

pro expensis assequerer, exegi dimidiam horae interdiu, qua libros 
aliquos talmudicos, germanice exponendo ore suo, ego calamo 
annotarem sensum latine; id ipsum egi in multis prius recitatis 
libris juxta sua nomina. omnia ilia dalmutica deliramenta, jam per 
Frisium assequutis libris, hoc 46. anno coepi conferre iterum, 
corrigere et in linguae exercitium tractare et memoria renovare 
post octo fere annos. Quaedam non solum de textu Mischnae, 
sed etiam de Gamara Babilonici Talmud, quod mihi eodem tem- 
pore 38. anno amicus Capito Argentinensis transmiserat, ex quo 
non paucos libellos simili studio transtuleram. Omnia ipsa jam 
contuli et correxi, ut sunt libri apud eos dicti D01T^> X)DV> 
jmrDD, H13D et naec ex Babilonico. Sed et DX^fi et glossam 
Gamara in librum XQV et Sanhedrin in duo capita tantum, deinde 
rViyn, nSuD, n^Un, pptSto 1 ) exHierosolymitano. His nunc omni- 
bus collatis et correctis, nabita nunc a Deo mihi ingesta occasione tot 
librorum, quos Johannes Frisius, uxoris frater, attulerat nihil tale 
me cogitante vel rogante, coepi diligentius laborare, certe improbo 
labore, qui tamen omnia vincit, vertique pro virili primum Intro- 
ductionem Rabi Mosse bar Maymon in Talmud, quern Lyra ^^J^lT 
nominat, Mosen egyptium, asserens eum post Mosen primum 
omnium Judaeorum fuisse doctissimum, quern et hodie quoque 
omnes Judaei principem Rabinorum statuunt moderniorum ; ipse se 
dicit Hispanum esse, sed scripsisse sua pleraque Arabice. Vixit 
coaetaneus Abrahae aben Ezrae, circa annum 11 80, paulo post 
Rabi Salomonem Galium Wormaciensem. Earn introductionem 
coepi 22. Februarii 1547 et finivi 3a Maji. Transtuli quoque 
Gamara talmudica non continua, sed excerpta quaedam singularia 
ex libro HIDID P er aliquot capita; et alia quoque continua ob 
linguae studium et exercitium iu eundem librum auxilio Michaelis 
Adae; sed fastidio tandem utriusque abripimus opus. Ejusdem 
auxilio transtuli introductorium aliud breve in Thalmud cujusdam 
Rabi Samuelis principis, sic enim suos Rabinos jactitant et cele- 
brant, muli mulos. 



') Der gebrauchlichere Name dieses VIII. Traktates der Seder Taharoth ist 

pnsfao 

I • • ; - 



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i 7 4 

r. Eiiezer Semitarum vitae librum R. Eliezer Magni transtuli , brevem 

quidem sed moralem, judaico modo scriptum. Deinde alphabetum 

anus syra filii Syra transtuli, idque duplex, cum alia quadam fabula poeni- 
tenda et turpi ejusdem Syrae, item librum tcrnariorum Rabi Cados 
et tractatum quoque quaternariorum et quinariorum senariorum 
quoque usque ad denariorum tractatulos. Gesta quoque Rabi Josuae 
filii Levi justi et aliorum multorum fabulae judaicae per me 
translatae sunt. 

R ffl E Hirc r ' Transtuli quoque librum prolixum Rabi Eliezer, filii Hircani 

qui magnus cognominatur, refertum fabulis additis ad librum 
Geneseos et Exodi et libro Hester, usque ad capita quinquaginta 
quatuor allegatur passim Pirke Eliezer. Librum sancti timoris R. 
Jonae Gerundensis inchoatum. De immortalitate animae Aristotelicus 

De morte R.Abraham, filius Chisdai, de morte scilicet non timenda sapienti 

De anima transtuli scriptum. Liber Galieni de anima versus est a me eo 
tempore: exhortationes tres, et quasi soliloquia animae ad con- 
scientiam suam et ad Deum. Libellus de jugulo et mactatione 
animalium versus est. De benedictione mensae vel ciborum libellus 
versus est. Quaestio quaedam et resolutio non finita sed tentata. 
Doctrinae 50. pro quinquaginta discipulis cujusdam sapientis versae. 
Expositio in librum P1DN per capita 4, non absoluta sunt. Josephi 
historiam legi totam contulique ad operas M. Adam. Excerpta ex 
Bresith Rabba, per centum capita, hoc est super totum librum 
Geneseos. Rabbi Bachai in Exodum, usque ad c. XVIIJ transtuli. 
R. Salomonem transtuli in Exodum, a 26 Februarii anno 46 usque 
ad XVI Martii. R. Salomonem in Leviticum inchoatum et finitum 
postea 17. Augusti, in librum Job. R. Abraham prizol usque ad 
8. c. Rambam JHft, doctrina, liber primus translatus ad finem p. 
X. c. finitus Junii 25. anno 1546. Ex capite quarto libri HIJH 
Rambam, libro tertio ^Q^n mif) 7 capita Rambam. 1 ) De ido- 
latria vitanda 7 capitibus, Rambam. Tentata expositio libri JHOH 
difficilior quam textus, idquod apud Judaeos est usitatissimum, ut 
Rabini expositores difficilius loquantur et minus intelligantur, quam 



l ) Damit kann bloss der 3. Theil der Mischnah torah dcs Maimonides 
gemeint sein, der genau 7 Kapitel hat. Freilich ist die hier gebrauchte 
Bezeichnung nicht der gebrauchliche Titel, aber korrekt gebildet und zutreffend. 



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175 

liber exponendus. Hactenus acta usque ad Augusti initium 1546 
anni. 

Mense Octobri praelegi studiosis quibusdam sphaeram materialem 
et finivi; deinde compositionem astrolabii et usum ejusdem 
praelegi. 

Decembris die 22. coepi rogare Dominum Doctorem Christo- 
phorum Clauserum pro filia Elizabetha desponsanda Samueli filio, 
qui ultro consensit, cujus sponsalia deinde celebrata sunt quinta 
Januarii anno 1547, promissis ab eo centum florenis pro filia, et 
ego totidem pro filio et dotem centum librarum promisi. 

Die autem 13. Januarii celebratae sunt nuptiae, invitatis fere 1547 
quinquaginta personis, cum minimum cuperemus celebrari. Donaria 
invitatorum excessurunt numerum 30 florenorum. 

Ob btllorum rumores delectus fuit exercitus a Tigurinis et 
dux electus Bernardus a Cham 1 ) 22. Januarii. Equi ordinati ad 
necessaria belli, sed gratia Dei pax nobiscum duravit, captique 
sunt quidam bellaces, qui contra mandatum Dominorum bellum 
petere tentaverant. Allatae definitiones vel sessiones sex ex concilio 
Tridentino cum annotationibus nostrorum improbantibus eas, 
quas legi. 

Dolui graviter ex brachio dextro et scabie, ut otiosus consi- 
sterem, successit hinc dolor vchemens ex calculo per triduum, 
qui ingens urina elapsus est post sex dies. Martio mense legi Ter- 
tuliani opera, diligentius quam antea. deinde Prudentii carmina 
contuli translationes veterum Augustini, Tertulliani et Cypriani 
cum vulgata et annotavi ad Parisiensem Roberti Stephani magnam. 

In Aprili thermas cum uxore adii in Urdorff cum Domino 
Bullingero, Adriano Fischlin, Eustachio Froschhofer. Eo tempore 
25. Aprilis captus est a caesarianis Dux Johannes Fridericus Saxoniae 
a quodam nobili dicto Thil vom Trot, cui se sponte captum 
commisit, circa Silvam dictam Schweinart circa Kosdorff. 2 ) 

Rabi Davidis Michlol verti latine ex hebraico. Mense Junio 
thermas foverunt Conradus Wolfart in Baden, misi illuc eis pisces 



1 ) Der nachmalige Burgermeister. Vgl. Pestalo^i: Heinrich Bullinger 
S. 483. 

2 ) Die Schlacht bei Muhlberg fand bekanntlich am 24. April statt. 



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i 7 6 . 

per Samuelem et invitavi. Suscepi Biblia hebraica majuscula litera 
in quatuor volumii>ibus ligata pro quinque florenis, q«a et numeris 
versuum annotavi et contuli cum translationibus et adsignavi diffi- 
ciliora loca. 15. Julii hospites laetus suscepi Conradum Wolfart ac 
)ohannem Oporinum cum uxoribus et domino a Stauffen. Abie- 
runt decima nona, tractati passim hospitaliter. 

Transtuli Rambam de idololatria, item de benedictione sacer- 
dotali germanice; de oratione et multa excerpsi stulta et inutilia 
ad confusionem Judaeorum. 

Prandium generale Helvetiorum celebratum 21. Augusti in 
curia vel luco, mensis . adornatis magnifice 158. 

31. Augusti coepi transferre commentaria R. Davidis Kimhi 
in Ezechielem 20 folia, diebus 20, finivi 25. Sept. Adfuit comes 
Georgius a Wirtemberg cum familia et singularibus amicis meis 
ac veteribus Ludovico ab Rischach et Johanne ab Utenheim. 
27. coepi vertere commentarium R. Levi ben Gerson in prophetam 
Danielem, absolvi ia Octobris. 

2. Octobris emi bibliothecam Hebraicam ab affine Frisio pro 
centum florenis et 20, quae infra annum solvi praeter X fl., quod 
multi valde essent prorsus inutiles et nullius momenti et per 
deceptionem Judaicam et Frysii ignorantiam empti absque omni 
ratione. ■ Coepi statim interpreted exercitii gratia librum Gerardi 
Ravenstein, libros duos intitulatos itinera deserti, metricum et 
solutum, stilo talmudico, itemque germanice versus primi libri, 
finivi infra X dies. 

23. Octobris calculo graviter sum afflictus triduo, duobus 
enixis calculis die sexto* sed statim rediit dolor calculi per 4 dies, 
jta Novembris Samuel Basileam abiit ad honorem Huldrici Zwinglii 
et ad Rubiacum, rediit die 16. ejusdem 23. Novembris finivi 
Rambam de libro legis. Anno 48. 2. Januarii infirmata est Elizabet 
nurus graviter per 16. dies, post quos convaluit. 
1648 Samuel collaborator electus pro schola superiore 18. Januarii, 

2. Februarii transferre coepi Rambam de articulis fidei et Helocham 
mjH> * tem postea transtuli epistolas Judaicas Rambam et R. Davidis 
Kimhi ad Judam quemdam et ejusdem Judae Medici ad Davidem, 
item argumenta libri more Hanfuchim incompleta, item librum 



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Ill 

Martii 23. adfuit potens dominus comes Claudius De Maure, 
Dominus da Landal in Brittania, cuius secretarius Lodovicus Mer- 
cantius, qui me humanissime complexi sunt et promiserunt omnia 
bona, donaverunt uxorem duobus coronatis. Venerant ex Roma, 
optime instituti in vera religione, opera Domini Johannis Gurie, 1 
officialis olim episcopi Rhedonensis, qui commensalis mihi fuit 
aliquot mensibus et meam charitatem et officia domino illi rediens 
commendaverat nimis, certe vir liberalis et optimus. Martii 30. 
graviter infirmata est Elizabeth apoplexiae quadam specie per X 
dies. Augusti 8. thermas adiit cum Samuele, a quo tempore melius 
semper habuerunt et sani redierunt 4. Septembris. 

4. Septembris Domino Johahni Hoppero Anglo nunc episcopo, 
doctissimo et optimo viro praelegi jcommentaria yi omnes 12. 
Prophetas minores Rabi Davidis Kimhi gratis oipnino. 1 ) 

Septembris 8. uxor mea Elizabeth abiit ad thermas cum Mar- 
gareta Clausera, interim venit cum uxore sua Theobaldus Wolfart, 
adfuit 4 diebus. Rediens cum Samuele ivit ad Baden cum uxoribus, 
redierunt a thermis 4 octobris. Lelius Sonzinus Senensis Italus 2 ) 



*) Ueber John Hoopers Zurcher Aufenthalt und dessen Folgen s. Pesta- 
loiqi a. a. O. S. 257 ff. und 443 ff. 

2 ) Laelius Socinus (vgl. uber ihn Pestalozzj a. a. O. S. 451 und Trtchsel 
in dem Artikel « Antitrinitarier» bei.Herzog I, 404 ff.) kehrte fortan von 
seinen Reisen jeweilen nach Zurich zuriick, wo man ihn schr schatzte und 
wo er audi 1562 starb. Pellikans Fursorge begleitete ikn auch auf seinen 
Reisen. Nach einem Briefe OjTorins an Pellikan (19. Juni 1549, s. Siml. 
Samml.) hatte dieser den Basler Druckerherm gebeten, S. wahrend seines 
Aufenthaltes in Basel bei sich aufzunehmen. Oporin antwortete: «Laelium 
Socinum a vobis omnibus tantopere commendatum libenter recepissem domum 
meam, nisi ea ita esset operibus typographicis referta , ut mihi ipsi vix relictus 
sit angulus vacuus, in quern me aliquando recipiam. Prospexi tamen ei apud 
D. Munsterum, qui cubiculum est daturus et apud viduam D. Grynaei p. m. 
ubi habiturus est mensam». In einem Briefe Pellikans an den kaiserlichen 
Gesandten Ascanius Marsus in Luzern (Februar 1 5 5 1 ; s. Siml. Samml.) ist 
von Socins. Aufenthalt bei Melanchthon die Rede. Von dieser Wittenberger 
Reise kehrte S. im Herbst 1551 nach Zurich zuriick; Pellikan an Mykonius 
16. Oktober: « Laelius rediit, homi mihi charus digtuisque cui benefiat. Can- 
didus non quidem corpore sed anirno et vir integer, optimi et magni viri filius, 
homo pius et doctus». Socinus brachte auch in dem von ihm mitverfassten 
beriichtigten Werk «Martinus Bellius» Citate aus Pellikans Schriften. Vgl. 
Mdhly: Seb. Castellio S. 39 und 45. 



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- i 7 8 

coepit habitare mecum homo pius et doctus 19. Octobris. Parker 
Johannes Spe Gelrensis et Johannes Fabri Montanus compater et 
Johannes Andreas Italus juvenis. Lelius abiit 25. Junii anno 50. 

Decima octava Novembris graviter laboravi ex calculo 7. diebus 
post quos enixus sum duos calculos. Duodecima Decembri coepi 
transferre commentaria R. Davidis K. in Josuae et Judicum labore 
decern dierum. 

1549 Anno 49. mense Januario transtuli R. David Kimhi in quatuor 
libros: II Samuelis et II Regum. Contuli iterum Rab. Salomonis 
translationem in Paralip. et in Ezram. In Danielem commentarium 
R. D. K. transtuli in Martio. In Martio transtuli Rambam in Job, 
revidi Rabfenaki commentarium in proverbia, in Maio transtuli 
commentarium R. D. K. in psalterium totum. In Junio rescripsi 
et transtuli Postelli candelabrum. Augusti 22. podagra me cepit 
in pedica majore dextra. 

Principio Decembris anni 49. fuit mecum 8. diebus Robertus 
Stephani, 1 ) qui videns quae transtuleram hactenus ex commentariis 
Rabinorum in sacros codices, rogavit instanter, ut in residuis 
omnibus pergerem, idque non ad sensum tantum, sed ad literam 
quoque pro hebraismis discendis. Igitur statim coepi pergere in 

1550 Isajam, Jeremiam et ceteros omnes, nempe R. Salomonem, R. D. K 
in omnes Prophetas majores et minores sed et R. Abraham aben 
Ezra totum in omnes libros biblicos. In Maio thermas adii con- 
silio medicorum ob calculum et podagram. Redii 3. Junii. 

In Augusto 10. die coepit mecum habitare Petrus Paulus 
Vergerius episcopus Justinopolitanus 4. septimanis vir sanctus. 2 ) 

Eodem anno 49. 3 ) scripsit mihi Thomas Courtean famulus 
Roberti Stephani ejusdem jussu e Genefa 16. die decembris: nunc 
igitur accipe ut licet primum duodecim Biblia cum annotationibus 
in 8° 28 bazionibus; 12 Psalteria cum annotationibus pro 4 batz, 
4 thesauros linguae sanctae pro 28 batzionibus, 6 institutiones 



1 ) Ueber Pellikans Verhaltniss zu dem beruhmten Genfer Buchdrucker 
gibt er selbst im Verlauf weitere Aufschlusse. 

2 ) Vgl. iiber ihn und seinen Aufenthalt in der Schweiz die treffliche 
Monographic von Sixt. 

3 ) Es soil offenbar heissen: 50. 



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i 7 9 

Sancti Pagnini 13. batz. vendesque unani quodque eorum pretio 
ad latus superscripto, eoque facies ut Uteris heri meis, quas antea 
misi, monitus es, videlicet ut vectori nunc satisfacias coronatum 
pro ductu, quem.idmodum cum illo de pretio conveni, reliquas 
autem pecunias ad tuum usum accomodes. 

Ceterum anno 51, 22. Februarii Robertus Stephani inter alio. 1551 
scripsit: Obsecro, ut per famulum meum mittas, quicquid unquam 
verteris ex commentariis Hebraeorum neque te torqueas in rele- 
gendis et expoliendis omnibus. Negotium illud sine meum esse una 
cum concordantiis, curabo omnia diligentissime neque cuiquam 
alio ascribam earn diligentiam, quam praestabimus, quam tibi. 
Abbrevationes tuas novi. Magis proficio in commentariis Salomonis 
in Canticum a te versis, quam in iis, quae ad me misisti in priores 
Prophetas limatiora. Aegre fero sane tantam senectutem occupari 
in relectione hujus modi; non possum una parte juvari, aut me 
omnia simul habere oportet aut nihil; nunc enim ut sunt negotia, 
in Genesi versor, nunc in prioribus, inde in posterioribus Prophetis, 
nunc in Job, nunc in Psalmis. Interea paro, quae tuo nomine 
edi poterunt; malo autem a te quam a Monstero 1 ) haec omnia 
accipere. Quando pecunias non vis, mitto thesaurum et Budei 
commentaries. Velim habere quae tu Musculo 2 ) misisti; si quos 
alios libros velis tuis dari , scribe. Benedicat Dominus familiae tuae, 
Samueli maxime, cui gratulor patrem similem, quern tu meo 
nomine resalutabis. Filios eram missurus, verum coeli intemperies 
obstitit. Eidem optimo et diligentissimo doctissimoque regio im- 
pressori scripsi eodem anno 10. Aprilis: Mitto libentissime omnia 
mea praescripta in manus tuas, quibus ad publicum profectum uteris 
pro voto et judicio tuo docto ac fidelissimo, 3 ) ea autem conditione 



') In einem Bride an Valentin Pacaeus sagt auch Pellikan von Miinsters 
etwas leichter Bucherschreiberei: « facilia prodit difficilia negligit». Munster 
sclbst charakterisirt sich in einem Briefe an Pellikan (20. Juni 1549; Original 
auf der Kantonsbibliothek in Zurich) sehr naiv, indem er die Entschuldigung 
einer langeren Unterbrechung seiner Korrespondenz mit den Wnrten begleitet: 
«etiamsi interim loquax fuerim in omnes Germaniae partes ». 

*) In dem Begleitschreiben an Musculus (5. Februar 1551; Autographon 
in Bern) nennt er seine thalmudischen Arbeiten «improbi laboris mei inima- 
turum fructuni». 

3 ) In einem Briefe an Mykonius (16. Oktober 1551, s. Siml. Samml.) 



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i8o 

mitto, ut si vel tu vel filii tui aliquando eis uti ^d aliquorum 
editionem nolitis vel non possitis, ut tandem vel post mortem 
tuam redeant ad manus filii mei, si vivet, vel ad ecclesiam Tigu- 
rinam, ut . eis utatur Professor hebraicae linguae mihi Domino 
ordinante successurus, ut labor meus tantus aut qualiscunque non 
pereat, sed prosit non tantopere laboraturo, ut ego laboravi tot annis 
improbe et sine omni auxilio instructorum, cupiens semel Judaicae 
doctrinae authores a nostris quoque non ignorari exemplo pie 
doctorum nostri temporis. Utcunque modica videatur pars ilia 
Judaicorum scriptorum, quae sine nostrorum piorum scriptis nobis 
multum proficiant. 

Misi autem Domino Roberto Stephani Geneuam Rabinos sub- 
scripts versos latine: R. David Kimhi in Genesim non totam, in 
Josuae, Judicum, Samuel, Regum, Esaiam, Jeremiam, Ezechielem, 
XII prophetas et psalmos; R. Abraham aben Ezra in Mosen, in 
prophetas omnes praeter Jeremiam et in psalmos et reliqua hagio- 
grapha, R. Salomonem Sarchi in prophetas priores et posteriores 
omnes, in psalmos, Cantica, Ruth, Ecclesiasten , Hester, Esdram 
et in verba dierum; R. Levi ben Gersom in parabolas Salomonis 
et Danielem; R. Mosen Gerundensem Ramban in Job; R. Abraham 
prizol in Job usque ad 20 caput; commentarium Kabucki in para- 
bolas Salomonis; R. Simeonem in verba dierum insertum R. 
Salomoni. 

Ad haec ipse respondit in haec verba 26. Aprilis 1 551 : Quam 
exhilaratus sum accepto tuo fasciculo vix dici potest, charissime 
frater; si quid amplius ex Italia autNeapoli accepero, ad te mittam; 
interea dissutos codices ex postrema Bombergi editione ad te 
mitto, ex quibus vertere poteris commentaries R. D. Kimhi in 
verba dierum sive libros Paralipomenon , ubi in Genesim absolveris 
etc. Ne quid autem vereare, etiam minimum folium perditum iri 
ex omnibus, quae ad me misisti, magna fide asservabuntur a me, 
revertentur quoque aliquando omnia ad ecclesiam vestram magno 

sagt Pellikan iiber sein Verhaltniss zu R. Stephanus: «totus sum in judaicis 
stoliditatibus nunc talmudicis, postquam transtuli integre tres eoruni celebres 
Rabbinos in tota Biblia, rogatu Robcrti Stephani, cui omnia Gencvam misi, 
apud quern utilius resident quam mecum, quibus usurus sit suo tempore ad 
studiosorum profectum ». 



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i8i 

cum fenore; 1 ) ubi aliquid absolverimus excusum ad te mittam: 
properare non possumus etc. Genevae. 

Ab illo tempore, quo libros quosdam jam transtuleram et 
miseram Genevam anno 1550. in Januario verti Rabi Salomonem 
in Isajam Prophetam, in Jeremiam, Ezechielem et reliquos omnes 
duodecim, quos finivi 14 februarii, deinde in Psalmos omnes et 
reliquos libros transtuli ^£H. 

Anno 51, 6 Januarii nata es Anna Samucli hora prima 1551 
30 minutis post meridiem. 2 ) Levatores Josias Simmler et Anna 
Leuwin. 

Januarii 18. die misi ad Genevam Roberto Stephani com- 
mentarium R. Salomonis in Prophetas priores et R. Abraham 
Aben Ezra in Isajam. Martii 28. coepi vertere R. David Kimhi in 
Genesim, Domino Roberto Stephani, finivi 8. Aprilis. Similiter 
29. Aprilis coepi vertere R. David Kimhi in verba dierum; finivi 
II Maji. Similiter tunc verti R. Saadiam in Danielem. 

In Junio coepit commensalis esse mihi Andreas Heffel, Brute- 
nus usque ad 24 Augusti. Cui impensas dabat Abbas in Aldersbach 
Joannes Philonicus, cuius erat ludi magister; id posterius didici 
ex lectione libri Joannis Dugonis Philonii Walperskirchensis. Abiit 
Basileam 14 Augusti. 

Ab Augusta per Caesarem ejecti pastores venerunt ad nos 
Tigurum. Joannes Mecardus, Joannes Ehingerus, Jacobus Dachser, 
Joannes Mathsperger, Joannes Heinricus Heldius, Joannes Barcardus. 

Prima die Septembris coepi vertere bresit Rabba finivi et 19. 
Novembris, coepi in Exodum idem Rabba et in Deuteronomium 
extracta finivi anno 52, 2. Februarii. Anno 52 natus est Conradus 



*) In der That finden sich die meisten der genannten Manuskripte auf 
den beiden Zurcher Bibliotheken. Vgl. den « Index manuscriptorum Conradi 
Pellicani in utraque tarn Carolina (jetzt Kantonsbibliothek) quam Civica (Stadt- 
bibliothek) Tigurinorum bibliotheca asservatorum », im Anschluss an eine 
Lebensbeschreibung Pellikans in Holtinger: Altes und Neues aus der gelehrten 
Welt, Zurich 171 7, I, S. 52 ff. und den in der Einleitung a. Artikel aus 
Gesners Biblioth. univ. 

2 ) Pellikan schreibt am 16. Oktober 1551 an O. Mykonius (s. Sinil. 
Samml.): «consolatur Dominus senectutem meam, quamdiu placet clementiae 
suae, ex filiola filii elegantissima, nostro judicio (sic!). Speramus et prolem 
alteram post tres menses. Domini voluntas fiat cum gratia et gaudio sacro». 



1552 



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l82 

Pellicanus 1 ) nepos, die Januarii 27. hor. 4 post m. Anno 1552, 
16 Februarii coepi vertere Rabi Bachai . filium Aser in Genesim, 
integre per Bresith, sed a Noa consequenter excerpsi solum nota- 
bilia ; idem egi in Exodum a 1 5 martii, idem in librum Numero- 
rum coepi sed non continuavi. 19. Junii accepi epistolam latinam 
admirandae elegantiae atque doctrinae ab inclita virgine Jana Graja 
a familia nobilissima Suffolciensi nata , quae postea tracta ad 
regnum Angliae post obitum Eduardi regis capite truncata est 
decima Februarii anno 1554. 2 ) 
1553 Anno 1552, Julii 18. emi domum uff dorff pro 405 florenis, 

quos successive reddidi usque in annum 1554. 

Augusti 26. thermas cum uxore et filio petii ob calculum 3 ); 
20 septembris redii domum. Vindemia fuit ad 144 urnas. 

Kalendis Februarii nata Samueli filia Elizabet hora 9 ante 
meridiem. In Majo legi omnia opera Theodori Bibliandri secundo. 
in Junio et deinceps legi omnia commentaria mea in vetus test, 
et in Ecclesiasticos omnes usque in medium Augusti, postea legi 
Germanica scripta mea in Genesim, et cetera et in Isajam. Legi 
etiam Genesim, Germanicum Lutheri commentarium. 

Novembris die 12 coepi scribere in Ezechielem germanice. 
nona Decembris finivi usque ad 40 c. Tertia decima ejusdem coepi 
in Hoseam, 23; die finivi germanice et cessavit negotium com- 
mittens D. Ludovico Lavater, qui continuabit. 4 ) 



l ) s. vorige Anmerkung. 

*) Ueber das liebliche Verhaltniss der edeln Jane Gray zu Bullinger s. 
Pestalo^i a. a. O. S. 444. Ohne Zwcifel war cs Hooper, der sie auf Pellikan 
aufmerksam gemacht. Leider findet sich von dem Briefe, den sie an Pellikan 
geschrieben, nur die Notiz «intercidit». S. Hess (Mscr.) gibt an, die junge 
Fiirstin habe Pellikan urn eine kurzgefasste hebraische Sprachlehre und urn 
die Dedikation seiner thalmudischen Arbeiten gebeten. 

8 ) In dem soeben angeftihrten Briefe an Mykonius beschreibt Pellikan den 
Zustand seines Alters mit folgenden Worten: «Ego quidem raro nunc scribo 
epistolas, quod fere omnes amici mei olim per Germaniam noti praecesserunt 
et me expectant statim successurum, quamvis Dei gratia pro tanta aetate LXXIV 
annorum nihil queri liceat, utcunque accidentia quotidiana ex calculo patiar et 
integro fere anno scabiem oportunam una tecum passus sim, propter quam 
bis thermas adii et nunc melius habeo, incertus quamdiu». 

4 ) Dies hat nun Lavater nicht gethan, dagegen haben wir in der Ein- 



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i8 3 

Eodem mense tactus est misere Conradus Licostenes paralisi 
die . . graviterque laboravit et ad Februarium restitutus utcunque. 

Anno 1554 in Januario coepi relegere totum Targum in Biblia 
a me versum olim et annotavi numerum versuum pro commo- 
diori usu ad hebraica conferenda. 

Martii 25. anno 1554, die Pascae hora 5 post mer. natus est 
Joannes Jacobus, nepotulus; 28. die Aprilis coepi revidere versum 
a me commentarium R. Abraham in Genesim, dictum fasciculus 
Myrhe, quern verteram anno 52 in Octobri usque in Decembrem. 
Anno autem 1554 secunda Maji coepi vertere eundem authorem 
in Exodum. 

27 Maji coepi ejusdem versionem in Leviticum. 7. Junii in 
Numerorum, 23. Junii in Deuteronomium, sicque totum finivi 
opus in Mosen Kalendis Septembris 1554. Decima Septembris 
coepi vertere secundo capitula Rabi Eliezer, filii Hircani, continentia 
sententias doctrinae Judaicae, frequenter a Rabinis allegatum opus; 
finivi 24 Septembris Anno 1554. 

Ejusdem anni 6. Octobris coepi historian! regum Israelitarum 
tempore domus secundae, id est Machabeorum et tandem Roma- 
norum et destructionis Jerusalem. — Junii 23 *) thermas adivimus 
ego, uxor, filius, ubi toti sumus cum Con rado Licosthene et uxore 
sua Christiana usque ad 26. Julii. — 31. die Julii in gratiam Oporini 
transtuli secundo R. David Kimhi in Hoseam et Basileam misi 
eidem, quern 8. Augusti finieram. — 18 Septembris obiit Rubiaci 
sororius meus Theobaldus Wollfhart, consul et quaestor ibidem 
annis multis. 



leitung gesehen, inwiefern er sich allerdings urn Pellikans Hterarischen Nachlass 
bekummert hat. 

*) Die nun folgenden drei Notizen werden wahrscheinlich aus dem Jahre 
155^ stammen. 



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1 8 4 

Anno 1556. Paschalibus feriis 1 ) obiit Conradus Pellicanus, 
saq-arum literarum in schola Tigurina hebraicus Professor; in* ejus 
locum successit Petrus Martyr Vermilius, 2 ) Argentorato a senatii 
amplissimo Tigurino vocatus. 



*) 6. April. Fabricius sagt in der oben angefuhrten Gedachtnissrede fiber 
Pellikans Tod und Begrabniss Folgendes: «in suorum complectibus placide et 
quiete decessit, sicut in omni reliqua vita placida et quieta hujus viri fuerunt 
universa. Tantum vero sui desiderium civibus reliquit, ut nulla par5 civitatis 
a moerore et luctu sit aliena. Non consules amplissimi, non tribuni fortissimi, 
non reliqui senatores prudentissimi, non matronae, non puellae, non pueri, 
non senes a funere et dolore abfuerunt. Hinc tanta pullatorum, tanta atra- 
torum turba. Hinc squalor, hinc situs non vestes modo, sed ora simul et 
vultus civium occupavit». 

2 ) Vgl. Schmidt: Peter Martyr Vermigli S. 184 ff. Nach einem Briefc, 
den derselbe aus Oxford am 31. Mai 1550 an Pellikan geschrieben hatte 
(Original auf der Kantonsbihjiothek in Zurich) , waren die beiden Manner in 
freundschaftlichen Beziehungen 2u einander gestanden und hatte Vermigli 
einst bei Pellikan in Zurich gastliche Aufnahme gefunden. 



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AN HANG 

zu Seite 43. 



Pellikans Gesprach mit Capito uber das h. Abendmahl im Jahre iji2. 
(Aus dcr oratio historica des Joh. Fabricius, D. 3 ff.) 

Libet hoc loco commemorafe, propter juniores maxime, quae 
quinto anno postquam ex Italia rediit, Bruxella acciderunt. 
Cum enim iliac Pellicanus, conventus gratia, quiSpirae tunc age- 
batur, iter haberet, ad Wolphgangum Capitonem divertit, qui tunc 
ejus loci regebat ecclesiam. IsPellicanum, quern pridem familiariter 
noverat, seorsim ab aliis sciscitaturus aliquid, parumper abduxit 
ibique eum serio obtestatus est, suam sibi de sacramento corporis 
et sanguinis Christi dignaretur aperire sententiam. Pellicanus amico 
veteri tarn enixe haec abs se flagitanti non gravate morem gessit. 
Exorsus autem a rei ipsius difficultate, haec, inquit, quaestio mi 
Wolphgange me quoque diu multumque exercuit, sed Dei gratia 
pulchre mihi satisfecisse videor. Ut verum tamen fatear nihilque 
te celem arcanorum meorum, transsubstantiationis commentum, 
quod nunc passim in ecclesia dominatur, nullam plane apud me 
fidem meretur, propterea quod cum prima coenae institutione 
minime convenit , cum omni denique sinceriori theologia ex diametro 
pugnet. Christus enim coram in mensa assidebat, tiqc cum suam 
quisque portionem carperet, de Christi carne et sanguine quicquam 
detractum est aut diminutum. Atqui haec non corporis oculis, 
dicat aliquis, sed spiritu et fide sunt dijudicanda. Sint sane, spiri- 
tualis tamen homo dijudicat omnia, et fides non statim quaelibet 
accipit indifferenter absurda, sed si quae humanae quidem rationi 



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i86 

repugnant, cum verbo Dei tamen recte consentiunt. Qui D. Augu- 
stini locum pro suo errore adducunt, quod scilicet Christus se ipsum 
in manibus suis gestarit, non animadvertunt , quod simul absurdis 
se ipsos constringant. Si quidem enim Christus verum ct reale 
corpus suum, non potius symbolum corporis (quod Augustinus 
tamen sensit) in manibus gestavit, jam Christo affingunt duo simul 
corpora natura, proportione, dimensione longissime inter se mutuo 
distantia. Si vero, quod D. J. Chrysostomus sensit, Christus 
quoque de pane hoc symbolico comedit deque poculo bibit, jam 
suum quoque ipsius corpus in se ipsum recondidit. Si tarn mon- 
strosas metamorphoseis fingere licet, quo temeritas humana non 
prosiliet tandem? Eadem nimirum ratione tot animos Christo 
affinget quot corpora. Audivi, qui de corpore glorioso subtiliter 
admodum, ut ipsis quidem videbatur, mea vero sententia pueri- 
liter satis et inepte multa disputarent. Quid enim attinet hoc 
loco de glorioso 'corpore disputare, cum postridie, quam coenam 
cum suis celebrasset, Christus in passibili suo corpore, quod pro 
nobis Iv-Tpov fecit, diros cruciatus tulerit. Quod si autem Christi 
corpus passibile simul et impassibile fuit, necesse est duas pug- 
nantes qualitates, aut simul in eodem ut dicunt fuisse subjecto, 
aut permutatione quadam et alteratione sese mutuo subsequutas, 
aut certe singulis qualitatibus singulas fuisse substantias, aut quod 
aeque absurdum alterutram harum qualitatum fuisse absque sub- 
stantiae. Intelligis Wolphgange quo mea nunc pergat oratio. Si 
duae diversae qualitates, passibilis et impassibilis inquam, in unius 
Christi corpore, connexione quadam inseparibili, coadunatae fuerunt, 
non intelligo, quomodo Dominus per omnia fratribus sit similis 
factus, sed nee satis assequor, quomodo alteram qualitatem absque 
altera suis dare potuerit. Quod si dicunt has duas qualitates pro 
arbitratu Christi, permutatione quadam sese mutuo subsequutas, 
ita ut liberum fuerit Christo modo hanc modo illam assumere aut 
deponere, haec quoque transsubstantiationis figmenta nihil omnino 
suffragantur. Constat enim Christi corpus eodem momento, quo 
panem et vinum inter suos distribueret, omnibus in mensa con- 
spicuum fuisse ea dimensione et quantitate, qua primum accubuerat. 
Huic ego cogitationi, mi Capito, cum non nihil indulgerem, 
incredibile dictu est, quam variae sese animo meo ostenderint 



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i8 7 

imagines monstrosae omnes et valde absurdae. Scholasticis ergo 
sophismatis valere jussis, ad earn theologiam me contuli, quae 
sacris literis continetur aque purioris ecclesiae consensu non abhorret. 
Nee ideo de sacramento hoc perperam sentio. Sic enim judico, 
corpus et sanguinem Christi in sacramento hoc non quidem carna- 
liter aut realiter, ut nunc loquuntur (hoc est corporaliter) sed 
sacramentaliter, id est modo rationeque sacramentis usitato et 
familiari ahiberi credentibus. Habes Wolphgange meam de 
sacramento sententiam, quam precibus tuis tantopere a me con- 
tendisti. Ad haec Pellicani verba Capito mirifice affectus dicitur, 
adeo ut singularem prae se ferret voluptatem, quam non verbis 
tantum, sed vultus quoque figuratione non obscure declaravit. 
Maximo, dicebat, Pellicane me perfudisti gaudio, qui sententiae 
ejus, quam pridem veram deprehendi, premendam tamen occul- 
tandamque duxi, tantisper dum cum majore fructu foras aliquando 
emanaret, te socium et patronum cognoverim. 



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Personen-Register zum Chronikon. 



Aberhard, Joh.: 157. 

Adam, Michael: 133, 149, 172 ff. 

Agostino, fra, von Ogeria: 168. 

Agricola, Daniel: 41. 

Agricola, Rudolf: 6. 

Albrecht von Brandenburg, Ebf. 
von Mainz: 46. 

Alessandro, fra, von Padua: 167. 

Alphatius, Anton: 166. 

Althamer, Andreas: 116. 

Altorff, Joh. Kasp.: 169. 

Altzinger, Joh.: 11. 

Ambrogio, fra, ausMailand: 167. 

Amerbach, Joh.: 27, 38. 

Amerbach, Basil.: 53, 55. 

Amerbach. Bonif.: 140, 151, 164. 

Amerbach, Bruno: 53. 

Ammann, Joh.: 29. 

Ammann, Jakob: 108, 117, 142, 
150. 

Ammon, Kaspar: 76. 

Andreas, Joh.: 178. 

Angelis, Franziskus de: 77. 

Baling, Nikolaus: 142, 165. 

Barcardus, Joh.: 181. 

Baselius, Nikolaus: 44. 

Battista, fra, ausMailand: 168. 

Bebel, Heinrich: 170. 

Beham, Johannes: 19 f., 46. 

Benedetto, Franziskaner in Lo- 
carno: 167. 



Bentz, Kunigunde: 4. 

Ber, Ludwig: 35. 

Ber, Oswald: 164. 

Beyer, Anna: 166. 

Bibliander, Theodor: 125 ff., 132, 

136 ff., 157 f., 162, 168, 170, 

172, 182. 
Billing, Heinrich: no, 112 ff., 146. 
Binder, Georg: 142 f. 
Blankenheim, Friedrich von: 165. 
Blasius, Abt von Hirschau : 44. 
Blaurer, Ambrosius: 116. 
Bock, Joh.: 50, 150. 
Bocklin, Wilh.: 163 f. 
Bohrer, Konrad: 169. 
Boltz, Valentin: 163 ff. 
Bomberga, Daniel: 116. 
Bonaventura, fra, aus Pieve di 

Sacco: 168. 
Borel, Joh.: 166. 
Brand, Theodor: 164. 
Brigitta, die heilige: 63. 
Brun, Kaspar: n. 
Budeus, Wilh.: 171. 
Bugenhagen, Joh.: 75, 78, 120. 
Bullinger, Heinrich: 116, 125, 130, 

132, 136 ff., 142, 150, 157, 

159, 169 f., 175. 
Butler, Joh.: 146, 148 f. 
Butzer, Martin: 69, 78, 116, 145, 

162, 168. 



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190 



Caesar, von Bamberg: 48. 

Cassander, Georg: 162. 

Cajetan, Kardinal: 74. 

Calvin, Joh.: 171. 

Camph, Gerhard zum: 167, 170 f. 

Canczler, Joh.: 165. 

Capet, Joh.: 29 f. 

Capito, Wolfgang: 42 f., in, n 6, 

145, 160, 173, 185 ft'. 
Casiniir von Brandenburg: 49. 
Cassovia, Joseph von: 162. 
Cecus, Joh.: 118. 
Cellarius Joh.: 149. 
Cellarius, Martin: 160, 164. 
Ceporimus, Jakob: 105, 114, 142. 
Cham, Bernhard von: 175. 
Cham, Jakob von: 169. 
Cholinus, Petrus: 142, 156. 
Clauser, Christoph: 142, 175. 
Clauser, Konrad: 142, 145, 149. 
Cochlaeus, Joh.: 159, 169. 
Collin, Rud.: 108, 142, 150 f., 155. 
Cono, Johannes: 69. 
Cor bach, Kaspar: 84. 
Cosmus, s. Welti. 
Courtean, Thomas: 178. 
Crodel, Markus: 126, 169. 
Custazaia, Bonaventura: 168. 
Dachser, Jakob: 181. 
Dalburg, Joh. von: 23. 
Dodo, Augustinus: 27. 
Dugo, Joh.: 181. 
Dumysen, Rud.: 147 f. 
Eberlin, Joh.: 80, 85, 166. 
Eberstein, Graf von: 154. 
Eck, Joh.: 48, 75, 115. 
Ehinger, Joh.: 181. 
Ellenbogen, Nikolaus: 47, 51. 
Emanuel I., Konig v. Portugal : 54. 
Engelhart, Heinrich: 142. 



Enobarba: 158. 

Erasmus, Desiderius: 36, 50, 53, 

75' I3 1 * x 39> *46, 151, 154. 
Erasmus (von Limpurg), Bf. von 

Strassburg: 151 ff. 
Erb, Matth.: 163. 
Escher, J. J.: 150. 
Evander, Benedikt: 142. 
Ewig, Joh.: 170. 
Faber, Diethelm: 142. 
Faber, Jak. Stapulensis: 35, 53. 
Faber, Joh. (v. Konstanz): 76, 115. 
Fabri, Petrus: 142. 
Fabricius, Joh.: 178. 
Fabrinus, Petrus: 82. 
Fininger, Mauritius: 81 , 95. 
Fischer, Peter: 164. 
Fischlin, Adrian: 175. 
Fleck, Peter: 109 ff., 114. 
Foroliviensis, Christoph: 74. 
Francesco, fra, von Mailand : 167. 
Franck, Joh.: 169. 
Franck, Sebastian: 38, 168. 
Frey, Felix: 142. 
Fricker, Hieronymus : 1 1 8, 1 20, 1 44. 
Fries, Barthol.: 149. 
Fries, Joh.: 112, 142, 1456°., 170, 

172 f., 176. 
Fries, Ludwig: 6. 
Fries, Michael: 77. 
Frobenius, Johannes: 28, 54 f., 

74 ff., 78 f., 105, no f., 

140 f., 145 f. 
Froschouer, Christoph: 123, 128 ff, 

142, 145, 150 f., 158, 162, 

167, 170, 172. 
Froschouer, Christ., der JUngere: 

150. 
Froschouer, Eustachius: 168, 175. 
Frysius, Enno: 165. 



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I9i 



Galateo, Girolamo: 168. 
Gallus, Gualther: 5, 57, 74. 
Gallas, Jodokus: 2 f„ 5 ff., 9 ff., 

28, 37 f., 40 ff., 45, 51 f., 

57, 67 {(., 74. 
Gallus, Joh.: 4, 10, 71. 
Gebwiler, Joh.: Si. 
Genger, Joh.: 57. 
Georg, Bf., von Speyer: 45 f., 51, 

70. 
Georg von Brandenburg: 49. 
Georg,Franziskaner Provinzial : 50. 
Georg von Wirtemberg: 176. 
Gerbelius, Nikolaus: 44. 
Gesner, Konrad: 142. 
Girolamo, fra, von Genua: 167. 
Girolamo, fra, von Ferrara: 167. 
Giulio, fra, von Brescia: 167. 
Giulio, fra, aus Verona: 168. 
Glaser, Kaspar: 44. 
Gossenbrot, Frau: 57. 
Gray, Jane: 182. 
Grebel, Familie: 170. 
Greiffenklau, Richard: 42. 
Grynaeus, Simon: 150 f. 
Gryphius, Sebastian: 141. 
Guldibeck, Sebastian: 112. 
Gurie, Joh.: 177. 
Gwalther, Cornelius: 162. 
Gwalther, Rudolf: 24, 142, 150, 

155, 162, 166, 168, 170. 
Haller, Berchtold: 116. 
Haller, Joh.: 113 f. 
Hallwyl, Hartmann von: 165. 
Han, Jakob: 9. 

Hardenberg, Albert von: 166, 168. 
Hassler, Barbara: 164. 
Hatto, Matternus: 2 ff., 70 f. 
Heffel, Andreas: 181. 
Heidelin, Marx: 164. 



Heilander, Markus: 26, 118, 140. 
Heilmann, Gregor: 81, 87, 90 ff. 
Held, Joh. Heinr.: 181. 
Hermann (von Wied), Erzbischof 

von Koln: 168 f. 
Herwag, Joh.: 172. 
Hetzer, Ludwig: 108. 
Hippenhofer, Ambr. od. Hier.: 47. 
Hofmeister, Sebastian: 53, 142. 
Hooper, Joh.: 177, 182. 
Hungerstein, von: 8. 
Jakob, Markgraf von Baden, Kur- 

fUrst von Trier: 42. 
Jetzerhandel : 37 f. 
Joachim, Joh.: 169. 
Johann, Bf. von Regensburg: 51. 
Johann Friedr ich von Sachsen : 1 7 5 . 
Irmi, Damian: 116. 
Judae, Leo: 108, no, 125, 131, 

136, 138 ff., 149 ff., 155, 172. 
Julius II.: 45. 

Justinianus, Augustinus: 55. 
Karlstadt, Andreas: 142. 
Kleger, Stephan: 7. 
Klett, Michael: 7. 
KOpfel, Wolf: 123. 
Kraft, Friedrich: 26. 
Kraft von Udenheim: 10, 
Krantz, Albert: 159. 
Kreiss, Joh.: 80, 90, 96. 
Ktlssner, Familie: 3 f. 
Kulm, Nikolaus: n. 
Kunigunde von Bayern: 48. 
Lasco, Joh. a.: 166 ff. 
Lauff, Joh. zu: 144. 
Lavater, Joh. Rud.: 169. 
Lavater, Ludwig: 182. 
Lecher, Franz: 58, 74. 
Leo X: 45, 60 ff. 
Leonhard, Abt v. Ottobeuren: 47. 



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192 



Leontorius, Konrad: 41 f. 

Lepusculus, Joh.: 166. 

Leuwin, Anna: 181. 

Levita, Elias: 49. 

Limpurger, Telamoniu: 23, 29,31. 

Lindauer: 170. 

Ludwig von der Pfalz : 42. 

Luthard, Joh.: 80 f., 87 ff., 96 f., 

99, 116, 149 f., 155. 
Luther, Martin: 67, 74 fif., 85 f., 

120, 150, 169 ff., 182. 
Lykosthenes, s. Wolfhart. 
Lyningen, Graf von: 14. 
Machsysen, Joh.: 56 fif. 
Maczinski, Joh.: 171. 
Maninga, Haio: 172. 
Maninga, Ludolf: 132. 
Mantel, Joh.: 12. 
Marcantonio, fra, von Varese: 167. 
Mariano, Girolamo: 167. 
Marsilius, Patavinus: 79. 
Marsus, Ascanius: 177. 
Mathsperger, Joh.: 181. 
Maure, Claudius von: 177. 
Maylardi, Oliverius: 23. 
Mecardus, Joh.: 181. 
Megander, Kaspar: 108, 116, 118, 

142. 
Meisenbach, Mathias: 96 ff., 105, 

109. 
Melanchthon, Philipp: 75, 120, 

128, 168, 171, 177. 
Mercantius, Ludwig: 177. 
Menno (Simonis): ijo. 
Mernach, Joh.: 81. 
Meyer, Adelbert: 164. 
Meyer, Jakob: 97, 106, no, 118. 
Meyer, Rabbi: 49. 
Meyer, Sebastian: 131. 
Meyer, Thomas: 84. 



Mirandula, Picus von: 58. 
Mittersbach, Martin: 163. 
Molitoris, Alexander: 82 ff., 96, 98. 
Mollio, Giovanni: 167. 
MUnsinger, Dr.: 165. 
MUnster, Sebastian: 38 ff., 138 ff., 

164, 177, 179. 
Murner, Thomas: ^S y 115. 
Musculus, Wolfgang: 179. 
Myconius, Oswald: 108, 142, 164. 
Nater, Heinrich: 169. 
Nathan, Rabbi: 49. 
NUscheler: 145. 
ObermUller, Martin: 20. 
Oekolampad, Joh.: 82, 96, 105 fT., 

115 f., 121, 142, 157. 
Oporinus, Joh.: 162 ff., 172, 176 f., 

183. 

Osiander, Andreas: 166. 

Ottmar, Joh.: 13. 

Pagninus, Xantes: 140 f., 178. 

Pasquillo, fra, vonVenedig: 168. 

Paul III: 60. 

Pauli, Joh.: 14, 16. 

Pellikan, Anna (geb. Fries): 72 f., 

113, 145, 147. 
Pellikan, Elisabeth (geb. Kalb) : 

147 f., 158. 
Pellikan, Leonhard: 5 f., 10, 23, 

25, 44. 

Pellikan, Samuel: 1, 115, 127, 141, 
143 f., 147 f., 151, 155 f., 
158, 163, 170 f., 175 fT. 

Petrandi, Raymund von: 28 ff. 

Petri, Adam? 75 f., 78, 96 f., 109. 

Petri, Albert: 170. 

Peypus, Friedrich: 20. 

Pforzheim, Jakob von: 28. 

Phillippus (Gallicus): 35, 52. 

Philonicus, Joh.: 181. 



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Pinicius, Joh.: 156. 
Pirkheimer, Charitas: 52. 
Pirkheimer, Wilibald: 56. 
Plater, Thomas: 115 f. 
Pludentinus, Lucius: 114, 118. 
Postellus, Wilhelm: 166, 178. 
Potken, Joh.: 45. 
Prulifef, Stephan: 12, 28. 
Ravenstein, Gerhard: 176. 
Regius, Nikolaus: 163. 
Reger, Joh.: 7. 
Regiomontanus, Joh.: 8. 
Regner aus Grcmingen: 169. 
Rellikan, Joh.: n8, 142. 
Reuchlin, Joh.: 16, 19 ff., 25, 39, 

46 f., 79. 
Reysch, Gregor: 22, 27, 140. 
Rhegius, Urban: 76. 
Rhenanus, Beatus: 53, 75, 78 f. 
Risenstein, Joh.: 149. 
RGust, Diethelm: 150, 169. 
Roust, Jakob: 134, 145, 169. 
Rollenbutz, Lukas: 29. 
Romanus, Guardian in Basel: 91, 

95 ' 103 ' 
Rosenberg, Philipp von: 41, 43, 

45, 7«- 
Rublin, Heinrich: 134. 
Rymelin, Joh.: 158. 
Ryschacher, Alexander: 166. 
Ryschach, Ludwig von: 176. 
Rytius, Paul: 47. 
Sagarra, Franz: 13. 
Salicetus, Joachim: 171. 
Satzger, Kaspar: 14, 46, 55, 66, 

76, 79 ff., 96, 99. ^ 
Schenck, Joh.: 30. , 
Scfcmid, Erasmus: 125, 142, 150, 

155. 
Schdlli, Blasius: 164. 



195 

Schott, Joh.: 28. 

Schurmeister, Benedikt: 163. 

Schwerter, Heinrich: 112. 

Scriptoris, Paul : 1 2 ff., 20, 23 ff., 44. 

Simler, Josias: 181. 

Socinus, Laelius: 177. 

Som, Konrad: 116. 

Spat, Dietrich: 57. 

Spangel, Pallas: 44. 

Spe, Joh. 178.: 

Spidel, Joh.: 10. 

Stabius, Joh.: 48. 

Stamler, Sebastian: 47. 

Stauffen, Herr von: 176. 

Staupitz, Joh.: 12. 

Steiger, Joh.: 144. 

Steiner, Wernher: 118, 129, #50, 

156. 
Stephanus, Dominikanerprior: 37. 
Stephanus, Robert: 178 ff. 
Stobaeus: 139. 
Stocker, Joh.: 9. 
Stoffler, Joh.: 2f, 39. 
Stor, Stephan: 103. 
Stucki, Heinrich: 119. 
Stumpf, Job.: 142, 150. 
Summenhart, Konrad: 17, 19 f. 
Suter, Konrad: 149, 170. 
Tillmann, Bernhard: 166. 
Trinckler, Huldreich: 113. 
Tritheim, Joh.: 44, 49. 
Trot, Thil vom: 175. 
Udrof, William: 146, 148. 
Ulrich von Wirtemberg: 42. 
Uriel, Ebf. von Mainz: 46. 
Utenheim, Christoph von: 25,36^, 

88. 
Utenheim, Joh. von: 176. 
Vadian, Joachim: 123, 138, 143, 

171. 



n 



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194 



Vergerius, Peter Paul: 178. 

Vermigli, Peter Martyr: 184. 

Vives, Ludwig: 134. 

Volz, Paul: 12. 

Vorillong, Guilelmus: 26. 

Wacker, Joh.: 9, 43. 

Waldmann, Hans: 8. 

Waler, Kaspar: 11. 

Wegmann, Joh.: 158. 

Welti (Cosmus), Severin: 166. 

Werdmtlller, Otto: 142, 150. 

Wernher, Adam: 9. 

Wernher (von Selden) Domini- 

kanerprior: 37 f. 
Wertwin, Christoph: 171. 
Wester burg, Gerhard: 171. 
Widmar: 115. 

Wigand, Dominikaner: 45, 156. 
Wild, Anton: 112. 
Wilhelm (II. von Hohenstein), Bf. 

von Strassburg: 99. 
Willi, Stephan: 145, 148 f. 
Wimpheling, Jak«b: 6 f., 9, 42, 

44, 157- 
Wingartner, Georg: 144. 



Winzler, Joh.: 91 f. 

Wirtz, Jakob: 170. 

Wolfhart, Konrad (Lycosthenes) : 
5 f., 71, 119, 127, 143 ff., 150, 
152, 156, 162 ff., 170, 172, 

175 *; 182 f. 

Wolfhart, Theobald: 6, 143, 146, 
!55> 163, 177. 

Wonecker, Joh. Romanus: 81. 

Wyer, Bartholomaeus: 41. 

Wyler, Franz: 26 f. 

Wyss, Nikolaus: 150. 

Wyssenburger, Wolfgang: 164. 

Wyttenbach, Thomas: 12. 

Ximenes, Kardinal: 55. 

Zan, Peter: 164. 

Zehner, Nikolaus: 142. 

Zinck, Franz: J17, 142. 

Zollern, Eitel Friedrich IV: 45. 

Zwick, Joh.: 145, 156. 

Zwingli, Huldreich: 105 ff., 113 ff., 
120, 124 f M 128, 136, 141, 
i53> l Sh 159 *"•> 166, 170. 

Zwingli, Sohn: 162, 176. 



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BERICHTIGUNGEN UND ZUSATZE. 



Seite 2, Anm., Zeile 3 von unten streiche man: sich. 

Seite 2, Zeile 12 von unten statt prime lies primo. 

Seite 3, Zeile 3 von oben statt atatis lies aetatis. 

Seite 4, Zeile 2 von unten statt filii lies fili. 

Seite 6, Zeile 17 von unten statt cedes lies aedes. 

Seite 8, Zeile 5 von oben statt postratus lies prostratus. 

Seite 9, Zeile 11 von oben statt Opidium de nuce lies Ovidium de nuce a. 

Seite 10, Zeile 5 von oben statt ab lies ob. 

Seite 10, Anm., Zeile 2 von unten statt Gofmann lies Hofmann. 

Seite 11, Zeile 15 von unten statt Cumbardo lies Lumbardo. 

Zu Seite 13, oben, verweise ich nachtraglich auf Hains Repertorium Nr. 12493. 

Der erwahnte Buchdrucker hiess Joh. Ottmar. 

Seite 13, Marginalien, Zeile 6 von unten statt Scriptores lies Scriptoris. 

Seite 14, Anm., Zeile 9 von unten statt besten lies sonst so. 

Seite 15, Zeile 1 von unten statt opportunitatis lies opportunitas. 

Seite 17, Zeile 4 von unten ist zwischen esse und z ausgefallen: h, subjectum 

punctum esse a, sequentem litteram esse — 

Seite 19, Zeile 4 von unten statt JDlSn lies JlDSn. 

Seite 20, Zeile 8 von oben statt fervorum lies fervorem. 

Seite 20, Zeile 12 von unten statt te lies et. 

Seite 20, Zeile 11 von unten statt Staatim lies Statim. 

Seite 21, Zeile 12 und 17 von unten statt Pl^p lies PlVp. 

Seite 22, Zeile 5 von unten streiche man: audiens. 

Seite 24, Marginalien, Zeile 5 von unten statt -ceptores lies -ceptoris. 

Seite 26, Zeile 5 von unten statt Calio lies Calw. 

Seite 28, Anm., Zeile 3 von unten statt f lies I- 

Seite 29, Anm., Zeile 2 von unten statt arig lies virg. 

Seite 31, Zeile 2 von unten statt Autunensis lies Xantonensis. 

Seite 32, Zeile 3 von unten statt Loccern lies locum. 

Seite 33, Zeile 17 von oben statt cepit lies coepit. 

Seite 37, Zeile 10 von unten statt referent lies referrent. 

Seite 39, Zeile 9 von unten statt peum rimum lies eum primum. 

Seite 40, Zeile 12 von oben statt anxio lies anxia. 
Seite 41, Zeile 1 von unten statt Mulbrumiensis lies Mulbrunnensis. 



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196 

Seite 42, Zeile 2 von unten streiche man den Punkt am Ende der Zeile. 

Seke 50, Zeile 16 von oben und Seite 51, Zeile 3 vqn ob«n: Die beiden hier 
genannten Clarissenldoster Pfullingen und Sefflingen kommen auch in der 
Korrespondenz vor, die Pellikan mit Blaurer anlasslich der Berufung nach 
Tubingen fuhrte; Blaurer schrieb an Pellikan, wenn er sich nicht zu 
dcfinitiver Annahme des Rufes entschliessen k6nne, so solle er ihnen doch 
wenigstens fur einen Monat bei der Reformation des Pfullinger Klosters 
helfen. Hierauf antwortete Pellikan mit. einer ermahnenden Epistel an 
jene Nonnen und bat Blaurer, dieselbe auch nach Sefflingen zu schicken: 
ibidem enim et ego notus sum sicut Pilatus in Credo. Sefflingen lag auch 
Eberlin sehr am Herzen. Vgl. unsere Monographic, S. 200. 

Seite 52 sind in der Anmerkung die Nummern 7 und 8 umzustellen. 

Seite 65, Zeile 10 von unten statt veteram lies veterem. 

Seite 75, Zeile 3 von unten sagt Pellikan ohne weitere Motivirung, Adam 
Petri habe Luthers Schriften nachgedruckt usque ad annum vicesimum 
quintum. Dies findet seine Erklarung in einem Beschlusse des Rathes 
vom 12. Dezember 1524 (zu finden in dem in der Einleitung citirten 
Hefte des Staatsarchivs), wonach alle Drucker der Stadt Basel «hinfur 
nichts sollen lassen trucken oder selb trucken weder latin hebreisch 
kriechisch oder tutsch, sunder das zuvor unnder die herren je zur zyt 
vonn einem ersamen Ratt der statt Basell darzu verordnet, besichtigen 
lassenn, unnd so innen das von denselbigen verordneten herrenn zu trucken 
zugelossen, sollenn sy ieren Namen darunnder ze trucken verbunden, und 
welcher solches ubersicht furgott das nit halten wurt sol je nach sinem 
verdienen vonn einem ersamen Ratt der statt Basell schwerlich darumb 
gestrafft werden, hynach wyssen sy sich zu richten. Inen ist ouch solches 
erkanntnus uff obvernempten tag offenlichen vor Ratt geseit wordenn. Und 
sind dise hernach geschribene herren harzu verordnet worden: Her Adel- 
berg Meyger alt Burgermeister, Her lux Zeygler tit oberster zunfttneister, 
Der Stattschriber.» 

Seite 84, Anm. 1. Ueber eine im Jahre 1527 abgehaltene Disputation dieses 
Corbach mit F. Mykonius vgl. Herzogs Real-Encykl. X, 139. 

Seite 105, Zeile 14 von unten vgl. Stocbneyer und Reber, a. a. O. Nr. 227. 

Seite 163, Zeile 11 von unten ist ausgefallen: Samuel et Theobaldus adierunt 
Sultz et redierunt. 

Seite 170, unten: Den Reiscnden gab Pellikan ein Empfehlungsschreiben mit 
an seinen Freund Petrus Merbelius, kaiserlichen Sekretar in Mailand. In 
demselben klagt er uber seine und seiner Kollegen schwierige Lage: sie 
mussten nach alien Seiten Front machen, links gegcn die Papisten, rechts 
gegen Luther. 

Seite 175, Zeile 6 von unten ist ausgefallen: Mathia Pefyerdinger, Richmut, 
Jacobo Rost, Jo. Gesner, Jo. Meyer. 



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INHALTSVERZEICHNISS. 



EINLEITUNG. 
A. Litterarisches. 

Seite 

i. Die Handschrift und ihre gegenwartige Veroffentlichung . . VII 

2. Bisherige Biographieen Pellikans und Benutzungen seines Chronikons X 

B. Biographisches. 

i. Der Hebraist XIII 

2. Der Reformator XVIII 

3. Die Kommentare XXVI 

4. Die theologischen Streitigkeiten XXXIV 

5. Zur Charakteristik des Chronikons und des Chronisten . . XL 

CHRONICON C. P. R. 

Vorrede an Samuel Pellikan 1 

Stammbaum und Familiennachrichten 3 

Schulzeit in Ruflach 1484— 1491 7 

Studium in Heidelberg 1491 — 1492 9 

Hilfslehrer und Monch in Ruffach 1492— 1494. Bmpfang der niederen 

Weihen in Basel 1495 11 

Studium in Tubingen 1496 — 1501 12 

Priesterweibe und Aufenthalt in Ruffach 23 

Lector in Basel 1502 — 1508 26 

(Reise nach Italien 1504: S. 30 ff.) 



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198 

Seite 

Lector m Rutfach 1508 — 1511 38 

Guardian m Pforzheim 1511 — 15 14 41 

Reisen als Satzger's Sekretar 1514 — 1517 46 

(Rcisen zum Generalkapitel nach Rouen, S. 52 ff.; Aufenthalt 

in Basel bei Froben S. 54 ff.; Reise nach Rom S. 56 ff.) 

Guardian in Ruffach 15 17— 15 19 . 66 

Guardian in Basel 1519 — 1524 75 

Professor in Basel 1523— 1526 95 

Professor in Zurich 1526 — 1556 no 



ANHANG. 

Pellikans Gesprach mit Capito uber das h. Abendmahl im Jahre 15 12 185 

Personenverzeichniss zum Chronikon 189 

Berichtigungen und Zusatze 195 



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